Migräne
Nicht nur zur Weihnachtszeit
Grammatikchat
Breviloquia (310)
Renate Koch
Vom Schlaf
Breviloquia (309)
BaRock
Leipzig-Duft
persona non commentata
KI-Abhängigkeit
Breviloquia (308)
Franziska Giffey
Breviloquia (307)
Breviloquia (306)
Sammelsurium (35)
Rhinozerisieren
Breviloquia (305)
Catholic Aesthetics
Breviloquia (304)
Emerson, Lake & Palmer
Noch 90 Tage
Remake
Breviloquia (303)
Breviloquia (302)
Broiler
Serpentinstein
Sammelsurium (34)
Monade
Herbst '26
Kastanie, Kater & wir
Ragebait
Breviloquia (301)
Berlin 1933/45
Anbahnungen
Inventur
Breviloquia (300)
Hildebrandt: Jahreszeiten
Sammelsurium (33)
Kulning
Ein ♥ für Blogs
Olydorf München
Sprechstunde
Kluckernder Geist
Hobby-Berserker
Breviloquia (299)
Schenkelklopfer (2)
Erfolgserlebnisse
Sugar Man
Bachkundige Führung
Im Hier und Jetzt
Baba Jaga
Breviloquia (298)
Sammelsurium (32)
Lesekrise
Breviloquia (297)
Breviloquia (296)
Breviloquia (295)
EgoLego (1)
Breviloquia (294)
Breviloquia (293)
Breviloquia (292)
Todesstrafe
Plaste
Außen und Innen
Kriege und KI
Unreines Herz
Breviloquia (291)
Locomotion-Bias
Breviloquia (290)
Sammelsurium (31)
Breviloquia (289)
Breviloquia (288)
Drogenklage
Breviloquia (287)
Montage
Noch vorm Zimtstern
Der böse Russe
Breviloquia (286)
Breviloquia (285)
Gurgeln mit Lenor
Breviloquia (284)
Wenn Eltern altern
Sammelsurium (30)
Rahmenerzählung
Musikalische Schrecknisse
AI/KI-Dump (1)
Sammelsurium (29)
Fantastic Negrito Band
Franziskus von Assisi
Breviloquia (283)
Breviloquia (282)
infiniteslop.ai
Joh 19,7
Geprüft & Gewieft
Abgeranzt
Sammelsurium (28)
Breviloquia (281)
LiturgAI
Roboter-Freizeitpark
Apokalypse mit Wein
Israel/Gaza
Breviloquia (280)
Breviloquia (279)
Rosenkranz im Auto
Alles weg, so what?
Roboterrestaurant Leipzig
Flora+Fauna
Spießertum
Breviloquia (278)
Breviloquia (277)
Breviloquia (276)
Immer enger
Wünsche
Breviloquia (275)
Neets
Breviloquia (274)
Ausgegossen
Breviloquia (273)
Ausschlaftag
Am Gleis
Vaddern
Weltkacke
Entspannt genießen
Runde(r) Geburtstag(sfeier)
Termine
Breviloquia (272)
Die Beifängerin
KI-Dumb (1)
Oben + Unten
Sammelsurium (27)
Breviloquia (271)
Breviloquia (270)
Folterkammermusik
LTAfD
Sammelsurium (26)
Breviloquia (269)
Breviloquia (268)
Breviloquia (267)△▼ "...kam das Thema auf Kopfschmerzen, ich erwähnte, dass ich nie Migräne gehabt hätte, jetzt zum ersten Mal, sei gar nicht toll, und er sagte: 'Ein Migräneanfall wird üblicherweise ausgelöst durch einen Orgasmus, den man hätte haben müssen, den man aber nicht hatte.'" (Frau Herzbruch)^
△▼ Herr Buddenbohm wies auf die allmähliche zeitlichen Ausbreitung der Weihnachtlichkeiten hin. Mein Senf: Das erinnert an Böll. (Nicht nur zur Weihnachtszeit?) - Was mich am meisten aufregt, ist die Vorverlagerung unter Mißachtung der eigentlichen Weihnachtszeit. Das ganze Brimborium findet im Advent statt, Im Prinzip geht der ganze Klumpatsch Anfang Oktober los, wenn die ersten Reformationsbrötchen in der Bäckereiauslage auftauchen. Nunja, bis kurz vor Heiligabend die völle Dröhnung. Wenn dann hier in Leipzig der Weihnachtsmarkt am 22.12. abgebaut wird, flackert die Festlichkeit nochmal im privaten Bereich auf, wobei am zweiten Feiertag dann oft schon gefühlsmäßig Deprivation vorherrscht und dann ab 27.12., in der eigentlichen Festzeit, alles wie weggeblasen ist. Finde bei Aldi nach den Feiertagen mal Glühwein im Regal! Als sozialisierter Katholik mit Masterabschluß regt mich diese Verschiebung ein bißchen auf. Aber nur bis 2. Februar, Lichtmeß, wenn die neuen Dienstboten..., ähm, wenn liturgisch dann wirklich die allergrünste Jahreszeit beginnt. ^
△▼
Heute im DeutschlandRadio Groks' "Odyssey"
gelesen
und ChatGPT gefragt, ob das grammtisch nicht falsch sei.
Die KI eierte herum, indem sie mir den englischsprachigen Genetiv erläuterter
und gab zerknirscht klein bei, als ich sagte, ich habe nach deutscher
Grammatik gefragt. "Ich war gedanklich im Englischen unterwegs, obwohl du nach der deutschen Grammatik gefragt hast."
Am Schluß kitzelte ich das reuige LLM:
"Hihi, ich dachte schon, du beanstandest mein 'grammatisch'".
Aber es fand alles supi, weil beide Formen richtig seien,
grammatisch und grammatikalisch. Die Session schloß der
alte noch junge Schleimer so ab:
"Ich hingegen habe eine kleine Ehrenrunde durchs Englische
gedreht, obwohl die deutsche Grammatik direkt vor mir lag. Ein
schöner kleiner Morgenexkurs in die Untiefen der Zeichensetzung!"^
△▼ Der Kieselblogger steuert zwei Breviloquia bei: "Ich möchte lieber in der Nähe der Buslinie bleiben, weil ich nicht weiß, ob die weltliche Auswölbung meiner Person den ganzen Weg schafft." - "Triathlon 'Dusche, Schlafanzug, Bett'".
△▼ Ich erhielt heute extravaganten Spam, den ich nicht vorenthalten möchte: "Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist Renate Koch und ich bin die Witwe des verstorbenen Robert Koch. Ich leide an Brustkrebs; mein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide, und laut den Ärzten habe ich nur noch wenige Monate zu leben. Ich habe ständig Schmerzen. Mein Mann ist vor einigen Jahren verstorben, und wir hatten keine Kinder. Er war wohlhabend, und nach seinem Tod habe ich sein gesamtes Vermögen geerbt. Da mir die Ärzte mitgeteilt haben, dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt, habe ich beschlossen, Geld zu spenden, um den Armen und Bedürftigen zu helfen. Deshalb bitte ich Sie um Ihre Unterstützung. Aufgrund meines Gesundheitszustandes kann ich die Spende nicht persönlich entgegennehmen. Daher bitte ich Sie, mir zu helfen, diese Gelder an Menschen in Ihrem Land zu überweisen, die Hilfe benötigen. Sobald ich Ihre Antwort erhalte, werde ich Ihnen alle notwendigen Informationen zur Überweisung auf Ihr Bankkonto zukommen lassen. Ich erwarte Ihre umgehende Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Renate Koch." ^
△▼ Dank Fatigue kann ich recht gut einschlafen. Nach spätestens 6 Stunden ist jedoch Finito. Schlaf, auch eine wichtige, essenzielle Angelegenheit. Weil ich so ein penetranter Besserwisser und Einsammler bin, verschickte ich per WhatsApp zwei Hinweise. Morgen, um 17 Uhr in der Robert-Koch-Klinik in Grünau (meinem Arbeitsplatz von 2004 bis 2019) ein Infoabend "Guter Schlaf - Basis für die seelische Gesundheit" (pdf). Falls er im Hörsaal stattfindet, verspreche ich, daß ihr bei den harten Sitzen mit Sicherheit nicht einschlafen werdet! Noch mehr zum Thema bietet ein Interview mit Schlaftherapeutin Christine Blume.^
△▼ Früher hoffte man, daß alles besser wird, heute, daß alles nicht noch schlimmer wird. ^
△▼ Musikalisch lasse ich ich mich bei der Morgenroutine begleiten. Nach der Entdeckung von ELP lauschte ich heute früh Barock- und Chormusik lausche, nämlich dem 1. Raderbergkonzert 2026 mit dem Chorwerk Ruhr. Geflasht bin ich hiervon, ein für mich neues Hörerleben. Je älter ich werde, desto empfänglicher werde ich für klassische Musik. Herr Buddenbohm drückte es so aus: "Die Geschichte des Christentums ist zwar bekanntlich eine erstaunlich verbrecherische, aber gute Musik fiel immerhin auch dabei ab."^
△▼ Die hornalte Firma Bell (est. 1828) entwickelt einen Leipzig-Duft. Bis zum 6. November darf abgestimmt werden, welcher der beiden Kandidaten es sein soll. In der Innenstadt schwirren Tester mit Duftproben herum. Bei Galeria Kaufhof ist eine feste "Riechstation". Bell Flavors & Fragrances entwickelt das Parfum, welches im Frühjahr 2027 erhältlich sein wird. Wonach könnte ein Duft riechen, an dem sich Leipzig entdecken ließe? In meiner Jugend hätte ich die Frage beantworten können: nach Asche, Kohle, Zweitakterabgasen, und Industrieschwaden. Heute bieten beispielsweise Zehn Orte, zehn Gerüche eine Idee, wohin die olfaktorische Reise gehen könnte. Kurios: in der DDR hieß die Firma VEB Schimmel Miltitz und produzierte so ziemlich alles an Duft und Geschmacksstoffen (u.a. Vita Cola, Spee, Florena). 300 Menschen arbeiten heute im Schweiße ihres Angesichts an neuen und alten Düften. Nun wird sich zeigen, ob sie mit einem Leipzig-Duft einen Coup landen. Eine Geschenkidee wäre er allemal. Damit stinken anderen Geschenke ziemlich ab. Eine Parfumgigant, der seinen Sitz in einer Schimmelstraße hat; wenn das nicht lustig ist...^
△▼ Menschen sind kompliziert. Niemand weiß das besser als ich, der ich in meinem 60-jährigen Leben seltsame Marotten entwickelt habe. Aber ich bin harmlos. Ich bin kein Stalker. Ich will niemanden missionieren. Wozu auch? Gerne nehme ich Anteil an anderer Menschen Leben und Alltag, so daß gerade die Kaltmamsell als verläßlichste Tagebuchbloggerin in meiner Blogroll steht. Als ich unter ihrem gestrigen Blogpost die reaktivierte Kommentarfunktion sah, dachte ich, bestimmt eine Wirkung der Rocky-Lesung am Sonnabend, durch die ja auch Frau Herzbruch und Frau Novemberregen einen Pakt bezüglich des Tagebuchbloggens schlossen. Weit gefehlt. "Und schon landeten wieder ein Tipp darin, ungebeten und ohne Zusammenhang mit dem Blogpost." Das stimmt. Ich schrieb als Comment sinngemäß, daß ich mich freue, daß bei der Rockylesung (1, 2, 3, 4) alles glatt und ohne K.O. abgelaufen sei. Weil ich mich zu erinnern glaubte, daß sie eine Tour auf dem Malerweg des Elbsandsteingebirges beabsichtige und ich just am Vortag im MDR-Sachsenspiegel einen Bericht anläßlich des 20-Jährigen gesehen hatte, in dem eine neue, kostenlos erhältliche Broschüre über den Malerweg erwähnt wurde, verlinkt diese Seite darunter. War auch wieder nicht richtig. Gut gemeint, ist schlecht kommentiert. Frau Kaltmamsell verbittet sich Gesundheitstipps, weil sie bei ihnen sehr böse werden kann. Sie sollte, wenn sie je wieder die Kommentarfunktion freischaltet, dazu schreiben: "Keine Tipps, keine Informationen, keine Hinweise! Ich werde dann sehr, sehr böse. Ich interessiere mich nicht für euch." Das Fußvolk der Blogosphäre darf bitteschön stumm staunend am Thron der Alphablogger knien, mehr aber nicht.^
△▼ "Mit jedem Einsatz, mit jeder Umstellung auf KI/LLMs wird die Abhängigkeit größer und etwas geht uns Menschen dabei verloren. Was nicht trainiert wird, verkümmert, wie jeder an sich selbst bemerken kann (so er will). Und da KI/LLMs wie jede IT-Anwendung elektrische Energie benötigen, steigt unsere Abhängigkeit von Elektrizität mit jeder Umstellung. Um für stromlose Zeiten gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, eine Gruppe von Menschen zu hegen und zu pflegen, die noch selber denken können, die wissen, wie etwas 'geht' - eine Art neue 'Priesterkaste', die das Licht des Denkens weiter tragen." (Auf der Durchreise) ^
△▼ "An den Vergnügungen einer Gesellschaft erkennt man ihr Elend." (Gabriele Wohmann) ^
△▼ Über Franziska Giffey: "Aber mit dieser Piepsstimme und weil sie so aussieht wie Dolores Umbridge aus Harry Potter, hat man es als Frau nicht leicht. (...) Hätte sie öfter Jeans getragen und die Haare einfach mal ein bisschen ungebändigt hängen lassen, hätte sie in dieser Stadt ganz anders walten können. (...) Als Mann wäre sie nicht so untergegangen. Als Mann wird man auch nie an Äußerlichkeiten abgewertet. Außer man heißt Philip Amthor." (Mequito)^
△▼ "Die Geschichte des Christentums ist zwar bekanntlich eine erstaunlich verbrecherische, aber gute Musik fiel immerhin auch dabei ab." (Maximillian Buddenbohm)
△▼ "Weil die ruchlosesten Menschen sich als erste einer neuen Technologie bemächtigen." (Wind und Wurzeln)
△▼ Neue Wortperle: "vorgeschriebenen Mädchenlieblingstiere" ▼ Neuer Verhörer: Schiebe-Trieb (Skibetrieb). ▼ In Bolivien wartet vor einem onkologischen Institut in Santa Cruz de la Sierra seit 8 Jahren Hahn Martin auf seinen verstorbenen Besitzer. ▼ Neuer Schenkelklopfer: Kürzungen beim Regionalverkehr wegen steigender Trassenpreise: "... wird wohl so manche Verbindung auf der Strecke bleiben." (Sachsenspiegel) ▼ Grafikdesignerin Linda Schwalbe wurde beim sächsischen Innovationswettbewerb "freiGEDREHT" ausgezeichnet für ihren stapelbaren to-do-Turm. ▼ Biophobie ist die Angst vor der Natur, vor dem Kontakt mit Natur, dem Wilden, Unvorhersehbaren. ▼ In "Was kommt vor dem Tod?" bedenkt eine noch junge Journalistin, wie es sein wird mit ihr im Alter, wer dann für sie sorge, ob das Pflegeheim Endstation sei. Dabei schaut sie sich verschiedene Möglichkeiten im Jetzt an, Seniorenheim, gemeinsamschaftliches Wohnen. Starker und wichtiger Text! ▼ Im diesjährigen Herbstposting ergänzt. "Der Oktober ist gerade in seiner 1000-Teile-Puzzlemotiv-Phase", schrieb Frau Kaltmamsell. Man MUSS nicht unbedingt Herbst, wenn das Gefühl sich anders äußert. Frau Hotelmama hat "im Herzen noch Spätsommer." ^
△▼ Im Hebräischen hat sich das Verb Rhinozerisieren als Metapher dafür etabliert, empfänglich für autoritäre Strömungen zu werden, den eigenen kritischen Verstand aufzugeben. Im Prinzip das, was wir seit 1933 auch hierzulande verorten können: blindes Mitlaufen mit autoritären Strömungen. Ionesco, ick hör dir trapsen.^
△▼ "Das Großstadtleben ist keine artgerechte Haltung, für niemanden." (Keine Garantie) ^
△▼ Ich werde verrückt. TikTok-Trend "Catholic Aesthetics". Sich kleiden wie eine streng gläubige Katholikin, zumindest so, wie frau es sich vorstellt. Inklusive Rosenkranz. Sexikone der 60er, Ava Gardner, trug "il pretino", ein priesterähnliches Kleid. Madonna provozierte mit katholischen Outfits. Jetzt sind es knochellange Röcke, weiße Blüschen aus Baumwolle, Mantilla (Schleiertuch), weiße Spitzenkleider für die Messe. Bedeckt und sittsam ist diese Modeästhetik. Weiß! Wie Rosalia auf dem Album "Lux". Über die Mode hinaus ist das Phänomen des Katholischsein ohne Glauben ("in den Felsspalten des Säkularen") in theologisch-philosophischer Betrachtung reizvoll.^
△▼ Der Nachrichtensprecher im Deutschlandfunk, als er den Tod Hanni Vanhaidens vermeldete. "Sie sagte auch, wie damals noch üblich, Fernsehsendungen an." Das klingt, als würde eine skurrile Kuriosität aus dem drölfzigsten Jahrhundert präsentiert.
△▼ Selbstverständlich erinnere ich mich an diese LP von Emerson, Lake & Palmer. Als 14-Jähriger war ich wöchentlich im Plattenladen bei Melodie am Markt oder im Musikhaus Tappert. Aber diese Lizensplatte bekam ich entweder nicht oder wollte sie nicht. Progressive Rock ist an mir vorbei gegangen und, als ich als Erwachsener überhaupt erst den Begriff kennenlernte, spürte ich nie den Drang, mich dem Genre zuzuwenden. Vermutlich ein Nebeneffekt meiner Aversion dem Jazz gegenüber. Vielleicht weil es gerade en vogue. stürzt nun im Alter diese Brandmauer bei mir. Ich höre eine Live-Compilation von ELP und bin hin und weg. Warum war ich als Jungspund so vernagelt und verbohrt? Und: wo gibt es weitere solche blinde Flecken und Trennwände, die nicht sein müssten, weil sie das Leben und das, was von ihm noch übrig ist, bereichern würden?^
△▼ Ich las, als ich noch lesen konnte, nichts von Joachim Lottmann, wußte jedoch um ihn als Urgestein der Popliteratur. Heute ist er gestorben. Kürzlich sendete die Kulturzeit ein Interview mit dem Sterbenden. Lottmann wünschte sich sehnlichst noch 90 Tage. Was er da alles erleben könnte! Keine Ahnung, wann das Interview entstand. Aber wenn, dann hat es nur sehr knapp gereicht. Beeindruckender Abgang! RIP.^
△▼ In "Remake. Ikonen der Popkultur spürt Hanco Kolk illustren Motiven und Figuren nach. Getreu dem Motto 'Nichts Neues unter der Sonne' basiert vermeintlich Originäres vielfach auf Vorläufern. So wie Weihnachten nicht durch das Christentum aus dem Nichts erfunden wurde, so haben Aschenputtel, Sherlock Holmes, Romeo und Julia, Batman, Dracula & Co Vorlagen, die aufgegriffen, modifiziert und weitergesponnen wurden.^
△▼ "Liegengebliebene, vor sich hin verwesende To-Dos aus dem dunkelgrauen Admin-Bereich des Lebens." (Maximillian Buddenbohm)^
△▼ Solange die EU es nicht hinkriegt, die bekloppte Zeitumstellung abzuschaffen, gebe ich mich keiner Illusion hin, es könne auch nur ansatzweise wieder besser werden, von gut ganz zu schweigen.^
△▼ Weil eine liebe Kollegin unserer Station eine Heißluftfritteuse schenkte, blieb ich dort stehen, wo ich im Supermarkt normalerweise zügig vorbeigehe und nahm ein halbes Hähnchen mit (750 g für EUR 2,70). Wie auch der Kieselblogger wählte ich 30 Minuten bei 200°C und bekam ein dunkelstbraunes Vogelvieh, das innen noch gebraucht hätte, so daß ich das nächste Mal erstmal bei Markus vobrbeisurfe, um zu sehen, welch filigrane Vorgehensweise mir einen durchgegarten und zahnfreundlichen Broiler beschert. Sobald ich eine Kollegin frage, was sich mit dem Speisefön machen lasse, kriege ich jedesmal ein enthusiastisches "Alles!" entgegengeschmettert. Um es mit Loriot zu sagen: 'Das hilft mir jetzt auch nicht weiter'. Aufbacken und Erwärmen von Convenience Food is klar. Aber welche rohen Sachen kann ich garen? Fleisch auch? Pute, Huhn, Schwein, Rind? Ich neige zunächst dazu, Gemüse zu brutzeln, Möhren, Brokkoli, Bumenkohl, was noch? Zwiebeln? Jedenfalls hatten nach meinem nächtlichen Ersteinsatz am Gerät alle etwas davon. Olfaktorisch zeugte der Stationsgang noch 4 Stunden später von meiner Freßattacke.^
△▼ Es gibt Gestein, welches sich drechseln läßt: Serpentinstein. Serpentinit, speziell der Döblitzer Serpentinstein wurde mannigfaltig verwendet. Die Tradition des Granitdrechselns wird in Zöblitz bis heute gepflegt. In der Hofkirche in Dresden wurde das Gestein verbaut.^
△▼ Herbst 2026. Am 13. Oktober 2026 am Markkleeberger See spazieren gewesen. "Pflichttermin" mit der Aktivgruppe. Doch selbst wenn ich aus dem Fenster gucke, sagt der Sonnenstand: Oktobertauglich. Dämmerung am nächsten Abend. ▼ Im Raum für unser SHG-Meeting wurde herbstgehäkelt. ▼ Am Bachmuseum Leipzig. Blumen bei Bach, für Bach, am Bach? Dein Bach, mein Bach, Bach ist für uns alle da. Spätnachmittags noch Sonne in der Stadt. Am 10. Oktober 2026 auf dem Weg Richtung Augustusplatz. ▼ Pflaster, Flaggen, Leipzig. Vor Galeria Kaufhof, wenn das noch einer kennt. ▼ Tiere in Leipzig, heute: der eWischmop. ▼ People in Color: Menschen, Farben, Leipzig, mein Fotospecial innerhalb der LEPeople, bei denen Flaneure mit Charme ohne Melone bestaunt werden können und andere im Twin/Partner-Look. ▼ Die Serie mit Fotos von und zum Nachtdienst wird fortgeführt mit einem Blick auf den Baukran an der Baustelle für das Zentragebäude II im St. Georg Leipzig. ▼ Kaninchen springen halt gerne, wird behauptet, doch äußern sich die Langohren nicht explizit. ▼ Einparkmeisterschaft in den USA mit einem hilfreichen Preisgeld von 76 USD, der Höhe eines Knöllchens. ▼ Wahnsinn, ein Schienenbaufahrzeug, das Arbeitsschritte komplett erledigt. ▼ Statt Räuchermännchen Räuchermopeds mit Zweitaktergeruch durch verbranntes Rhizinusöl. Das Erzgebirge werkelt weiter. ▼ Des Journalisten Robin Detjes Präzens bei Steady ist mit 43 Postings bestückt, die allesamt "gemeinsame Weltuntergangsverbesserung" beschreiben. ▼ Es ist kein Zebra und kein Hund, sondern durchaus ein Pferd, nur eben ein besonderes = ein Dalmatinerfohlen. ^
△▼ Mein Tagebuch ist ausgelagert. Gestern und heute schrieb ich unter dem Label "Monaden" zwei Postings etwas existenziellerer Natur. Weisse B'scheid.^
△▼ Jedes Jahr aufs Neue den Herbst würdigen. Herr Buddenbohm beobachtet nicht nur Menschen, auch Natur, auch Jahreszeiten, auch den Herbst, z.B. 2021, 2023 und 2024. "Der Oktober ist gerade in seiner 1000-Teile-Puzzlemotiv-Phase", schrieb Frau Kaltmamsell. Herbst, wie er laubt und lebt. Der Lack ist ab, oder? Auf X widme ich diesem Quartal einen Thread. Das Logbok beschreibt es als gemütliches Einmotten. Dietrich Hildebrandt hatte ich gestern schon, der allen 4 Jahreszeiten etwas Lustiges abgewinnen konnte. Im Raum für unser SHG-Meeting wurde herbstgehäkelt. Den Herbst in natura sah ich ebenfalls, neulich am Markkleeberger See = "Pflichttermin" mit der Aktivgruppe. Man MUSS nicht unbedingt Herbst, wenn das Gefühl sich anders äußert. Frau Hotelmama hat "im Herzen noch Spätsommer." ▼^
△▼ "Es wird dunkler, grauer und kühler. Die Kastanie vorm Haus hat den jährlichen Kraftakt bewältigt und lässt das Blattwerk in leichten Schüben gehen, wir wundern uns jedes Jahr aufs Neue über ihre Widerstandsfähigkeit. Der Kater sitzt immer häufiger wie ein Kleinkind vor der Terrassentür und starrt in den Regen. Dann gibt er irgendwann auf und lässt sich vor der Heizung nieder, um vom Frühling oder Sommer zu träumen. Gemütslage Einmotten. Die Kastanie, der Kater und wir." (Loggbok)^
△▼ "Natürlich ist 45.000 Euro viel Geld für eine Küche, aber ja auch nur ein halbes Auto, und überleg mal, die Küche ist ja dein Reich als Mutter, du verbringst ja schließlich mehr Zeit in der Küche als im Auto; also wenn du dir nicht mal das selber wert bist, dann weiß ich auch nicht, wie ich dir Ragebait erklären soll." (Elchgeweih) ^
△▼ "... begleitet von ihrem Hund, der aussah wie ein Wüstengrasbüschel, das Laufen gelernt hat." (Robin Detje) ^
△▼ Alter, ist das gruselig. Volker Heises Film "Berlin 1933. Tagebuch einer Großstadt" geht mir an die Nieren. "Einig sind sich alle in den Worten "Nun wird es anders." Es gibt keine alles erklärende Off-Stimme, sondern gesprochene Stimmen aus Tagebüchern verschiedenster Menschen (Hausfrau, Karrierist, Graf Kessler, Goebbels...) - Der Film ist quasi das Prequel zu "Berlin 1945. Tagebuch einer Großstadt". Eben weil kein superschlauer Mensch von heute reinquatscht, erhält die unerbittliche Chronik einen ganz merkwürdig eindringliche Strahlkraft. Ich habe blitzlichtartig einiges eingesammelt. ↗"Mich erfüllt ein Gefühl der Übelkeit, wenn ich daran denke, daß wir wieder von notorischen Hammeln und Vabanquespielern regiert werden." (Harry Graf Kessler) ↗ 1933 konnten sich Kinder noch aktiv am motorisierten Verkehr in der Großstadt beteiligen. ↗ Ermächtigungsgesetz. Warum hat die Zentrumspartei denn nur bloß zugestimmt? ^
△▼ Herr Buddenbohm bloggt über Kontaktsuche in der Großstadt, Optionen für Anbahnungsversuche. Welches Körbchen man nimmt. Im und außerhalb des Supermarkts. Wie wir uns erkennen könnten. Ob alle immer nur zusammen spazieren gehen wollen. Ich kommentierte: "Ein brauner Einkaufskorb signalisiert 'Ich habe Durchfall und will nur rasch Zwieback, Salzstangen und Cola kaufen'. Der Leipziger Spazierclub hat sich mittlerweise umbenannt und will sich neben dem sonntäglichen Walk & Talk weiteren Gemeinsamkeiten öffnen. In jedem Dorf gab's ehedem einen Ort zum gemeinsamen Palavern, warum sollte ein Kiez solcherlei nicht ebenso hinbekommen? Erkennungs/ Statusanzeigen vielleicht durch die Farbe der Airpods bzw. deren Abwesenheit. 'Ich höre nix, ich will quatschen.'^
△▼ "Ich freue mich jedesmal, wenn Tiere mir erlauben, ihnen zuzusehen. Ich war schon als Kind überzeugt, dass die Natur es ohne mich besser hätte. Trotzdem da sein zu dürfen, gesehen und nicht ausgestoßen zu werden, ist immer noch ein Glücksgefühl. Aber wenn die Welt untergegangen ist, werde ich kein Held gewesen sein. Ich werde sie nicht gerettet haben. Ich werde niemanden gerettet haben." (Inventur)^
△▼ Gott konnte den Krebs nicht etwa zu Trump senden statt zu Leo? Schlecht gezielt, oder? Außerdem hätte man statt des Alkoholverbots ein Verspätungsverbot auf deutschen Bahnhöfen deklarieren sollen. "Es gibt kein Bier auf Gleis 2", titelt die FR.^
△▼ Dieter Hildebrandts Jahreszeiten kannte ich nicht. Überraschend lachen dürfen an einem Morgen, dessen Dämmerung nur mühsam vorankommt. Wir sind gerade in der zuerst skizzierten Jahreszeit. Ein schönes Schmankerl am frühen Donnerstag! [↗Kaltmamsell]^
△▼ Ich habe Lambi-Fieber und mich spontan für das heutige Mittagessen entschieden. Es gibt Meeresschnecken-Frikassee ▼ Was zur Hölle machen die da? Justitia hat 'ne Blindenbinde. Hat es damit zu tun? ▼ Trump-Slop mit Tiger. Hintergrund ist der mutmaßliche Suizid eines 24-Jährigen durch Sprung in ein Tigergehege. ▼ Die Geschichts in 100 Teilen mit den nächsten beiden Podcastes: Die Kiewer Rus und Karl der Große. ▼ Snelle Tools sind nützliche Tools für ein Leben und Arbeiten im Netz. ▼ In Frankreich wurden Kühltruhen gehackt, verdorbene Lebensmittel in Millionenhöhe mußten weggeworfen werden. ▼ Bei Frau Klugscheißer gelernt, daß sich beim Fliegen der Körperzustand ändert. ▼ In Immer enger erwähnte ich, daß die Welt durch Vorschriften und Regelungen restriktiver wird, so wie Hartmut Rosa es in "Situation und Konstellation" behandelt. Eine Folge Radio Wissen fächert die Problematik zunehmender Ohnmacht auf. ▼ Tomás Libertíny baut mit Hilfe von Bienen Skulpturen. Quasi 3-B-Druck. Bienen lieben Kurven. So baut er Metallgerüste und die Bienen ihre Waben daran. Seine Werke stehen in vielen Museen der Welt. ▼ Wortperle: "miefende Röchelvierbeiner" (Hunde) ▼ Ob für die Notation der Dinge, die einem täglich die Laune verderben, ein Folioband (Dünndruck!) ausreichte?^
△▼ Kulning ist eine Gesangstechnik, mit der in Schweden einst Kühe und Ziegen in den Bergen gerufen wurden. Eine Musikethnologin beherrscht Kulning, für das heute Konzerte veranstaltet werden. Der Hochtongesang ohne Vibrato ist arg gewöhnungsbedürftig. Als Kuh würde ich zackig nach Hause kommen, damit Ruhe ist.^
△▼ Eine Blogaktion wird nach 17 Jahren wiederbelebt. Am Nikolaustag einen Artikel unter dem Titel "Ein ♥ für Blogs" veröffentlichen, in dem ein anderes deutschsprachiges Blog vorgestellt und empfohlen wird. Das Posting an Frank Westphal von Rivva melden, (sei nicht notwendig, schrieb er mir). Linkliebe verbreiten ist ein Ansinnen unter BloggerInnen, untereinander Wertschätzung und Aufmerksamkeit zu stärken.^
△▼ Das "Bullerbü in der Betonwüste" ist ein Wohnviertel, das sich auf 40 Hektar erstreckt und aus dem Olympiadorf 1972 entstand. Im Olydorf leben 6000 Menschen in zirka 3500 Wohneinheiten, ein Studentenviertel inbegriffen. Optische Eindrücke vermitteln viele Fotos auf Flickr. Die Freidenkerin Martha gewährt uns zwei Einblicke in die Vielfalt an Graffiti in dieser einzigartigen Wohnsiedlung.^
△▼ Quartalspflicht bei der Hausärztin als Diabetiker versäumt. Mußte mich neu in das "Überwachungsprogramm" für Diabetiker (DMP) einschreiben. Das Wartezimmer proppevoll. Tür auf, Tür zu - das ist immer wie Kino. Denn drei Parteien "kämpfen" um die Aufmerksamkeit. Die Ärztin, wenn sie den nächsten Patienten aufruft, die Diabetesberaterin, wenn sie ihre nächste Patientin heranholt und die Laborschwester, die JEDEN Patienten zu sich bittet, um die Vitalwerte zu erfassen. Gibt es kostenlos ein schreiendes Baby und einen Kreislaufkollaps bei einem klapperdürren Schwarzen mit Krücke dazu, der sich nicht setzen wollte, kann's schonmal zwei Stunden dauern, die in keinem Verhältnis zu den 5 Minuten stehen, die ich im Sprechstundenzimmer brauchte, damit alles abgenickt wurde; denn so, wie es augenblicklich läuft, läuft es gut. Daß eine Patientin der Diabetesberaterin Zucker heißt, ist das Sahnehäubchen für den Kuriositäten nachjagenden 60-Jährigen. ^
△▼ Warum ich auf Nachrichtensendungen nicht verzichte? Damit ich bei meinem monomanen, kontemplativen Mischmasch am Rechner nicht verpasse, wenn zwischendurch die Apokalypse stattfindet, was mir terminlich gerade gar nicht passen würde, wogegen ich, fürchte ich, kaum Handhabe hätte. Logisch, ließe sich das Hikikomorileben insofern verbessern, als ich RAUS ginge. Das wird kommen, da bin ich mir sicher. Das kommt. Am Abend rief das Bett und als Katholik und Sohn eines einst jähzornigen Vaters kann ich gehorchen und folgte brav ins Weiße. Licht aus! - Zwischendurch: Wenigstens vermied ich seit der tagesklinischen Wiederauffrischung meines Geistes die Rückkehr zum Serien-Bingen. Wenn, dann schaue ich jeweils nur 1 Folge und die auch nur alle paar Tage. Urplötzlich verließ mich die Faszination am Fiktiven, seitdem es mir wieder möglich ist, Einfluß auf das Einsammelbuch zu nehmen, das aufgrund technischer Querelen mit dem Provider 1,5 Jahre kreuzlahm war. Als ich im Januar zum neuen Webhoster wechselte, kamen der Flow, die Lust und die Kreativität zurück und ich fühlte mich wie in den Anfangszeiten der Bibliomaniac List, mit der 1996 mein Leben eine deutliche Richtung gen Internet nahm. Dieses konsequente Dranbleiben mag ähnlich versessen und monoman sein wie das Serienglotzen, ist m.E. weitgehend erfüllender, weil mein Hirn ordentlich arbeitet, ich gegen Widerstände agiere und ständig wechselndem Input und Unvorhergesehenem ausgesetzt bin. Es belebt und macht mir große, große Freude, auch wenn das Gejammere über das amorphe Verrauschen der Zeit an freien Tagen, also meist Tagen am Computer, in den Augen Fremder möglicherweise einen jämmerlichen Eindruck meiner Psyche vermitteln sollte. Dem ist nicht so. Ich leide nach wie vor seit 2015 an scheußlichen psychosomatischen Symptomen (Schüttelfrost, 24/7-Schauer, Parästhesien an den Armen, CFS und Brainfog), die mich einschränken und handicapen. Trotzdem sehe ich psychisch nach der "Inventur" im Herbst/Winter 2025 aufgeräumter aus. Ich weiß, wie ich meinen sprudelnden Geist, der den ganzen Tag kluckert und wie eine Quelle allerfrischstes Wasser strömen läßt, kanalisieren kann.^
△▼ Mit mir bauten einige "Besessene" Webseiten, die ihrer Sammlernatur Ausdruck verliehen, die enzyklopädisch und lexikalisch einzigartig waren und sind. Es sind, wie Dieter E. Zimmer von Arno Schmidt schrieb, Hobby-Berserker. Leider verstummten sie wie ich in Sachen Bibliomanie auch, gaben nach Jahrzehnten auf und verstummten. Manfred Köhler schuf mit seinem "memo project" ein Kompendium aus tausenden Referenzen aus Zitaten und Textstellen zu geistesgeschichtlichen Themen. Weg. Ebenso bewundernswert verzettelt hatte sich Herbert Hubert mit seiner Lesekost, einer Webseite mit so ausufernden und reichhaltigen Zitaten, Buchinformationen und thematischen Materialien, daß der Bergbau bei ihm auf Jahre garantiert gewesen wäre, hätte er aus juristischem Gnatsch heraus vor Jahren nicht die Segel gestrichen. Weg. Über einen weiteren manischen Sammler, Hartmut Dietz, schrieb Denis Gonska, der (Neue) Physiologus wäre der Versuch, die Unordnung des Kosmos in ein Ordnungssystem zu bringen. Wohin ist der Schöpfer dieses Giganten verschwunden? Kann der Phyiologus gerettet werden? Gonskas Artikel im Rheinischen Merkur ist leider hinter einer Paywall und der Schreiber nur über den Verlag erreichbar, was mir zu aufwendig ist. Eine KI könnte auf den Physiologus angesetzt werden. Auffällig, daß wir alle Mitte der 90er mit unseren ausufernden Sammlungen begannen und nur noch Beat Döbli aktiv ist mit seinem Biblionetz, einem schier endlosen digitalen Zettelkasten mit Informationen, die jede Einschätzung ins Volle und damit ins Leere laufen lassen. Per RSS läßt sich in dieses Universum aus privat und mit ausgeklügeltem System aufbereitetem Wissen folgen. Es gibt sinnloses Doomscrolling durch einen manipulativen Algorithmus. UND es gibt die o.g. Singulären, die ein Labyrinth aus faszinierenden Details schaffen, welches man, einmal betreten, nie mehr verlassen möchte und kann.^
△▼ Schenkelklopfer (2). Wenn sprachverliebte Journalisten eskalieren. Kürzungen beim Regionalverkehr wegen steigender Trassenpreise: "... wird wohl so manche Verbindung auf der Strecke bleiben." (Sachsenspiegel) ▼ "Kokain - Pulverfass Kolumbien" (arte) ▼ "Klausurtagung über Kurs aus der Krise" (DLF) + "Kann Kunst zum Kampf gegen den Klimawandel motivieren?" (DLF) + "Vor 50 Jahren "ABBAs Album 'Arrival' veröffentlicht" (DLF). ▼ "Zankapfel Zuckersteuer" (DLF) ▼ "Verkäufer geben Tipps zum Tuning. Sie wollen einfach schnelles Geld." (DLF) ▼ "Flieht die Politik in Ausflüchte..." ((DLR) ▼ Bundestagsdebatte um Organspende: "Faßt euch ein Herz!" (DLF) ▼ Nach "Hitze und Dürre - Offizielle Erntebilanz fällt mager aus" (DLF) auch der MDR-Sachsenspiegel: "Die Erntebilanz fällt in diesem Jahr durchwachsen aus." ▼ Samuel Koch als "gestandener Schauspieler" (MDR-Sachsenspiegel) ▼ "AI on air". Hut ab! Einen Radiobeitrag über KI so zu nennen! ▸Schenkelklopfer (1). ^
△▼ Der Postwestfale war verreist und auf einem Haus stand: Arbeit ist des Bürgers Zierde. Segen ist der Mühe Preis." Unter das Foto sein Kommentar: "Mutmaßlich vom selben Verfasser wie 'Wer saufen kann, kann auch arbeiten'"^
△▼ Solcher Handlungsstrategien bedarf es, wenn unliebsame Aufgaben vor einem liegen. die gerne und oft prokrastiniert werden: "Das Programm dafür habe ich jetzt schon länger nicht mehr benutzt, ich hatte Sorge, dass ich komplett vergessen habe, wie es zu bedienen sei. Deshalb habe ich vorsichtshalber erst mal noch ein paar Hemden gebügelt, positive Erfolgserlebnisse erschienen mir wichtig, bevor ich mich in technische Auseinadersetzungen mit Softwareprogrammen begebe, die ich sowieso nicht leiden kann." (Frau Anje) ^
△▼ Carola Stern (Lebenslinien) schreibt über den 2023 verstorbenen Singer-Songwriter Sixto 'Sugar Man' Rodríguez, der seit den 70ern in Australien, Botswana, Neuseeland, Südafrika und Simbabwe ein Star war und verehrt wurde, von seinem Ruhm jedoch nichts wußte. Die oscarprämierte Doku "Searching for Sugar Man" erzählt seine Geschichte und verschaffte dem Wiedergefundenen späte Anerkennung. Als Song liefert Carola Cause mit. Ich erweitere um eine Playlist. ^
△▼ Im Bachmuseum bekam ich eine fach- bzw. vielmehr bachkundige Privatführung mit SEHR viel Input. Das waren die informativ-intensivsten Stunden der letzten Zeit, so kurzweilig und spannend. Zu Bach, zu seinen Söhnen, zu den Ausstellungsstücken des Museums, wer was hat, wie sie zu ihnen kamen. Historisch Neues erfahren, was kein Wunder ist, sind meine Kenntnisse sehr beschränkt. Außer auf literarischem Gebiet habe ich nichts drauf, nur glaubt man mir das nicht. Als wir aus dem Museum traten, bewunderten wir Bachblumenm bevor wird rüber zur Thomaskirche schlenderten und eine weitere Stunde Informationen genossen. Auch hier wieder: wie unwissend ich doch bin. Als Leipziger hätte ich das alles wissen können und sollen. Im Kunstunterricht 1986 bis 1989 während des Studienkollegs wohl nicht aufgepaßt oder alles vergessen, weil mich damals allein Literatur und Sprache interessierten. Mit 60 Jahren jetzt begriffen, was eine Hallenkirche ist. Am allereindrücklichsten war mir, welchen gewaltigen Streß Bach hatte. Allwöchentlich eine Kantate. Die Menschen sind nicht nur heute erpicht auf das neueste Produkt. Wie das Komponieren vonstatten ging, wie Noten notiert und verbreitet wurden. Könnte ich zurück in der Zeit, beamte ich mich ins Jahr 1989 und zöge nicht nach Mittweida, sondern erlebte die Wende in Leipzig und würde 1990 studieren. Tempi passati. ◚ Gestaunt über manche der damaligen Regelungen. Der Mensch hatte die Rechte an seinem Kram, ALLES war sein Besitz und wurde nach dessen Tod Erbmasse, was erklärt, wie alles verstreut wird und nicht etwas Leipzig auf allem sitzt, was Bach in seiner Zeit hier komponiert hat. Dafür wurde er ja auch nicht bezahlt. Lohn erhielt er für sine Lehrtätigkeit bei den Thomanern. Was mir SO auch nicht bewußt gewesen ist: daß die staatliche Gewalt in der Kommune einem Rotationsprinzip unterlag. Die Grünen erfanden das nicht, der Ratswechsel brachte regelmäßig andere an die Macht. Von daher ist eine 5-jährige Legislatur, wie wir sie heute kennen, starr.^
△▼ Mit 60 Jahren kann ich nicht mehr viel reißen, aber doch, die mir verbleibende Zeit nicht zu vergeuden, achtsamer zu sein und, vor allem anderen, die Prioritäten zu justieren und dem Zwang zur Prokrastination Einhalt zu gebieten und das vorziehen, was mir am wichtigsten ist. Denn es läuft anders. Ich hebe mir die Genüsse auf und komme, wenn überhaupt, nur zu einem Bruchteil dessen, was ich wollte. Raus auf die Straße, Natur und Menschen, Fotos, das Hier und Jetzt bestaunen. Als ich gestern nach 18 Uhr auf dem Weg durch die Innenstadt war Richtung Augustuplatz, prasselten die Reize auf mich ein. Die Lichtspiele, die die untergehende Sonne auf den Gebäuden veranstaltete, die Schatten und Betonungen der Natur, die Menschen in der Grimmaischen Straße. Es war eine kleine Sternstunde, in der ich offen und bereit für die Welt war, die einen beschenkt, wenn man es will, wenn man es zuläßt. Solche Momente lassen sich nicht erzwingen, heißt es. Thích Nhat Hanh sah das nicht so. Der vor vier Jahren verstorbene Buddhist und Achtsamkeitslehrer ist der Auffassung, daß das Glück jederzeit abrufbar sei, indem der Mensch sich ins Hier und Jetzt holt; der Augenblick biete alles, allein die Einstellung, unsere Perspektive zu den Dingen und Menschen entscheide, wie wir erleben. Das Glücke sei die Fülle des Augenblicks. Abrufbar, wenn wir mit dem richtigen, aufmerksamen Fokus leben und, was genauso wichtig ist, MITGEFÜHL zeigen. ^
△▼ KI-Drohnen im Ukrainekrieg. Ist mir übel. Für den Krieg machen Frauen in ausgebuchten Kursen eine paramilitärische Ausbildung Eine Drohne wurde Baba Jaga genannt, wonach bei einem wie mir, der seine Kindheit und Jugend in der DDR verlebte, Kindheitsbilder aufsteigen aus den russischen Märchenfilmen, in denen übrigens ein Mann die Baba Haga spielte.^
△▼ "Das Kleinkind im Schlaf mit Tippgeräuschen von YouTube konditionieren, damit es später immer müde wird, wenn es mich beim Schreiben stören will." (Elchgeweih) ^
△▼ KI wird im Saarland bei der Entsorgung von Biomüll eingesetzt. Kameras erkennen noch vor dem Auskippen der Tonne, ob Plastik obenauf liegt. Dann bleibt die volle Tonne vor Ort und der Besitzer muß sehen, wo er bleibt. ▼ Paul Ingenday über Simone Weil. Er hat ein Buch über die spanischen Brigaden geschrieben. "Reflektieren, was der Mensch ist, wenn es eng wird." ▼ Ein zarter, berührender Text über einen Abschied. ▼ Verhörer: Verpassungsschutz (Verfassungsschutz) ▼ Bei Frau Klugscheißer eine schöne Umschreibung für eine Reformante gelesen: "einen Termin zum Kaffee ohne Kuchen" bekommen. ▼ Ein weiter K.O.-Schlag durch einen Roboter. ▼ Michaelangelos Handschrift wurde zu einem Schriftfont gemacht, der frei verfügbar ist. Die Dombauhütte des Vatikan hatte den Auftrag erteilt. ▼ Incel-True-Crime, ein sperriger Name für ein beknacktes Phänomen aus dem Dunstkreis Manosphere. Incels verherrlichen im Netz Gewalttaten wie Femizide oder Amokläufe. ▼ "Nach dem sächsischen Kirchengesetz müssen geweihte Kirchenglocken eigentlich beerdigt werden." Die Pfarrerin Steffi Stark setzte sich daüber hinweg und spendete eine alte Glocke nach Litauen. ▼ Leiden eines Nonkonformisten: An Ampeln immer dieses Warten auf Rot.^
△▼ Psychologen und Kognitionsforscher schlagen Alarm [via Holger]. KI mache uns plemplem. Der Grips müsse trainiert werden wie ein Muskel. Verzichte man darauf, indem man zunehmend Denkprozesse an die KI auslagere, kriegt man mentalen Muskelschwund. Immer weniger würde gelesen, wobei die Knaben und milchhbärtigen Jungchen noch übler abschneiden als die ohnehin in allem besseren Maiden. Als Nichtmehrleser habe ich gut reden, doch kannte ich andere Zeiten mit 120 bis 150 gelesenen Büchern pro Jahr. Damals galt: außer lesen nichts gewesen. Davon zehre ich ein bißchen. Hier ein Linkdump zum Thema Lesen bzw. Lesekrise: Superkraft Lesen (2) / Superkraft Lesen (1) / Wege aus der Lesekrise / Wirkungen des Nichtlesens / Sebastian Guggolz zur Lesekrise / Lesen gegen Geld / "Einfach Lesen" / Wie retten wir das Lesen?. ^
△▼ Herbst, wie er laubt und lebt.^
△▼ Es gibt in der Pflege beinah-sakrale Handlungen bzw. solche, die mich an sie erinnern. Der sogenannte Bettenwagen wird mit einem grünen OP-Tuch abgedeckt. Diese überwerfende Bewegung erinnert mich stark an ein Kelchvelum.^
△▼ Die Erleichterung "Glücklicherweise hats den anderen getroffen" gehört wesentlich zu den Entspannungsmechanismen der menschlichen Psyche.^
△▼ Als Gott das Sprunghafte erschuf, nahm er mich als Vorlage. ▼ "Du wirkst so ernst." "Nein, ich bin nur weltverdrossen." (Inspector Barnaby S16E01) ▼ Kann man in Arztwartezimmern wohnen? So gänzlich symptomfrei lebt man sonst nirgendwo. ▼ Das größte Glück ist, ähnlich Bekloppte zu finden. ▼ Ich wünschte mir, es gäbe zu jedem Menschen einen Trailer, damit ich weiß, worauf ich mich einlasse. ▼ Wenn ich jemanden aufheitern möchte, gehe ich einfach weg. ▼ Beim Über-den-Schatten-Springen habe ich mir den Fuß verknackst. ▼ Wenn es je den perfekten Zeitpunkt gegeben hat - Ich habe ihn verpaßt. ▼ Wir lernen zu wenig über das Aufräumen psychischer Unordnung. ▼ Was meint ihr, was hier los wäre, wenn alle wüssten, was hier los ist. ▼ Es ist ja mein Leben. Also laßt es mich in Unwürde zu Ende führen! ▼ Der Bezug zur Realität befindet sich gerade im Schleudergang. ▼ Ich finde das Ladegerät für mein Leben nicht mehr. ▼ Ich bin ein Überlebender des gestrigen Tages. Das tröstet. ▼ Der Tag gespickt mit meist erfolglosen Annäherungsversuchen an ein Ideal. ▼ Selbsterkenntnis: ein wirrer Geist im falschen Körper. ▼ "... richtete keinen größeren Schaden an" - Minimalanforderung an (m)einen Tag. ▼ In Sachen Pessimismus bin ich ein ausgesprochenes Naturtalent. ▼ Ein Freund, der eine Zeit lang nicht zum Lesen kam: "Ich lese und konnte mich sogar noch erinnern, in welche Richtung man umblättert." ▼ Depression, der Stromausfall in der Seele. ▼ Ich erfreue mich mit viele Fantasie an meinem imaginären Lottogewinn. ▼ Der Regisseur des Krimis, den ich gerade anschaue, heißt Markus ImBoden. Zur Abgrenzung: Ich bin Markus AmBoden. ^
△▼ Trojaner in der Nähe, der für mich einkaufen geht? Einkaufszettel sollte je bekannt sein. ^
△▼ Kann mal einer googeln, wie lange man blind bleibt, wenn man Haarfarbe ins Auge bekommen hat. Und mir bitte vorlesen. ^
△▼ "Das Leben verliert dadurch, dass man es kennenlernt." (Josef Hader) ^
△▼ Die spinnen, die Japaner. 80% befürworten die Todesstrafe. Die Verhältnisse im Strafvollzug sind sehr hart. Ein Mann saß 47 Jahre in der Todeszelle und mußte JEDEN Tag damit rechnen, heute getötet zu werden. In Todesstrafe bis Waffenrecht (Podcast "Amerika verstehen") wird ausführlich über die USA erzählt und wie sie ähnlich begeistert von Bestrafung sind. Der Hammer ist die Absicht, die Hinrichtung eines Attentäter öffentlich streamen zu wollen. 1936 fand die letzte öffentliche Exekution statt. 47 Jahre jeden Morgen mit dem möglichen Tod rechnen! Es gibt, glaube ich, humanere Gesellschaften als die der USA und Japans. Geplant ist die Übertragung der Hinrichtung auf Deadflix und Amazon last. ^
△▼ Wenn ich im Supermarkt angeherrscht werde, doch bitte die Zange oder den Plastehandschuh für die Brötchen zu nehmen, gehe ich, um mich beruhigen, rüber und betaschte 5 Minuten lang Obst und Gemüse. Apropo Plastik. "Früher waren an Kakao-Getränkekartons Plastikstrohhalme befestigt, die in Papier eingepackt waren. Jetzt sind dort Papierstrohhalme angebracht, die in Plastik eingeschweißt sind." (Der Beweis) ^
△▼ Der Betonflüsterer rotzt eine Topografie der Scheiße heraus. Apokalypsestimmung, nicht nur in Berlin. Zunehmende Zumutungen. Verstehe und fühle ich, gleichzeitig ist eine ruhige Seite an mir, sogar Hoffnung, daß ich jetzt nach und mit der Therapie, stärker werde, resilienter, daß ich dem "Abfuck", wie Mark schreibt, gewachsen bin durch Radikale Akzeptanz, durch Achtsamkeit und Mitgefühl. Es spitzt sich zu, außen und innen.^
△▼ Ist der Mittwoch geschafft - Medizin, Physik, Chemie - kommen die weit beliebteren Fächer dran. Literatur und Frieden wird gerne genommen. Da kennt man sich aus, auch wenn man es nicht hinkriegt mit dem Frieden. Und der Literaturmarkt hat auch so seine Probleme, wie ich höre. Die Welt war nie in Ordnung und früher nicht alles besser, nur anders. Früher war vieles - früher, sagte einst Jochen Malmsheimer. Woran liegt es, wenn nicht nur ich die gegenwärtige Lage als verheerend empfinde und allerorten Gefahr wittere. Kriege und KI. Rundum (kleiner Weltkugelwitz) Bekloppte in den Schaltzentralen der Macht in Washington, Moskau, Pjönjang, Beijing und den Vasallenstaaten. Sorgen hatten Menschen immer. Allein die Erfindung der Waschmaschine! Wie mühsam vorher das Wäschewaschen gewesen war. Die Einführung des Urlaubs vor 100 Jahren, die stetige Verkürzung der Arbeitszeit, der Sonnabend als freier Tag. Digitalkamera, Internet, Smartphone. Das Leben ist von schweren Belastungen befreit worden. Dennoch fühlen wir uns bedrängt und gefährdet. Nachdem die körperlichen Zumutungen eines Lebens ohne all die technisch bedingten Erleichterungen wegfielen, sind es weniger Hunger und Not, vielmehr seelische Bürden. Diffuse Ängste und Sorgen, die Zukunft betreffend. Schwindender Wohlstand, Bürokratie, das Gefühl der Benachteiligung, Aufrüstung, Altersarmut. Selbst bin ich von materiellen Sorgen verschont und bange nur wegen Krieg und KI. Freilich Solastalgie, immer weniger Tiere, Artensterben, die Wälder vielfach eine Katastrophe, der Klimawandel, womit wir dann doch wieder den Kreis zu eher Substanziellem schließen. Wir sind und bleiben gebeutelte Wesen. Im Schweiße deines Angesicht sollst du. Das geht nicht weg. Kein Tag ohne Demütigung. ^
△▼ Kein Drama, nichts Extravagantes bot der Tag, ein einfacher Fluß der Dinge, alles im Routinerahmen. Die Laune schwankte, die Fatigue ist stark, beinahe übermächtig. (...) Immerhin wetzte ich zwei Versäumnisse aus. Zwei Therapeutentermine hatte ich bei übergroßer Terminblindheit verpaßt und habe mich aufgerafft, neue zu vereinbaren, also den losan Faden neu verknüpft, die Kontinuität wiederhergestellt. Bleiben selbstverschuldete Dinge, als Elefant im Raum, verseuchen sie die Gemütslage. Als Facharbeiter in Sachen Katholizismus würde ich es so sagen: Ich habe kein reines Herz mehr. Oder küchenpsychologisch: 'Das raubt einem den Schlaf'. Unerledigtes gärt, ob man es will oder nicht.^
△▼ Daß die Pest aus Rußland kommt, ist beleibe nichts Neues. Nur jetzt eben als medizinisches Problem. ^
△▼ Der Locomotions-Bias besagt, daß Menschen nach links gehen. Dies sei nicht kulturell bedingt. Auch egal, ob man links oder rechtshändig ist. Der Mensch läuft gegen den Uhrzeigersinn. Warum, ist noch unklar. Dieser Linksdrall wird der AfD aber ganz und gar nicht behagen. ^
△▼ Mir wie allen ist das Leben nur geliehen. So siehts dann allerdings auch aus.
△▼ Was so alles auftaucht, wenn ich mich durchs Archiv lese. Der freßsüchtige Jack Duvall. Als ich diesen Bericht 2011 sah, wog ich selbst 120 kg. Die Doku "Obesity" gab mir damals den Rest. Hatte ich eine schlechte Laune! ▼ Beim Durchgucken alter Miszellen von 2011 - "The Librarian", kleiner Lego-Horrorfilme für Bibliomamen. ▼ Um in die Zukunft zu schauen, lesen manche im Kaffeesatz, andere, um in der Gegenwart zu bleiben, kneten ihn. ▼ "Ich bin ein Kassen-Blogger. Wäre ich ein Privat-Blogger, könnten Sie sich das Lesen gar nicht leisten und sie bekämen erst in drei Monaten einen Termin." (Kiezschreiber) ▼ Den Eintrag zu Alterbildern erweitert und das verwandte Thema "Wenn Eltern altern" aufgemacht. ▼ "Ein weites Feld zum Üben von Frustrationstoleranz ist übrigens soziale Interaktion." (Frau Klugscheißer) ▼ Phosphat wird gebraucht, ist eine knapper werdende Ressource und wird trotzdem vergeudet. ▼ Etwas zu küren ist ein Lieblingssport der Deutschen. Das sächsische, vogtländische, erzgebirgische Wort des Jahres. Staatsminister Weimer möchte ein "literarisches Wort des Jahres". Neben Weinköniginnen (oder, wie man jetzt sagt, Hoheiten) gibt es BotschafterInnen auch für Senf (Bautzen) und für Stollen. Das Klischee will es, daß das Stollenmädchen 2026 aus einer Bäckersfamilie kommt. ▼ "Pflegende Angehörige sind Deutschlands größter Pflegedienst." (MDR-Sachsenspiegel) ▼ Mit Kühlfirmen bestehen Verträge, damit in Katastrophen- und Havariefällen Kunstgüter gelagert weren können, z.B. Bücher, die nach einem Wasserschaden schockgefrostet werden müssen. (MDR-Sachsenspiegel) ▼ In der Fahrzeugflotte von BMW Leipzig fährt nun der erste E-LKW. ^
△▼ Utopische Imagination: daß einmal Türsteher in Buchhandlungen nötig wären.^
△▼ "Zünden Sie bitte keine Leute an und denken SIe daran, auch bei abknickender Vorfahrtsstraße zu blinken." (Keine Garantie) ^
△▼ "Verschiedene Drogen wirken anders und das harte Zeug macht auch hart euphorisch, was in einem Leben voller Leid wohl dringend gebraucht wird. Wir haben keine einfachen Lösungen. Zudem ist das Drogenproblem auch in einem Kontext mit Armut, Obdachlosigkeit und psychiatrischen Erkrankungen zu sehen. Hier wirklich wirksam vorzugehen würde eigentlich einen Umbau des gesellschaftlichen Systems bedeuten, was aber keine Wahlpolitik in Legislaturperioden leisten kann." (Keine Garantie) ^
△▼ "Die alte Bundesrepublik ist tot und Friedrich 'Lamest Duck ever' Merz ist ihr letzter Verweser. Was jetzt kommt, wird maximal wild, Freunde." (Betonflüsterer) ^
△▼ "Fast wäre ich auf meinen Energielevel gestern reingefallen und hätte für heute Dinge zum Erledigen vorgenommen! (...) Dann fällt mir ein, dass ja heute Montag ist und am Montag soll man sich ja nichts vornehmen, weil ja Montag ist und das alleine reicht schon." (Kieselblog) ^
△▼ "Hier erste Sichtung Halloween-Deko des Jahres. Gerhard Polts Behauptung, dass auf dem Oktoberfest in die letzte Mass Bier bereits der erste Zimtstern getunkt wird, muss aktualisiert werden: Es gibt seit einiger Zeit ein Fest dazwischen." (Kaltmamsell) ^
△▼ "Ich bin ja auch für eine gut aufgestellte, bürgernahe Polizei - aber die paranoiden Wahnvorstellungen, die hinter jedem abgeknickten Baum und jedem übergekochten Topf Nudelwasser den bösen Russen sieht, der nur wartet wieder auf eine Linie zwischen Malchow im Norden und Köpenick im Süden vorzurücken, werden noch zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich glaube im Regierungsviertel und verschiedensten Parteizentralen (allen voran bei den Schwarzen und den Olivgrünen) hat man Angst davor, dass Wladimir Putin, der ja durchaus Blut an den Händen hat, im Schrank in der Kaffeeküche sitzt." (Keine Garantie) ^
△▼ Nobelpreismäßig sind in dieser Woche Montag bis Mittwoch Tage, die mich sehr an Schulfächer erinnern, die ich nie mochte. (2011) ^
△▼ Repost: Bundesregierung Bewerbungsgespräch. "Was können Sie denn?" "Nichts." "Tut mir leid, die Führungspositionen sind alle schon besetzt." ^
△▼ "Bei DLF gilt es an Werktagen, die 'Morgenandacht' zu überstehen. Vor allem die Beiträge von Hauptamtlichen des deutschen Protestantismus sind oft eine arge Prüfung. Ich glaube inzwischen, die Pfarrer:innen haben alle eine Datenbank im Laptop, aus der sie ihre diversen Predigten automatisch zusammentackern, um sie dann mit möglichst salbungsvoller Stimme zu verlesen. Vermutlich gurgeln sie vorher mit Lenor." (Stefan Rose) ^
△▼ "Ein weites Feld zum Üben von Frustrationstoleranz ist übrigens soziale Interaktion." (Frau Klugscheißer)
△▼ Wenn Eltern altern, kommt irgendwann der Zeitpunkt für Übergänge, Mit unserem Vater erleben wir es seit 1 Jahr. Vorlieben werden aufgegeben, Abwinken oder Schulterzucken als Basisgesten. Es wird sehr viel herumgelegen. Am schlimmsten ist das Verstummen. Alles scheint gesagt. Der Vater schweigt. Uns Kindern überkommt die Ahnung, daß die überreife Frucht sich anschickt, vom Baum zu fallen. Die Wut, der Groll über das, was einem einst angetan oder verwehrt wurde, verraucht. Altern als "die dunkle Welt des hinfälligen Lebens". ▴Verwandtes Posting: Altersbilder.
△▼ Pazifismus hat keinen einfachen Stand mehr und muß sich solche Fragen gefallen lassen. ▼ Die Musikalischen Schrecknisse erweitert um zwei Lieder. Ziemlich extravagant kommt Screamin' Jay Hawkins im Constipation Blues daher. Musikalisch beeindruckend ist "Ignorant Boy, Beautiful Girl" von Loney Dear, feat. Cantus Domus. ▼ Kunst darf verstören. Hoffentlich waren die involvierten Kinder es nicht. Laßt die Puppen tanzen! ▼ Meine Serie "Auf der Straße" schließt "Auf der Bank" ein. Elend in Leipzig sucht sich einen Platz. Bodenlos. ▼ Genußreste: Wenn Leipzig säuft und ascht, kommt die Stadtreinigung kaum hinterher. ▼ Ich wohne an einer Kreuzung gleichberechtigter Straßen, an denen aus Parkplatzmangel permanent auch dort geparkt wird, wo es nicht erlaubt ist. Der resolute Ordnungsdienst kann schon mal den Abschleppdienst involvieren. ▼ Zu den Fahrrädern in Leipzig kommt der Schnappschuß Mobilität vs Immobilität. ▼ Twin/Partner-Look ist eine Serie, wo Optisches übereinstimmt. Zwischen Menschen, zwischen Frauchen und Hund. Es finden sich Beispiele, wo so gar keine Ähnlichkeit erkennbar ist.^
△▼ Als ich den Samstag erzählte, war die Rahmenerzählung gar nicht so übel, so daß ich sie extrahiert zum Trocknen als Posting in die Miszellen hänge: "Ein weiterer Tag von denen, die mir das Leben noch läßt. Aus dieser Warte betrachtet fällt die Bilanz eher mies aus. Nicht Weltbewegendes geleistet, an der Oberfläche geschürft, nicht in die Tiefe vorgedrungen. Kurzsichtigkeit, aber nicht als ophtalmologisches Problem. Ändere ich den Blickwinkel, weniger aus einem hehren philosophischen oder metaphysischen Anspruch heraus, war es kein so übler Tag." - abends "Nach der sehr opulenten Mahlzeit, die allen Empfehlungen, was Umfang und Zeitpunkt betrifft, Hohn sprach, sprang ich ins Bett und schlief´zum wiederholten Male bei der Lange Nacht über die Kunst des glücklichen Alterns ein, die ich in 'meine Kunst des glücklichen Einschlafens bei einem Podcast' umtaufen sollte."^
△▼ Die Musikalischen Schrecknisse aus dem Archiv geholt. Ich finde bemerkenswert, wieviel Zeitkolorit bei manchen Interpretationen erlebt werden muß. Skurril oft, schräge Perlen, unterhaltenswert. Kann es sein, daß es eine tschechische Art zu tanzen gibt? Here we are: Valerie Cizmárová, Cindy und Bert, Eduard Chil, Karel Gott. Ich stelle mir gerade ein Plätzchen in der Hölle vor, wo Raumtemperatur herrscht, aber 24 Stunden Ewigkeit diese Musik spielt. - Ziemlich extravagant kommt Screamin' Jay Hawkins im Constipation Blues daher. Musikalisch beeindruckend ist "Ignorant Boy, Beautiful Girl" von Loney Dear - feat. Cantus Domus.^
△▼ KI-Nachweis mittels Pangram bei einem Prix-Goncourt-Anwärter, der nun aus der Liste geflogen ist. ▼ "Jenseits des Doomsdays, jenseits von Glaubensfragen" (Johannes Kuhn) ▼ "Bei Anthropic gehen KI-Agenten in Rente" (Claudia Klinger) ▼ Dialektbildung und Sprachveränderungen bei KI-Agenten (DLF) ▼ KI-Agenten als Wiederholungstäter beim Schummeln und Mauscheln (DLF) ▼ "Hier postete, wer atmet. chrrp ist ein soziales Netzwerk OHNE KI und Algorithmen. ▼ Der schizophrenist hat eine Version der KI-Apokalyspe imaginiert, die uns klar macht, wie bedachtsam und zittrig wir einen Prompt schreiben sollten. Rüdiger Safranski hat ein Buch zur KI geschrieben und plädiert für strenge Regularien. ▼ Der Textrebell hat bei Perun Prompts (KI-Mentoren) entdeckt, mit denen man seiner KI gewisse Eigenarten wie Anbiedern und Herumschleimen abgewöhnen kann. Sie stehen auf Github zur Verfügung. ▼ Bei der 16. Dresdner Schlössernacht im Juli 2026 sorgte der humanoide KI-Roboter "Ludwig II. von Robotollern" im königlichen Umhang für Aufsehen. ▼ Ich habe bei Claudia Klinger den Disput um den Einsatz von KI beim Bloggen verfolgt. ▼ In "Mein Freund heißt Chatbot" werden die Bindungen aufgezeigt, die manche zur generativen KI entwickeln bis hin zu Psychosen. ▼ "Risiken der KI" läßt meine Sorge nicht ruhen, daß die KI uns entgleiten könnte. Getreu dem Motto "Denn sie wissen nicht, was sie tun." ↗ Im KI-Linkdump sind alle bisherigen Ressourcen zum Hören enthalten. Allein der Masse und Allgegenwärtigkeit des Themas KI wegen muß ich auf die bloße Auflistung rekurrieren.^
△ ▼ Im Odental gibt es derweil neuen Gacker-Content. Mittlerweile sind Uschis Racker so weit, in neue Hände zu kommen, in die sie sich, zutraulich wie sie sind, gerne begeben. ▼ Nur noch bis zum 1. November bringt arte das 1989er-Konzert, in dem Nigel Kennedys furios Vivaldis Vier Jahreszeiten spielte. Leider als doku, d.h. es wird reingequatscht. Darob das Geniestück auf Youtube. ▼ Bei Herrn Buddenbohm gerade gelernt, daß Boney M.'s "By the River of Babylon" "bloß" ein Cover ist. Das Lied stammt aus dem Jahr 1970 von der Combo The Meldodians. Abgefahren ist die Adaption durch Karel Gott. ▼ Die Kaltmamsell wünscht sich eine Auflistung typischer Gastgeschenke in anderen Ländern. ▼ Ähnlichkeiten zwischen meiner Musikauswahl und den Vorgängen in Frankreich sind rein zufällig. (▸Auf die Ohren) ▼ Ein Bier von unten zapfen. Das ist'n Scherz, oder? ▼ Nie zuvor gehört: Urgenz(en). Kennt das außerhalb Österreichs jemand? Einer? ^
△▼ Fantastic Negrito ist dreifacher Grammypreisträger. Im DLF lief ein Konzert seiner Fantastic Negrito Band, die Blues und Roots aus den USA spielen. Hinter dem Bandnamen steht ein Mann mit dem klingenden Namen Xavier Amin Dphrepaulezz. Es soll sich um "Post Modern Blues" handeln, eine Mischung aus Blues, Funk und Soul. Beim Tagebuchschreiben lieferte die Mucke einen enervierenden Groove.^
△▼ Heute, am 4. Oktober, ist gemeinhin der Gedenktag des Hl. Franziskus von Assisi. Die evangelische Kirche Deutschlands (EKD) begeht ihn weitläufig am 3. Oktober, seinem Todestag, der heuer vor 800 Jahre war. Jubiläumsjahr, in dessen Folge in der Basilika für kurze Zeit seine gesamten Gebeine gezeigt worden sind. Die Doku "Franz von Assisi - Der Grenzgänger" informiert über all das. Mir war nie bewußt, daß Franziskus wahrscheinlich Menschen getötet haben muß, als er sich im Krieg gegen Perugia befand. Das Feuilleton im DLF sprach vom "Schutzpatron aller Nein-Sager und Dissidenten". Insofern ist dieser Tag feierwürdig. Weitere Wortmeldungen aus der Audiothek zum Heiligenliebling und Creator des Sonengesanges: 1, 2, 3. ^
△▼ KI als Damoklesschwert und memento mori begreifen.^
△▼ "... erreichte mich die Nachricht, dass bei einer sehr geschätzten Bekannten Krebs diagnostiziert wurde. (...) ... dass der Fluss des Lebens zu einem Rinnsal wird und versickert, (...) Manchmal bleibt die Talsohle der Dauerzustand." (Irgendwas is ja immer)^
△▼ Ach du große Scheiße. Gnade uns Gott, wir sind alle verloren! Durch Blogsequenz fand ich infiniteslop.ai. Endlosschleife mit KI-generierten Videos, die aus den Prompts der Zuschauer entstehen und gesteuert werden. Das hat Suchtpotenzial. Tiktok konnte ich mich entziehen, hier muß ich mich erstmal einkriegen, warten, bis die Kinnlade runterklappt und dann, tja... Daß es mehrere Channels gibt, vereinfacht die Entscheidung nicht gerade.
Δ▼
Bei Kaufland mit für mich ungewöhnlich vollgepacktem Einkaufswagen.
Routiniert steuere ich die Selbstbedienungskassen an, werde
vom Blockwart von einer Aufsichtsperson gestoppt.
Mit einem Warenkorb mit mehr als 10 Artikeln darf ich nicht.
Bitte weiter an die herkömmlichen Kassen! Die Jungspundin,
schätzungsweise Anfang 20, vielleicht Azubine, zeigt mit dem
ausgestreckten Finger nachdrücklich auf das rote Schild!
NICHT MEHR ALS 10 ARTIKEL! Troll dich, du Wicht, hier kannst
du nicht! Mir war - ich bin ja 60 und habe durch den Verzicht
auf so vieles 'ne Menge Zeit - nach diskutieren. Erwies sich
als erfolglos. Von den 6 Kassen waren 3 frei. Das Argument,
Kunden mit allzu vielen Waren würden den Ablauf hemmen,
war rein hypothetisch, ein Abweichen von der Vorschrift nicht
vorgesehen. "Wir haben ein Gesetz und nach diesem Gesetz muß er sterben."
(Joh 19,7)
Leider begriff die junge Frau meine Anspielung nicht und
ihre Stirnfalten gerieten in Unordnung, so daß ich von dannen
zog. Die spinnen doch, die Deutschen.^
△▼
[Spätdienst 2.10] Der Dienst selbst zeigt sein Fratzengesicht, daß er
auch anders kann. Nervige Patienten, Schnickschnack und viel
Kacke. Eine neue hochbetagte Patientin, der schwer begreiflich
zu machen war, daß Aufstehen nur dann eine tolle Idee ist,
wenn frau auch laufen kann, sonst Bodenkontakt. JEDER Sturz
muß dokumentiert werden, und wenn er mit Darmentleerung
einhergeht, wird schon mal ein halbes Zimmer samt Interieur
in Mitleidenschaft gezogen. Die Pflegekraft mutiert zur
Reiningungsmaschine. Ich krauchte, weil die dämlichen Wischfeen
keine Wischlappen dalassen und mir der bloße Schrubber nix nutzt,
mit Lappen auf dem Zimmerboden herum und beseitigte das braune
Chaos. Zweimal die uneinsichtige, weil demente Patientin
gesäubert (teilgewaschen), Bett bezogen, etwas Schimpfe, die
bei Dementen überhaupt nichts bringt. Die vermaldeite Klingelei
nimmt in manchen Diensten krasse Formen an. Wie gestern.
Fenster auf, Fenster zu, Wasser am Automaten holen, aufs WC
begleiten, vorher Schuhe anschnallen, Rollator in die Pole-Position
and go! Oder auf den Nachtstuhl
[15:30] "In den Zimmern Öfen, die mit Kohle beheizt wurden, die im Winter aber die Räume nie so richtig warm bekamen, weil die Fenster undicht, die Briketts mehr Dreck als Kohle und die Räume sehr hoch waren. Beim Fenster putzen durfte man die Mauer nicht berühren, weil diese sonst zerbröselte. Im Hof spielten die Ratten. Und das war nicht nur in unserer Straße so. Das ging mir mal wieder so durch den Kopf. Vielleicht hätte man kurz nach dem Mauerfall einige Straßen in den Städten im DDR-Zustand konservieren sollen, als Anschauungsmaterial." (Auf der Durchreise) ^
[08:44] Das Problem, Phänomen und den Begriff Cloaking bei Claudia Klinger kennengelernt (▸Nie zuvor gehört): ▼ Der Trailer zu "Lügen über meine Mutter" hat mich gecatcht. Ich mag Filme, die ein Zeitkolorit haben. "Der Junge muß an die frische Luft" oder "Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" fallen mir spontan ein. 70/80er Jahre, die Zeit meiner Kindheit und Jugend. ▼ Wortperle: Liturgie = Drehbuch für katholische Zeremonien (Kaltmamsell) ▼ Auch im September habe ich aus dem Fenster geguckt. Kleine Auswahl der Wolkenfotos auf Pixelfed. ▼ Leipzig hat ein Oktoberfest, zu dem sich offenbar manch Knacker bemüht. ▼ Parkplatz für jüngere und ältere Nichtmotorisierte. Im Zoo Leipzig. ▼ Verpixelt: Mit einem Freund im neuen Roboterrestaurant gewesen. Nur gucken, nicht anfassen. ▼ Laßt mich raten. Es wurde doch geraucht. Leipzig, am Technischen Rathaus. ▼ Kommentar beim Postwestfalen: "Urinanreicherung" ist nicht nicht so weit hergeholt. Bei unseren nephrologischen Patienten versiegt die Quelle oft und wird künstlich angekurbelt. Ich werde die Diurese durch Diuretika ab sofort Urinanreicherung nennen. ▼ Textperle: "Liebe Laichgemeinde! Kwuégg!" ▼ Jagoda Marinic beendete die Sommerpause und traf in ihrem Podcast "Freiheit de Luxe" den Schriftsteller Ingo Schulze. ^
[09:54] "Es kommt ja nicht darauf an, wie du einem Menschen zuerst begegnest, sondern in welcher Stimmung dich dieser Mensch wieder verlässt. Dich und diese ganze verdammte Welt." (schizophrenist)^
[09:11] Die Pressepfarrerin war auf dem "BarCamp Kirche online 2026". Ich erfahre. wo und wie weit KI in der Seelsorge Anwendung findet. Selbst in der Liturgie. Mit der KI-Assistenz "LiturgAI" Gottesdienste vorbereiten. Bei "Dein liturgischer Arbeitsplatz" konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Interessant der Status quo bei Social Media. "Viele nutzen Reels wie Fernsehen, während der Algorithmus Mühe hat, weil er so viel Material gar nicht mehr liefern kann, wenn immer weniger posten." Ob das stimmt? Ich habe den Eindruck, daß AI-Slop gerade die Timelines flutartig verschlammt, so daß man mental ziemlich waten muß, um voran zu kommen.^
[08:36] Weltweit erster Großroboterpark (Chimelong Spaceship Park) für Besucher in China. 300 humanoide Roboter, die 100 verschiedene Sachen machen. Tanzen, Sport, Kampfkunst, Malen, mit den Besuchern interagieren. Bis zum Jahresende sollen im Freizeitpark 1000 Roboter herumhampeln. Indes ich solche Nachrichten sehe, schießt mir unwillkürlich ins Hirn: Die sind uns so weit voraus, da sehen wir nur noch die Kondenstreifen. Nicht nur Robotertechnik, auch wie sie Infrastruktur errichten, Bauprojekte umsetzen. Lame Duck, Germany. Die Zukunft hat längst begonnen. Wir aber brauchen Jahre für den Neubau einer eingestürzten Brücke, schauen neidisch auf baltische Staaten, in denen Behördenkram längst digital vonstatten geht. Uns haben die Abgase der Verbrennerauto offenbar das Gehirn vernebelt.^
[10:25] "... kamen wir auf das Thema Ende der Menschheit zu sprechen, wobei wir uns einig sind, dass der Mensch schon sehr weit fortgeschritten ist in seinen Bemühungen zur baldigen Auslöschung der Spezies. Die Frage ist nur noch, wann und wie. Im Falle eines Atomkriegs hoffe ich auf so viel Vorlauf, dass die Zeit reicht, um aus dem Keller die besten Weine zu holen und im Beisein meiner Lieben mit dem Glas in der Hand in angenehmem Rausch das Ende abzuwarten." (Postwestfale) ^
[10:20] "In den verschärften Strafvollzug, wo die ganz Gefährlichen sitzen, die eine Prognose haben wie unser Klima." (schizophrenist)^
[09:57] "Keine Künstlerin und kein Künstler der Welt ist verpflichtet, ihre oder seine politische Meinung öffentlich zu äußern. Schon gar nicht in einem gruselig komplizierten, hitzig diskutierten Konflikt, in dem es allen Anlass gibt, die eigene Urteilskraft immer wieder in Zweifel zu ziehen. Einem Konflikt, in dem nahezu jede Äußerung wütende Reaktionen von Menschen hervorruft, die es besser zu wissen glauben. Einem Konflikt, in dem der Streit über Begriffe wie 'Völkermord' oder eben die Frage, wer auf der 'richtigen' Seite steht, vielen Menschen in Europa und den USA den Blick auf die reale Verzweiflung vieler Israelis und Palästinenser zu verschleiern droht." (schizophrenist / SPIEGEL 39/2026) ^
[09:50] "Man wird den Katholizismus nie mehr los, er ist wie Pommesfett. Er geht durch die Haut und man müffelt immer danach." (Recomment) ^
[09:41] "Der Pater am Steuer. Der Mann hatte möglicherweise seinen Führerschein in der Weihnachtslotterie des Vatikans gewonnen, fuhr auf jeden Fall wie eine gesengte Wildsau. Eine Mitfahrt auf dem vorderen Mittelsitz war eine echte Mutprobe: Da ein VW-Bus keine Motorhaube hat, sah man der Stoßstange des Vorderwagens, der knapp verpassten Hauswand, der Leitplanke, kurz: dem Tod direkt ins Auge. Zudem betete der Pater gerne mit uns weiteren Insassen während der Fahrt Rosenkranz oder hob zu singen an, die meiste Zeit mit Blick nach hinten, um seinen Mitfahrern herzerfrischend und beseelt zuzulächeln. Ich hatte auf jeder Fahrt die Vision einer himmlischen GSG9 aus gepanzerten Engeln, die losgeschickt wurde, sobald sich der VW-Bus in Bewegung setzte. Anders konnte ich mir nicht erklären, dass der Pater nie verunfallte." (Kaltmamsell) ^
[09:22] Herr Buddenbohm schreibt über die Vorstellung eines Totalverlustes des Hab und Guts durch Brand, Hauseinsturz. Komischerweise bin ich da anders gestrickt. Vielleicht, weil ich 60 geworden bin und früher wohl auch mit dem Schicksal gestruggelt hätte, gewiß doch. Ganz im Gegenteil spüre ich den Wunsch nach tabula rasa. All den als Ballast empfundenen Kram los zu sein! Ich hänge nicht mehr an Archiven, Papieren, Fotoalben. Wenn die gesamte, mehrtausendbändige Bibliothek vebrannte, so what? Wenn der PC zurückbleiben müßte mit den Materialien für die Webseite, den früheren Versionen, wenn meine Tagebücher aus der Jugend verbrennen würden, das Konvolut an Briefen, das ebenfalls aus der schreibwütigen Jugend im Dachboden in einer Kiste verwahrt wird. Wenn alles verbrannte, wäre ich nackt, aber frei. Die Chance für einen radikalen Neubeginn. Ich habe alles, was ich brauche und will, im Kopf. Und manchmal bin ich leicht verärgert, daß mich so gar kein Feuer von der Bürde des Besitzen all dieses Klumpatschs befreien will. Merkt man, daß übermorgen Franz von Assisi gefeiert wird?^
[14:53] Im Leipziger Hauptbahnhof kocht seit kurzem ein Roboter im angeblich ersten Roboterrestaurant Deutschlands. Das heißt, einer kocht, ein weiterer Kamerad mimt den Bartender. Gerichte als Bowls mit verschiedenen Arten Porridge, Spaghetti Bolognese, Kaiserschmarrn, Asianudeln. Preislich zwischen 6 und 13 Euro. 80 bis 120 Gerichte kann Meister Blech pro Stunde zubereiten. Er wird nicht nervös, wenn er beobachtet wird. In China eröffnete im vergangenen Jahr ein Roboterrestaurant; im kroatischen Zagreb waltet seit 2023 ein elektronischer Koch.^
[14:12] Mit der Restfamilie seit Jahren mal wieder im Leipziger Zoo gewesen. Feuerland hatte im September 2026 bereits eröffnet und die Robben zeigten sich im Wasser wendig und allseits gelehrig. Falls sich jemand fragt, wo die ganzen Spatzen geblieben sind. Alle, alle sind sie im Zoo. Zumindest in Leipzig. ▼ Spaziergang Ende September mit der Aktivgruppe im Clara-Zetkin-Park. Zuerst zur Dahlienterasse, zum Inselteich und dann am Elsterflutbecken entlang. Paddler bei der Arbeit beobachtet. ^
[07:34] Der Betonflüsterer wettert gegen das Spießertum. Ich verstehe, was er ausdrückt, wenn ich all die Gefühle und den Ekel aus meiner Jugend zurückhole. Der innige Wunsch, nicht so zu werden wie die Angepaßten mit Job, Familie, Kindern, Eigenheim, Protzauto und Dackel. Das flehentliche Gebet "Herr, laß mich nie so werden! ist erhört worden. Ich wurde nicht so. Ich besitze weder Haus noch Eigentumswohnung, ich habe keine Kinder, keine kuschelige Kernfamilie, keinen SUV vorm Haus. Mich verschlug das Schicksal UND ich selbst in so ganz andere Weise ins Abseits, daß ich zwar alle Kriterien eines Nonkonformisten erfülle, das Glück gleichwohl außen vor blieb. Ich erkenne, daß Spießersein nicht unbedingt an Äußerlichkeiten festgemacht werden muß. Geistige Lebendigkeit geht unter allen Umständen, an allen Orten, in allen Lagen. Der Geist entscheidet, ob ich festgefahren bin oder aufgeschlossen und Neuem zugewandt, bereit, für Überraschungen zu sorgen oder Überraschungen entgegenzunehmen. Das Dasein als Glasperlenspiel, vielfältig und bunt hängt nicht daran, wie meine Hütte aussieht und ob ich allein oder gemeinsam einsam bin. Die Redewendung "Jeder ist seines Glückes Schmied" hasse ich zwar, doch sagt sie genau das: Du entscheidest, wer du bist. Und: Änderung, Neuanfang ist jederzeit möglich. In den Kommentaren las ich: "... empfiehlt es sich (...), den sogenannten 'Freundeskreis' alle paar Jahre einer Großen Säuberung zu unterziehen, mit besonderem Fokus auf kleinbürgerliche Rechtsabweichler. Danach wird das Leben besser und fröhlicher sein." Meine Erwiderung: "Das muß man sich leisten können. Großartig zu säubern gibt es ab einem gewissen Alter bei entsprechendem Vorleben nicht mehr. Ich bin froh über jeden Freund, der nicht davon gerannt ist. Spießer ist man eher im Kopf. Der Vorteil bei solchen Events ist bei mir, daß ich am Ende etwas froher zurückkehre in der Gewißheit, ganz anderen Zwängen ausgeliefert zu sein als die Dackel-Haus-SUV-Fraktion."
[07:03] "Ich dagegen habe nur ein Erste-Hilfe-Set. Irgendwo haben wir es jedenfalls. Über dessen Verräumungsort müsste ich allerdings definitiv auch länger nachdenken, als es beim Verwendungszweck passend erscheinen kann." (Maximillian Buddenbohm)
[21:32] Die Sache mit dem Deutschlandticket ist so wie die mit dem Frosch im Topf, dessen Wasser ständig wärmer wird. Auch wenn das nur eine Mär ist, so zappele ich wie er und weiß nicht, bei wieviel Grad ich rauspringen und kündigen werde.
[21:10] Repost: "Wenn ich mich früh mal so richtig selbst erschrecken will, hänge ich mir abends immer einen kleinen Zettel an den Zeh."
[17:51] "Hartmut Rosa untersucht in 'Situation und Konstellation', wie Richtlinien und Bürokratie in der verwalteten Welt Ohnmacht erzeugen - und was dem entgegengesetzt werden kann. Richtlinien, Formulare, Algorithmen, Apps, die jeden Einzelfall in Raster pressen, erzeugen ein Klima, in dem Erfahrung, Augenmaß und Urteilskraft verkümmern. Freiraum schwindet. Die Moderne hat sich, wie Rosa schreibt, 'totsieg*t' - immer mehr Regeln, immer dickere Gesetzbücher, immer weniger Raum für lebendiges Handeln. Das Ergebnis ist Ohnmacht: ein kollektiver Burnout, der Menschen erschöpft, entmutigt und anfällig macht für jene 'Idole verwegenen Handelns', die autoritäre Lösungen versprechen. Eine Welt, die nur noch vollzieht, statt zu handeln, verliert die Fähigkeit, sich selbst zu steuern - und öffnet den Populisten die Tür." (schizophrenist)
[17:46] "Ist denn nicht die Mühe, die wir zur Verwirklichung unserer Wünsche aufwenden müssen, das, was uns auf das wirklich Wichtige, Wesentliche fokussieren lässt? Was verhindert, dass jeder vorübergehende Wunsch sofort materiell wird? Aufwand als Gegengewicht zum Ressourcenverbrauch. Aufwand als Filter gegen Wunsch-Slop." (Konnexus)
[16:43] "Bestimmte Abläufe sind Routine, dennoch existieren Checklisten, die auf jedem Flug abgearbeitet werden. Nach 27 Jahren Türverantwortung in Flugzeugen öffne ich sogar Terrassentüren erst, nachdem ich mich versichert habe, dass sie nicht in flight stehen." (Frau Klugscheisser)
[15:36] "Die Wissenschaft hat eine auf den ersten Blick ziemlich seltsame Bezeichnung für Jugendliche gefunden, die weder in die Schule gehen, noch eine andere Art Ausbildung machen, noch erwerbstätig sind. Sie nennt sie 'Neets' - das steht für 'not in education, employment oder training'." (schizophrenist). Sogar das Statistische Bundesamt kennt sie, die Vogelfreien, die NEETs.
[16:33] "'99 - Nicht einsteigen' lautete die Zielbezeichnung eines Linienbusses, darin zahlreiche Fahrgäste. Vielleicht Analphabeten." (Alltägliches & Ausgedachtes)
[15:44] Vanessa Giese hat eine Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft verfaßt, für die Dank zu sagen ist. Bravo! Dies gelesen zu haben, bedeutet, zwar wissender zu sein, aber auch deprimierter. Die Situation ist meines Erachtens derart ver/festgefahren, daß für mich wenig Hoffnung besteht, sie konstruktiv aufzudröseln. Ich fürchte, die Option mit dem Gordischen Knoten wirkt populärer. Die Mechanismen, welche hiérzulande zur Radikalisierung führen, sind eingebettet in einen weltweiten Rechtsruck und hat gewiß noch weitere Ursachen als nur unser popeliges deutsches Mimimi. Die Demokratie ist im Rückzug. Die Zusammenhänge erschließen sich mir nur bruchstückhaft. Vanessas Beitrag mit dem knackigen Titel "Meine 5cent zur politischen Situation - ohne, dass der Name des Kanzlers vorkommt" ist allemal erhellend und nochmals: Bravo!
[14:40] An der Homepage fallen mir immer wieder Mängel auf, die ein übles Gefummel heraufbeschwören, bei dem ich ohne KI aufgeschmissen wäre. Das Try and Error bei Layoutanpassungen, ist und bleibt nervenzehrend. Als Trainee von Gemini, das als HTML/CSS-Korrektor sicherlich schon einen Schweißfilm auf der Platine hat. Sorry.
[14:28] Phänomen Ausschlaftag. Er ist der normativ freie Tag nach Beendigung eines Nachtdienstzyklus. Der Schlaf dauert unterschiedlich lang. Als junger Erwachsener konnte es passieren, daß ich 12 Stunden durchschlief. Aktuell changiert die Spanne zwischen 4 und 6 Stunden. Im Schnitt wache ich zwischen 13 und 15 Uhr auf und habe Jetlag. Der Körper kämpft und weiß nicht recht. Das Gehirn tut, was es immer gerne tut: Energie sparen. Der Blutdruck zeigt an, daß etwas im argen liegt, was sich Normalität erhofft; denn Nachtarbeit gibts erst seit der Vetreibung aus dem Paradies. Im Schweiße deines Angesichts, in der Dunkelheit der Nacht! Allumfassend Jetlag- oder Katergefühl, rundweg für die Katz. Ein typisches Anpassungsgeschehen im Biorhythmus, nicht angenehm, aber unvermeidlich. Trotz des nominellen freien Tages verfügt man nur über so viel wache=freie Zeit, wie wenn man von einem Frühdienst nach Hause käme. Überdies verbringt man diesen verstümmelten Rumpftag indolent mit Gehirnnebel, Gähnanfällen und Konzentrationsschwierigkeiten sowie einer generellen Energie- und Lustlosigkeit. Stets zuerst konzentrieren, wenn ich mit Bestimmtheit den aktuellen Wochentag benennen will.Kurzum: der kann weg!
[14:17] Letztens auf dem Leipziger Hauptbahnhof, als ich einen Freund abholen wollte. Während ich auf den ICE 601 aus Berlin wartete, Menschen am Gleis beobachtet. Weil ich direkt an den Anzeigetafeln stand und sich infolge der Verspätung das Gleis von 11 auf 10 geändert hatte, sah ich die Spannbreite menschlicher Reaktionen auf diese Überraschung hin. "Drecksverein" rief ein Mann. Wenn Pärchen, dann Mann eher schwer von Begriff, Glotzt Homer-mäßig auf die Tafel und man sieht das Gehirn quasi rödeln, während die Frau mit sichtbarer Konzentration die Lage erfaßt und dann handelt. Menschen allein reagieren vielfältiger. Je jünger, desto trittsicherer. Mir wurde nicht langweilig und ich hätte glatt Eintritt für das Theaterstück bezahlt. Eine Beschreibung, welche ich vor der Wende nicht verstanden hätte: Reisende rollkoffern. Eine Merkwürdigkeit, daß der Rollkoffer so spät in der Geschichte reisender Menschen erfunden wurde.
[14:03] Als ich kürzlich mit einem Freund an der Gepäckstation im Erdgeschoß des HBF stand, rief mein Vater an, was absoluten Seltenheitswert hat und bei mir sofortigst alles verfügbare Adrenalin einschießen läßt. Leider hört er nix und brüllte nur ins Telefon "Ich höre nichts. Etwas ist schiefgegangen." Deratige Ungewißheit ist schwer erträglich und Radikale Akzeptanz nebst Anwendung diverser Atemtechniken notwendig. Statt den Freund gebührend zu verabschieden und am Bahnsteig winkewinke zu machen und die Tränen aus dem Schneuztuch zu wringen, hetzte ich nachhause. Und als ich schließlich in die Wohnung hechtete , lag Vaddern seelenruhig im Bett und hatte vergessen, worum es ging.
[09:16] Aus dem Tagebuch: "Bis Mitternacht hielt ich durch, dann übermannte mich die Müdigkeit und, Radio hörend. entwich ich dieser ziemlich bedrückenden Welt mit ihren unfaßbaren Zuständen, die doch so einfach zu beseitigen wären, wenn es nicht Dummköpfe gäbe, denen immer wieder die Macht zufällt und die unsere so schöne Welt verhunzen. So gesehen, ist jeder Schlaf ein notwendiger Rückzug, eine Zäsur von der ganzen Kacke.
[08:53] Sonntags hat Aldi am Hauptbahnhof von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Nach nur 1 Haltestelle fuhr die Straßenbahn nicht weiter. 15- minütiges Warten bis zur nächsten Bahn, die erst weiter fahren konnte, als die defekte Bahn weggeschubst worden war. Auch am Sonntag Radikale Akzeptanz trainieren, so wichtig! Sobald man Zeit hat und nicht hetzen muß, gefallen einem die Leute besser, weil der eigene Blick anders ist. Beobachten und an den Kleinigkeiten erfreuen. Wenn Farben zusammenpassen oder kontrastieren oder sich häufen. Sind Kinder anwesend, ist es gebührenfreies Fern- bzw. Nahsehen. Die Freaks einer Stadt sind sowieso einen Hingucker/hörer wert. Wenn ich Zeit habe, genieße ich diese audiovisuelle Vielfalt. Draußen tirilliert ein einzelner Vogel und die Sonne strahlt. Kurzzeitig mußte ich mich besinnen, ob nicht doch Frühling ist. Irgendwo bellte ein Hund, ich bin möglicherweise in einer Geschichte und werde erzählt.
[08:33] Am letzten Sonnabend ging um 15.30 Uhr der Kalenderalarm los, indem Heavy-Metal-Musik anspringt und ich ganz sicher vor Ohren geführt bekomme, daß nichts weiter zu tun ist, als alles fallen zu lassen, in die Klamotten zu springen, die Tasche zu checken, die Fenster zu schließen, Brillen zusammenzusuchen, Kopfhörer in die Ohren zu rammen und das Unterwegsprogramm zu initiieren. Variante A führt zur Haltestelle; Variante B als seltenere Abwandlung ließ mich vorm Haus warten; ich wurde 16.30 Uhr abgeholt. Bei Taucha auf dem Landgasthof Graßdorf mit Gestüt, um den 60. Geburtstag eines Freundes aus der "Pflegegang LK3/91" zu feiern. Ein freundlicher und fixer eigener Barkeeper sorgte für flüssigen Smalltalk, ein Büffet bot Wildgulasch, grüne Bohnen, geschmorte Gemüsevarianten, Braten, Pellkartoffeln, ein Nudel-Beilagen-Mix, gefüllten Lachs, Käse- und Wurstplatten sowie, der Hammer, frisches Gehacktes, das reichen Zuspruch fand. Ich hielt mich an alkoholfreien Wein und Weizenbier. Bis 1.30 Uhr gequatscht und gelacht und aufgekratzt ins Bett gesunken und bei Radio nach schätzungsweise 20 Minuten entgegen meinen Erwartungen eingeschlafen. Die Inhalte der Gespräche betrafen auch die Arbeit. Unser Freund ist Psychologe im geriatrischen Spektrum; anwesend waren zudem Ärzte, Globetrotter, Krankenschwestern, Psychologen. Ich genoß die entspannte Atmosphäre der Feier, die vielen anregenden Gespräche und auch die erheiterten Reaktionen auf meine Scherze. Während ich diesen Beitrag schrieb, hörte ich im DLF über Feste von "rauschhafter Gemeinschaft", von Teil eines größeren Ganzen sein, von in die Welt des Außeralltäglichen eintreten, von organisiertem Exzeß. ▼ Bei der Geburtstagfeier vorgestern lag ich den anderen, meist Gleichaltrigen in den Ohren, wie sich die Zeit bis zur Altersrente alternativ gestalten ließe. Immerhin waren Globetrotter dabei, die gerade die gesamte Seidenstraße hinter sich haben, wobei mich weniger die Reise als eher die organisatorische Seite fasziniert. Wie regelt man seine Arbeit, wie ist man versichert? Fazit: Ich muß meine Faulheit überwinden und sowohl die Personalabteilung für Auskünft hinichtlich Rentenoptionen kontaktieren als auch andere beratende Instanzen eruieren. Ick habe die Faxen dicke, dit kann ick euch sachen.
[08:07] Vom Grundcharakter sind Tage mit Termin(en) anders geartet. Das, was noch kommt, flirrt wellenartig ins Hirn und beschneidet das Gefühl der Freiheit, Macht über die Zeit zu haben. Fragen rauschen als Hintergrundmusik. "Wie wird es werden? Was brauche ich für diesen Termin? Vergiß das nicht, vergiß jenes nicht! Wann muß ich nochmal los, um pünktlich zu sein? Wo ist das überhaupt und wie komme ich hin? Komme ich möglicherweise besser und schneller hin? In dieser Zeit, mein lieber Markus, wirst du nicht am Computer sitzen und all die Dinge, die dir solchen Spaß machen, NICHT tun können. Der Gedankenkreisel läuft an Tagen mit einem Termin kaskadenartig ab und stiehlt ihnen eine gewissen Grundruhe und Unbefangenheit. Keine Reflektion, keine Therapie vermochte diese Wuschigkeit auszuräumen; sie ist lediglich verringert worden und kann an Tagen, an denen ich mich weniger im Griff haben, dominieren.
[18:43] Ein Tag der offenen Tür wird nicht gerne gesehen in der HVA und bei der Lufthansa.
[23:41] Rebloggeria. Manche Texte sollten laut gelesen oder gleich ganz auswendig gelernt werden. Wer sagt, daß sich die Blogoshäre in der Agonie befindet, sucht nur nicht richtig. ▸ "Vorprägungen".- "Die Beifängerin" steuert verläßlich Kluges bei: Werkseinstellungen, "Familie, Ehe, Sorge", 1, 2, 3, 4, 5.
[22:22] Humor aus dem wahren Leben. Die Kirche steigt ins Bestattergeschäft ein. In Heidelberg eröffnete mit Libera Bestattungen das erste kirchliche Institut. "Auf der Durchreise" meint: "In Zeiten nachlassender Kirchensteuereinnahmen zählt jeder EURO!" Am witzigsten finde ich die Vorstellung, daß Kirche, die traditionell eine Richtung "bedient" - nach oben / Himmel - jetzt in die andere expandiert - nach unten / Erde. ICH hätte den Laden nicht Libera, sondern "Oben + Unten" genannt.
[19:14] Bei den Textperlen empfehle ich komplette Texte zur Lektüre. Heute "Der gemeine Pilztod". (Der Beweis) ▼ Holger von Teures Papier hat mich überrascht und ein Tagebuchposting veröffentlicht. ▼ Die Gruppe Sky kannte ich nicht. Gerade das Stück Toccata verband ich unweigerlich mit der niederländischen Gruppe "Ekseption", die 1973 mit ihm auffiel. Wie ich sehe und mir eigentlich hätte denken können, wurde Bachs Stück zigfach gecovert. ▼ ix hat eine Zeitleiste zur deutschsprachigen Blogosphäre reaktiviert. Die Bibliomaniac List fehlt, mit der ich im Juli 1996 begann. ▼ Beruhigend für mich und meinen PC-Opi: Microsoft verlängert Windows 10 Updates um ein Jahr. ▼ Zwei neue Schenkelklopfer einsortiert. ▼ "Ein freier Mittwoch strukturiert die Woche auf eine sehr angenehme Art." (Felix Schwenzel) ▼ Claudia Klinger mit Neuigkeit rund um KI. ▼ "Hier postete, wer atmet. chrrp ist ein soziales Netzwerk OHNE KI und Algorithmen. ▼ Die Landlebenbloggerin gibt wichtige Hinweise für die Familienplanung und wünscht uns allen Frohes Fest!
[18:32] "Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den Spaghettikürbis aus Ernteanteil, er testete ein Rezept mit Speck-Sahne-Sauce (das ich nie 'Carbonara' nennen würde, drohendes Einreiseverbot nach Italien)." (Kaltmamsell)
[17:35] "Im Unterschied zu Mücken schlage ich Menschen, die mir auf die Nerven gehen, nicht sofort tot, weil es einerseits durch die gesellschaftlich genormten Rahmenbedingungen zu viel Folgeärger nach sich ziehen würde." (Frau Anje)
[11:11] Der Betonflüsterer lag in der modernen, Physiotherapie geheißenen Folterkammer, auf eine Pritsche festgeschnallt: "Ich hasse gregorianische Gesänge noch mehr als Panflötenindianer. (...) Später verschwanden die gregorianischen Gesänge zu Recht aus der Öffentlichkeit und fristen seitdem ihr Dasein in den zwölf Millionen Yogastudios von Prenzlauer Berg." In den Kommentaren: "Das geschieht ausschließlich aus LIEBE zum Patienten! Und nur und ausschließlich aus LIEBE prangere ich den Gebrauch von Panflöten im nicht indigenen Kontext sowie den Gebrauch von Meeresrauschen für Landeier an!"
[13:05] "Der schleichende Verfall des Anstands, das Einsickern des Unsagbaren in den Alltag. (...) Er notierte, wie Worte nicht nur härter wurden, sondern wie sie das Denken selbst umformten. (...) Für Klemperer war Sprache das erste Werkzeug der Enthemmung. (schizophrenist)
[12:20]
Der schizophrenist hat eine Version der KI-Apokalyspe
imaginiert,
die uns klar macht, wie bedachtsam und zittrig wir einen Prompt schreiben sollten.
▼
"Der Beweis"
möchte,
daß die Sprechstunde in Sprechminuten umbenannt wird.
▼
Jahrgang 1953 kommt mit einem
Überblick
über alle bisherigen Trainer der Fußballnationalmannschaft.
▼
Spagetthi kochen und wie Prominente
sie aßen
▼
Herr Buddenbohm sah es und ich LAS bei ihm erstmalig, daß Menschen Fastfood
mit Handschuhen
essen. ▼ Neue
Wortperle
in der Kulturpresseschau gehört = Gähneration.
▼
"Unser Leben ist ein Noch-Nicht-Sterben." (Dota Kehr)
[10:31]
"Die Elterngeldstelle gratuliert nach sieben Monaten zur Geburt
unserer Tochter. Ich werde nie wieder ein schlechtes Gewissen
haben, wenn ich jemandem nachträglich alles Gute wünsche."
(Elchgeweih)
[07:57]
"Nur eine Woche vom Schwimmen im Freibad bis zu Handschuhen auf dem Fahrrad." Mit dem
wunderbaren Vorbau "Saisonale Bemerknisse" (Vanessa Giese)
[07:00]
Mein Kühlschrank hat den Eiskaffee wörtlich genommen. Oder ich ihn nicht rechtzeitig aus dem Gefrierfach.ΔIn Bitternis getränkte Bejahung des Lebens