Sammelsurium (31)
Breviloquia (289)
Breviloquia (288)
Drogenklage
Breviloquia (287)
Montage
Noch vorm Zimtstern
Der böse Russe
Breviloquia (286)
Breviloquia (285)
Gurgeln mit Lenor
Breviloquia (284)
Wenn Eltern altern
Sammelsurium (30)
Rahmenerzählung
Musikalische Schrecknisse
AI/KI-Dump (1)
Sammelsurium (29)
Fantastic Negrito Band
Franziskus von Assisi
Schenkelklopfer (2)
Breviloquia (283)
Breviloquia (282)
infiniteslop.ai
Joh 19,7
Geprüft & Gewieft
Abgeranzt
Sammelsurium (28)
Breviloquia (281)
LiturgAI
Roboter-Freizeitpark
Apokalypse mit Wein
Israel/Gaza
Breviloquia (280)
Breviloquia (279)
Rosenkranz im Auto
Alles weg, so what?
Roboterrestaurant Leipzig
Flora+Fauna
Spießertum
Breviloquia (278)
Breviloquia (277)
Breviloquia (276)
Immer enger
Wünsche
Breviloquia (275)
Neets
Breviloquia (274)
Ausgegossen
Breviloquia (273)
Ausschlaftag
Am Gleis
Vaddern
Weltkacke
Entspannt genießen
Runde(r) Geburtstag(sfeier)
Termine
Breviloquia (272)
Die Beifängerin
KI-Dumb (1)
Oben + Unten
Sammelsurium (27)
Breviloquia (271)
Breviloquia (270)
Folterkammermusik
LTAfD
Sammelsurium (26)
Breviloquia (269)
Breviloquia (268)
Breviloquia (267)△▼ Mir wie allen ist das Leben nur geliehen. So siehts dann allerdings auch aus.
[△▼ Was so alles auftaucht, wenn ich mich durchs Archiv lese. Der freßsüchtige Jack Duvall. Als ich diesen Bericht 2011 sah, wog ich selbst 120 kg. Die Doku "Obesity" gab mir damals den Rest. Hatte ich eine schlechte Laune! ▼ Beim Durchgucken alter Miszellen von 2011 - "The Librarian", kleiner Lego-Horrorfilme für Bibliomamen. ▼ Um in die Zukunft zu schauen, lesen manche im Kaffeesatz, andere, um in der Gegenwart zu bleiben, kneten ihn. ▼ "Ich bin ein Kassen-Blogger. Wäre ich ein Privat-Blogger, könnten Sie sich das Lesen gar nicht leisten und sie bekämen erst in drei Monaten einen Termin." (Kiezschreiber) ▼ Den Eintrag zu Alterbildern erweitert und das verwandte Thema "Wenn Eltern altern" aufgemacht. ▼ "Ein weites Feld zum Üben von Frustrationstoleranz ist übrigens soziale Interaktion." (Frau Klugscheißer) ▼ Phosphat wird gebraucht, ist eine knapper werdende Ressource und wird trotzdem vergeudet. ▼ Etwas zu küren ist ein Lieblingssport der Deutschen. Das sächsische, vogtländische, erzgebirgische Wort des Jahres. Staatsminister Weimer möchte ein "literarisches Wort des Jahres". Neben Weinköniginnen (oder, wie man jetzt sagt, Hoheiten) gibt es BotschafterInnen auch für Senf (Bautzen) und für Stollen. Das Klischee will es, daß das Stollenmädchen 2026 aus einer Bäckersfamilie kommt. ▼ "Pflegende Angehörige sind Deutschlands größter Pflegedienst." (MDR-Sachsenspiegel) ▼ Mit Kühlfirmen bestehen Verträge, damit in Katastrophen- und Havariefällen Kunstgüter gelagert weren können, z.B. Bücher, die nach einem Wasserschaden schockgefrostet werden müssen. (MDR-Sachsenspiegel) ▼ In der Fahrzeugflotte von BMW Leipzig fährt nun der erste E-LKW. ^
△▼ Utopische Imagination: daß einmal Türsteher in Buchhandlungen nötig wären.^
△▼ "Zünden Sie bitte keine Leute an und denken SIe daran, auch bei abknickender Vorfahrtsstraße zu blinken." (Keine Garantie) ^
△▼ "Verschiedene Drogen wirken anders und das harte Zeug macht auch hart euphorisch, was in einem Leben voller Leid wohl dringend gebraucht wird. Wir haben keine einfachen Lösungen. Zudem ist das Drogenproblem auch in einem Kontext mit Armut, Obdachlosigkeit und psychiatrischen Erkrankungen zu sehen. Hier wirklich wirksam vorzugehen würde eigentlich einen Umbau des gesellschaftlichen Systems bedeuten, was aber keine Wahlpolitik in Legislaturperioden leisten kann." (Keine Garantie) ^
△▼ "Die alte Bundesrepublik ist tot und Friedrich 'Lamest Duck ever' Merz ist ihr letzter Verweser. Was jetzt kommt, wird maximal wild, Freunde." (Betonflüsterer) ^
△▼ "Fast wäre ich auf meinen Energielevel gestern reingefallen und hätte für heute Dinge zum Erledigen vorgenommen! (...) Dann fällt mir ein, dass ja heute Montag ist und am Montag soll man sich ja nichts vornehmen, weil ja Montag ist und das alleine reicht schon." (Kieselblog) ^
△▼ "Hier erste Sichtung Halloween-Deko des Jahres. Gerhard Polts Behauptung, dass auf dem Oktoberfest in die letzte Mass Bier bereits der erste Zimtstern getunkt wird, muss aktualisiert werden: Es gibt seit einiger Zeit ein Fest dazwischen." (Kaltmamsell) ^
△▼ "Ich bin ja auch für eine gut aufgestellte, bürgernahe Polizei - aber die paranoiden Wahnvorstellungen, die hinter jedem abgeknickten Baum und jedem übergekochten Topf Nudelwasser den bösen Russen sieht, der nur wartet wieder auf eine Linie zwischen Malchow im Norden und Köpenick im Süden vorzurücken, werden noch zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich glaube im Regierungsviertel und verschiedensten Parteizentralen (allen voran bei den Schwarzen und den Olivgrünen) hat man Angst davor, dass Wladimir Putin, der ja durchaus Blut an den Händen hat, im Schrank in der Kaffeeküche sitzt." (Keine Garantie) ^
△▼ Nobelpreismäßig sind in dieser Woche Montag bis Mittwoch Tage, die mich sehr an Schulfächer erinnern, die ich nie mochte. (2011) ^
△▼ Repost: Bundesregierung Bewerbungsgespräch. "Was können Sie denn?" "Nichts." "Tut mir leid, die Führungspositionen sind alle schon besetzt." ^
△▼ "Bei DLF gilt es an Werktagen, die 'Morgenandacht' zu überstehen. Vor allem die Beiträge von Hauptamtlichen des deutschen Protestantismus sind oft eine arge Prüfung. Ich glaube inzwischen, die Pfarrer:innen haben alle eine Datenbank im Laptop, aus der sie ihre diversen Predigten automatisch zusammentackern, um sie dann mit möglichst salbungsvoller Stimme zu verlesen. Vermutlich gurgeln sie vorher mit Lenor." (Stefan Rose) ^
△▼ "Ein weites Feld zum Üben von Frustrationstoleranz ist übrigens soziale Interaktion." (Frau Klugscheißer)
△▼ Wenn Eltern altern, kommt irgendwann der Zeitpunkt für Übergänge, Mit unserem Vater erleben wir es seit 1 Jahr. Vorlieben werden aufgegeben, Abwinken oder Schulterzucken als Basisgesten. Es wird sehr viel herumgelegen. Am schlimmsten ist das Verstummen. Alles scheint gesagt. Der Vater schweigt. Uns Kindern überkommt die Ahnung, daß die überreife Frucht sich anschickt, vom Baum zu fallen. Die Wut, der Groll über das, was einem einst angetan oder verwehrt wurde, verraucht. Altern als "die dunkle Welt des hinfälligen Lebens". ▴Verwandtes Posting: Altersbilder.
△▼ Pazifismus hat keinen einfachen Stand mehr und muß sich solche Fragen gefallen lassen. [#] Die Musikalischen Schrecknisse erweitert um zwei Lieder. Ziemlich extravagant kommt Screamin' Jay Hawkins im Constipation Blues daher. Musikalisch beeindruckend ist "Ignorant Boy, Beautiful Girl" von Loney Dear, feat. Cantus Domus. [#] Kunst darf verstören. Hoffentlich waren die involvierten Kinder es nicht. Laßt die Puppen tanzen! [#] Meine Serie "Auf der Straße" schließt "Auf der Bank" ein. Elend in Leipzig sucht sich einen Platz. Bodenlos. [#] Genußreste: Wenn Leipzig säuft und ascht, kommt die Stadtreinigung kaum hinterher. [#] Ich wohne an einer Kreuzung gleichberechtigter Straßen, an denen aus Parkplatzmangel permanent auch dort geparkt wird, wo es nicht erlaubt ist. Der resolute Ordnungsdienst kann schon mal den Abschleppdienst involvieren. [#] Zu den Fahrrädern in Leipzig kommt der Schnappschuß Mobilität vs Immobilität. [#] Twin/Partner-Look ist eine Serie, wo Optisches übereinstimmt. Zwischen Menschen, zwischen Frauchen und Hund. Es finden sich Beispiele, wo so gar keine Ähnlichkeit erkennbar ist.^
△▼ Als ich den Samstag erzählte, war die Rahmenerzählung gar nicht so übel, so daß ich sie extrahiert zum Trocknen als Posting in die Miszellen hänge: "Ein weiterer Tag von denen, die mir das Leben noch läßt. Aus dieser Warte betrachtet fällt die Bilanz eher mies aus. Nicht Weltbewegendes geleistet, an der Oberfläche geschürft, nicht in die Tiefe vorgedrungen. Kurzsichtigkeit, aber nicht als ophtalmologisches Problem. Ändere ich den Blickwinkel, weniger aus einem hehren philosophischen oder metaphysischen Anspruch heraus, war es kein so übler Tag." - abends "Nach der sehr opulenten Mahlzeit, die allen Empfehlungen, was Umfang und Zeitpunkt betrifft, Hohn sprach, sprang ich ins Bett und schlief´zum wiederholten Male bei der Lange Nacht über die Kunst des glücklichen Alterns ein, die ich in 'meine Kunst des glücklichen Einschlafens bei einem Podcast' umtaufen sollte."^
△▼ Die Musikalischen Schrecknisse aus dem Archiv geholt. Ich finde bemerkenswert, wieviel Zeitkolorit bei manchen Interpretationen erlebt werden muß. Skurril oft, schräge Perlen, unterhaltenswert. Kann es sein, daß es eine tschechische Art zu tanzen gibt? Here we are: Valerie Cizmárová, Cindy und Bert, Eduard Chil, Karel Gott. Ich stelle mir gerade ein Plätzchen in der Hölle vor, wo Raumtemperatur herrscht, aber 24 Stunden Ewigkeit diese Musik spielt. - Ziemlich extravagant kommt Screamin' Jay Hawkins im Constipation Blues daher. Musikalisch beeindruckend ist "Ignorant Boy, Beautiful Girl" Loney Dear, feat. Cantus Domus.^
△▼ KI-Nachweis mittels Pangram bei einem Prix-Goncourt-Anwärter, der nun aus der Liste geflogen ist. / "Jenseits des Doomsdays, jenseits von Glaubensfragen" (Johannes Kuhn) / "Bei Anthropic gehen KI-Agenten in Rente" (Claudia Klinger) / Dialektbildung und Sprachveränderungen bei KI-Agenten (DLF) / KI-Agenten als Wiederholungstäter beim Schummeln und Mauscheln (DLF) / "Hier postete, wer atmet. chrrp ist ein soziales Netzwerk OHNE KI und Algorithmen. / Der schizophrenist hat eine Version der KI-Apokalyspe imaginiert, die uns klar macht, wie bedachtsam und zittrig wir einen Prompt schreiben sollten. Rüdiger Safranski hat ein Buch zur KI geschrieben und plädiert für strenge Regularien. / Der Textrebell hat bei Perun Prompts (KI-Mentoren) entdeckt, mit denen man seiner KI gewisse Eigenarten wie Anbiedern und Herumschleimen abgewöhnen kann. Sie stehen auf Github zur Verfügung. / Bei der 16. Dresdner Schlössernacht im Juli 2026 sorgte der humanoide KI-Roboter "Ludwig II. von Robotollern" im königlichen Umhang für Aufsehen. / Ich habe bei Claudia Klinger den Disput um den Einsatz von KI beim Bloggen verfolgt. / In "Mein Freund heißt Chatbot" werden die Bindungen aufgezeigt, die manche zur generativen KI entwickeln bis hin zu Psychosen. / "Risiken der KI" läßt meine Sorge nicht ruhen, daß die KI uns entgleiten könnte. Getreu dem Motto "Denn sie wissen nicht, was sie tun."^^
△ ▼ Im Odental gibt es derweil neuen Gacker-Content. Mittlerweile sind Uschis Racker so weit, in neue Hände zu kommen, in die sie sich, zutraulich wie sie sind, gerne begeben. [#] Nur noch bis zum 1. November bringt arte das 1989er-Konzert, in dem Nigel Kennedys furios Vivaldis Vier Jahreszeiten spielte. Leider als doku, d.h. es wird reingequatscht. Darob das Geniestück auf Youtube. [#] Bei Herrn Buddenbohm gerade gelernt, daß Boney M.'s "By the River of Babylon" "bloß" ein Cover ist. Das Lied stammt aus dem Jahr 1970 von der Combo The Meldodians. Abgefahren ist die Adaption durch Karel Gott. [#] Die Kaltmamsell wünscht sich eine Auflistung typischer Gastgeschenke in anderen Ländern. [#] Ähnlichkeiten zwischen meiner Musikauswahl und den Vorgängen in Frankreich sind rein zufällig. (▸Auf die Ohren) [#] Ein Bier von unten zapfen. Das ist'n Scherz, oder? [#] Nie zuvor gehört: Urgenz(en). Kennt das außerhalb Österreichs jemand? Einer? ^
△▼ Fantastic Negrito ist dreifacher Grammypreisträger. Im DLF lief ein Konzert seiner Fantastic Negrito Band, die Blues und Roots aus den USA spielen. Hinter dem Bandnamen steht ein Mann mit dem klingenden Namen Xavier Amin Dphrepaulezz. Es soll sich um "Post Modern Blues" handeln, eine Mischung aus Blues, Funk und Soul. Beim Tagebuchschreiben lieferte die Mucke einen enervierenden Groove.^
△▼ Heute, am 4. Oktober, ist gemeinhin der Gedenktag des Hl. Franziskus von Assisi. Die evangelische Kirche Deutschlands (EKD) begeht ihn weitläufig am 3. Oktober, seinem Todestag, der heuer vor 800 Jahre war. Jubiläumsjahr, in dessen Folge in der Basilika für kurze Zeit seine gesamten Gebeine gezeigt worden sind. Die Doku "Franz von Assisi - Der Grenzgänger" informiert über all das. Mir war nie bewußt, daß Franziskus wahrscheinlich Menschen getötet haben muß, als er sich im Krieg gegen Perugia befand. Das Feuilleton im DLF sprach vom "Schutzpatron aller Nein-Sager und Dissidenten". Insofern ist dieser Tag feierwürdig. Weitere Wortmeldungen aus der Audiothek zum Heiligenliebling und Creator des Sonengesanges: 1, 2, 3. ^
△▼ Schenkelklopfer (2). Wenn sprachverliebte Journalisten eskalieren. "Zankapfel Zuckersteuer" (DLF) [#] "Verkäufer geben Tipps zum Tuning. Sie wollen einfach schnelles Geld." (DLF) [#] "Flieht die Politik in Ausflüchte..." ((DLR) [#] Bundestagsdebatte um Organspende: "Faßt euch ein Herz!" (DLF) [#] Nach "Hitze und Dürre - Offizielle Erntebilanz fällt mager aus" (DLF) auch der MDR-Sachsenspiegel: "Die Erntebilanz fällt in diesem Jahr durchwachsen aus." [#] Samuel Koch als "gestandener Schauspieler" (MDR-Sachsenspiegel) [#] "AI on air". Hut ab! Einen Radiobeitrag über KI so zu nennen! ▸Schenkelklopfer 1. ^
△▼ KI als Damoklesschwert und memento mori begreifen.^
△▼ "... erreichte mich die Nachricht, dass bei einer sehr geschätzten Bekannten Krebs diagnostiziert wurde. (...) ... dass der Fluss des Lebens zu einem Rinnsal wird und versickert, (...) Manchmal bleibt die Talsohle der Dauerzustand." (Irgendwas is ja immer)^
△▼ Ach du große Scheiße. Gnade uns Gott, wir sind alle verloren! Durch Blogsequenz fand ich infiniteslop.ai. Endlosschleife mit KI-generierten Videos, die aus den Prompts der Zuschauer entstehen und gesteuert werden. Das hat Suchtpotenzial. Tiktok konnte ich mich entziehen, hier muß ich mich erstmal einkriegen, warten, bis die Kinnlade runterklappt und dann, tja... Daß es mehrere Channels gibt, vereinfacht die Entscheidung nicht gerade.
Δ▼
Bei Kaufland mit für mich ungewöhnlich vollgepacktem Einkaufswagen.
Routiniert steuere ich die Selbstbedienungskassen an, werde
vom Blockwart von einer Aufsichtsperson gestoppt.
Mit einem Warenkorb mit mehr als 10 Artikeln darf ich nicht.
Bitte weiter an die herkömmlichen Kassen! Die Jungspundin,
schätzungsweise Anfang 20, vielleicht Azubine, zeigt mit dem
ausgestreckten Finger nachdrücklich auf das rote Schild!
NICHT MEHR ALS 10 ARTIKEL! Troll dich, du Wicht, hier kannst
du nicht! Mir war - ich bin ja 60 und habe durch den Verzicht
auf so vieles 'ne Menge Zeit - nach diskutieren. Erwies sich
als erfolglos. Von den 6 Kassen waren 3 frei. Das Argument,
Kunden mit allzu vielen Waren würden den Ablauf hemmen,
war rein hypothetisch, ein Abweichen von der Vorschrift nicht
vorgesehen. "Wir haben ein Gesetz und nach diesem Gesetz muß er sterben."
(Joh 19,7)
Leider begriff die junge Frau meine Anspielung nicht und
ihre Stirnfalten gerieten in Unordnung, so daß ich von dannen
zog. Die spinnen doch, die Deutschen.^
△▼
[Spätdienst 2.10] Der Dienst selbst zeigt sein Fratzengesicht, daß er
auch anders kann. Nervige Patienten, Schnickschnack und viel
Kacke. Eine neue hochbetagte Patientin, der schwer begreiflich
zu machen war, daß Aufstehen nur dann eine tolle Idee ist,
wenn frau auch laufen kann, sonst Bodenkontakt. JEDER Sturz
muß dokumentiert werden, und wenn er mit Darmentleerung
einhergeht, wird schon mal ein halbes Zimmer samt Interieur
in Mitleidenschaft gezogen. Die Pflegekraft mutiert zur
Reiningungsmaschine. Ich krauchte, weil die dämlichen Wischfeen
keine Wischlappen dalassen und mir der bloße Schrubber nix nutzt,
mit Lappen auf dem Zimmerboden herum und beseitigte das braune
Chaos. Zweimal die uneinsichtige, weil demente Patientin
gesäubert (teilgewaschen), Bett bezogen, etwas Schimpfe, die
bei Dementen überhaupt nichts bringt. Die vermaldeite Klingelei
nimmt in manchen Diensten krasse Formen an. Wie gestern.
Fenster auf, Fenster zu, Wasser am Automaten holen, aufs WC
begleiten, vorher Schuhe anschnallen, Rollator in die Pole-Position
and go! Oder auf den Nachtstuhl
[15:30] "In den Zimmern Öfen, die mit Kohle beheizt wurden, die im Winter aber die Räume nie so richtig warm bekamen, weil die Fenster undicht, die Briketts mehr Dreck als Kohle und die Räume sehr hoch waren. Beim Fenster putzen durfte man die Mauer nicht berühren, weil diese sonst zerbröselte. Im Hof spielten die Ratten. Und das war nicht nur in unserer Straße so. Das ging mir mal wieder so durch den Kopf. Vielleicht hätte man kurz nach dem Mauerfall einige Straßen in den Städten im DDR-Zustand konservieren sollen, als Anschauungsmaterial." (Auf der Durchreise) ^
[08:44] Das Problem, Phänomen und den Begriff Cloaking bei Claudia Klinger kennengelernt (▸Nie zuvor gehört): [#] Der Trailer zu "Lügen über meine Mutter" hat mich gecatcht. Ich mag Filme, die ein Zeitkolorit haben. "Der Junge muß an die frische Luft" oder "Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" fallen mir spontan ein. 70/80er Jahre, die Zeit meiner Kindheit und Jugend. [#] Wortperle: Liturgie = Drehbuch für katholische Zeremonien (Kaltmamsell) [#] Auch im September habe ich aus dem Fenster geguckt. Kleine Auswahl der Wolkenfotos auf Pixelfed. [#] Leipzig hat ein Oktoberfest, zu dem sich offenbar manch Knacker bemüht. [#] Parkplatz für jüngere und ältere Nichtmotorisierte. Im Zoo Leipzig. [#] Verpixelt: Mit einem Freund im neuen Roboterrestaurant gewesen. Nur gucken, nicht anfassen. [#] Laßt mich raten. Es wurde doch geraucht. Leipzig, am Technischen Rathaus. [#] Kommentar beim Postwestfalen: "Urinanreicherung" ist nicht nicht so weit hergeholt. Bei unseren nephrologischen Patienten versiegt die Quelle oft und wird künstlich angekurbelt. Ich werde die Diurese durch Diuretika ab sofort Urinanreicherung nennen. [#] Textperle: "Liebe Laichgemeinde! Kwuégg!" [#] Jagoda Marinic beendete die Sommerpause und traf in ihrem Podcast "Freiheit de Luxe" den Schriftsteller Ingo Schulze. ^
[09:54] "Es kommt ja nicht darauf an, wie du einem Menschen zuerst begegnest, sondern in welcher Stimmung dich dieser Mensch wieder verlässt. Dich und diese ganze verdammte Welt." (schizophrenist)^
[09:11] Die Pressepfarrerin war auf dem "BarCamp Kirche online 2026". Ich erfahre. wo und wie weit KI in der Seelsorge Anwendung findet. Selbst in der Liturgie. Mit der KI-Assistenz "LiturgAI" Gottesdienste vorbereiten. Bei "Dein liturgischer Arbeitsplatz" konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Interessant der Status quo bei Social Media. "Viele nutzen Reels wie Fernsehen, während der Algorithmus Mühe hat, weil er so viel Material gar nicht mehr liefern kann, wenn immer weniger posten." Ob das stimmt? Ich habe den Eindruck, daß AI-Slop gerade die Timelines flutartig verschlammt, so daß man mental ziemlich waten muß, um voran zu kommen.^
[08:36] Weltweit erster Großroboterpark (Chimelong Spaceship Park) für Besucher in China. 300 humanoide Roboter, die 100 verschiedene Sachen machen. Tanzen, Sport, Kampfkunst, Malen, mit den Besuchern interagieren. Bis zum Jahresende sollen im Freizeitpark 1000 Roboter herumhampeln. Indes ich solche Nachrichten sehe, schießt mir unwillkürlich ins Hirn: Die sind uns so weit voraus, da sehen wir nur noch die Kondenstreifen. Nicht nur Robotertechnik, auch wie sie Infrastruktur errichten, Bauprojekte umsetzen. Lame Duck, Germany. Die Zukunft hat längst begonnen. Wir aber brauchen Jahre für den Neubau einer eingestürzten Brücke, schauen neidisch auf baltische Staaten, in denen Behördenkram längst digital vonstatten geht. Uns haben die Abgase der Verbrennerauto offenbar das Gehirn vernebelt.^
[10:25] "... kamen wir auf das Thema Ende der Menschheit zu sprechen, wobei wir uns einig sind, dass der Mensch schon sehr weit fortgeschritten ist in seinen Bemühungen zur baldigen Auslöschung der Spezies. Die Frage ist nur noch, wann und wie. Im Falle eines Atomkriegs hoffe ich auf so viel Vorlauf, dass die Zeit reicht, um aus dem Keller die besten Weine zu holen und im Beisein meiner Lieben mit dem Glas in der Hand in angenehmem Rausch das Ende abzuwarten." (Postwestfale) ^
[10:20] "In den verschärften Strafvollzug, wo die ganz Gefährlichen sitzen, die eine Prognose haben wie unser Klima." (schizophrenist)^
[09:57] "Keine Künstlerin und kein Künstler der Welt ist verpflichtet, ihre oder seine politische Meinung öffentlich zu äußern. Schon gar nicht in einem gruselig komplizierten, hitzig diskutierten Konflikt, in dem es allen Anlass gibt, die eigene Urteilskraft immer wieder in Zweifel zu ziehen. Einem Konflikt, in dem nahezu jede Äußerung wütende Reaktionen von Menschen hervorruft, die es besser zu wissen glauben. Einem Konflikt, in dem der Streit über Begriffe wie 'Völkermord' oder eben die Frage, wer auf der 'richtigen' Seite steht, vielen Menschen in Europa und den USA den Blick auf die reale Verzweiflung vieler Israelis und Palästinenser zu verschleiern droht." (schizophrenist / SPIEGEL 39/2026) ^
[09:50] "Man wird den Katholizismus nie mehr los, er ist wie Pommesfett. Er geht durch die Haut und man müffelt immer danach." (Recomment) ^
[09:41] "Der Pater am Steuer. Der Mann hatte möglicherweise seinen Führerschein in der Weihnachtslotterie des Vatikans gewonnen, fuhr auf jeden Fall wie eine gesengte Wildsau. Eine Mitfahrt auf dem vorderen Mittelsitz war eine echte Mutprobe: Da ein VW-Bus keine Motorhaube hat, sah man der Stoßstange des Vorderwagens, der knapp verpassten Hauswand, der Leitplanke, kurz: dem Tod direkt ins Auge. Zudem betete der Pater gerne mit uns weiteren Insassen während der Fahrt Rosenkranz oder hob zu singen an, die meiste Zeit mit Blick nach hinten, um seinen Mitfahrern herzerfrischend und beseelt zuzulächeln. Ich hatte auf jeder Fahrt die Vision einer himmlischen GSG9 aus gepanzerten Engeln, die losgeschickt wurde, sobald sich der VW-Bus in Bewegung setzte. Anders konnte ich mir nicht erklären, dass der Pater nie verunfallte." (Kaltmamsell) ^
[09:22] Herr Buddenbohm schreibt über die Vorstellung eines Totalverlustes des Hab und Guts durch Brand, Hauseinsturz. Komischerweise bin ich da anders gestrickt. Vielleicht, weil ich 60 geworden bin und früher wohl auch mit dem Schicksal gestruggelt hätte, gewiß doch. Ganz im Gegenteil spüre ich den Wunsch nach tabula rasa. All den als Ballast empfundenen Kram los zu sein! Ich hänge nicht mehr an Archiven, Papieren, Fotoalben. Wenn die gesamte, mehrtausendbändige Bibliothek vebrannte, so what? Wenn der PC zurückbleiben müßte mit den Materialien für die Webseite, den früheren Versionen, wenn meine Tagebücher aus der Jugend verbrennen würden, das Konvolut an Briefen, das ebenfalls aus der schreibwütigen Jugend im Dachboden in einer Kiste verwahrt wird. Wenn alles verbrannte, wäre ich nackt, aber frei. Die Chance für einen radikalen Neubeginn. Ich habe alles, was ich brauche und will, im Kopf. Und manchmal bin ich leicht verärgert, daß mich so gar kein Feuer von der Bürde des Besitzen all dieses Klumpatschs befreien will. Merkt man, daß übermorgen Franz von Assisi gefeiert wird?^
[14:53] Im Leipziger Hauptbahnhof kocht seit kurzem ein Roboter im angeblich ersten Roboterrestaurant Deutschlands. Das heißt, einer kocht, ein weiterer Kamerad mimt den Bartender. Gerichte als Bowls mit verschiedenen Arten Porridge, Spaghetti Bolognese, Kaiserschmarrn, Asianudeln. Preislich zwischen 6 und 13 Euro. 80 bis 120 Gerichte kann Meister Blech pro Stunde zubereiten. Er wird nicht nervös, wenn er beobachtet wird. In China eröffnete im vergangenen Jahr ein Roboterrestaurant; im kroatischen Zagreb waltet seit 2023 ein elektronischer Koch.^
[14:12] Mit der Restfamilie seit Jahren mal wieder im Leipziger Zoo gewesen. Feuerland hatte im September 2026 bereits eröffnet und die Robben zeigten sich im Wasser wendig und allseits gelehrig. Falls sich jemand fragt, wo die ganzen Spatzen geblieben sind. Alle, alle sind sie im Zoo. Zumindest in Leipzig. [#] Spaziergang Ende September mit der Aktivgruppe im Clara-Zetkin-Park. Zuerst zur Dahlienterasse, zum Inselteich und dann am Elsterflutbecken entlang. Paddler bei der Arbeit beobachtet. ^
[07:34] Der Betonflüsterer wettert gegen das Spießertum. Ich verstehe, was er ausdrückt, wenn ich all die Gefühle und den Ekel aus meiner Jugend zurückhole. Der innige Wunsch, nicht so zu werden wie die Angepaßten mit Job, Familie, Kindern, Eigenheim, Protzauto und Dackel. Das flehentliche Gebet "Herr, laß mich nie so werden! ist erhört worden. Ich wurde nicht so. Ich besitze weder Haus noch Eigentumswohnung, ich habe keine Kinder, keine kuschelige Kernfamilie, keinen SUV vorm Haus. Mich verschlug das Schicksal UND ich selbst in so ganz andere Weise ins Abseits, daß ich zwar alle Kriterien eines Nonkonformisten erfülle, das Glück gleichwohl außen vor blieb. Ich erkenne, daß Spießersein nicht unbedingt an Äußerlichkeiten festgemacht werden muß. Geistige Lebendigkeit geht unter allen Umständen, an allen Orten, in allen Lagen. Der Geist entscheidet, ob ich festgefahren bin oder aufgeschlossen und Neuem zugewandt, bereit, für Überraschungen zu sorgen oder Überraschungen entgegenzunehmen. Das Dasein als Glasperlenspiel, vielfältig und bunt hängt nicht daran, wie meine Hütte aussieht und ob ich allein oder gemeinsam einsam bin. Die Redewendung "Jeder ist seines Glückes Schmied" hasse ich zwar, doch sagt sie genau das: Du entscheidest, wer du bist. Und: Änderung, Neuanfang ist jederzeit möglich. In den Kommentaren las ich: "... empfiehlt es sich (...), den sogenannten 'Freundeskreis' alle paar Jahre einer Großen Säuberung zu unterziehen, mit besonderem Fokus auf kleinbürgerliche Rechtsabweichler. Danach wird das Leben besser und fröhlicher sein." Meine Erwiderung: "Das muß man sich leisten können. Großartig zu säubern gibt es ab einem gewissen Alter bei entsprechendem Vorleben nicht mehr. Ich bin froh über jeden Freund, der nicht davon gerannt ist. Spießer ist man eher im Kopf. Der Vorteil bei solchen Events ist bei mir, daß ich am Ende etwas froher zurückkehre in der Gewißheit, ganz anderen Zwängen ausgeliefert zu sein als die Dackel-Haus-SUV-Fraktion."
[07:03] "Ich dagegen habe nur ein Erste-Hilfe-Set. Irgendwo haben wir es jedenfalls. Über dessen Verräumungsort müsste ich allerdings definitiv auch länger nachdenken, als es beim Verwendungszweck passend erscheinen kann." (Maximillian Buddenbohm)
[21:32] Die Sache mit dem Deutschlandticket ist so wie die mit dem Frosch im Topf, dessen Wasser ständig wärmer wird. Auch wenn das nur eine Mär ist, so zappele ich wie er und weiß nicht, bei wieviel Grad ich rauspringen und kündigen werde.
[21:10] Repost: "Wenn ich mich früh mal so richtig selbst erschrecken will, hänge ich mir abends immer einen kleinen Zettel an den Zeh."
[17:51] "Hartmut Rosa untersucht in 'Situation und Konstellation', wie Richtlinien und Bürokratie in der verwalteten Welt Ohnmacht erzeugen - und was dem entgegengesetzt werden kann. Richtlinien, Formulare, Algorithmen, Apps, die jeden Einzelfall in Raster pressen, erzeugen ein Klima, in dem Erfahrung, Augenmaß und Urteilskraft verkümmern. Die Moderne hat sich, wie Rosa schreibt, 'totsieg*t' - immer mehr Regeln, immer dickere Gesetzbücher, immer weniger Raum für lebendiges Handeln. Das Ergebnis ist Ohnmacht: ein kollektiver Burnout, der Menschen erschöpft, entmutigt und anfällig macht für jene 'Idole verwegenen Handelns', die autoritäre Lösungen versprechen. Eine Welt, die nur noch vollzieht, statt zu handeln, verliert die Fähigkeit, sich selbst zu steuern - und öffnet den Populisten die Tür." (schizophrenist)
[17:46] "Ist denn nicht die Mühe, die wir zur Verwirklichung unserer Wünsche aufwenden müssen, das, was uns auf das wirklich Wichtige, Wesentliche fokussieren lässt? Was verhindert, dass jeder vorübergehende Wunsch sofort materiell wird? Aufwand als Gegengewicht zum Ressourcenverbrauch. Aufwand als Filter gegen Wunsch-Slop." (Konnexus)
[16:43] "Bestimmte Abläufe sind Routine, dennoch existieren Checklisten, die auf jedem Flug abgearbeitet werden. Nach 27 Jahren Türverantwortung in Flugzeugen öffne ich sogar Terrassentüren erst, nachdem ich mich versichert habe, dass sie nicht in flight stehen." (Frau Klugscheisser)
[15:36] "Die Wissenschaft hat eine auf den ersten Blick ziemlich seltsame Bezeichnung für Jugendliche gefunden, die weder in die Schule gehen, noch eine andere Art Ausbildung machen, noch erwerbstätig sind. Sie nennt sie 'Neets' - das steht für 'not in education, employment oder training'." (schizophrenist). Sogar das Statistische Bundesamt kennt sie, die Vogelfreien, die NEETs.
[16:33] "'99 - Nicht einsteigen' lautete die Zielbezeichnung eines Linienbusses, darin zahlreiche Fahrgäste. Vielleicht Analphabeten." (Alltägliches & Ausgedachtes)
[15:44] Vanessa Giese hat eine Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft verfaßt, für die Dank zu sagen ist. Bravo! Dies gelesen zu haben, bedeutet, zwar wissender zu sein, aber auch deprimierter. Die Situation ist meines Erachtens derart ver/festgefahren, daß für mich wenig Hoffnung besteht, sie konstruktiv aufzudröseln. Ich fürchte, die Option mit dem Gordischen Knoten wirkt populärer. Die Mechanismen, welche hiérzulande zur Radikalisierung führen, sind eingebettet in einen weltweiten Rechtsruck und hat gewiß noch weitere Ursachen als nur unser popeliges deutsches Mimimi. Die Demokratie ist im Rückzug. Die Zusammenhänge erschließen sich mir nur bruchstückhaft. Vanessas Beitrag mit dem knackigen Titel "Meine 5cent zur politischen Situation - ohne, dass der Name des Kanzlers vorkommt" ist allemal erhellend und nochmals: Bravo!
[14:40] An der Homepage fallen mir immer wieder Mängel auf, die ein übles Gefummel heraufbeschwören, bei dem ich ohne KI aufgeschmissen wäre. Das Try and Error bei Layoutanpassungen, ist und bleibt nervenzehrend. Als Trainee von Gemini, das als HTML/CSS-Korrektor sicherlich schon einen Schweißfilm auf der Platine hat. Sorry.
[14:28] Phänomen Ausschlaftag. Er ist der normativ freie Tag nach Beendigung eines Nachtdienstzyklus. Der Schlaf dauert unterschiedlich lang. Als junger Erwachsener konnte es passieren, daß ich 12 Stunden durchschlief. Aktuell changiert die Spanne zwischen 4 und 6 Stunden. Im Schnitt wache ich zwischen 13 und 15 Uhr auf und habe Jetlag. Der Körper kämpft und weiß nicht recht. Das Gehirn tut, was es immer gerne tut: Energie sparen. Der Blutdruck zeigt an, daß etwas im argen liegt, was sich Normalität erhofft; denn Nachtarbeit gibts erst seit der Vetreibung aus dem Paradies. Im Schweiße deines Angesichts, in der Dunkelheit der Nacht! Allumfassend Jetlag- oder Katergefühl, rundweg für die Katz. Ein typisches Anpassungsgeschehen im Biorhythmus, nicht angenehm, aber unvermeidlich. Trotz des nominellen freien Tages verfügt man nur über so viel wache=freie Zeit, wie wenn man von einem Frühdienst nach Hause käme. Überdies verbringt man diesen verstümmelten Rumpftag indolent mit Gehirnnebel, Gähnanfällen und Konzentrationsschwierigkeiten sowie einer generellen Energie- und Lustlosigkeit. Stets zuerst konzentrieren, wenn ich mit Bestimmtheit den aktuellen Wochentag benennen will.Kurzum: der kann weg!
[14:17] Letztens auf dem Leipziger Hauptbahnhof, als ich einen Freund abholen wollte. Während ich auf den ICE 601 aus Berlin wartete, Menschen am Gleis beobachtet. Weil ich direkt an den Anzeigetafeln stand und sich infolge der Verspätung das Gleis von 11 auf 10 geändert hatte, sah ich die Spannbreite menschlicher Reaktionen auf diese Überraschung hin. "Drecksverein" rief ein Mann. Wenn Pärchen, dann Mann eher schwer von Begriff, Glotzt Homer-mäßig auf die Tafel und man sieht das Gehirn quasi rödeln, während die Frau mit sichtbarer Konzentration die Lage erfaßt und dann handelt. Menschen allein reagieren vielfältiger. Je jünger, desto trittsicherer. Mir wurde nicht langweilig und ich hätte glatt Eintritt für das Theaterstück bezahlt. Eine Beschreibung, welche ich vor der Wende nicht verstanden hätte: Reisende rollkoffern. Eine Merkwürdigkeit, daß der Rollkoffer so spät in der Geschichte reisender Menschen erfunden wurde.
[14:03] Als ich kürzlich mit einem Freund an der Gepäckstation im Erdgeschoß des HBF stand, rief mein Vater an, was absoluten Seltenheitswert hat und bei mir sofortigst alles verfügbare Adrenalin einschießen läßt. Leider hört er nix und brüllte nur ins Telefon "Ich höre nichts. Etwas ist schiefgegangen." Deratige Ungewißheit ist schwer erträglich und Radikale Akzeptanz nebst Anwendung diverser Atemtechniken notwendig. Statt den Freund gebührend zu verabschieden und am Bahnsteig winkewinke zu machen und die Tränen aus dem Schneuztuch zu wringen, hetzte ich nachhause. Und als ich schließlich in die Wohnung hechtete , lag Vaddern seelenruhig im Bett und hatte vergessen, worum es ging.
[09:16] Aus dem Tagebuch: "Bis Mitternacht hielt ich durch, dann übermannte mich die Müdigkeit und, Radio hörend. entwich ich dieser ziemlich bedrückenden Welt mit ihren unfaßbaren Zuständen, die doch so einfach zu beseitigen wären, wenn es nicht Dummköpfe gäbe, denen immer wieder die Macht zufällt und die unsere so schöne Welt verhunzen. So gesehen, ist jeder Schlaf ein notwendiger Rückzug, eine Zäsur von der ganzen Kacke.
[08:53] Sonntags hat Aldi am Hauptbahnhof von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Nach nur 1 Haltestelle fuhr die Straßenbahn nicht weiter. 15- minütiges Warten bis zur nächsten Bahn, die erst weiter fahren konnte, als die defekte Bahn weggeschubst worden war. Auch am Sonntag Radikale Akzeptanz trainieren, so wichtig! Sobald man Zeit hat und nicht hetzen muß, gefallen einem die Leute besser, weil der eigene Blick anders ist. Beobachten und an den Kleinigkeiten erfreuen. Wenn Farben zusammenpassen oder kontrastieren oder sich häufen. Sind Kinder anwesend, ist es gebührenfreies Fern- bzw. Nahsehen. Die Freaks einer Stadt sind sowieso einen Hingucker/hörer wert. Wenn ich Zeit habe, genieße ich diese audiovisuelle Vielfalt. Draußen tirilliert ein einzelner Vogel und die Sonne strahlt. Kurzzeitig mußte ich mich besinnen, ob nicht doch Frühling ist. Irgendwo bellte ein Hund, ich bin möglicherweise in einer Geschichte und werde erzählt.
[08:33] Am letzten Sonnabend ging um 15.30 Uhr der Kalenderalarm los, indem Heavy-Metal-Musik anspringt und ich ganz sicher vor Ohren geführt bekomme, daß nichts weiter zu tun ist, als alles fallen zu lassen, in die Klamotten zu springen, die Tasche zu checken, die Fenster zu schließen, Brillen zusammenzusuchen, Kopfhörer in die Ohren zu rammen und das Unterwegsprogramm zu initiieren. Variante A führt zur Haltestelle; Variante B als seltenere Abwandlung ließ mich vorm Haus warten; ich wurde 16.30 Uhr abgeholt. Bei Taucha auf dem Landgasthof Graßdorf mit Gestüt, um den 60. Geburtstag eines Freundes aus der "Pflegegang LK3/91" zu feiern. Ein freundlicher und fixer eigener Barkeeper sorgte für flüssigen Smalltalk, ein Büffet bot Wildgulasch, grüne Bohnen, geschmorte Gemüsevarianten, Braten, Pellkartoffeln, ein Nudel-Beilagen-Mix, gefüllten Lachs, Käse- und Wurstplatten sowie, der Hammer, frisches Gehacktes, das reichen Zuspruch fand. Ich hielt mich an alkoholfreien Wein und Weizenbier. Bis 1.30 Uhr gequatscht und gelacht und aufgekratzt ins Bett gesunken und bei Radio nach schätzungsweise 20 Minuten entgegen meinen Erwartungen eingeschlafen. Die Inhalte der Gespräche betrafen auch die Arbeit. Unser Freund ist Psychologe im geriatrischen Spektrum; anwesend waren zudem Ärzte, Globetrotter, Krankenschwestern, Psychologen. Ich genoß die entspannte Atmosphäre der Feier, die vielen anregenden Gespräche und auch die erheiterten Reaktionen auf meine Scherze. Während ich diesen Beitrag schrieb, hörte ich im DLF über Feste von "rauschhafter Gemeinschaft", von Teil eines größeren Ganzen sein, von in die Welt des Außeralltäglichen eintreten, von organisiertem Exzeß. [#] Bei der Geburtstagfeier vorgestern lag ich den anderen, meist Gleichaltrigen in den Ohren, wie sich die Zeit bis zur Altersrente alternativ gestalten ließe. Immerhin waren Globetrotter dabei, die gerade die gesamte Seidenstraße hinter sich haben, wobei mich weniger die Reise als eher die organisatorische Seite fasziniert. Wie regelt man seine Arbeit, wie ist man versichert? Fazit: Ich muß meine Faulheit überwinden und sowohl die Personalabteilung für Auskünft hinichtlich Rentenoptionen kontaktieren als auch andere beratende Instanzen eruieren. Ick habe die Faxen dicke, dit kann ick euch sachen.
[08:07] Vom Grundcharakter sind Tage mit Termin(en) anders geartet. Das, was noch kommt, flirrt wellenartig ins Hirn und beschneidet das Gefühl der Freiheit, Macht über die Zeit zu haben. Fragen rauschen als Hintergrundmusik. "Wie wird es werden? Was brauche ich für diesen Termin? Vergiß das nicht, vergiß jenes nicht! Wann muß ich nochmal los, um pünktlich zu sein? Wo ist das überhaupt und wie komme ich hin? Komme ich möglicherweise besser und schneller hin? In dieser Zeit, mein lieber Markus, wirst du nicht am Computer sitzen und all die Dinge, die dir solchen Spaß machen, NICHT tun können. Der Gedankenkreisel läuft an Tagen mit einem Termin kaskadenartig ab und stiehlt ihnen eine gewissen Grundruhe und Unbefangenheit. Keine Reflektion, keine Therapie vermochte diese Wuschigkeit auszuräumen; sie ist lediglich verringert worden und kann an Tagen, an denen ich mich weniger im Griff haben, dominieren.
[18:43] Ein Tag der offenen Tür wird nicht gerne gesehen in der HVA und bei der Lufthansa.
[23:41] Rebloggeria. Manche Texte sollten laut gelesen oder gleich ganz auswendig gelernt werden. Wer sagt, daß sich die Blogoshäre in der Agonie befindet, sucht nur nicht richtig. ▸ "Vorprägungen".- "Die Beifängerin" steuert verläßlich Kluges bei: Werkseinstellungen, "Familie, Ehe, Sorge", 1, 2, 3, 4, 5.
[22:22] Humor aus dem wahren Leben. Die Kirche steigt ins Bestattergeschäft ein. In Heidelberg eröffnete mit Libera Bestattungen das erste kirchliche Institut. "Auf der Durchreise" meint: "In Zeiten nachlassender Kirchensteuereinnahmen zählt jeder EURO!" Am witzigsten finde ich die Vorstellung, daß Kirche, die traditionell eine Richtung "bedient" - nach oben / Himmel - jetzt in die andere expandiert - nach unten / Erde. ICH hätte den Laden nicht Libera, sondern "Oben + Unten" genannt.
[19:14] Bei den Textperlen empfehle ich komplette Texte zur Lektüre. Heute "Der gemeine Pilztod". (Der Beweis) [#] Holger von Teures Papier hat mich überrascht und ein Tagebuchposting veröffentlicht. [#] Die Gruppe Sky kannte ich nicht. Gerade das Stück Toccata verband ich unweigerlich mit der niederländischen Gruppe "Ekseption", die 1973 mit ihm auffiel. Wie ich sehe und mir eigentlich hätte denken können, wurde Bachs Stück zigfach gecovert. [#] ix hat eine Zeitleiste zur deutschsprachigen Blogosphäre reaktiviert. Die Bibliomaniac List fehlt, mit der ich im Juli 1996 begann. [#] Beruhigend für mich und meinen PC-Opi: Microsoft verlängert Windows 10 Updates um ein Jahr. [#] Zwei neue Schenkelklopfer einsortiert. [#] "Ein freier Mittwoch strukturiert die Woche auf eine sehr angenehme Art." (Felix Schwenzel) [#] Claudia Klinger mit Neuigkeit rund um KI. [#] "Hier postete, wer atmet. chrrp ist ein soziales Netzwerk OHNE KI und Algorithmen. [#] Die Landlebenbloggerin gibt wichtige Hinweise für die Familienplanung und wünscht uns allen Frohes Fest!
[18:32] "Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den Spaghettikürbis aus Ernteanteil, er testete ein Rezept mit Speck-Sahne-Sauce (das ich nie 'Carbonara' nennen würde, drohendes Einreiseverbot nach Italien)." (Kaltmamsell)
[17:35] "Im Unterschied zu Mücken schlage ich Menschen, die mir auf die Nerven gehen, nicht sofort tot, weil es einerseits durch die gesellschaftlich genormten Rahmenbedingungen zu viel Folgeärger nach sich ziehen würde." (Frau Anje)
[11:11] Der Betonflüsterer lag in der modernen, Physiotherapie geheißenen Folterkammer, auf eine Pritsche festgeschnallt: "Ich hasse gregorianische Gesänge noch mehr als Panflötenindianer. (...) Später verschwanden die gregorianischen Gesänge zu Recht aus der Öffentlichkeit und fristen seitdem ihr Dasein in den zwölf Millionen Yogastudios von Prenzlauer Berg." In den Kommentaren: "Das geschieht ausschließlich aus LIEBE zum Patienten! Und nur und ausschließlich aus LIEBE prangere ich den Gebrauch von Panflöten im nicht indigenen Kontext sowie den Gebrauch von Meeresrauschen für Landeier an!"
[13:05] "Der schleichende Verfall des Anstands, das Einsickern des Unsagbaren in den Alltag. (...) Er notierte, wie Worte nicht nur härter wurden, sondern wie sie das Denken selbst umformten. (...) Für Klemperer war Sprache das erste Werkzeug der Enthemmung. (schizophrenist)
[12:20]
Der schizophrenist hat eine Version der KI-Apokalyspe
imaginiert,
die uns klar macht, wie bedachtsam und zittrig wir einen Prompt schreiben sollten.
[#]
"Der Beweis"
möchte,
daß die Sprechstunde in Sprechminuten umbenannt wird.
[#]
Jahrgang 1953 kommt mit einem
Überblick
über alle bisherigen Trainer der Fußballnationalmannschaft.
[#]
Spagetthi kochen und wie Prominente
sie aßen
[#]
Herr Buddenbohm sah es und ich LAS bei ihm erstmalig, daß Menschen Fastfood
mit Handschuhen
essen. [#] Neue
Wortperle
in der Kulturpresseschau gehört = Gähneration.
[#]
"Unser Leben ist ein Noch-Nicht-Sterben." (Dota Kehr)
[10:31]
"Die Elterngeldstelle gratuliert nach sieben Monaten zur Geburt
unserer Tochter. Ich werde nie wieder ein schlechtes Gewissen
haben, wenn ich jemandem nachträglich alles Gute wünsche."
(Elchgeweih)
[07:57]
"Nur eine Woche vom Schwimmen im Freibad bis zu Handschuhen auf dem Fahrrad." Mit dem
wunderbaren Vorbau "Saisonale Bemerknisse" (Vanessa Giese)
[07:00]
Mein Kühlschrank hat den Eiskaffee wörtlich genommen. Oder ich ihn nicht rechtzeitig aus dem Gefrierfach.ΔIn Bitternis getränkte Bejahung des Lebens