Markus' Mäandern (1)Stream of consciousness of a monomaniac
12-06-2026[14:35] Gestern war Donnerstag, nicht wahr? Nach dem Schläfchen am Vormittag werkelte ich am Computer durchweg bis 15 Uhr. Nach gut einer Woche dieser Notate zeichnet sich folgendes ab: Ich beginne etwas aufzuschreiben und merke mittendrin, daß ich aus dem Text(chen) gut und gerne auch ein Posting für die Miszellen schnitzen kann (wie gestern Morgen - "Lianen!"). Da hätten wir eine Doppelmopplung. Verfrachte ich den Inhalt in die Miszellen, lösche ich diesen hier? Bleibts an dieser Stelle dann staubig und öd und leer. Oder mache ich einen auf Kopie? Ich lasse das Konstrukt erstmal so schnurren. Wenn ich während des spontanen Losschreibens merke, daß sich ein Posting formt, dann ist das so. Sind Geburtswehen zu spüren, gibt's kein Zurück mehr. Bleiben hier in MM Relikte oder gar nix. Grummel. [14:40] 15 Uhr gestern stiefelte ich los. "Termin" am Neuen Rathaus. Spaziergang durch den Clara-Park mit 5 mir völlig fremden Menschen. 4 Leute aus meiner Gruppe während der tagesklinischen Therapie beschlossen, eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Wir sind dabei und bekommen Untersützung durch Frau Klass bei der SKIS. Diese hatte zu einem unverbindlichen Spaziergang eingeladen. Ich bin also hin und traf Menschen aus einer SHG für Krebspatienten, eine für psychisch Belastete, die ich vom Sehen aus meiner Therapiezeit kannte (andere Gruppe). Und ein Mann aus einer COPD-SHG. Und ich als Benjamin in Sachen Selbsthilfe. Allein, allein. Quatsch, war gut. Solbald wir im Verzeichnis aufgenommen sind, können wir uns offiziell präsentieren. Nachher gehts auf in die Gustav-Mahler-Straße zum zweiwöchentlichen Treffen. Wir 4 Gründungsmitglieder wissen doch auch nicht. Kaltes Wasser und so. Ich höre zum ersten Mal im Leben Herbst in Peking. Zuletzt Iron Maiden, eine Bachkantante, Gregorianischer Choral und Klassik aus dem Radio. Gestern früh Zenit. [16:08] Nach dem Spaziergang in Windeseile nach Reudnitz zur Gruppentherapie. Neue Konstellation: zwei haben aufgerhört, zwei Novizinnen, von denen eine auch das Wort ergriff und das Thema setzte, dem wir bis 20 Uhr treu blieben. Wenn ich pünktlich den Praxisraum verlasse, erwischen ich eine E-Tram, die ins Depot (Paunsdorf) einrückt, wodurch Umsteigen entfällt und ich durchrausche. Zuhause dann Bloginhalte verlinkt. Hauptsächlich dadurch, daß jedes Posting im ESB verlinkt wird, entfiel die Notwendigkeit thematischer Aufdröselung. Nunmehr kriegt das Posting einen Permalink und wird in einer der allgemeinen oder persönlichen Kategorien platziert. Nachteilig, daß ich nicht rückwirkend arbeiten kann, denn die 83 Teile der Miszellen im Zeitraum seit 2011 sind unschaffbar. Schweren Herzens habe ich die Sondersammlungen der Notate größtenteils gekappt und neu begonnen. Die Splitter verstichworte ich übrigens, damit ich, wenn ich schreibe, mich aus diesem Fundus bedienen kann, d.h. etwas wiederfinde. ^ 11-06-2026[6:37] Seit 4.20 Uhr am Rechner. Audios gesichert und bei den Miszellen auf Teil 84 vorgestoßen. Kostete wie immer Zeit, bis alle Anpassungen stimmig sind. Zudem gibt es noch eine Alternativversion. Normalerweise höre ich zwischen 5 und 8 Uhr Deutschlandfunk, schalte aber ab, wenn ich mich konzentrieren muß. Oder mich überkommt die Lust auf Musik. [10:10] Den gesamten Morgen für das Einsammelbuch gerackert. Ein Impuls, dem ich nachgehen, generiert zwei, drei weitere. Wie Tarzan, der sich von Liane zu Liane durch den Dschungel hangelt, bis er irgendwann mal auf den Boden landet. SO fühle ich mich, wenn ich anfange, meine Sachen anzugucken und zu bearbeiten, die Sammlungen zu pflegen, die Links auszuwerten. Ich erwähne es ständig: mein Brotberuf Krankenpfleger ist mir mehr und mehr im Weg. Ein zeitfresser, dem das Maul gestopft gehört. Zwei Stunden lag ich gerade im Bett und hörte Podcasts. Erfrischter luge ich auf den Bildschirm und bin schon wieder abgebogen. Beherrschung, Markus! ^ 10-06-2026[6:22] Gestern war Dienstag, zweiter freier Tag von sieben. Dienstag heißt seit einiger Zeit: 11 Uhr Aktivgruppe. Nachdem ich 2025 endlich Hilfe durch eine Psychiaterin in Anspruch genommen hatte, band sie mich in eine Gruppe am Helios-Parkklinikum Leipizg-Probstheida ein, die sich wöchentlich für 90 Minuten trifft, um gemeinsam etwas zu tun. Alternierend am Klinikum selbst (Spiele, Spazieren, Kochen, Brunchen) und aushäusig für Museen, Parks, Spaziergänge, bestimmte Orte aufsuchen. Aktivität = Struktur als Casus knacktus bei Menschen mit Depressionen. Eine Sozialarbeiterin steht uns zur Seite. Gestern stiegen wir auf den Fockeberg. Fotos folgen. Das Bergchen ist künstlich errichtet, indem ab 1947 Bauschutt der Leipziger Kriegsruinen abgeladen wurde. In den 60ern wurde das Areal begrünt und ist heute ein lauschiges, erholsames grünes Plätzchen in der Südvorstadt und wird offenbar fürs Mountainbiking genutzt. [7:05] Ich stand um 5.45 Uhr auf und mehrte am PC herum, Immer wenn ich über Zeit verfüge, ufert das Sammeln für das Einsammelbuch aus, wobei mich strukturelle oder ordnungstechnische Aspekte meist vollebds aus der Kurve tragen. Die Stunden verannen, bis ich 10 Uhr zur Aktivgruppe am Fockeberg aufbrach und mit kleinem Schlenker zum Kaufland dann 13.45 Uhr wieder zuhause andockte. Dermaßen müde am Bildschirm, daß ich in die Horizontale ging und dann von 16 bis 22 Uhr wieder am ESB tätig war, Blogs las, die 3 obligatroischen Periodika sah (arte-Journal, MDR-Sachsenspiegel, Brisant), mehrere Alben von Ten Years After hörte. Schon zur Tradition geworden ist die Zu-Bett-geh-Zeit um 23 Uhr, um im Deutschlandfunk "Das war der Tag" zu hören, wobei ich in 9 von 10 Fällen einschlafe. ^ 09-06-2026[6:20] Wieviel Zeit für nichts ins Land geht, sehe ich im Augenblick. Um 5.30 wach geworden, sind 45 Minuten rum, ohne daß meinem Gefühl nach irgend etwas Verwertbares geschehen ist. Lediglich den PC hochgefahren, nebenbei Radio ("Informationen am Morgen"), Downloads von Periodika nachgeholt (u.a. Kultursendungen seit Mai), einem Impuls nachgegangen, den ich schon wieder verwarf, Kaffee kochen (und kalt werden lassen. Und schon ist nahezu 1 Stunde vorbei. Verblüfft bin ich hauptsächlich, wieviel Zeit für und bei verwaltenden Tätigkeiten UNGEFÜHLT vergeht und damit Freizeit kannibalisiert. Immerhin wird das unerklärliche Schrumpfen der Möglichkeiten plausibler. Von der Idee einer Zeitleiste erhoffte ich mir mehr Transparanz, was wieviel Zeit auffrißt, worauf ich mein Augenmerk richten sollte. [9:14] Der Postwestfale schreibt von sich als "Kleinblogger im Schatten der vermeintlichen Eliten". Was soll dann bitte ICH sein? KleinstMiniNanoBlogger? ^ 08-06-2026[16:36] 3 Nachtschichten geschafft. Der heutige Tag ist Ausschlaftag. Während man am ersten Tag in die "Wache" hineingeht, geht man nach der letzten aus ihr heraus. Der faktisch freie Tag bis 19.30 Uhr vorm ersten Dienst ist dienstorganisatorisch Arbeitstag, der heutige Tag NACH den Diensten zählt als freier Tag, der dadurch verunziert wird, daß er faktisch KEIN freier Tag ist. Denn ich schlief bis 15.30 Uhr und habe demnach ebenso viele freie Zeit zur Verfügung, als wenn ich um diese Zeit von einem Frühdienst gekommen wäre. Absonderlichkeiten eines Schichtdienstlebens. Diese drei Nachtschichten, -dienste bzw -wachen waren sorgenfrei, weil es eine Kollegin einzuwachen gilt. Begleitdienst sozusagen, damit sie auf unserer Station dann nachts auch allein zurechtkommen kann. Der letzte Eintrag stammt von vorgestern Nachmittag. Praktisch sieht es so aus. Meine Fatigue gebietet es, mehr zu ruhen als Otto Normallebender. Ich lege mich also zwischen 18 und 19.30 Uhr meistens nochmals hin. Dazwischen findet wenig statt. arte-Journal, Sachsenspiegel, Brisant und eine Kulturzeitfolge, gestern sogar zwei. Etwas Blogs lesen. Ansonsten viel auf die to-do-Liste setzen: für später, für "an freien Tagen". [16:55] Mein Plan, das, was ich, säße ich am PC, sofort hier aufschriebe, "für an freien Tagen) ins Handy zu sprechen, funktioniert nicht. Hoffentlich NOCH nicht. Anders wird es nicht machbar sein. Vielleicht kommen beim Rekapitulieren der 3 Arbeits=verkorkstenTage einige Momente zurück. Dann - wie gut, daß ich hier das Hinrotzen zur Philosophie erhoben habe - hole ich's nach. Auf daß durch mein mentales und logistisches Chaos wenigstens alle, nicht nur ich, verwirrt seien. [17:25] Wenn ich nochmal von vorne beginnen könnte, würde ich in Sachen Musik abbiegen und Klavier lernen. Schielete immer neidisch auf diejenigen, die es können. Und Frau Klugscheißerin (= Piano Woman) versorgt uns mit Detailkenntnissen, die es braucht, wenn man oder frau spielt. [17:58] Weil ich in "Im Schatten bloggen" zu sehr zu mir abdriftete, hier noch Reaktionen auf Horst Schultes Post über die Blogosphäre, die auf das Bloggen in Zeiten von Podcasts und Social Media eingehen: Alexander Matzkeit, Steffen Voß, Pflugblatt. Ich lese Blogs wieder intensiver und regelmäßiger und mag es, wenn gemeinsame Vorlieben oder Anbeigungen ausgesprochen werden. Aber auch Dinge, die mir gänzlich fremd sind, kennenzulernen. Meine Neugiere wird durch die Blogosphäre aufs Wunderbarste befriedigt. [19:07] WasdasfürnSchild? Neuerung bei Bushaltestellenschildern? ^ 06-06-2026[16:50] Nachtschicht. Wenig Zeit. Kein Platz für Sperenzchen. Fast 12 Stunden außer Haus: 19.30 Uhr Richtung HBF, dort bei Aldi Brötchen und Cola holen, mit TRAM 16 oder 14 nach Eutritzsch, Duschen, Umziehen und noch das arte-Journal gucken. Ich brauche den Puffer, könnte streng genommen auch erst 20 Uhr los, fühle mich so aber gehetzt und in Zug- bzw. Tram-Zwang. Und oft genug geht etwas schief. Unfall, technische Störung oder einfach unbegründeter Ausfall. 21.15 Uhr auf Station, man mag es, wenn der Folgedienst möglichst zeitig(er) erscheint. Offiziell geht der Nachtdienst 21.45 bis 6.15 Uhr. Am Wochenende kein 10-Minuten-Rhythmus der Straßenbahnen, sondern morgends 30-minütiger mit zwischengeschalteter 16E = Einzugsbahn um 6.22 Uhr, die mich zum Hauptbahnhof bringt, wo ich im "sächsischen Ostteil" mit der RB 110 nach Grimma um 6.43 Uhr eine Haltestelle nach Sellerhausen fahre und 6.55 Uhr zuhause bin. "Sächsischer Teil des HBF?"? Der HBF ist historisch ein Doppelbahnhof, ein Gemeinschaftsprojekt von Preußen (heutige Westseite mit Gleisen 1-13) und Sachsen (heutige Ostseite mit Gleisen ab 14-26). Entweder ansatzlos ins Bett, während der Deutschlandfunk mich sanft einlullt oder noch ein Häppchen Essen wie heute früh und ruckelweise einschlafen. Irgendwann dann aufwachen, heute 15.45 Uhr, an den PC und erstmals DLF-Suche zwecks "Hörbar". Das dauerte gut 30 Minuten. Et voila. [17:01] Ich merke, daß ich nie so stringent täglich tagebuchbloggen können werde wie bewunderte BloggerInnen in Hamburg oder München. Ich versuche, Impulse, die unterwegs kommen, per Eigen-WhatsApp zu fixieren, das später am Rechner nachzuarbeiten. Allerdings staut sich das Material, Neuestes fordert die Aufmerksamkeit und verdrängt die Warte/To-do-Liste nach hinten, aber hoffentlich nicht ins Nirvana. Ich bringe meinen Wunsch, gänzlich auf den Brotberuf zu verzichten, spöttisch zum Ausdruck, meine ihn jedoch zunehmend ernster. Ich habe keinen Bock mehr auf Lohnarbeit und liebäugele mit einer Überbrückung bis zur Altersrente in 5 Jahren aus eigenen Ressourcen. Das Leben kann immer vorbei sein bzw. einen Knacks durch Krankheit oder Unfall erfahren, Dann bringt mir ein solides Sicherheitsgefühl auch nichts mehr. Mir schwebt ein Flaneurdasein vor, ein Doppelspiel von Draußensein, Impulse einsammeln, und sie dann in einem zweiten Block verarbeiten. Dann bleibt für die Pflege keine Zeit mehr übrig. ^ 05-06-2026
[7:12]
Gefühl des kaum Vorwärtskommens, des Nichtschaffens. Gestern Abend
Gruppentherapie von 18.10 bis 20 Uhr. Mit TRAMfahrten und Wartezeiten
auf sie gibt es eine merkwürdige Konstante von 4 Stunden, die ich
öfter aushäusig bin. Gestern, weil noch Schnackerei nach der Therapie
und ersten Erdbeerkuchen 2026, erst 21 Uhr zuhause gewesen. Da passiert
nicht mehr viel, Leute, ich bin 60 und schlafe schon beim Gedanken an
Schlaf ein oder wenn ichs lese. 04-06-2026[7:01] Wir alle hassen sie: einzelne freie Tage. Schicksal derjenigen mit einem volatilen und von Grund auf chaotischen Dienstplan. Ich meckere auf hohem Niveau. Mit einer Teilzeit von 60 Prozent arbeite ich im Schnitt 3 Tage in der Woche und habe 4 frei. Dergestalt kommen des öfteren längere Phasen zustanden, wenn ich beispielsweise kurz hintereinander 3 oder 4 Dienste machen, addieren sich die freien Tage zu 6 bis 10 Tagen. Aus diesem Grund nehme ich meine 30 Urlaubstage zerstückelt auf 6 x 1 Woche, weil im Prinzip gewährleistet ist, daß daraus mit den drangeklatschten freien Tagen, simsalabim, 6 x 14 Tage werden. Klingt luxuriös für jemanden, der mit 40 Wochenstunden durchpulxt und ist es auch. [13:13] Vom Einzel zurück. Einzel heißt 50 Minuten mit dem Therapeuten reden. Eine Faust in die Magengrube war vorige Woche die Nachricht, daß sich die Termine für die Einzelstunden und die Gruppentherapie kannibalisieren. Das Kontingent für diese Kurzzeittherapie (seit Ende Januar) ist fast erschöpft, weil die wöchentlichen Gruppenstunden von den Einzelterminen abzuziehen sind, was die Therapie urplötzlich und abrupt abkürzt. Guten Kompromiß vorhin dadurch erzielt, daß wir die verbleibenden 5 Stunden erstens strecken und doch verteilen, so daß ich bis 17. August psychotherapeutisch versorgt bin und kein Loch befürchten muß. Ich höre Icehourse "Live at St. Kilda 2020". Mann, ist dieser Straight-Rock geil. ^ 03-06-2026[7:10] Hier wird hingerotzt. Stichpunkte oder feinziselierte Wortschwaden. Was kommt. Keine Zeit. Leben ist kurz. Apropo kurz. Heute Arbeitstag. 6 Uhr aufgestanden, Papas Tabletten (Wochenration gestellt), gemerkt, daß Nachscub her muß, d.h. ich heute vorm Spätdienst noch zur gemeinsamen Hausärztin des Rezeptes wegen muß, was ich in den Arbeitsweg integriere. Gestern am späten Nachmittag Treffen der sich in der Gründungsphase befindlichen Selbsthilfegruppe, deren korrekten Namen ich erfahren muß, um eine Verteilerliste anzulegen. Dann könnt' ihr euch bewerben. Auf alle Fälle Glücksklee SH(G). Gedacht für Menschen, die sich nach einer klinischen Psychotherapie ambulant ein Haltetau wünschen, nach dem sie zweiwöchentlich fassen können. Nebenbei läuft das arte-Journal vom 1.6.Der Berichtersattter redet von "...macht jede Hoffnung auf Frieden zunichte." Markus hört: "...macht jede Hoffnung auf Frieden zur Nichte." [7:35] Meine Nerven. Zu hektisch Papas Tabletten gestellt und ihm die Donnerstag-Schachtel hingestellt, was an sich nicht schlimm ist, weil es keine alterierende Medikamente zu beachten gibt und täglich dasselbe enthalten sein sollte. Dennoch, den Wochentag konnte ich als Dreischichtler mit Rollender Woche noch nie gut merken. Konzentraion, du Töffel! [7:55] Am ESB schraube ich seit Monaten fast täglich. Dadurch daß ich seit kurzem alle Einträge in den Miszellen verlinke, "muß" bzw. will ich der Vollständigkeit halber auch die Kürzesteinträge verlinken, weiß aber noch nicht, wie ichs präsentiere und strukturiere. Vorerst bekommen diese kurzen Einträge, die ich Splitter nenne, erstmal 'nen Link. Als Perfektionist würde ich allzugerne rückwirkend alle verlinken, was praktisch ausgeschlossen ist. Mit dieser Lücke leben lernen. [17:15] Abendbrot austeilen. Die leidige Teefrage. Jeden Tag dasselbe Qualtal zu durchschreiten. Akustisch eher Gebrülle Ergo, dachte ich, mache es etwas simpler. Ich öffne das Zimmer und sprach die hintere Patientin an: "Welchen Tee möchten Sie?" "Hääää?" "Was für ein Tee soll's denn sein." "Welchen haben Sie denn?" "Pfefferminztee, Hagebuttentee, Früchetee, Kamillentee, Schwarztee, Fencheltee, Kräntertee." "Hääää?". So immer, in dieser Reihenfolge und mit allen Häääs? der 99% Schwerhörigen. Gestern mein Versuch einer leichten Vereinfachung. Wir steigen ein in: "Welchen haben Sie denn?" "Ich habe Tee in allen Farben!" "Häää?" "ICH HABE TEE IN ALLEN FARBEN!!". "Dann nehme ich grünen Tee." "Pfefferminz oder Kräuter?" "GRÜNEN Tee!" "Ähm, Grünen Tee haben wir nicht." ^ 02-06-2026[11:36] Vielleicht eine Geburtsstunde. Nachdem mich der Betonflüsterer darauf brachte, jedem Eintrag einen Link anzukleben, fühle ich eine neue Ära im Anmarsch. Einträge lassen sich nunmehr erweitern und wie ein Mosaik miteinander neu verschachteln. Spielfreude ist bei mir aufgekommen. Während der vergangenen Monate las ich meine Blogroll gründlicher. Gegen die Tagebuchblogger, die wirrklich täglich schreiben (Herr Buddenbohm, Frau Kaltmamsell, Frau Anje, Kiezschreiber), oder jene, welche Wochenrückblicke bevorzugen (Postwestfale, Freidenkerin), oder das Gros derer, die möglichst mehrmals wöchentlich zu Potte kommen, gegen diese, die den Alltag fest im Blick haben, komme ich mir mit meiner kleinteiligen Miszellen=Schnippselei etwas armselig vor. Oder andersrum, ich frage mich, warum ich nicht ebenfalls tagebuchblogge. Die Antwort ist einfach. Ich lebe kein solches Leben, von dem sich schreiben ließe. Ich koche nicht die die Kaltmamsell, ich habe keinen Dalmatiner und fliege nicht hin und her wie Frau Anje, ich habe keine Hühner und keinen Wald um mich wie Frau Kroitzsch, ich kann nicht so brillant motzen wie der Betonflüsterer und schon gar nicht bin ich so allseits gebildet und reflektiert wie Horst Schulte. Wo wäre, wenn ich vorhätte, mehr zu schreiben, mein ureigenes Plätzchen? Ich weiß es nicht, es ist schwammig und nebulös, und doch bin ich augenblicklich in Form und Stimmung, so daß ich flugs loslege. Mal gucken, ob's Bestand hat, ob ich meine Idee eines Tagesstromes - jedenfalls für meine freien Tage - an allem, was in/bei mir ankommt, querbeet, unsortiert, und wohl chaotisch Stück an Stüch joycesk in einen "Stream of consciousness of a monomaniac" zu quetschen. So oft ich kann. [11:45] Eine 6-teilige Sendung über Mascha Kaleko und Berlin. Die Folgen (2) und (1) sind online. Ich mag Kaleko, habe einige ihrer Gedichte parat. Überhaupt ist mein Fokus aufs Hören gerutschtt. ^ |