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Notate: Myself [<<]
Bereich: Selbsterlebensbeschreibung (11)
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Was anderswo oft untergeht, in Archiven verschwindet
- beispielsweise Getwittertes - diese kleinen Notate
sollen hier thematisch gesammelt werden. An dieser
Stelle selbst Erlebtes, Gedachtes & Gefühltes.
Netzfund:
Die Wahrheit macht dich frei. Aber erst macht sie dich fertig.
Viel zu selten schaue ich bei Christiane vorbei, deren Blog
Irgendwas ist immer
mit Gedichten gespickt ist. So wohltuend, Rilke, Heym, Trakl, Uhland.
Ich sinniere, warum ich zögere, das Blog anzusteuern.
Weil die Geschwindigkeit, mit der ich im Netz unterwegs bin,
hier nicht funktioniert. Ich muß abbremsen. Gedichte erfordern
Halt, Verweilen, Runterkommen, Entschleunigen. Lyrisches Glotzen.
Daß ich mich dafür präparieren muß, einen Vorsatz fassen wie
jemand, der im Jahr das erste Mal Baden gehen will und mit
klappernden Zähnen zaghaft in Trippelschrittchen vorwärts zögert,
ist schlimm genug. Also. Öfter Baden, öfter zu
Christiane!
Wir saßen vorgestern im
Joseph Pub
in einem hippen Viertel in Leipzig-Schleußig und fragten nach Karlsbader Schnitte.
Der Kellner hob die Augenbrauen, man hörte sein Hirn rattern (mechanisch), aber
vergebens. Wir halfen: Toastbrot, Schinken, Käse... "Schinken hamwa nich!"
Weg war er. Keine Zeit, zu erläutern, wir der gelernte DDR-Bürger diese Hürde
umging mit: Jagdwurst, Mortadella, Sägespänen, irgendwas.
Und nach der Wende kam noch Ananas drauf und Ketchup ins deren Loch.
Alles muß man selber machen. Sicherlich hätte dem jungen Mann mit Bart
"Toast Hawaii" auf die Sprünge geholfen, doch diese Blöße wollten wir uns
nicht geben.
"... den Rest des Tages mit einem solide betrübten Schleier verbracht."
(Hmbl-Blog)
Fotos auf Pixelfed zusammengeräumt:
Arbeitsweg
vom St.Georg
nachhause.
Meist vom und zum Nachtdienst. Sonne wird gemocht und ist im Frühling verfügbar:
die ersten Fotos sind die neuesten vom Wochenende 18./19. April 2026.
Es sind nur wenige Tage im Jahr, daß der Sonnenstand zwischen 6.30 und 7.30 -
der Zeit meines Arbeitsweges - es erlaubt, Fotos in der Dämmerung zu machen.
Im Kiez, das heißt bei mir: in
Sellerhausen,
einem Stadteil im Osten Leipzigs mit eher beschaulichem Charakter.
Immer wieder fotografiere ich, wenn die Sonne einfällt und mir
vorgaukelt, in einer schönen Gegend zu wohnen. Oder gar etwas
Schnee gefallen
ist. Vorgestern waren es
Sonnenstrahlen,
die animierten, das Handy zu zücken. Die Straße, die
am öftesten
zu sehen ist, heißt Engelmannstraße. An der Kreuzung mit der
Plaußiger Straße entstehen die
Fensterblicke
aus Höhe des 4. = Dachgeschosses. Da ich seit 1999 wieder hier wohne,
entstanden aus diversen Anlässen Fotos. 2014 erwischte ich den
Rettungshubschrauber,
2016 brannte in Sichtweite ein
Dachstuhl
oder 2022
nachts Tonnen.
Auch die Polizei ließ sich 2021
bei einem Einsatz
blicken. 2014 wurde das Haus gegenüber
saniert,
2021/22
ein anderes.
gegenüber, wobei eine
Kletteraktionen
für Fingernägelknaubeln sorgte. Hin und wieder
ziehen
Ballons vorüber. Das Drama um die
3 Pappeln,
welche einst vorm Fenster standen, erwähnte ich häufiger. Wenigstens
das Gras darf
manches Jahr
wachsen.
Gras darf wachsen, gar im Frühling. Kein Mähsakrieren. Sonst wird
geschnippelt, was das Zeug hält, so daß ich solchen Wildwuchs aus
vergangenen Jahren gerne erdulde. An der TRAM-Haltestelle
gerät der Versuch des Urban Gardenings zeitweise ins
Urban Verwildering.
Die Bürde des Alters beginnt oftmals schon am
60. Geburtstag.
"Willkommen im
Club der alten Säcke".
Mit dem Freßkorb befördere ich mich ins diabetische Koma. THX an meine
Kollegen! Und allen ein Dankeschön, die
meiner
anlässlich der gestrigen Rundung gedachten. Mein Psychotherapeut fragte
mich, warum ich Nachtdienst mache und ob ich das nicht hätte anders
lösen können. Offensichtlich wird dem 60. Geburtstag eine kleine Sonderrolle
zugeschrieben; denn noch vor keinem runden Geburtstag wurde ich
dermaßen eindringlich gefragt, wie es mir geht, ob und wie ich mit der
Rundung klar käme. Ein bißchen hat mich diese Permanenz beeindruckt.
Und der gewaltige Präsentkorb jagte mir einen gehörigen Schrecken ein.
Das ist FÜR MICH? Ihr seht, der Therapeut hat noch 'ne Menge zu tun.
Den Gutschein für den
All-You-Can-Eat-Schlemmerpalast
werde ich baldigst einlösen. In meiner schrankenlosen Freßlust liebe
ich diesen Schuppen.
Ich muß mich mal
bei Youtube bedienen.
Am Dienstag war ich im
Panometer
zum aktuellen Yadegar-Asisi-
Panorama -
die Antarktis.
Eis gibt Blau. Meine Fotos und Videos sind grottig geworden und unzumutbar.
Deswegen darf ein anderer herhalten. Vor diesem Besuch war ich damals
Es war nach dem
Amazonien-Panorama
2009 mein zweiter Rundumschlag.
"Das Gefühl, daß man mal wieder Gras streicheln muß bei dem ganzen Wahnsinn." (Bosse)
"Vorübergehend geschlossen.
Aber das muß nicht so bleiben." - Schild an einer Schönefelder
Haustür. In
Schönefeld
unterwegs gewesen,
um das
Schloß Schönefeld
aufzusuchen. Die Bilder bei Wikipedia kann ich nicht übertreffen, schon gar nicht den
tollen Panoramablick.
Auf dem ehemaligen Rittergut befindet sich eine Förderschule. Die
einem Brunnen nachempfundene
Keramikplastik
sticht einem ins Auge. Als wir danach - wie ich
im letzten Winter
an der Parthe entlanggingen, begegneten wir einem
Reiher
und kurz danach eine eine Art Werkstatt, aus der sich die Figuren
auf den Sims
geflüchtet haben. Nach einem Essen im Restaurant Casablanca fuhr ich
in den Sonnenuntergang.
Einerseits der Wunsch, sich nicht zu verzetteln. Andererseits die Erfahrung,
daß, wenn ich mich verzettele, dabei ungemein Spaß habe. Der Wunsch nach
Wiederholung kabbelt sich mit dem Katergefühl, etwas wirr im Kopf zu sein.
Netzfund: Ich habe meine Adresse vergessen und lebe jetzt im Moment.
Therapiebedingt
bin ich wöchentlich in der Oststraße (Leipzig-Südost) unweit des
Möbiusplatzes.
Handy griffbereit, so daß während des Wartens vor dem Termin unausweichlich
geknipst wird. So komme ich an einem Fenster vorbei, an dem es offensichtlich
Usus ist,
Dinge abzuladen.
Für
Hin/Ab/Weggeworfenes
kann ich mich ja begeistern. Zuerst hatte ich
am Möbiusplatz
die Balkone mit den Buntglasfenstern entdeckt. Nach Ostern noch Relikte
in Form von bunten Eiern am Baum. Rote Autos ließen sich aus dem Fenster
des Therapeuten erblicken. Auf dem Weg dorthin neulich auch
ein grünes
nebst Chemie-Graffito.
Fensterblicke
gab es seit Jahren
aus dem eigenen Fenster
und wenn der Zufall bei parkenden Autos für Farbspiele
(1 +
2 +
3 +
4)
sorgte. Neuerdings bin ich durch die Therapien häufiger unterwegs und
sehe Farben. Beim Blick auf den
Möbiusplatz
in Reudnitz
rote Autos
und - auf dem Weg dorthin -
ein grünes.
Unerwartet grün
bei den LVB
oder
bei Menschen
Bei diesen von mir so benannten
LE-People
sind freilich noch mehr
farbig gekleidete
Menschen zu sehen.
Gefühle wie Trauer, Schmerz, Verlustempfinden,
Trostlosigkeit
angesichts der ächzenden Natur. Als damals die
Pappeln vor unserem Haus
oder
Bäume im Klinikum
gefällt wurden, kannte ich
Solastalgie
noch nicht. Laut
Eckhardt von Hirschausen
ist sie "die Trauer, wenn man spürt, daß die Natur den Trost, den wir eigentlich von ihr
kennen, uns
nicht mehr geben kann."
Für die Jahrhundertaufgabe, das Ruder rumzureißen, blieben uns
keine zehn Jahre
Es müssen nicht unbedingt
Bäume
sein, auch Blumen und
furztrockene Felder
stimmen solastalgisch.
Unter dem Slogan
"Kein Tag ohne Demütigung"
reihe ich auch eigene Erlebnisse ein, bei denen ich die Widrigkeiten des
Lebens zu spüren bekam. Kürzlich skizzierte ich eine solche
Zumutungen.
Als ich nach dem Bowling letztens das WC aufsuchte, stand ich vor
dieser Tür
und fühlte mich überfordert. Mit vollster Blase modernster Technik
gegenüber stehen... Hinein war noch irgendwie klar. Aber drinnen zeigte
der Sensor ROT, woraufhin ich annahm, es würde der Status anzeigt = Tür
geschlossen. War aber offen. Bis ich auf den Trichter kam, das ROT stehe
vielleicht für das erwünschte ZIEL. Dem war so. Ich kann das alles nicht
mehr. Fand auch meine Blase.
In der Gruppentherapie gehört: "Kopfkino bringt einen nicht weiter, weil man allein ist und schlechte Film sieht."
Neulich saß ich in der TRAM 14. Wir fuhren vom HBF weg Richtung
Leihaus.
An der Kreuzung Berliner Straße mußte der Fahre abrupt bremsen, erkundigt
sich daraufhin, ob jemand zu Schaden gekommen sei. Das dauerte.
Als er weiterfuhr, bog er nicht rechts ab, sondern fuhr geradeaus
wie die TRAM 16. "Entschuldigung, ich habe die Weiche falsch
gestellt, wir fahren jetzt einen anderen Streckenverlauf."
Wuschig gewesen und
verfahren
als Straßenbahnfahrer.
Im Rahmen der Bildstrecke
Weggeworfenes & Hingestelltes,
wo Zeugs auf der Straße, in Hauseingängen, Abfallkörben, in der Natur
zu sehen ist,
zwei
neue
Fotos
in Reudnitz
an der Oststraße, wo ich auf dem Weg zur Praxis meines Therapeuten
vorbeikomme und künftig noch mehr Fundstücke vorzufinden hoffe.
Ich habe das Editorial der Webseite auf den
neusten Stand
gebracht. Die einstigen
autobiografischen Schnippsel
sind Relikte und werden wahrscheinlich kein opus magnum. Persönliche
Aufzeichnungen erfolgen je nach Länge als
Notat,
im
Tagebuch
oder (Fotos, Links, Fundstücke vor allem) als Post in einer der
mich betreffenden
Kemenaten dieses virtuellen Zuhauses, in dem ich als
als Pfleger,
Sammler/Monomane,
Leipziger,
Sellerhäuser
und
Mensch
agiere. Die
Periodika
indizieren die gesamte Webseite, die seit Februar als Einsammelbuch
firmiert, in dem das
Archiv des Leipziger Bücherlei
als postremus inter pares online verbleibt. Unter
"Einsammelbuch"
habe ich mein Weiterentwicklung beschrieben. (29.3.26)
Bis vor kurzem
war ich
überzeugt,
an ME/CFS erkrankt zu sein. Meine Erschöpfung seit 2015, nachdem ich wochenlang
an einer Viruserkrankung dahingesiecht war, die Regenerationsunfähigkeit.
Deswegen verfolge ich Informationen, Sendungen und Wortmeldungen zu dieser
noch so unbekannten Krankheit. Auch wenn ich seit meiner zweiten Psychotherapie
eher davon ausgehe, daß die schweren psychosomatischen Emanationen, die mir
seit 11 Jahren das Leben vergällen, doch "nur" auf die Psyche zurückzuführen
sind, bleibe ich - hoffentlich findet sich bald ein griffigerer Terminus -
beim Thema ME/CFS dran. Nach der großen Doku
"Die rätselhafte Krankheit - Leben mit ME/CFS"
erstarrte ich vor Mitempfinden und Entsetzen, als ich vor Wochen den Essay
"Die Grenzen der Autonomie"
hörte oder besser erlebte. Mit
"Blackbox der Pandemie"
stieß ich
dank Frau Kaltmamsell
auf eine weitere Informationssendung. Ob Long-Covid-Kranke hoffen dürfen,
hören wir im Feature
"Hoffen auf Heilung".
Immerhin sind jetzt 4 Off-Label-Medikamente
zugelassen
worden. (22.4.26)
Als Pfleger, der so Krankenbeobachtungsdinge gewohnt ist, überlege ich
jedesmal, wenn ich einen in einen Schlafsack vermummten Wohungslosen
in einem Hauseingang oder an einer Haltestelle sehe, ob ich nach seinem
Befinden (von Wohlbefinden kann man gewiß nicht ausgehen)
frage solle.
Immerhin könnte genau das zu befürchten sein, was du erlebtest.
Und wenn man nur einen gerettet hat, hat man die ganze Welt gerettet.
Andererseits durchstreift niemand Wohnhäuser nach gefährdeten,
einsamen Menschen. (28.2.26)
Schreibtischarbeit, Papierkram, Routine bei der Ablage im heimischen "Büro".
Mittlerweise machen das einige zusammen, treffen sich zu
"admin nights".
Happy Hour
bei der Steuererklärung. Was mich betrifft: Mangels Notebook
bin ich an meine Wohnung gebunden. Aber wenn man sich zum
Puddingessen mit der Gabel zusammenfindet, warum dann nicht
zu
Büronächten.
Nachts sind alle Akten grau.
Aufgeschnappt: "Ich kann mich durch's Leben lachen, ohne Eintritt zu zahlen.
Waschmaschinen, weil kräfteschonend, brachten fühlbare Erleichterung.
Heizungen ersparen uns das Kohlschleppen und die Fummelei am Ofen.
Der PC, das Internet erleichtern unser Leben gewaltig. Wikipedia.
Datenbanken. Arztpraxen suchen, E-Mail-Anfragen, Bestellungen.
Maximillian Buddenbohm
fragt heute,
was eigentlich die KI jemals für uns getan hat. Mir fallen
automatisierte Hotlines an, an denen vorbeiargumentiert werden
muß, bis endlich ein Mensch an den Hörer geht. Allerdings nutze
ich die KI bei der Suche. Gerade im Stationsalltag fast täglich.
Unbekannter Medikamentenname oder Wirkstoff? Zack, Google-KI.
Diese Schnellrecherchen helfen ungemein. Auch, um zwischendurch
mal rasch in der Interaktion aufkommende Fragen zu klären.
Wie hieß nochmal der Schauspieler, der in ... spielte?
Wie hieß gleich das Lied, das XYZ coverte?
Diese Sache mit tatsächlich fundamentaler Hilfe und Verbesserung
dank KI im Alltag muß weiter bedacht werden. (27.3.26)
Gestern Abend in Reudnitz roch es nach Gülle. Viele Menschen beobachtet, die verschämt
ihre Fußsohlen inspizierten. Alltagskomik, wie ich sie liebe.
Repost: Ich will doch nur einmal meine Ruhe haben für ein paar Jahre.
Repost: Endlich scheint die Sonne. Ich bin dann mal aus dem Häuschen.
In freier Wildbahn trifft man mich eher selten an. Um so beachtlicher,
daß es gelungen ist, das scheue Wesen zu
fotografieren.
Ein Freund, mit dem ich über Jugendbanden in Leipzig sprach,
unterstützt mich darin,
straßentauglicher
zu werden.
Die Oberärztin der Rheumatologie, einer der Fachbereiche unserer Station,
fertigt alljährlich kleine Geschenke für alle im Team. Weil ich mehrere
Monate nicht arbeiten konnte, fiel es ihr erst jetzt ein, mit das
Präsent
des vergangenen Jahres zu geben: ein kleines, feines Töpfchen Marmelade
nebst Grußkärtchen. Vielen Dank!
Cosplayer
auf dem Weg zur Buchmesse. Alljährlich auf meinem Arbeitsweg zum St. Georg,
an dem die TRAM 16 + 14 vorbeiführen.
Gestern in Reudnitz.
Grün ist nicht nur die Farbe des Frühlings, sondern auch mancher Autos und der BSG Chemie Leipzig.
Paßt.
Weitere arte-Doku über das
"Das Leben nach der Abnehmspritze".
Ich würde allzu gerne wissen, ob diejenigen, die mit Semaglutid so wunderbar
abgenommen und die Spritze abgesetzt haben, um nun ohne sie das Gewicht zu halten,
Erfolg haben werden. Denn Stand der Behandlung bei uns T2D ist die Aussicht,
die Spritze ein Leben lang nehmen zu müssen.
Im Einsammelbuch geschehen Dinge.
Nachdem ich durch den
Umzug der Webseite
das Leipziger Bücherlei (LB) offline nehmen wollte, mich auf
Mastodon jedoch einige Netizens beschwörten, es nicht zu tun,
ist das Archiv wieder
komplett verfügbar,
inklusive der
Hermann-Hesse-Seite,
welche ich vor immerhin 15 Jahren in die Versenkung geschickt hatte.
Betonung liegt auf Archiv, etwas Abgeschlossenes, das nun auch dadurch
namentlich untergeordnet ist, daß ich die Webseite als
Einsammelbuch weiterbetreibe und das LB separiere und
als Supplement betrachte. Quasi Endlagerung, mein höchstpersönliches
Gorleben. - Im
Tagesjournal
wird täglich chronologisch alles gepostet, was anfällt.
Aus diesem "Wust" bastele ich Specials. Zum Beispiel die
Notate,
die bemerkens- und behaltenswerte textlastige Fundstücke
beinhalten. Aus den
Miscellaneous-Notaten
fischte ich jene, die ich durch die Lektüre meiner
Blogroll
eingefangen hatte und taufe sie
Rebloggeria,
wobei Herr Buddenbohm davon ausgenommen ist und ein
Special
bekommen hat. (18.3.26)
"Ein hoher Geräuschpegel, grelles Licht oder ungewöhnliche Menschendichte schlägt in meinem inneren Equilibrium so heftig aus wie eine Schiffschaukel kurz vor dem Überschlag. Trigger für eine starke Aktivierung des Sympathikus, mit dem dann entweder die Flucht oder unterschiedlichste Kampfformate initiiert werden, sind aber, wie jüngst konstatiert, nicht nur negative Auslöser. Selbst eine so schöne Sache wie Vorfreude oder inniges Vermissen führen zu völliger Übersteuerung meiner Reizamplitude. Wo in Liebesliedern rosa getöntes Licht und Schmetterlinge im Bauch auftauchen, habe ich schon Kamikazebomber im Anflug bei Stroboskopbeleuchtung."
(Frau Klugscheißer)
Bei Hotelmama
kommentiert:
"Die Abende zuhause in der Jugend, vorm Plattenspieler, vorm Radio, aus dem ich dann Musik auf Kassette bannte. Höre ich Musik dieser so unendlich oft gehörten Platten heute ab, kann ich mitsingen, bin wieder zurück in meinem damaligen Selbst. Später über Jahrzehnte hinweg die Versunkenheit in Büchern, 12 bis 15 pro Monat. Dieser Flow. Seit 10 Jahren dann radikal Mediensucht: bis zu 200 Serien, denen ich folgte. Bis zur Therapie im Herbst. Seitdem, sobald ich auch nur eine Episode anfange, sofort Überdruß, Ungeduld und den Impuls, etwas anderes zu machen, Radio/Podcast zu hören, an der Webseite herumzufrickeln. Merkwürdig das alles."
Maximillian Buddenbohm bloggt heute über
Komplikationen zur Entspannung,
nachdem er einen Mann beobachtet hat, der in einem Bummelzug mit seinem Klapprad hantiert.
Ich kenne diese Spleens von Menschen mit Passionen. Menschen, die sich einer
speziellen Sache hingebungsvoll und oft widmen. Mein Vater gehörte zu diesen
Typen. Er zelebrierte das, was er tat. Und bevor und nachdem er es getan hat, zelebrierte
er die Vor- und Nachbereitungen, die durchaus ein Vielfaches an Zeit kosteten
als der eigentliche Akt. Menschen, die rund um das Eigentliche Zinnober
veranstalten, ein Drama in mehreren Akten aufführen mit nicht selten
oszillierendem Spannungsbogen, wenn etwas nicht so will, wie der Meister
es sich vorgetsellt hat. Mein Vater führte Arbeiten so langsam und gründlich
aus, daß er auch den Protagonisten in Perfect Days hätte spielen können.
Nachdem mir gestern nicht nur
Roboter
das Gruseln gelehrt hatten, sondern auch der Podcast mit dem
Philosophen Markus Gabriel über
"Ethik der KI",
bin ich gespannt, ob der heute
von Herrn Buddenbohm empfohlene
mit dem sprechenden Titel
"Allmächtig oder überschätzt - Was kann KI wirklich?"
das Pendel meines Grauens ein wenig zur anderen Seite bewegen wird. Meine Güte.
'Faschismus als Problem weniger der Vergangenheit als jetzt vielmehr der Zukunft.' Das DLR im Interview mit Rainer Moritz.
Im Spätdienst gestern Aufregung jenseits des Tagesschäftes.
Bombendrohung. Von der wir nichts wußten, bis die Pflegedienstleitung
vorbeikam und darauf hinwies, daß im Intranet darüber informiert worden sei.
Mit dem kleinen Manko, daß wir im Stationsbetrieb natürlich nichts Besseres
zu tun haben, als ins Intranet zu gucken. Dann flogen die Polizisten ein
und "durchsuchten" unseren Pavillon. Keine Ahnung, wie gründlich sie
anderswo vorgegangen sind, aber hätte ich eine Bombe mitten auf dem Gang
platziert, sie wäre unweigerlich übersehen worden. Späterhin kam die
Meldung, das LKA sehe keine Gefahrenlage (mehr) und wir sollten
entspannen. Als dienstverpflichteter Scherzbold nahm ich einen für die
Rohrpost genutzten zylindrischen Behälter, mit dem unterm Arm ich an
der Polizei vorbeispazierte und er mit versehentlich fast aus dem
Arm fallen wollte. Ein Freund machte den Vorschlag, ich hätte noch
einen Kurzzeitwecker und ein paar EKG-Elektroden im Zylinder drapieren
sollen. Ich glaube, dann hätte mich die Exekutive freundlich zum
Gespräch gebeten. (13.3.26)
Beim Spätdienst im Kollegenkreis die Überlegung, ob es ratsam ist, schwanger auf eine Beerdigung zu gehen.
Thema Aberglaube, Fehl- und Totgeburten. Ich: "Ist eigentlich stimmig: einer geht, einer kommt."
Am HBF Leipzig an der Straßenbahnhaltestelle auf einem Sitz ein
einzelner Kinderschuh.
Hoffentlich haben sie wenigstens das Kind mitgenomen.
"Vielleicht hätte was aus mir werden können, wenn es nicht anders gekommen wäre."
(DrSchwein)
Heute gelernt, daß es ein Wort für das Gefühl gibt, wenn
man einem ein Wort beim Hören plötzlich ungewohnte, seltsam und fremd
vorkommt: semantische Sättigung.
... was für ein Pilzbefall die Menschheit für diese durch die ewige Schwärze eiernde Kugel ist."
(Betonflüsterer)
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