[<<] Samstag, 18. Juli 2026 [>>][19:11] Ist KI demokratiegefährdend?, ein Vortrag Ziad Mahaynis, Professor für Angewandte Ethik in Karlsruhe, aus der DLF-Nova-Reihe "Hörsaal". Das Edelmann-Trust-Barometer gibt an, wieviel Vertrauen Menschen Institutionen wie Unternehmen, NGO, Regierungen entgegen bringen. Letztere schneiden am beschissensten ab. In Deutschland ist der Vertrauensverlust am krassesten. Autokratisch regierte Länder genießen mehr Zustimmung. Wir gehen automatisch davon aus, daß alles auf Demokratie zulaufe und es lediglich eine Frage der Zeit sei, bis alle Länder erkannt haben, Demokratie sei der Kulminationspunkt, der Heilige Gral aller Gesellschaftformen. Antike Theoretiker postulierten einen unaufhaltsamen Wechsel. Der Niedergang einer Gesellschaftsform sei ihr inhärent. JEDE Staatsform würde nach einer stabilen Phase kippen. Mahaynis sagt, wir befänden uns an einem solchen, von der Demo- zur Ochlokratie. Demokratie ist dezenral angelegt, KI zentral. Alle Informationen an einen Punkt. Die Infokalypse weicht Information auf. Zu viel Information (Slop) und keine Sicherheit, welche real und wahr ist. Ein Wesenszug unserer Gesellschaft sei die Beschleunigung, die Technik zu bewältigen hilft. Demokratie nun sei unfaßbar langsam. Alle Subsysteme werden stetig schneller, die Demokratie aber langsamer und somit dysfunktional, der Staat als Funktionshemmnis. Die Partikularisierung erschwere Kompromiß und Verständigung. Neues Bestreben ist, der Staat muß abgebaut werden, damit die Subsysteme befreit durchwirken können. Dystopische Technokratie, wie sie im Silikon Vallye durch Peter Thiel und Co angestrebt wird. Steile These des Philosophen. Indem Demokratien jetzt versuchen, sich zu stabiliseren, schaffen sie sich erst recht ab. In Rumänien wurde ein Rechtspopulist gewählt, die Wahl annulliert, weil: blödes Ergebnis. Marine le Pen wird die Wahl verunmöglicht; in Deutschland versucht man, mit allen Mitteln die AfD zu verhindern. Je verzeifelter ide Mittel, Absprachen und Koalitionen, die die Demokratie zu Felde führt, es wird vergebens sein. Diesselbe Dialektik spielt bei der Diskussion um ein Parteienverbot die Rolle. Wahnsinnsvortrag, der mir die Welt im Jetzt plausibel erklärt. Als allerwichtigsten Punkt führt Mahaynis an, daß wir wieder eine Idee entwickeln müssen, wohin wir mit der Gesellschaft hin wollen. Uns ist das Ziel abhanden gekommen. [15:44] Ich gestehe, ich wußte bis eben auch nicht, daß die Klitoris weit größer ist als der außen sichtbare Knuppel. Haarsträubend, wie die Frau in der Geschichte verunglimpft wurde. Wie die Vulva einst dämonisiert und die Theorie aufgstellt wurde, daß Frauen an der Himmelspforte ihre Vulva abzugeben hätte. Gott solle als Leben Erschaffendem ja keine Konkurrenz erwachsen. Alter!
[13:00]
Schwer, sehr schwer, Traditionen zu durchbrechen, selbst wenn
sie sich überlebt haben. Wir haben hornalte Ständer für Blutröhrchen.
Räudigstes Plastik und immer schief darin stehende Röhrchen,
die schwer darin zu platzieren sind. Wir sind wahrscheinlich die
einzige Station im gesamten St. Georg, die diese Ständer verehren
und hochhalten. Alle meinen spöttischen Einwürfen in den vergangenen
6 Jahren zum Trotz. Gemeinhin nimmt man einen (ungebrauchten)
Urinbecher, die ALLE Röhrchen für die beabsichtigte Blutentnahme
pro Patient fassen. Eine runde, übersichtliche Sache. Letztens
nutze ich meinen Nachtdienst und bereitete ein Tablett vor,
stellte alle Röhrchen in Becher, in die auch die BGA-Röhrchen
passen, die bislang immer separat und sehr durcheinander liegen.
Als ich Tage später zum Dienst kommen, stehen die Jahrzehnte
alten Rörchenständer in alter Häßlichkeit da. Denn Ärzten ist
es wuppe, wie wir das machen, also ist das der Tradition Verhaftetsein
eine Sache von uns konservativen Pflegekräften. Da ich ja stur
bin, werde ich es wieder und wieder umstellen. Steter Blutstropfen
höhlt [12:50] Frau Sch., ihres Zeichens dement und gangfreudig, sieht mich im Materialraum der Station an einem Wagen stehen und fragt: "Ach, Sie kochen wohl auch selbst?" [12:42] "Die westliche Welt wird von einer Wut gebeutelt, die sich niemand recht erklären kann, weil wir in zu vielen Bereichen vor einer ehrlichen Bestandsaufnahme zurückschrecken: Wer hat viel, und wer hat wenig? Wer steigt auf, und wer steigt ab? Wer strauchelt, wer kommt voran? Wer benötigt mehr Unterstützung, wer weniger?" (schizophrenist) [10:50] Freier Tag/Urlaub 1/9. Tage ohne Alkohol: 3868. [<<] Freitag, 17. Juli 2026 [>>][07:30] Vor Spätdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 3867. Donnerstag, 16. Juli 2026[11:20] Freie Tage, die ich größtenteils am Computer verbringen kann, sind für das Einsammelbuch ergiebig. Nachteilig wirkt sich das auf die Übersichtlichkeit aus, weswegen ich den Einfall hatte, mit zusammenfassenden Artikeln die Aktionen nachvollziehbar zu machen und den Überblick über kleinere Fundstücke, Änderungen, Erweiterungen und strukturelle Umstellungen zu behalten. Ich nenne diese Resümees "Sammelsurien". "Was bisher geschah" wäre ein super Titel für diese Notateform. Nach einigen Wochen Tagebuchbloggen ist einiges Routine, anderes muß sich noch herausmendeln. Oft schreibe ich los und merke: dies kannst du gut und gerne zu einem eigenen Artikel machen, was ein Hin-und-Her-Geschiebe nach sich zieht. Die kürzeren Inhalte im Auge zu behalten, ist für mich wichtig, weil ich, falls und sobald Neues zum Thema auftaucht, Zugriff auf sie haben will, wofür ich wissen muß - "Wo zur Hölle sind sie denn nur gelandet?" Um Kleinteiliges zu bewältigen eben Sammelsurien. [10:46] Vor Spätdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 3866 = 127 Monate. |