Einsammelbuch (83) [<<] [>>]
Miszellen eines Monomanen

Mittwoch, 10. Juni 2026

[20:56] Ein Vortrag des Soziologen Detlef Pollack bringt der Hörsaal zur Frage "Warum so viele die AfD wählen". Ziemlich fatal ist seine Einschätzung, daß die Politik in der Klemme ist. Sie wird nie leisten können, was die Menschen erwarten, weil sie eine nicht zu befriedigende Anspruchshaltung entwickelt haben. Sie sollte deshalb ehrlich sein und dem Volk die Grenzen so aufzeigen, wie únd wo sie verlaufen. Vertiefend läßt sich der Vortrag von Teresa Völker beifügen, der ausführt, wie es dazu kam, daß rechtsextreme Parteien Themen bestimmen.

[20:41] "Mokka-Hits und Milchbar-Träume" (Teaser) ist eine Revue aus Musik, Tanz, Kabarett, die den Soundtrack von 40 Jahren DDR nachbildet. Ein Kessel Buntes 2.0 von Axel Ranisch und Adam Benzwi. Uraufführung am 14. Juni 2026 im Berliner Schillertheater. Im DLF gab der unglaublich sympathische Axel Ranisch Auskunft und macht einen den Mund wässrig. Bis dahin höre ich Thomas Natschinskis Evergreen "In der Mokka-Milch-Eisbar". Bei radio3 wird die Uraufführung am Sonntag um 20 Uhr live übertragen.

[16:56] Personalumkleiden sind ein Hort des Unerwarteten. Wenn man sich auf die Schnelle nicht gleich im Treppenhaus umzieht. Oder jemand seinen Schuhschrank deponiert. Oder eine lose Venenkanüle herumliegt. Ist ja nur ein kleiner Piekser. Am ehesten zu verstehen ist der Dildo, dessen Einsatz nach einem stressigen Dienst auf Station nicht abwegig erscheint bzw. kategorisch zur kreativ-entspannenden Pausengestaltung gehören kann.

[16:47] Ein bißchen demütigend ist es schon, wenn der Wege/Transportdienst per Scancode die Aufträge bestätigen muß. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Der Arbeitnehmer gewöhnt sich bestimmt daran; am Anfang stachelt das Mißtrauen nur etwas. Big Arbeitgeber is watching you.

[12:00] Entzückend in mehrfacher Hinsicht. Nachbarschaftsinitiative, gemeinsam Fahrräder in Schuß bringen. Und dann der Name "Pedalogie", Reminiszenz an eine dort zuvor befindliche podologische Praxis. Sprachspiele (Rad & Rat), Gemeinschaftssinn. Hier im Kiez.

[11:05] Der französische Singer-Songwriter Plumes (Loris Assadian) spielt für Tiere. In Bauernhöfen, Zoos, in freier Natur. Ob nun vor Kühen oder Elefanten, Er wird weltweit gebucht. Musik für die geknechtete Kreatur, warum denn nicht auch für Tiere

[07:00] (aus Müdigkeit) "verzittertes Kaffeepulver auf dem Küchenboden". (Herr Buddenbohm)

[06:40] Gestern war Dienstag, zweiter freier Tag von sieben. Dienstag heißt seit einiger Zeit: 11 Uhr Aktivgruppe. Nachdem ich 2025 endlich Hilfe durch eine Psychiaterin in Anspruch genommen hatte, band sie mich in eine Gruppe am Helios-Parkklinikum Leipizg-Probstheida ein, die sich wöchentlich für 90 Minuten trifft, um gemeinsam etwas zu tun. Alternierend am Klinikum selbst (Spiele, Spazieren, Kochen, Brunchen) und aushäusig für Museen, Parks, Spaziergänge, bestimmte Orte aufsuchen. Aktivität = Struktur als Casus knacktus bei Menschen mit Depressionen. Eine Sozialarbeiterin steht uns zur Seite. Gestern stiegen wir auf den Fockeberg. Fotos folgen. Das Bergchen ist künstlich errichtet, indem ab 1947 Bauschutt der Leipziger Kriegsruinen abgeladen wurde. In den 60ern wurde das Areal begrünt und ist heute ein lauschiges, erholsames grünes Plätzchen in der Südvorstadt und wird offenbar fürs Mountainbiking genutzt.

[06:00] Hier läuft spanische Renaissancemusik. Unverhofft als Programmansage ein Stück namens "Zum Ekel ist mein Leben mir geworden". SO kann mir der Tag beginnen!

[05:48] In der Kulturzeit vom 7. Mai 2026 ein Bericht über Bauen mit Erde. Im Senegal wurde das neue Goethe-Institut so errichtet. Das heißt, hybrid: Betonskelett und rote Lehmerde. Es muß der deutschen Baunorm entsprechen. Der Priztgerpreisträger Diébédo Francis Kéré ist ein Akteur des Bauens mit Lehmerde und spricht anläßlich seines Buches "Building Stories" über "Architektur, die über Menschen, Glück und Zufälle spricht".

[05:40] Freier Tag 3/7. Tage ohne Alkohol: 3830.

Dienstag, 9. Juni 2026

[05:43] Ausgerechnet die Kurz- und Kürzestbeiträge kommen seit heute mit 2 Permalinks daher. Einer verweist auf den gespiegelten Inhalt und dieser führt wieder hierher.

[21:54] Meine musikalische Abschlußprüfung bestand ich damals übrigens "summa cum laute".

[20:07] Die Fensterblicke sind weiterhin auf X, heute mit viel Sonne und beim Hofblick sehe ich prachtvoll blättrige Bäume in beachtenswerter Sommerschönheit. Einen anderen Fensterblick poste ich auf Pixelfed, weil Farbe. Orange bis rot durch die reifenden Kirschen und den Laubbläsern, die den Morgen akustisch untermalen. Im Archiveintrag sind die Links zu den Fenster-Fotos vergangener Jahre.

[18:08] Weil ich in "Im Schatten bloggen" zu sehr zu mir abdriftete, hier noch Reaktionen auf Horst Schultes Post über die Blogosphäre, die auf das Bloggen in Zeiten von Podcasts und Social Media eingehen: Alexander Matzkeit, Steffen Voß, Pflugblatt. Ich lese Blogs wieder intensiver und regelmäßiger und mag es, wenn gemeinsame Vorlieben oder Abneigungen ausgesprochen werden. Aber auch Dinge, die mir gänzlich fremd sind, kennenzulernen. Meine Neugierde wird durch die Blogosphäre aufs Wunderbarste befriedigt.

[17:28] Wenn ich nochmal von vorne beginnen könnte, würde ich in Sachen Musik abbiegen und Klavier lernen. Schielte immer neidisch auf diejenigen, die es können. Und Frau Klugscheißer (= Piano Woman) versorgt uns mit Detailkenntnissen, die es braucht, wenn man oder frau spielt.

[17:10] Ein Haus auf einer Hebebühne, in den 90ern erbaut. Leider funktioniert es nicht mehr, tat es früher. Der Erbauer Annunzio Lagomarsini wollte mit "La Casa Volante" das Meer erblicken können. In der Schweiz (Renens, Kanton Waadt) läuft noch bis zum 21. Juni die Ausstellung "Maisons Meres", in der "utopische und konkrete Architektur" zu sehen ist.

[14:05] Gelernt, daß der Vokuhila auch Mullet heißt. Bundesliga-Frisur sagt man offenbar in Dänemark und Ungarn.

[13:55] Was mich schwer nervt, ist, daß die Wissensnachrichten neuerdings als Poscastgequatsche daher kommen. Jeweils 4 Meldungen, die im Plauderton dargeboten werden.

[13:42] Uns wurde im Klinikum ein Einstellungsstop verkündet. Pflegeseitig sind auf unserer Station zurzeit nur 74% der Planstellen besetzt. Entsprechend dünn ist die Personaldecke pro Dienst, dito das Nervenkostüm.

[13:40] Ich arbeite seit 5 Jahren auf einer teils nephrologischen Station. Daß es HHD (Heimhämodialyse) gibt, wußte ich nicht. Als gängige Praxis fur zuhause gilt die Peritonealdialyse.

[12:54] Der Postwestfale schreibt von sich als "Kleinblogger im Schatten der vermeintlichen Eliten". Was soll dann bitte ICH sein? KleinstMiniNanoBlogger?

[12:14] Gehört: Was Trump so toxisch macht: daß er ein Präsident des 19. Jahrhunderts im 21. sei.

[12:12] Im Nordwesten der Republik gibt auf dem Gut Holsterfeld ein Erdbeer-Drive-in, der durch TikTok ein ziemliches Tohuwabohu verursacht.

[10:01] Nochmal zur Weltschmerz-Folge. Mit "psychischer Lepra" schweres Geschütz aufgefahren. These: Schmerz ist ein Signal. Fehlt es, blendet es die damit korrelierenden Gefahren aus. Oder, im positiven Fall, die Chance zur Veränderung. In einer sattsam heilen Welt fehlte wahrscheinlich der Ansporn. Das Leiden an der Welt bringt auch die Helden hervor, die es bekämpfen. Wissenschatler forschen und finden, wie im besprochenen mRNA-Fall, ruckzuck Heilmittel, wenn einem der Damm gebrochen ist. Daß im Firmennamen "Moderna" bewußt RNA enthalten ist, war mir nie aufgefallen. Ich weiß nicht, ob mich die These beruhigen soll. Ich würde schon gerne einmal in einer Uropie leben und erst dann entscheiden, ob mir langweilig würde. So hängt die Möhre noch vor mir und ich trotte ratlos des Weges.

[07:40] Ich hörte die Folge über Weltschmerz des langjährigen Podcasts Betreutes Fühlen (BF) mit dem Psychologen Dr. Leon Windscheid und Atze Schröder, den ich 2025 entdeckte und sehr, sehr mag. Unser Leiden an der Welt. Ist es notwendig, lästig, vermeidbar? Darin vom empathy perception gap gehört. Sich selbst stufen Menschen meist empathischer ein als andere. Die bei anderen ausgemachte Gleichgültigkeit oder Kälte läßt UNS einsamer zurück, weil wir weniger in Kontakt treten, weniger wagen, dem anderen zu wenig zutrauen. Menschen sind empathisch, sie helfen, wenns nötig ist. Wenn sie gefragt werden. Im Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden gab es Arnold Douwes, einen einfachen Mann, der mit seiner Beharrlichkeit ein ganzes Dorf (Nieuwlande) dazu brachte, Juden zu verstecken. Fast 100 Juden bei nur 1000 Doefbewohner, der reine Wahnsinn. Eine Studie darüber besagt, daß die Menschen stinknormal gewesen sind. Der Clou ist: Man muß gefragt werden. Nächstenliebe, Empathie ist ansteckend. Im Ahrtal hat man es erlebt. Wenn Not am Mann ist, wird gerackert. Ich glaube ans grundsätzliche Gutsein des Menschen, das nur geweckt werden muß. Deswegen braucht es Menschen - im BF-Podcast sprachen sie von Zeros (wie Patient Null bei Epidemien), die auslösen oder als Katalysator wirken.

[06:50] Wieviel Zeit für nichts ins Land geht, sehe ich im Augenblick. Um 5.30 wach geworden, sind 45 Minuten rum, ohne daß meinem Gefühl nach irgend etwas Verwertbares geschehen ist. Lediglich den PC hochgefahren, nebenbei Radio ("Informationen am Morgen"), Downloads von Periodika nachgeholt (u.a. Kultursendungen seit Mai), einem Impuls nachgegangen, den ich schon wieder verwarf, Kaffee kochen (und kalt werden lassen. Und schon ist nahezu 1 Stunde vorbei. Verblüfft bin ich hauptsächlich, wieviel Zeit für und bei verwaltenden Tätigkeiten UNGEFÜHLT vergeht und damit Freizeit kannibalisiert. Immerhin wird das unerklärliche Schrumpfen der Möglichkeiten plausibler. Von der Idee einer Zeitleiste erhoffte ich mir mehr Transparanz, was wieviel Zeit auffrißt, worauf ich mein Augenmerk richten sollte.

[06:48] Freier Tag 2/7. Tage ohne Alkohol: 3829 = 547 Wochen.

Montag, 8. Juni 2026

[19:29] Seit kurzem sind alle Einträge hier verlinkt. Die Uhrzeit zu Beginn eines Eintrages ist mit zwei Links unterlegt. Die Stundenangabe gibt dem Eintrag einen Permalink. Die Minutenangabe verweist (falls vorhanden) auf die Rubrik. Andernfalls werden die Updates aufgerufen. Daß ich diese wunderbare Lösung erst jetzt gefunden habe, verdanke ich dem Betonflüsterer, der moniert hatte, daß sich so schwer Bezug nehmen ließe auf Inhalte des ESB.

[16:32] Nach Nachtdienst 3/3 = Freier Tag 1/7 (Ausschlaftag). Tage ohne Alkohol: 3828.

Sonntag, 7. Juni 2026

[14:12] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 3827.

Samstag, 6. Juni 2026

[19:00] Der Leipziger HBF ist historisch ein Doppelbahnhof, ein Gemeinschaftsprojekt von Preußen (heutige Westseite mit Gleisen 1-13) und Sachsen (heutige Ostseite mit Gleisen ab 14-26).

[18:08] Ich merke, daß ich nie so stringent täglich tagebuchbloggen können werde wie bewunderte BloggerInnen in Hamburg oder München. Ich versuche, Impulse, die unterwegs kommen, per Eigen-WhatsApp zu fixieren, das später am Rechner nachzuarbeiten. Allerdings staut sich das Material, Neuestes fordert die Aufmerksamkeit und verdrängt die Warte/To-do-Liste nach hinten, aber hoffentlich nicht ins Nirvana. Ich bringe meinen Wunsch, gänzlich auf den Brotberuf zu verzichten, spöttisch zum Ausdruck, meine ihn jedoch zunehmend ernster. Ich habe keinen Bock mehr auf Lohnarbeit und liebäugele mit einer Überbrückung bis zur Altersrente in 5 Jahren aus eigenen Ressourcen. Das Leben kann immer vorbei sein bzw. einen Knacks durch Krankheit oder Unfall erfahren, Dann bringt mir ein solides Sicherheitsgefühl auch nichts mehr. Mir schwebt ein Flaneurdasein vor, ein Doppelspiel von Draußensein, Impulse einsammeln, und sie dann in einem zweiten Block verarbeiten. Dann bleibt für die Pflege keine Zeit mehr übrig.

[17:17] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 3826.

Freitag, 5. Juni 2026

[19:04] Fatique. Schlafen oder es wenigstens versuchen, auf alle Fälle liegen, Radio hören, wegdämmern, wieder auf der Sinnesoberfläche auftauchen. So vergeht der Tag. Das permanente Empfinden, zu nichts zu kommen. Zugeschnürtsein, festgezurrt, gefangen und unfrei. Psychisches BDSM. Wie gesagt, ich werfe in diesem neuen Format alles hin und rein, Gefühle, Eindrücke, höchst Subjektives. Wie es ist, wie ich glaube, daß es ist, wie es sein könnte, Träume, wie ich hoffe, daß es nie sein wird. Vor dem ersten Nachtdienst ist immer gebanntes Zuwarten. Trotz 37-jähriger Erfahrung im Pflegeberuf ist die Mulmigkeit kaum geschrumpft. Auf dem Sprung sein, ich kann Geduld in dieser Hinsicht nicht. Ich habe mittags brav mein Pflichtprogramm erfüllt: arte-Journal, MDR-Sachsenspiegel und Brisant von gestern. Gehört Diverses wie Presseschau, Internationales Presseschau, 3 x Kalenderblatt, Politisches Feuilleton, eine Studio-9-Sendung von vor 3 Tagen. Im Verzug sein ist ein Los, welches ich herumschleppe, weil ich an so vielem interessiert, aber unfähig bin, zu priorisieren und das weniger Priorisierte zu streichen. Ein Messie der Möglichkeiten.

[18:57] Wo und welche Rollen spielen wir mit welchen Masken? Bin ich, wenn ich zuhause mit mir allein bin, ich selbst? Rollenfrei? So, wie ich wirklich + eigentlich bin? Während der Gruppentherapie gestern Abend rätselten wir herum. Seit der Tagesklinik fühle ich mich stabiler, besser, resilienter. Ich meine, auch weniger zu performen, um was auch immer fernzuhalten von mir bzw. selbst nicht nach außen dringen zu lassen. Stattdessen Radikale Akzeptanz (RA) einer Situation. Die Gelassenheit und Unbefangenheit, wenn ich anderswo als zuhause bin, gab es seit so vielen Jahren nicht mehr. Im Moment fühle ich mich dem gewachsen, raste nicht mehr so aus, kann gedanklich eine Situation konturieren und mich besinnen auf einen Folgeschritt. Und zuhause? Bin ich, wenn ich morgens wie ein Schluck Wasser in der Kurve vor dem PC sitze, tatsächlich ich selbst? Armselig, Ich brauche den halben Tag, um mich einigermaßen an ihn zu gewöhnen. Ausgeschlafensein kenne ich nicht. In der eigenen Wohnung, allein, kreisen die Gedanken, kommt die Unzufriedenheit aus allen Ecken gekrochen, jammert der Geist herum, nörgelig und zur Bitterkeit neigend. Beschönigen kann ich diese Gegebenheiten nicht. Auf sich selbst zurückgeworfen sein. Abends gehts immer besser. Wenn ich dann im Sessel sitze und Audios höre, dann entsteht schon mal Zufriedenheit und Klarheit im Hirn. Der morgendliche Brainfog ist sowas von Scheiße und zum Kotzen!

[18:56] Beim Einzel gestern Terminplanungen, die ein wenig dauerten, weil wir nach einer Möglichkeit suchten, die verblieben 5 Stunden weise bis August zu strecken. Am Ende sagte der Therapeut: "Wir haben einen Plan" "Sie kommen aus dem Westen?" "Ja" "Kennen Sie die Olsenbande?" Und ich mußte ihm veranschaulichen, was für uns gealterte Ossis die Wendung "Ich habe einen Plan" bedeutet: Es geht schief. Vergiß es!

[18:55] Als ich die wilde Choreografie in GENER8ION: STORM starring Yung Lean sah, fiel mir Rosalía: Berghain ein, die ich kürzlich bei Herrn Buddenbohm sah. Haben denn heutzutage alle ADHS?

[07:30] Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 3825.

Donnerstag, 4. Juni 2026

[17:15] Abendbrot austeilen. Die leidige Teefrage. Jeden Tag dasselbe Qualtal zu durchschreiten. Akustisch eher Gebrülle Ergo, dachte ich, mache es etwas simpler. Ich öffne das Zimmer und sprach die hintere Patientin an: "Welchen Tee möchten Sie?" "Hääää?" "Was für ein Tee soll's denn sein." "Welchen haben Sie denn?" "Pfefferminztee, Hagebuttentee, Früchetee, Kamillentee, Schwarztee, Fencheltee, Kräntertee." "Hääää?". So immer, in dieser Reihenfolge und mit allen Häääs? der 99% Schwerhörigen. Gestern mein Versuch einer leichten Vereinfachung. Wir steigen ein in: "Welchen haben Sie denn?" "Ich habe Tee in allen Farben!" "Häää?" "ICH HABE TEE IN ALLEN FARBEN!!". "Dann nehme ich grünen Tee." "Pfefferminz oder Kräuter?" "GRÜNEN Tee!" "Ähm, Grünen Tee haben wir nicht."

[13:50] Vom Einzel zurück. Einzel heißt 50 Minuten mit dem Therapeuten reden. Eine Faust in die Magengrube war vorige Woche die Nachricht, daß sich die Termine für die Einzelstunden und die Gruppentherapie kannibalisieren. Das Kontingent für diese Kurzzeittherapie (seit Ende Januar) ist fast erschöpft, weil die wöchentlichen Gruppenstunden von den Einzelterminen abzuziehen sind, was die Therapie urplötzlich und abrupt abkürzt. Guten Kompromiß vorhin dadurch erzielt, daß wir die verbleibenden 5 Stunden erstens strecken und doch verteilen, so daß ich bis 17. August psychotherapeutisch versorgt bin und kein Loch befürchten muß. Ich höre Icehourse "Live at St. Kilda 2020". Mann, ist dieser Straight-Rock geil. Als Appetizer vielleicht The Gean Genie.

[07:10] Freier Tag 1/1. Tage ohne Alkohol: 3824.

Mittwoch, 3. Juni 2026

[06:55] Vor Spätdienst 1/1. Tage ohne Alkohol: 3823.

Dienstag, 2. Juni 2026

[21:16] "Das schwierigste beim Kochen ist die Vorbereitung. Zutaten, Rezepte, saubere Töpfe, die Feuerwerks-Ausnahmegenehmigung."

[15:44] 5 Szenarien, in denen KI-Agenten wie in Sims eine Welt im Sinne eines Gemeinwesens simulierten, eine Emergency World. Zum Einsatz kamen "Claude Sonnet 4.6", "Grok 4.1 Fast", "Gemini 3 Flash", "GPT-5-mini" + 1 heterogene Mischkonfiguration. Bei Gemini traten 683 Straftaten auf, wobei zwei Agenten sich Bonny & Claude mäßig zusamentaten und brandschatzten. Bei Grok fackelte die ganze Welt ab. Bei ChatGPT starben alle Agenten, weil sie vergaßen, zu essen und zu trinken. Am besten arbeitete Claude.

[14:47] Auweia, aufgehängte Behältnisse für Krimkrams zum Tauschen, so genannte Trinket Boxes. Quasi der Bücherschrank für Kleinkram. Ob sich der Trend durchsetzt und hält? Es könnte durchaus sein, daß diese Verschenkekisten dem Vandalimus anheimfallen, mutmaßt Wolfang Ullrich, wenn sie als wokes Aushängeschild verstanden werden.

[13:58] Wo KI im Krankenhaus bereits eingesetzt wird. Klar, Radiologie, denn wo immer Unmengen an Datensätze anfallen, ist sie schneller. Vor allem im Vorfeld medizinischer Versorgung. Bei der Triagierung und bei Erstdiagnosestellung in Notfallambulanzen und z.B. beim Erkennen von diffizilen bildgebenden Befunden (Krebs, Hirnblutungen, Frakturen), ist KI sehr hilfreich. Kritisch gesehen wird der Einsatz bei der medizinischen Erstberatung, wenn Laien Chatbots - wie vormals Dr. Google - zur Diagnosefindung einsetzen. Besser sind spezialisierte Bots wie LupusGPT oder UroGPT.

[08:30] Zweiter Volllacher heute: "Ich bin so alt, in meinem Kindergarten gab es hinter dem Sandkasten noch eine Raucherecke." (Kiezschreiber)

[08:06] Der Postwestfale sieht im Schaufenster einen Anzug, spürt einen Kaufimpuls und schreibt lakonisch: "Vielleicht habe ich ja Glück und es gibt ihn nicht in meiner Größe." Erster Volllacher des Tages.

[08:00] "Wir Deutschen leben scheinbar im Lamentozän." (Harald Lesch)

[07:42] Schenkelklopfer. Wenn sprachverliebte Journalisten eskalieren: 4. Plötzlich Parkplatzmangel in Pjöngjang?. - 3. Jetzt kann's auch der Deutschlandfunk nicht lassen: Die fieberhafte Suche nach dem (Andus)Erreger. 2. Im MDR-Sachsenspiegel eine mitfiebernde Ärztin... - 1. Bericht über einen Bäcker im Ruhestand. "Der heute 92-Jährige zog als frischgebackener Rentner ins Dorf..."

[07:16] Die Landlebenbloggerin (LLB), die kürzlich Aufregung um ihre Hühnerschar verkraften mußte, imponiert oft mit wunderbaren Fotos, die sie entweder in Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit oder privat auf Hunderunden und Spaziergängen schießt. Wir Städter hängen an ihrer Linse ihren Lippen ihrer Tastatur, wenn Wald und Flur auf dem Monitor sichtbar werden. Nebel oft und gestern der Unwetter wegen Wolken. Und da die LLB ihrem Bildunsgauftrag eifrig nachkommt, lernen wir heute den Terminus "Volutuswolke" (auch Roll Cloud). Gleich weiter zu Wikipedia, wo angezeigt wird, daß es einen Internationalen Wolkenatlas gibt.

[06:50] Freier Tag 4/4. Tage ohne Alkohol: 3822 = 546 Wochen.

Montag, 1. Juni 2026

[14:38] Quasi sprechende Häuser, indem architektonisch Buchstaben miteinbezogen werden, gibt es weltweit, z.B. Das Münchener Werk12.

[11:37] Nachdem Maximillian Buddenbohm letztens Anmerkungen zum Briefzeitalter machte, nahmen die Kaltmamsell, Herr Rau und Frau Anje Bezug und ich war schon auf dem Weg nach nebenan, denn ich wohne als einzige Mietpartei im 4. Stock. Neben mit Wäscheboden und Bodenparzellen, wo meine Briefkiste liegt. Vor Jahren fragte der Deutschlandfunk, ob die Briefkultur noch Puls habe. Ich kann gar nicht betonen, wie gerne ich die Briefe hätte, die ich damals schrieb. Dergestalt auf sein jugendliches Ich blicken können, ein Wunsch, der wahrscheinlich unerfüllt bleibt bzw. scheue ich mich, einige der damaligen BriefpartnerInnen in den Copyshop zu schicken.

[10:19] Ein Influencer, der Gottesnahrung verficht. Die ihn unterstützen heißen Roh-Gang. Fitneßaspekte, gesunde Ernährung im Mittelpunkt des Trends, naturbelassen, ohne Giftstoffe, eben roh, auch Roh-Milch. Honig! Klingt nach Orthorexie, ist eine Variante des Clean Eating. Eisbaden und jede Menge Männlichkeitsrhetorik.

[10:19] Gehört: "In Bitternis getränkte Bejahung des Lebens."

[10:07] Der Leipziger Stadthafen, zentraler Ankerpunkt der 300km umfassenden Flussläufe im Stadtgebiet, ist fertig. Der Regelbetrieb startet am 6. Juni 2026. Das Arreal von knapp 14.000 qm wurde in den vergangenen 22! Jahren umgebaut. Ein Traum wird wahr, schreibt die Presse. Oder geht womöglich ein Alptraum zu Ende?

[05:00] Freier Tag 3/4. Tage ohne Alkohol: 3821.

Sonntag, 31. Mai 2026

[10:50] Puppenbordell: Sex Dolls mit AI und VR in Berlin im Cybrothel. Einst als Kunstprojekt begonnen, sieht man es nun als "eine Möglichkeit, Menschen anders an Sex heranzuführen." Bzw. als Therapieansatz bei vorhandenen Ängsten und Schamgefühlen. Paraphilien könnten ausgelebt werden. Sexroboter mit Money in the eyes of capitalism.

[10:18] Sterben müssen wir alle. Ausgerechnet am Sonntagmorgen dieses Thema. Kann nichts dafür, der Betonflüsterer spült mir's rein. Im Blog Die Anmerkung Timmy im Pflegeheim gelesen und auf "die übliche Ehrenrunde" gestoßen. Gemeint ist, daß, wenn es brenzlig wird für einen Menschen am Lebensende, der Automatismus greift, die 112 zu rufen. Der Moribunde gerät in die Krankenhausmaschinerie und wird, geht es diesmal nochmal gut, halbtoter als vorher, ins Pflegeheim zurückgeschickt. Im letzten Lebensjahr fallen die meisten Kosten im Gesundheitswesen an, weil diese "Ehrenrunden" gängige Praxis sind und allseits für Leid sorgen: beim alten Menschen selbst, den meist überforderten Angehörigen und beim Pflegepersonal, die das Elend mitansehen müssen. Die häufigsten Gründe, deretwegen Menschen aus dem PH immer wieder eingeliefert werden und als GOMER, Drehtürpatienten oder Wiederkehrer bezeichnet werden, die auch die Psychiatrie kennt, sind Exsikkose, Mangelernährung. STÜRZE, Fieber (Verdacht Lungenentzündung), Durchfall. Und bei Durchfall wird isoliert, bis man, meist Tage später, das Ergebnis der Stuhlprobe hat. Und so schreibt - und diesen Begriff wollte ich unbedingt noch unterbringen - der Blogger von "eingetüteten Plastikpflegern". Alles sehr verstörend für die Ping-Pong-Patienten aus dem Pflegeheim oder von zuhause, wenn es dort nicht mehr geht, reden wir von "sozialer Indikation". Der Sozialdienst rödelt los, um Kurzzeitpflege, ambulante Versorgung, Erhöhung des Pflegegrades oder gar gleich einen Heimplatz zu beschaffen. Auf daß die Ehrenrunden dann vom neuen Zuhause gedreht werden, weil die AltenpflegerInnen, um abgesichert zu sein, lieber die 112 rufen. Manchmal klappt das mit einer Patientenverfügung schon gut und der Moribunde darf in Ruhe zuhause sterben. Wie merkt "Die Anmerkung" so schön an: "Mensch bist du solange, solange du alleine auf's Klo gehen und kacken kannst."

[09:01] Wortperlen: "Textbaustein mit Puls = Politiker" + "geistige Leergutproduktion". (Hans Gruber).

[08:43] "Dieses Land wirkt inzwischen wie eine Mischung aus betreutem Wahnsinn, moralischem Dauerseminar und kollektivem Burnout mit WLAN- Anschluss. (...) Die Menschen (...) konsumieren eine Art von Unterhaltung, die früher selbst im Nachtprogramm von RTL2 als geistige Umweltverschmutzung gegolten hätte. (...) Mitten in diesem Irrenhaus starb wochenlang ein Wal namens Timmy vor Dänemark — und Deutschland reagierte darauf, als hätte man den letzten Panda der Erde öffentlich gekreuzigt. (...) "Sobald hierzulande das Thermometer über 28 Grad steigt (IM! MAI!), verwandelt sich Deutschland in eine Selbsthilfegruppe. (...) Michel und Erna behandeln inzwischen jeden warmen Tag wie den unmittelbaren Vorhof zur Apokalypse. (...) Ab 31 Grad reden Nachrichtensprecher inzwischen so, als würde da draußen Lava durch die Straßen fließen." (Hans Gruber)

[05:55] Freier Tag 2/4. Tage ohne Alkohol: 3820.

Samstag, 30. Mai 2026

[14:40] Neues Blog "Im Leben reisen" gefunden. Es geht um palliative Pflege eines Angehörigen in der Häuslichkeit. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll es darüber hinaus um ein Mit/Füreinander gehen. Den Kopf vom Pflegebett heben können und gemeinsam etwas nach oben und vorne zu blicken. Ich habe bei Frau Rebis kommentiert: "Diese Plötzlichkeit, diese Vollbremsung eines Lebens erlebe ich als Pfleger auf einer Station (Geriatrie/Nephrologie) ständig. Wir sind der Umschlagplatz für so viele Menschen, die durch Frailthy und rezidivierenden Stürzen, an diesen Punkt kommen, an dem Pflege und Beistand nötig wird. Das alles ist für uns auf Station, ausgerüstet und logistisch mit allem Pipapo versorgt, ein bewältigbares Problem. Aber zuhause, neben einem Beruf zumal, alle Achtung! Das ist so kräftzehrend, so alternativlos zunächst. Ich wünsche weiterhin Kraft!" - Frau Rebis ist zudem Lehrein für Mathematik und Physik und hat, was ich auf die Schnelle gesehen habe, eine Weltreise mit dem Rad beendet.

[12:57] Sollte ich, wenn mein Bruder erst dem hochbetagten Vater, dann mir in einem Topf ein Pilzgericht vorbeibringt, stutzig werden?

[11:57] Horst Schulte schrieb über die Blogosphäre, über die Unsichtbaren und die Sichtbaren, die sich sichtbar gemacht haben, als sie an Bloggertreffen und Konferenzen teilnahmen. Das Oberhaus, die Alphablogger, von denen gesprochen wird, wenn Blogger gemeint sind und man sich auf sie beziehen möchte. Die allermeisten Bloggenden bleiben ihre eigene Blase mit wenigen Lesern. Eine gewisse Sturheit ist durchaus vorteilhaft, wenn man lange durchhalten will. Viele aus meiner Blogroll kennen sich untereinander. Weil ich sie allesamt, seitdem sie da sind und schreiben, kenne, lese und schätze, ergibt sich bisweilen ein Defizitgefühl und Neid. So dermaßen unter ihrem Radar zu bloggen. Warum werde ich nicht wenigstens berühmt, indem ich gelesen und verlinkt werde? Ja, Narzissten denken so und sind schnell gekränkt. Horst Schulte vermeidet es, sich als derjenige zu gerieren, der die süßen Trauben als sauer hinstellt. Ganz so hehr und rein bin ich nicht. Dieses Im-Schatten-Schreiben ist Schicksal. Selber schuld, wenn ich aufgrund der Depression nie die Kraft & Energie für die re-publica hatte. Es ist nicht so, daß es im Lauf der 30 Jahre meines segensreichen Schaffens im Netz nie Momente gab, bei denen der Schatten sonnendurchleuchtet wurde. Sogar ganz zeitig schon, als Oliver Gassner und ich 1997 in Hamburg mit einem Award (Silberner Pegasus) ausgezeichnet wurden. Die greise Marion Gräfin Dönhoff wurde angekarrt, Iris Radisch saß nach der Verleihung an unserem Tisch und noch einige Lichtgestalten und Preziosen aus der High Society. Ich wurde 2014 interviewt und zuvor einmel durch eine Doktorandin, die mich lange befragte, um mich in ihrer Arbeit zu verwursten. Einmal wurde ich eingeladen, auf der lit.Cologne in einer Podiumsdiskussion über Leseglück zu sprechen. Was sensationell schnell gegangen ist, wenn man bedenkt, daß ich mit der BL/LB im Juli 1996 als Webseite startete, nach ich 1995 im Usenet begann, online ging, ist, daß der Schriftsteller Reinhard Kaiser mich in sein Buch "Literarische Spaziergänge im Internet" (Eichborn, 1996) aufnahm und ich mit ihm damals korrespondierte. Abgesehen davon, 'Was haben die Römer je für uns getan?". Als ich als nach "Oliver Gassner Silberner Pegasus" suchte, schwanzwedelte Googles KI und stellte ausführlich anhand nur einer einzigen Quelle dar, wie sehr und warum er den Preis verdient habe. Dann fragte ich "Ich gewann diesen Preis auch. Findest du auch etwas zu mir, Markus Kolbeck?" Die Antwort kam wie aus dem Prompt geschossen: "Herzlichen Glückwunsch nachträglich zu dieser historischen Pionierleistung!"

[10:50] ,,, das Gesicht eine verwitterte Wurfsendung vom vielen Jägermeister-Saufen, Koksen und Morphin-Schießen." (Glumm)

[07:26] Ein Rentner-Ehepaar starb an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, weil der Ofen in der Wohnung über Nacht gebrannt hatte und alle Fenster geschlossen waren. Ich bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Ich wollte nicht umziehen, nur um woanders zu ersticken. Ersticken, was ein läppischer Tod, dachte ich. Fast schon ein Lapsus. Schön war es die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands hochzuklettern, die Müngstener Brücke, die Solingen und Remscheid miteinander verbindet, und dann 110 Meter in die Tiefe zu segeln und beim Aufprall cool das Dach eines Andenkenstandes zu durchschlagen und die Stützpfeiler mitzureißen, das geht in Ordnung, das hat was, da haben die Hinterbliebenen Futter, um sich das Maul zu zerreißen. Aber ersticken, nur weil die Kohleöfen über Nacht gebrannt haben…? Ich weiß nicht." (Glumm)

[07:14] "Vermutlich war er gar nicht so furchtbar alt, der müde Herr Noe, aber er war müde, einsam und alt, da zählt jedes Lebensjahr doppelt und dreifach. (Glumm)

[06:38] Freier Tag 1/4. Tage ohne Alkohol: 3819.

Freitag, 29. Mai 2026

[11:10] Bevor ich zum Spätdienst aufbreche, noch der Hinweis, daß ich in den Eingeweiden des Einsammlebuches herumwühle und heute die Rubriken Autobiografie, Editorial und den Seitenindex bearbeitet habe. Wegen Autobiografie oder Selbsterleben, wie ic es gerne von Jean Paul übernehme... habe ich und werde ich viele Inhalte sichten, umschreiben, umlinken usw. Also, immer schön in die Updates gucken. Heute fast nix, eben weil Spätdienst. Aber immerhin diese Postings nun (nach des Betonflüsterers Einlauf) mit Permalink: Mit 11, Pflegegang LK3/91 und Opole 2009.

[06:45] The Grand Dough ist das erste Sauerteighotel Deutschlands. Wer länger in den Urlaub fährt oder aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen nicht daheim auf dem Sofa sitzt, kann seinen Teig beim Bäcker David Schöne parken Alter! Die Kieler Brotmanufaktur backt ausschließlich Brot mit Sauerteig. Die "Gäste" erhalten übrigens Namen wie Mehl Gibson, Sauron, Teig Rodon.

[05:20] Vor Spätdienst 1/1. Tage ohne Alkohol: 3818.

Donnerstag, 28. Mai 2026

[21:20] Auf dem Friedhof in Kleinzschocher gibt es seit 2017 nebem dem auf dem Südfriedhof auch ein Kolumbarium. Das Urnenhaus in Borna heißt Minnarium (Video / PDF), ein Kofferwort zur Ehre des Hauses Villa Minne. - Die Erfurter Kirche St. Martini wird Ende 2026 dicht gemacht und soll ein Kolumbarium werden. Eine von vier Erfurter Kirchen, die die katholische Kirche veräußert.

[16:18] Der Freizeitpark Belantis hier umme Ecke soll bis 2030 zum ersten Asterix-Park außerhalb Frankreichs werden. Nun wurde mit dem Idefix Abenteuerland das erste Areal eröffnet. 2027 soll eine Achterbahn dazukommen. Belantis war seit Jahren die Pleiße den Bach runtergegangen und wird, wenn fertig umgebaut ist, umbenannt in Asterix-Park Deutschland. Bella Ciao Belantis!

[16:00] "Es gibt eine Lebensart und es gibt eine Lebensunart und beides kann der Wiener in einer Lebensminute erledigen", so Robert Seethaler.- Auch Josef Hader läßt sich über Wiener und das Wienerisch aus und erklärt deren schwarzen Humor. In dem Film "Engel mit beschränkter Haftung" heißt es: "Wenn einer den Tod ins Herz geschlossen hat, dann ja wohl die Wiener. Wo gibt's das noch außer in Wien, daß man rund um einen Friedhof eine Stadt gebaut hat". Und im sehr gegenwärtigen Wien hatte der Betonflüsterer gute Tage. "Bei Wienern klingt Rechtssein weniger unsympathisch. Muss am Lachen liegen. Sie postulieren Endzeit und lachen dabei." Aus totem Kalb machen die Wiener übrigens Schnitzel.

[14:39] Sie sagt's nicht durch die Blume, sondern durch Blumen. Eine 75-jährige Frau aus dem erzgebirgischen Rabenau macht aus Blumen und Blüten Bilder. Florale Gebilde, denen man die Geduld und Feinzieselei ansieht. Warum Mandalas malen, wenn man Blumenwiesen plündern kann?

[14:11] Auf Bluesky gibt es die Rundfrage "Beschreibe deinen Beruf so, dass er illegal klingt". Am lautesten lachte ich über diese Replik: "Ich bin Rechtsanwalt." - Meine Antwort wäre: "Ich arbeite mit Schiebern. Andere finden das zum Kotzen. Am Ende glänzen alle und alles".

[13:22] "Man muß auch mal ein, zwei Stunden nur lachen können. Das ist Klassenkampf genug." (Stefan Linne / Pantomime)

[11:51] "Es gibt ja die Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn man unfähig im Beruf ist, bekommt man Geld. Kleiner Tipp für die Mitglieder der Bundesregierung." (Kiezschreiber)

[06:35] Die Pressepfarrerin darf das, schon qua Beruf. Wenn ich ningele, daß ringsum statt Karsamstag Ostersamstg gesagt wird, wenn Advent und Fastenzeit nicht mehr vorkommen, Weihnachten als Zeit von der Öffnung des Weihnachtsmarktes bis zur 20-Uhr-Tagesschau am 26. Dezember begriffen wird und der Weihnachtsbaum am Morgen des 27. Dezember hochkant auf der Stube fliegt, dann finde ich kein Gehör, bei wem auch. Um so erfreuter las ich Ungeduld und Übergang. Die Verschiebung der Festzeiten, das Verschwimmen der Grenzen als Symptom einer ungeduldigen Gesellschaft, Die Pressepfarrerin spürt wie ich, daß etwas verloren geht. "Politische Extreme entspringen der Sehnsucht nach Eindeutigkeit." Vielleicht ein gewagtes Zusammenwerfen, doch kann ich mir ausmalen, daß 40+ Prozent der Sachsen-Anhaltiner keine grundbösen Menschen sind. Wie erklärt sich diese Grundunzufriedenheit in der Gesellschaft? Daß Menschen in ihrer händeringenden "Sehnsucht nach Eindeutigkeit" ausgerechnet ihre Hoffnung auf die AfD setzen, ist grauenhaft. Der europa-, ja, weltweite Rechtsruck ist zum Kotzen, muß aber weit komplexere Ursachen haben als die Doofheit der Wähler. Menschen waren immer schon doof und lernresistent. Diese Entdemokratisierung der Welt, diese Rechts-Pendelei (Ungarn, Slowakei, Niederlande, Italien, Polen, Argentinien, USA etc) kann nicht allein in der Indolenz der Masse verankert sein. - Dieses Posting wird auch als Tagebucheintrag abgelegt.

[06:12] Freier Tag 4/4. Tage ohne Alkohol: 3817.

Mittwoch, 27. Mai 2026

[16:59] Bei den Erlebnissen rund um meine Arbeit als Pfleger heute der 'Fahrstuhl des Grauens'. So beginnen oder enden doch Horrorfilme, oder? Die am wenigsten martialische Begründung für solch eine Pfütze wäre noch eine geplatzte Fruchtblase, wobei wir jedoch Geriatrie sind und die Wöchnerinnenstation mehrere Häuser entfernt ist. Geschwabbert mit 'nem Getränk? Der Film läuft.

[16:55] Repost: Man liest nur auf Papier gut. Das Wesentliche ist auf dem Bildschirm unsichtbar. (Der kleine Print)

[16:38] Man sagt "Mein Schwein pfeift". Hier raucht es. Immer etwas los, wenn ich, vom Spätdienst kommend, auf dem HBF auf die Anschlußbahn warten muß, die sich (glücklicherweise) oft genug nicht so anschließt, daß ich solche Szenen verpaßte. Ein (Papp?)Schwein, aus dem eine Unmenge Rauch quoll.

[16:10] Unterwegs in meiner Heimatstadt. Wo gucken wir hier rein? Welche Art von Geschäft? Kunsthandwerk? Pflegedienst? Nope. Es handelt es sich um ein Bestattungsunternehmen mit dem wunderbar unerwartbaren Namen "lebensnah". Am Johannisplatz zückte ich leider das Handy zu spät. Die eine quergestreifte Person ist bereits auf der Flucht. Gerade eben noch so erwischt, Sie gehörten offenbar nicht zusammen, was die Kuriosität perfekt macht für die Rubrik LeipzigPeople.

[14:50] Begabt beleidigen. Schimpfkanonaden von Goethe bis Helge Schneider. Versammelt in dem Buch "Die hohe Kunst des Schimpfens". Kennengelernt durch das Deutschlandradio. Und, ja, dem superben Thema Beleidigung gönne ich eine Kategorie und kann gar auf das Vorgängerprojekt (Leipziger Bücherlei) zurückgreifen, weil mir während meines vergangenen Leselebens die eine oder andere Beleidigung begegnete.

[14:24] Frauen, die Männern betutteln, für sie mitdenken und sorgen, ihnen das Leben erleichtern, Wäsche rauslegen. Für diese emotionale und auch sehr praxisorientierte Pflege von Frauen für ihre Männer gibt es neuerdings den Begriff "Mankeeping".

[14:11] In Finnland gibt es neue Konzepte in der Altenpflege. Pflege-WGs. Zusammenwohnen von Pflegekräften und zu Betreuenden. Hut ab, ziemlich ambitioniert und wenig Zeit für einen selbst.

[13:13] Wie segensreich, daß es die Mediathekperlen gibt, dank derer mir fast "Shadow Kingdom: The Early Songs of Bob Dylan" entgangen wäre. In s/w, ohne Schlagzeug, aber trotzdem dynamisch, 2021 neu arrangierte frühe Songs des just 85 gewordenen Altmeisters. Das gesamte Konzert noch bis Oktober auf arte. Exzessiv hörten wir Bob Dylan in der Jugend.

[12:40] Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz ist eine Ende der 70er Jahre gegründete und weltweit verbreitete Gruppe queerer Aktivisten, deren satirische Performance im Theaterstück "Lost in Vatican" (Teaser) zum Tragen kommt. Es geht um Trauer, Homophobie und HIV.

[11:44] Per pedes durch Berlin. Nach dem Berufsleben nur nicht einrosten! Dachte sich die ehemalige Bibliothekarin Renate Zimmermann und hat sich vorgenommen, alle rund 11.500 Straßen Berlins abzulaufen. Für diese 5400 km veranschlagt sie 5 Jahre. Sie wollte nach dem Renteneintritt in kein Loch fallen. Hoffentlich gibt es die Qualität des hauptstädtischen Straßennetzes her, daß dies nicht buchstäblich passiert. Die rustige Rentnerin - Wie ich diesen Terminus HASSE - plant ihre Läufe und dokumentiert sie.

[11:44] "Manche Ostdeutsche wünschen sich ja die Mauer zurück. Manche Westdeutsche auch. Aber wie würde das konkret aussehen? Für die Baugenehmigung würde die deutsche Bürokratie zwanzig Jahre brauchen. Und wehe, da lebt irgendein seltener Lurch. Umweltgutachten, Demonstrationen, aufwändige Umsiedlungsverfahren auf ein Nachbargrundstück. Haben wir überhaupt noch so viele Maurer, wie benötigt werden würden? Sind wir optimistisch: Am 13. August 2061 wäre die Mauer fertig. Kurz nach dem Stuttgarter Bahnhof." (Kiezschreiber)

[11:33] Snake-Handling ist ein religiöses Ritual, das in amerikanischen Pfingstkirchen praktiziert wurde und teilweise noch wird. Prediger beweisen ihre Glaubensstärke, indem sie ungeschützt Schlangen berühren. Sie berufen sich dabei auf Bibelstellen bei Markus und Lukas.

[09:00] "Matratzen aber, sie haben tausend komplexe Eigenschaften und Ausprägungen, über die man einzeln befinden kann und auch muss, und in welcher Detailtiefe! (...) Die Matratze besteht, abgesehen vom Härtegrad, aus zig Schichten, die dermaßen durchdacht übereinander gelagert und miteinander verbunden wurden, dass man gleich an Raketenwissenschaft und dergleichen denkt. Diese Schichten werden auf der Produktseite grafisch so erläutert wie früher in den Biobüchern die Hautschichten des Menschen: Man hat beim Ansehen gleich das unangenehme Gefühl, etwas definitiv Uninteressantes lernen zu müssen." (Maximillian Buddenbohm)

[08:44] Als ich gestern einen Sportwagen vorbeizischen sah. der mit geschätzter Kniehöhe recht flach war, dachte ich zuallererst nicht "Geil, will ich auch!", sondern hegte in Hinblick aufs Aus/Einsteigen orthopädische Skepsis, bei der ich mich schmerzverkrümmt mit Hexenschuß oder anderweitig verknoteten Nerven am Boden wälzen sah.

[08:35] "Es war zu warm, so berichteten auch andere (...). Ich kann es also wohl notieren, ohne Gefahr zu laufen, als Dachgeschossbewohner wieder eine exzentrische Einzelmeinung zu vertreten." (Maximillian Buddenbohm)

[08:18] "Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken." (Karl Kraus)

[07:55] Bei Vanesse Giese "Früchtejuwelier - genial! Ist ein Gartencenter gemeint, ein Blumenladen oder...? Ich nehme das gleich in die Wortperlen auf. Danke für die unverhoffte Weiterbildung bezüglich Harz. Ich LIEBE es, so völlig Unbekanntem erstmals zu begegnet. Meine Neugier-Transmitter vibrieren geradezu," Daß und warum Harz beim Handball Anwendung findet und wie es sich auswirkt, wußte ich nicht. Nachtrag: Vanessa klärt auf. Beim Früchtejuwelier handelt es sich um ein (nicht eben preisgünstiges) inhabergeführtes Obst- und Gemüsegeschäft. Insofern ist der Ladenname passend zweideutig.

[07:21] Wissenswertes beim "Wort zum Tage" des DLR. In Leipzigs Zentrum in der Nonnenmühlgasse nahe der Propsteikirche steht neuerdings ein Chatschkar, ein Erinnerungsstein, wie er in Armenien seit dem 9. Jahrhundert aufgestellt wird. Der Leipziger Chatschkar ist Teil des deutsch-armenischen Kulturjahres zum Gedenken an den Völkermord in Armenien vor 111 Jahren. Die Armenische Apostolische Kirche ist, seitdem 301 das Christentum Staatsreligion wurde, die älteste Staatskirche der Welt.

[07:11] Freier Tag 3/4. Tage ohne Alkohol: 3816.

Dienstag, 26. Mai 2026

[18:12] Als noch von Elektronengehirnen gesprochen wurde, schien das alles sehr futuristisch. Die Zukunft aber ist jetzt. Wie geht es der Filmkunst in Zeiten von KI? Welche Szenarien sind zu erwarten? Welche Berufe sind gefährdet? Komparsen gibt's jedenfalls schon mal per Katalog. Wie rezipieren wir Kunst, die mit KI erzeugt wird? Mario Sixtus' KI: Maschinenträume im Film von 2024 stellt diese Fragen. Ein Grundeinkommen für Künstler und Kreative muß kommen. Noch erscheint das, was KI prompt erstellt, seltsam bis spooky.

[17:58] Repost: Bitte denkt bei diesen Temperaturen daran, eine Schale Wasser für durstige KI-Rechenzentren rauszustellen.

[08:11] Welch kruden Gedankengebäude sich die Tech-Elite im Silicon Valley errichtet, die Vorstellung einer Gottähnlichkeit durch den ungezügelten Fortlauf von Technik und KI, für den ich, sicherlich an Anlehnung an Teleologie, den Ausdruck "Thielologie" las, läßt nicht nur mich mich unbehaglich zusammenzucken. Dagegen ist der in Anbetracht der Robotertechnik Gruselfaktor ein Scheißdreck, auch wenn ich oft ein Apokalypsegefühl nicht unterbinden kann. Papst Leo setzt in seiner ersten Enzyklika der Thielologie etwas entgegen, indem er das aktuelle Thema KI aufgreift. Ein Kommentator sagte, es wäre nach einem Jahr Pontifikat eventuell noch zu früh, doch könnte Papst Leo XIV. als KI-Papst in Erinnerung bleiben. Über das Lehrschreibens resümiert die Theologin Anna Puzio und Nida-Rümelin, der dafür eintritt, die Kirche im Dorf zu lassen; die KI sei eben nur eine Maschine, der nichts Göttliches oder Allmächtiges anhafte. - Horst Schulte hat ChatGPT gefragt, was es denn vom ersten Lehrschreiben des Pontifex halte. Die KI bescheingt ihm Nüchternheit: "Das ist nüchtern. Kein Weihrauch über dem Serverraum, aber auch keine Maschinenstürmerei mit Rosenkranz. (...) Dieses Papier formuliert eine Haltung, mit der KI sinnvoll arbeiten kann. Nutzen ja. Ersatzreligion nein. Hilfe ja. Herrschaft nein. Effizienz ja. Entwürdigung nein."

[07:26] Saufen als Jahrtausende alte Kulturtechnik, die kulturgeschichtlich und gesellschaftlich undenkbar viele Rituale und Erzeugnisse hervorbrachte. Jetzt aber leben wir in einer nüchterneren Gesellschaft. Der Bierverbrauch sinkt nicht nur hierzulande, sogar im Bierland par excellance, Tschechien, schwindet der Alkohol aus den Gläsern und Flaschen. Ernüchternd die Erkenntnis, daß vielleicht die Gesundheit der Menschen Medizinern weniger graue Haare macht, daß die Welt aber kaum besser geworden ist. Vor lauter Selbstoptimierung werden die Leute partout nicht glücklicher, sondern einsamer. Alleine, mit Sixpack, aber stocknüchtern, verliert unsere Geselligkeit sozusagen Muskelmasse, was zur "sozialen Atrophie" führt.

[06:54] Drei, aus Blogs gezogene Splitter. "Verschattetes Gemüt" (Kaltmamsell) / Segeln als "die teuerste Art, unbequem zu reisen." (Frau Klugscheißer) / "Idioten (m/w/d) gibt es überall." (Pressepfarrerin).

[06:30] Freier Tag 2/4. Tage ohne Alkohol: 3815 = 545 Wochen.

Montag, 25. Mai 2026

[21:44] Unserem Handeln liegen Vermeidungs- und Annäherungsziele zugrunde. Bis Mittwoch, wenn ich nach dreiwöchiger Pause den nächsten Therapietermin zum Einzel habe, nachdenken, was ich aus welcher Motivation heraus tue, welches der beiden Ziele überwiegt. Die Beschäftigung im Internet, für das Einsammelbuch und täglich für die Miszellen, sind eindeutig Annäherungsziele, intrinsisch befeuert. Annäherung: wo man hin will; Vermeidung: wovon man weg möchte. Im Gegensatz zu anderen mußte ich sehr vieles unter Zwang und Zeitdruck tun. Gelernt habe ich (außer bei Deutsch und Fremdsprachen) in der Schule nur und erst, wenn eine 5 vermieden werden sollte. Termine sind vielfach Vermeidungsziele. Zum Arzt, weil ich muß (Quartalstermin) oder weil etwas da ist, was weg soll (Infekt, Schmerz). Auf Station gehe ich grundsätzlich nur, um Geld zum Leben zu verdienen. Freilich entwickeln sich an guten Tagen, bei schönen Diensten, Annäherungsziele, die Freude und Erfüllung bringen. Tätigkeiten mit Flow-Effekten sind immer solche. Über 10 Jahre lang drückte ich mirch davor, zum Optiker zu gehen. Was ich auf mich zukommen sah, gnihi, waren immense Kosten. Mein Therapeut verklickerte mir, daß meine Motivation natürlicherweise hätte sein können: Mit neuer Brille blickst du wieder durch, verpaßt du keine Informationen, die du nicht erkennen kannst, wirst bestenfalls wieder ein Buch lesen können. Die Überlegung, was tue ich mir dadurch Gutes, wenn ich dieses und jenes forciere und tue? Stattdessen war mein erster Gedanke, sobald eine Pflicht´, eine Notwendigkeit auf mich zukam: MUSS ich das? Kann ich's umgehen? Kann ich noch warten? Es war sogar so verheerend, daß soziale Kontakte von mir auch unter der Prämisse gesehen wurden, daß ich, wenn ich außer Haus gehe, in dieser Zeit weg vom PC bin und früher: nicht lesen konnte. Atze Schröder spricht davon, daß "man sich zu Maßnahmen hinschleppt." Sport, ein Gräuel statt: Ick freue mir, es tut so juut.

[20:10] Im Deutschlandfunk ein Feature über Rentner in Deutschland gehört. Aber kein aktuelles, sondern eines, das 1977 gesendet worden war. Alt werden und sein in der Bundesrepublik und DDR vor 50 Jahren - spannend! Fakten zur finanziellen Situation in Ost und West. DDR-Rentner als "Veteranen der Arbeit" erinnere ich nicht. Die Situation damals war nicht besser als heute, was aber auch bedeutet, daß sie heute nicht schlechter ist als früher. Im Gegenteil, die Lebenserwartung 1977 war noch um 10 Jahre niedriger als 2026.

[15:55] In der Geschichte deutscher Fernsehshows durchqueren wir im Schnellschritt die Jahrzehnte mit Rosenthal, Kulenkampff, Rudi Carrell, Thomas Gottschalk. In einer der ersten interaktiven Fernsehshows (Wünsch dir was) stimmte das Publikum mit dem Strom- oder Wassertest ab, aus heutiger Sicht skurril. Haushalte einer bestimmten Region wurden zur Abstimmung aufgerufen; sie solten ruckartig Klospülung + Wasserhähne aufdrehen bzw. den Stromverbrauch in die Höhe treiben, indem alle verfügbaren Lichtquellen eingeschaltet werden sollten. Anschließend gaben die Wasser- bzw. Elektrizitätswerke bekannt, welche Kandidatenfamilie mehr Verbrauch hervorrufen konnte. In einem Revivalversuch der Show in den 80er Jahren sorgte der Zeitgeist dafür, daß die Haushalte gebeten wurden, die Geräte alle abzuschalten.

[14:50] Da wird an einem Tag bei Brisant vom wohl ältesten Hund der Welt berichtet, der sein Durchschnittsalter um das Doppelte übertroffen hat. Und am Folgetag ein weiterer Beitrag mit der Nachricht, er sei nun gestorben. Bei Trump funktioniert dies leider nicht.

[10:11] Alkoholiker kennen die Praxis, sich in ihrem Bemühen um Abstinenz nur auf den gegenwärtigen Tag zu fokussieren. Kleingehackte Abschnitte erscheinen überblick- und schaffbarer und sind es auch. Nur für heute entscheide ich mich, NICHT zu trinken. Morgen ist dann morgen dran, we'll see. Nur für heute. Und wenn man das auf weitere Bereiche ausweitet? Nur für heute entscheide ich mich für das Glück. Heute lasse ich Mißmut, Ärger und Grübelei nicht zu. Ein willentlicher, freier und bewußter Akt FÜR das Glück. Nur für heute.

[08:52] "Am Meer schreit jemand seit einer Stunde nach Hilfe. Das ist ok, weil er Hunde trainiert, die Ertrinkende retten. Sonntag Morgen sollte hier besser niemand wirklich ertrinken. Jeder hier würde glauben, dass die Hundeschule probt und sich nicht die Mühe machen, auch nur aufzustehen." (Mitzi Irsaij)

[08:38] "Hochzeiten als solches finde ich ja schon schwierig, weil ich das Konzept dahinter so schräg finde, zumindest wenn man die üblichen Scheidungsraten kennt." (Anjesagt)

[05:13] Freier Tag 1/4. Tage ohne Alkohol: 3814.

Sonntag, 24. Mai 2026

[10:08] "Manche Wunden brauchen jemanden, der mit einem in die Tiefe geht. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist das Klügste, was man tun kann." (Käsedurst)

[10:05] Vor Spätdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 3813.

Samstag, 23. Mai 2026

[06:11] In der Kulturzeit vom 27. April war die Rede von Heimat, "dem Ort der ersten Male."

[6:10] Vor Spätdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 3812.

Freitag, 22. Mai 2026

[7:14] Vor Spätdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 3811.

Donnerstag, 21. Mai 2026

[20:33] Kein Cartoon, sondern lebendige Zebras am legendären Wasserloch in Namibia. Innerhalb meines Zebra-Threads, der auch mit einem echten Foto startet mit einem "Zebra-Auto" bei uns im Kiez. Mehr solcher Threads, die leider auf X/Twitter sind, weil ich sie dort begann, bieten die Cartoon-Specials.

[20:00] Zu Fuß in Leipzig heißt auch, allerlei Weggeworfenem und Hingestelltem zu begegnen. Kaum hatte ich letztens in der Kategorie "Zeugs & Fundstücke" neue Fotos eingearbeitet, was bei Pixelfed, wo Postings nicht um weitere Bilder erweiterbar sind, bedeutet: neu aufsetzen, sah ich erneut Haus=Unrat in Einkaufskörben, wohl von Wohnungslosen, oft an Haltestellen, hier Wiebelstraße, Felsenkeller, Koehlerstraße, Torgauer Platz. Es wird, wie mir scheint, immer verheerender, oder?

[14:30] Von Mathematik habe ich sowas von keine Ahnung. Daß ich damals durchs Abitur kam, darf als Beweis für den Heiligen Geist betrachtet werden, um kalendarisch im Rahmen zu bleiben. Anscheinend hat eine KI von OpenAI jetzt zufällig durch den Prompt eines 23-Jährigen nach 80 Jahren eine der Erdös-Vermutungen geknackt. Das Gruseln geht weiter.

[14:29] Die Landlebenbloggerin (FK) erheitert mich ungemein mit ihren Alltagsschilderungen, eines Leben auf einem Dorf im Odenwald. Mit Hund. Mit Hühnern. Der gemeuchelte JoHahn ist leider Geschichte. Der aktuelle Hahn im Korb auf dem Hof ist Hähnchen. "Kaum war das neue winzige Zwerg-Hähnchen bei uns eingezogen, stand in großen Buchstaben 'Ich will ein Kind von Dir!' auf ihrer Stirne." Ich lache mich tot. Mittels KI stellt sich FK vor, wie es aussähe, wenn die Eier, die die doofe Glucke partout ausbrüten will, tatsächlich befruchtet wären.

[13:35] "Das Leben ist kurz. Genießen Sie es" - Dieser häufig vehement geäußerte Tipp verkennt die Tatsache, daß ein unbedachter, unbeschränkter Genuß es noch kürzer machte, als es ohne schon währt. Jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte, ist ein solcher Quatsch. Im Gegenteil, um den letzten Tag möglichst in weiter Zukunft erleben zu dürfen, ist ein vernünftiges, achtsames Leben JETZT vönnöten.

[13:33] Tagesschau: "... handelt es sich um einen losen digitalen Zusammenschluss verschiedener misogyner, sexistischer und antifeministischer Strömungen mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene." - Leute, die sich Frakturen zufügen, um männlicher auszusehen, sind Looksmaxxer. Dem Begriff begegnete ich erstmals im Deutschlandfunk. Das Maximieren der physischen Attraktivität stammt von den Incels. Sie wird durch KI-gestützte Apps auf Skalen gemesssen. Am unteren Ende sei man "sub(human)" = Untermensch. Verschiedene Stufen, sich zu optimieren. Softmaxxing umfaßt z.B. Körperhygiene (Cremen, Waschen, Bürsten), beim Mewing drückt man die Zunge an den Gaumen, damit sich der Unterkiefer nach vorn schiebt. Hardmaxxing ist dann heftiger: Steroide zum Muskelaufbau, Crystal Meth als Appetitzügler, "bonesmashing" = sich Mikrofrakturen am Kiefer zufügen. Diese körperorientierte Männlichkeit drückt einen Antifeminismus aus, der der Manosphere zuzuordnen ist. Selbstoptimierung, Männlichkeit, Status/Dominanzdenken sind so weit von meiner Gedankenwelt entfernte Ideale. Nicht nur mir fallen die Parallelen zu damals ein, als Rassenhygiene und leniriefengestählte Körper en vogue waren.

[11:59] Über damals, vor 2015, als wir Weltmeister wurden: "Jenseits von Verklärung war das Leben damals aber nicht gut, sondern im Zweifel nur anders doof." (Fliegende Bretter). - Ich möchte - es leben die Zusammenhanglosigkeit! - Stefan Rose gleich nochmal zitieren: "Der erste Weltkrieg ist ausgebrochen, weil ein Österreicher erschossen wurde, der zweite Weltkrieg ist ausgebrochen, weil ein Österreicher nicht erschossen wurde." Und kann diesem Posting in der Rubrik Rebloggerie einen ansprechenderen Titel geben.

[11:44] Offenbar aus Kostengründen ist der Couch-Gag bei den Simpsons wegrationalisiert worden. Wieder ein Indiz für das Empfinden, daß alles immer ein bißchen schlimmer wird, daß Dinge wegbrechen, immer häppchenweise, so daß man wie beim (vermeintlichen) Boiling-Frog-Syndrom erst gar nicht merkt, in welchem Ausmaß und welcher Beschleunigung die Welt den Bach runtergeht. Leider habe ich zwei Bemerknisse aus diesem Kontext schon vergessen, bei denen ich gestern noch dachte, DIE mußt du dir merken. Deswegen nehme ich den Couch-Gag zum Anlaß für die "Theorie des schleichenden Niederganges" und werde nunmehr weitere Indizien sammeln. Augenzwinkernd freilich. Nachtrag. Eingefallen sind mir Arzttermine und wie Herr Buddenbohm gestern von seinem K(r)ampf berichtete. Tags zuvor versuchte ich meine Hausarztpraxis anzurufen, der nun auch eine Hotline vorgeschaltet ist. Kein Durchkommen. Alle Mitarbeiter (PTAs) im Gespräch. Nehmen wir also Arzttermine in den Katalog auf!

[10:33] In den vergangenen Tage stieß ich öfter auf Arne Semsrott. Zuletzt heute Morgen, als es um die abgesagte Magdeburger Lesung ging. Im DeutschlandRadio höre ich immer wieder Interviews mit ihm. Nachdem der Demotivationstrainer Nico sich aus der Parteipolitik verabschieden hat, machen die Brüder zusammen Aktionskabarett. Zuletzt sprach Arne Semsrott auf der re:rublica26: Zur Gegenmacht.

[10:22] "Es ist vorbei." Der Betonflüsterer über die re:rublica26: "In Verkennung ihres Angekommenseins zelebrieren sie immer noch den mir furchtbar auf die Nerven gehenden Gestus der digitalen Gegenöffentlichkeit bei gleichzeitig maximaler gesellschaftlicher Anschlussfähigkeit an die jeweiligen Machtinhaber dieser inzwischen bis ins Siechtum durchlobbyierten Republik."

[09:05] Lange schon will ich etwas über Radikale Akzeptanz (RA) schreiben. Ein Skill, den ich während der Psychotherapie im Herbst 2025 kennen- und schätzen lernte. Bei Frau Anje, die für diese Einstellung unter dem Label "Good Attitude" plädierte, kommentierte ich: "Robuste Einstellung und bewundernswert. In der Therapie haben wir dafür das Konzept der Radikalen Akzeptanz gehört. Damit lerne ich im Alltag mehr und mehr, den Widrigkeiten zu trotzen. In der Situation sich klar machen, ob ichs ändern kann und will. Und wenn nicht, Haken dran, abwenden oder stur durch, ohne sich emotional zerrütten zu lassen. Im Prinzip kennen wir das, seitdem die alten Griechen die Stoa 'erfanden'."

[08:18] Eine wunderbare Eloge zum 80. Geburtstag von Cher, die am liebsten auf dem Friedhof Pere Lachaise neben Oscar Wilde begraben sein will. Klare Aussagen von ihr gegen Trump. Daß sie mit ihren 80 keine Tour mehr schafft, das sei zu stressig, die Stones könnten mit Falten auf die Bühne, ihr würde man das ankreiden. Daß sie sich mit jüngeren Männern liiere, liege daran, daß ältere sie wohl nicht attraktiv genug finden, jedenfalls hätte sie von denen kein Date erhalten. Ich bewundere solch eigenständige Originale wie Cher, die nicht herumlavieren, sondern sich offen äußern, egal was die anderen sagen.

[08:10] Der Iran spielt mit Lego den Irankrieg nach. Mitnichten putzige Propaganda. Der Iran entwickelte eine ausgefeilte Strategie. Kurioserweise beschimpfte Trump den Iran daraufhin als "Meister der Medienmanipulation". Inzwischen existiert für diese Art "gekaperter Kulturkompetenz" der Begriff Legofication.

[08:00] In Sachsen-Anhalt ist richtig was los. Vorboten dessen, was, wenn die AFD gewönne, auf uns zukäme. Eine Lesung des Journalisten und Bruders von Nico Semsrott, Arne Semsrott, in der Magdeburger Stadtbibliothek wurde wohl auf Anraten der Stadtverwaltung abgesagt. Arne findet, Bibliotheken seien vorzügliche Orte zum Austausch und auch und gerade für kontroverse Diskussionen. Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige war im Landtag und stellte die Initiative "Bewußt wählen" vor. Die AfD hat bereits angekündigt, im Fall eines Wahlgewinnes die Zahlungen an die Kirche einzudampfen; denn sie sei nicht mehr förderungswürdig.

[7:20] Freier Tag 3/3. Tage ohne Alkohol: 3810.

Mittwoch, 20. Mai 2026

[11:43] Nie zuvor gehört: Avifaunist = Vogelkundler; Avifauna (Vogelwelt). Gehört in einem Bericht über Birding (Brisant vom 19.5.)

[11:00] Dialekt ist Heimat im Mund. (Peter Ufer) - Gesucht wird das sächsische Wort des Jahres. 2024 war es Hudelei, 2025 Rabusche. Am 3. Oktober wird das diesjährige verkündet.

[06:43] 4G: wir haben gegessen, getrunken, geschwätzt und gelacht. Im Badenwürtembergischen Unzhurst wird die Tradition des Dorfbotts wiederbelebt. Sozusagen die Urform des Gemeindeblattes, ein Ausrufer mit Neuigkeiten.

[05:27] Feuerwehrauto auf Leipzigs Straßen (am Parkbogen Ost, Sellerhausen). Keine Ahnung, ob das Auto vor oder nach der Erfindung der 112 im Einsatz war.

[4:18] Freier Tag 2/3. Tage ohne Alkohol: 3809.

Dienstag, 19. Mai 2026

[17:11] Aufgeschnappt: Augen zu und durch - die kürzeste Anleitung für Leben.

[17:10] Wenn Monk ins Krankenhaus käme, sähen seine Vitalwerte so aus. Naja, fast... Irgendwas ist immer.

[16:45] Wenn etwas für Hyperventilation im Pflegeberuf sorgt, dann, wenn die Kühlschranktemperatur nicht korrekt protokolliert wird. Dagegen sind sterile Dreiwegehähne, deren Ablaufdatum unwesentlich abgelaufen ist, nicht der Rede wert. Deswegen auch ein Foto, denn Bilder sagen mehr als tausend Worte.

[09:50] "Wenn Alltagsgegenstände des eigenen Lebens beginnen, sich in Museen anzusammeln, wird man wohl alt." (Vanessa Giese)

[7:41] Freier Tag 1/3. Tage ohne Alkohol: 3808.

Montag, 18. Mai 2026

[8:00] Vor Spätdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 3807.

Sonntag, 17. Mai 2026

[09:50] Da ich aufgrund seines Mißgeschickes bei Herrn Buddenbohm bereits mehrere Male Krücken-Konnotate las, paßt diese Koinzidenz für eine kleine Anekdote aus der Pflege. Wir bekamen im gestrigen Spätdienst 3 Zugänge, von denen zwei so genannte Außenlieger sind. Fachfremde Kranke, die zwischengeparkt werden, weil auf der für sie zuständigen Station kein Platz in der Herberge war. Beide Frauen 91 Jahre alt, beide zuhause gestürzt. Die Frau aus dem Pflegeheim war immobilisiert, hat aber keine Fraktur. Die andere ist mit einer Krücke bewaffnet humpelnd in die ZNA reinspaziert, was der Arzt im Arztbrief so vermerkte, weil es ungewöhnlich ist. Ich fragte sie beim "Stammblatt" für die ePa, einem Fragekatalog mit allen pflegerisch relevaten Informationen zu den ATLs (Aktivitäten des täglichen Lebens), - ich fragte sie, woher sie denn eine Gehstütze habe. Sie erklärte, daß sie zuhause ihren Mann pflege und nach ihrem Sturz einfach seine "Krücke" geborgt habe, um im Krankenhaus anzudocken. Wohlgemerkt, sie ist 91!

[09:50] "... setzten sich neben uns zwei in-der-Schulzeit beste Freunde von mir hin, die ich tatsächlich seit damals nicht mehr gesehen hatte. Immer wieder so seltsam, alte Menschen zu treffen, die doch eigentlich mein Alter haben müssten?" (Mequito)

[7:22] Vor Spätdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 3806.

Samstag, 16. Mai 2026

[10:46] In Hamburg hadert man bei +12°C ein wenig mit dem meterologischen Status quo. "Diesen Mai habe ich mir so nicht vorgestellt!" Bei der Sache mit dem Fahrstuhl fiel mir der älteste Paternoster im Hamburger Flüggerhaus ein, der kürzlich geklaut worden ist und zu dem ich nach meine drei Spätdiensten noch nachschlagen werde...

[10:11] Die Kaltmamsell weilt anläßlich der re:publica in Berlin und besuchte und fotografierte, geführt durch eine Verwandte, die für eine Spitzenpolitikerin arbeitet, gestern den Reichstag, was uns Lesern und Zuschauenden Innen+Außenbilder beschert.

[8:33] Vor Spätdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 3805 = 125 Monate.

Freitag, 15. Mai 2026

[14:54] Was Sie schon immer über China wissen wollten. Dank Herrn Buddenbohm den sehr ausführlichen und instruktiven Podcast über China (LdN) mit der Sinologin Marina Rudyak. Auf arte sind noch die drei Teile der Dokumentation über die Geschichte Chinas abrufbar.

[14:11] "Verbitterung im Alter entsteht oft genau dort, wo Menschen zu lange gehört haben, sie müssten nur anders auf die Dinge schauen. Irgendwann sagt etwas in einem: Nein. Ich habe genug gesehen. Ich lasse mir die Welt nicht mehr als glänzende Verpackung verkaufen. (...) Aber es gibt auch eine andere Form. Eine Verbitterung im Alter, die eher Ernüchterung ist. Keine Lust mehr auf Täuschung. Keine Bereitschaft mehr, die Dinge schöner zu nennen, als sie sind. Keine Geduld mehr mit Phrasen. Das muss kein moralischer Absturz sein. Es kann auch der Beginn einer späten Klarheit sein." (Horst Schulte)

[13:59] Werbung an Plakaten: "E-Bike Stadt Auto".

[13:49] Beim abendlichen Betten des Patienten. Ich lasse Urin aus dem Sammelbeutel des Blasenverweilkatheters ab und sage zum Pat.: "900 ml, das müssen Sie sich merken, weil ich so vergeßlich bin." Eine Stunde später klingelt es in diesem Zimmer. Der Patient: "Ich möchte jetzt gerne schlafen und soll Sie doch an die 800 ml erinnern." - Ich kann nicht behaupten, daß es nicht Menschen gibt, die mich ernst nehmen.

[8:20] Freier Tag 1/1. Tage ohne Alkohol: 3804.

Donnerstag, 14. Mai 2026

[10:10] Vor Spätdienst 2/2. Tage ohne Alkohol: 3803.

Mittwoch, 13. Mai 2026

[7:40] Vor Spätdienst 1/2. Tage ohne Alkohol: 3802.

Dienstag, 12. Mai 2026

[22:00] Heute war ich erstmals im Bildermusem. Die Dauerausstellungen in vielen städtischen Museen sind seit Jahren kostenlos. Museen sind für mich keine bevorzugten Orte. Ich ermüde rasch. Ich empfinde das Angucken und Lesen der Schilder als monoton und erschöpfend. Und es wird einem nicht leicht gemacht. Ich schlendere mit geöffneter Strickjacke durch den Raum. Eine Wärterin kommt auf mich zu und bitte mich, die Strickjacke zu schließen oder um die Hüfte zu knoten. Letztens im Grassimuseum war die Aufseherin noch eine Spur spröder und muffiger. Ich fühlte mich von Blicken verfolgt und bedauerte, keine Büchse mit Kartoffel- oder Tomatensuppe mit mir geführt zu haben.

[19:46] Bis vor kurzem war ich überzeugt, an ME/CFS erkrankt zu sein. Meine Erschöpfung seit 2015, nachdem ich wochenlang an einer Viruserkrankung dahingesiecht war, die Regenerationsunfähigkeit. Deswegen verfolge ich Informationen, Sendungen und Wortmeldungen zu dieser noch so unbekannten Krankheit. Auch wenn ich seit meiner zweiten Psychotherapie eher davon ausgehe, daß die schweren psychosomatischen Emanationen, die mir seit 11 Jahren das Leben vergällen, doch "nur" auf die Psyche zurückzuführen sind, bleibe ich - hoffentlich findet sich bald ein griffigerer Terminus - beim Thema ME/CFS dran. Nach der großen Doku "Die rätselhafte Krankheit - Leben mit ME/CFS" von 2021 erstarrte ich vor Mitempfinden und Entsetzen, als ich vor Wochen den Essay "Die Grenzen der Autonomie" hörte oder besser erlebte. Neuere Dokumentationen sind "Blackbox der Pandemie" sowie "Unendlich müde" (nano / 2026). Ob Long-Covid-Kranke hoffen dürfen, hören wir im Feature "Hoffen auf Heilung". Immerhin sind jetzt 4 Off-Label-Medikamente zugelassen worden, während ein fünftes, Naltrexon, es nicht nicht auf die Liste schaffte. Jährlich fallen in der Bundesrepublik durch ME/CFS + Post-Covid bei 1,4 Mio Betroffenen Kosten von 66 Mrd. Euro an! (12.5.26)

[18:47] Miniserien, neue Kuh, die durch's Dorf getrieben wird. Aich als vertical oder micro dramas bezeichnet Für's Handy produzierte, nur Minuten dauernde Minidramen, Soaps. Melodramatik. Wachsender Markt. Sehr oft mit Cliffhanger, damit man nach den ersten kostenlosen Folgen bezahlt (Freemium).

[08:24] "Natsukashii wird häufig mit 'nostalgisch' übersetzt, das trifft freilich nicht notwendigerweise und nur teilweise. Das Wort bringt eine bittersüße Empfindung zum Ausdruck, bezogen auf etwas Erinnertes, das wertvoll ist, das geschätzt wird, freilich ohne deutlich ausgeprägte Sehnsucht, in die Vergangenheit zurückkehren zu wollen. Der Affekt ist eingebettet in ein deutliches Bewusstsein des Vergangenseins der Vergangenheit, der Vergänglichkeit. Ein weiches, warmes Gefühl, das Erinnerungen in der Gegenwart leben und atmen lässt. Jedenfalls möchte ich das Wort so verstehen: als eine Ermöglichung einer erlebten, geteilten Vergangenheit, in der Gegenwart Wirkung zu entfalten. Wenn H. und Y. 'natsukashii' sagen, heisst das für mich, schön, diese Erfahrungen mit dir gemacht zu haben." (Camp Catatonia)

[08:00] Mit Müh' und Not habe ich meines 60. Geburtstages gedacht. Das 25-jährige Blogjubiläum am 30. April habe ich erwartungsgemäß vergessen und die 30 Jahre Webseite (Einsammelbuch formerly known as Leipzig Bücherlei formerly known as Bibliomaniac List) werde ich in 8 Wochen auch vergessen.

[06:47] "Andere würden, wären sie ich, ein ruhiges, gut austemperiertes Leben führen. Ich hingegen missbewirtschafte alles, was ich habe." - Was der Betonflüsterer schreibt, "fühle ich", so der therapeutische Neusprech in der Gruppentherapie. Immer die Mutmaßung, es fehle nur ein Gran, ein Mü, damit die ganze Scheiße sich in Gold umkehrt, daß nur ein Pipifatz an Veränderung vonnöten wäre, damit alles anders würde, ich funktionierte, die ganze Last, wenn nicht abfiele, so doch auf ein tragbare Maß reduziert würde. Eine Schwelle, die ich kaum wahrnehme, die aber ALLES verbaut. Verfluchte Scheiße. "Das passt mir. Ich kenne das nur so." Dabei hat der Betonflüsterer gute Tage in Wien. "Bei Wienern klingt Rechtssein weniger unsympathisch. Muss am Lachen liegen. Sie postulieren Endzeit und lachen dabei." Jawl (Christian Fischer) schreibt: "Das mit der Balance ist bei grauem Wetter immer noch etwas schwerer als an sonnigen Tagen." Ich gucke aus dem Fenster und sehe Sonne. In Leipzig. An einem freien Tag. Sensationell! Gute Tage auch hier in L.E.?

[05:55] Nicht daß ich es begriffen hätte, aber molekularbiologischer Aufreger: Aus Protein wird DNA. Ein Dogma war bisher die Reihenfolge: DNA => RNA => Protein. Offenbar geht es auch umgekehrt. Daß RNA in DNA umgeschrieben werden kann, war seit Jahrzehnten bereits bekannt, ein Prinzip, welches Retroviren wie HIV anwenden. Kürzlich entdeckten Forscher aber, daß ein Protein selbst als Matrize für die DNA-Synthese fungieren kann.

[4:30] Freier Tag 2/2. Tage ohne Alkohol: 3801 = 543 Wochen.

Montag, 11. Mai 2026

[16:50] Auf ein Neues. Seit Jahren bewerbe ich mich um ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), welches einige Male im Jahr ausgelost wird. Wer sich mir anschließt, kann quasi Huckepack mitgewinnen, weil nämlich unter denen, die meinen Freundeskreis bilden, ein weiteres BGE vergeben wird. Es verpflichtet zu nix, keiner Mitgliedschaft irgendwo, kein Abo. Der Verein Mein Grundeinkommen sammelt die Spendengelder.

[16:48] Freier Tag 1/2. Tage ohne Alkohol: 3800.

Sonntag, 10. Mai 2026

[15:51] Bericht über eine Balletaufführung in Odessa. "Nach jeder Szene wird geklatscht, Man weiß nie, ob es weitergehen wird."

[14:19] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 3799.

Samstag, 9. Mai 2026

[15:51] Jetzt kann's auch der Deutschlandfunk nicht lassen: Die fieberhafte Suche nach dem (Andus)Erreger. Infektionskrankheit = Fieber, Erforschung = fieberhafte Suche. Toll gemacht.

[15:50] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 3798.

Freitag, 8. Mai 2026

[10:22] Ein KI-gestützer Religionsroboter, der Buddha-Bot, ein elektronischer Mönch soll zu seelsorgerischen Arbeiten herangezogen werden. In Südkorea wurde Gabi (Buddhas Barmherzigkeit), der erste humanoide KI-Roboter-Mönch, offiziell in den Jogye-Orden aufgenommen, inklusive Gelöbnis.

[10:10] Der amerikanische Gesundheitsminitser schwärmte von Sauerkraut bzw. fermentierten Lebensmittel an sich und, zack, exportieren deutsshe Sauerkrauthersteller in die USA. Nur soll es dann in "Bio Weisskraut fermentiert" umbenannt werden. Das würde jünger, moderner und gesünder klingen. Stößt euch das sauer auf?

[09:19] Einige neue bzw. hervorgeholte Splitter: Der britische Grünen-Chef war früher Hypnosetherapeut. Interessante Kombination! / "China verurteilt zwei frühere Minister zu Tode auf Bewährung". Tod auf Bewährung? Nie so gehört. / "Den Haß überlieben". (Morgenandacht im Deutschlandfunk" / Aaahliteration! "Kreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf die Kanaren" / Conserve The Sound archiviert Geräusche von verschwindenden Dingen, speziell technischen Geräten. In Erinnerungen schwelgen. / Neckig ist die anhand von Literaturzitaten dargestellte Uhr, für die ich mir ein deutsches Pendant wünschte.

[09:00] "Das Herz ist der kleine Hund der Seele, der schwanzwedelnd jedem geworfenen Ball hinterherrennt." (Kluges & Scheiß)

[08:55] "Wie aber daten Frauen Geschlechtsgenossinnen? Von theoretischer Recherche verspreche ich mir nicht viel. Denn während sich Männer auf Sichtbares konzentrieren, achten Frauen mehr auf’s Gefühl. Auf der weiblichen Seite verhält es sich ähnlich wie bei Speisen: schön Angerichtetes steigert den Appetit, wenn die Mahlzeit aber nicht mindestens gut riecht, schmeckt, im Mund zergeht und anspricht, ordern wir keinen Nachschlag. Dann lassen wir auch das schönste Essen zurückgehen. Okay, manchmal lassen wir uns die Reste einpacken, spätestens am nächsten Tag landen die aber in der Tonne." (Kluges & Scheiß)

[08:33] "Es herrschen harte Zeiten für Menschen, die sich von Intelligenz angezogen fühlen." (Kluges & Scheiß)

[07:34] "Beim Fahrradfahren merkte ich aber auch die Kühle der Luft, für eine längere Radtour hätte ich mich dick vermummeln müssen, was für ein Glück, dass hier niemand eine längere Radtour mit mir unternehmen wollte. Ich glaube allerdings, ich wäre kurzfristig erkrankt, das Hanta-Virus geht ja um, bestimmt hat das auch irgendein Schiffstourist hier auf der Insel eingeschleppt, ich spürte schon, wie ich schlecht Luft bekam, wenn ich nur an Radtour dachte." (anjesagt)

[6:56] Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 3797.

Donnerstag, 7. Mai 2026

[15:14] Die kanadische Schauspielerin Claire Brosseau möchte nicht mehr leben und kämpft für assistierten Suizid. Sie sei doch körperlich gesund. Und was soll damit gesagt werden? Psychische Krankheiten haben weniger Gewichtung? Die Psyche kriegt man doch irgendwie schon hin? Und wenn nicht, was hier offenbar so ist. Wie es bei physischen Prozessen infauste Prognosen gibt, so glaube ich, gibt es sie auch bei psychischen Zuständen. Was mir seit 24 Jahren dauernd entfällt: daß ich ja noch ein Weblog zum Freitag habe.

[06:34] Gelesen: "Jetzt, wo Timmy Geschichte ist, wird es Zeit für Neuwalen.

[05:40] Aufgrund jüngster Erfahrungen ist der für mich so prägende Impuls, meine Fundstücke für andere bereitzustellen, auf diese Seite beschränkt, allenfalls Mastodon. Sonst hätte ich in den Odenwald hineingekräht: Hühner! Eier!. - Arte ermöglicht dank seiner vielen informativen Sendungen, sich beispielsweise eine kleine Lebensmittelkunde (=>Streams) einzuverleiben.

[5:36] Freier Tag 8/8. Tage ohne Alkohol: 3796.

Mittwoch, 6. Mai 2026

[19:00] Nachdem ich die Ephemeren Streams aufgegeben habe, weil alles kalendarisch in den Updates landet, der Hinweis, daß die arte-Sendung über Spargel nur noch 3 Tage verfügbar ist, während die Radio-Wissen-Folge Spargel erst gestern gesendet wurde und 'ne Weile online sein wird.

[12:58] Regular Animals in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Roboterhunde mit Hyperflesh-Silikonköpfen von Techmilliardären und Künstler wie Picasso und Warhol. Geschaffen von Mike Winkelmann = Beeple.

[12:23] Der so oft von mir verlinkte, zitierte und ob seiner eruptiv-kreativen Sprachmacht geschätzte Berliner Betonflüsterer hat gegrüßt. Sachsen winkt nach Berlin zurück. Daß das Einsammelbuch und diese Miszellen über kein RSS verfügt und die einzelnen Einträge keine Links sehen lassen, stimmt, da keine Ahnung von mehr als rudimentärstem HTML. Seit dem Umzug des Webspace vor drei Monaten kann ich wieder strukturell ändern. War durch den Provider geknebelt. Zunehmend verlinke ich nunmehr auch kleinere Einträge der Miszellen. Der in des Betonflüsterer Linkschleuderei erwähnte Wo-ist-das-Leck-Artikel steht im Tagebuch. Den Inhalten, denen ich einen Link gönne, sind in den UPDATES kalendarisch gelistet (=> Postbar).

[10:06] Der Leipziger Röschenhof beherbergte einst ein Altenpflegeheim; aktuell befindet sich am Standort das Leipziger Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt. 2002 gab es eine Posse um die richtige Aussprache von "Röschenhof". Aufgrund der leicht verwilderten Außenanlage hätte man eher auf eine der Flora zugetane Einrichtung getippt.

[09:40] "Krieg. Wo junge Männer, die sich nicht kennen und sich nicht einmal hassen, einander abschlachten. Auf Befehl von alten Männern, die sich kennen, sich hassen, aber zu bequem sind, um ihre eigenen Schädel einzuschlagen."(Andreas Rebers)

[09:30] Büchermüllmann als Bezeichnung für Denis Scheck in die Wortperlen aufgenommen. Ebenso fahneneidriger Patriotismus vom Betonflüsterer.

[09:10] "Da sitzt ein hängengebliebener Oberstudienrat, in seiner ganzen provinziellen Muffigkeit, mit seinem Reformhausnationalismus und klebrigem Wandertagspathos, mit dem Typen wie er sonst Gruppen von Pubertätsbolzen, die sich nicht wehren können, durch die Eifel führen." (Betonflüsterer)

[08:13] "Man möge mir, dem Bestandteil des Souveräns, bitte Ungefiltertes zutrauen." (Betonflüsterer)

[08:12] "So hat sich auch ein pseudopsychologisches Therapiesprech in die Alltagssprache geschlichen, das einem zuweilen das Gefühl gibt, nicht in einem Café, sondern der Cafeteria einer psychiatrischen Klinik gelandet zu sein." (Stefan Rose)

[7:35] Au weia, ich bin längst verdorben durch meinen Fokus auf KI. Als ich "Prompt öffnet der Himmel seine Schleusen" las, verstand ich es nicht, weil ich Prompt als KI-Prompt verstand und grübelte, warum der Prompt selbst etwas öffnet und nicht ich ihn.

[5:45] Freier Tag 7/8. Tage ohne Alkohol: 3795.

Dienstag, 5. Mai 2026

[17:31] Den Begriff Facepalm für diese mit "angesichts der Gesamtsituation und überhaupt" unterlegten Geste ist mir neu. Mit dem Bild eröffnete ich einst die Rubrik MeinSoSein, in der ich rund um das Eigenbild und Selbstverständnis Cartoons, Bilder und Videos sammle.

[16:46] In meiner Blogroll ist man/frau kränklich: Humpelnd, sich die Backe haltend, vor Therapiestunden zitternd, den Ellenbogen beübend. Gerade, als ich bei anjesagt "Todeslinienaufgabe" (Deadline) las, die Eingebung, es wäre doch lustig, wenn es ein Lexikon der Macken von Onlinemenschen wie Blogger gäbe. Viele pflegen Macken und Spleens, zelebrieren Routinen. Vielleicht mal sammeln?

[15:46] Auf die Panorama3-Doku "Endstation Forensik" gestoßen, der sich der Podcast "Maßregelvollzug am Limit" zuordnen läßt, eine 11KM-Folge vom 4. Mai 2026.

[9:01] Repost: "Diesbezüglich" und "Tatsächlich" sind "Alter" und "Digga" für Akademiker.

[08:54] Erstmal beruhigen mit Book Porn. Daß es KI-generiert ist, beachtete ich dieses Mal gar nicht. Selektives Wahrnehmen. Bibliomanes = gut! Aber stimmt, auf den Hinweis von Liisa, ähm, hin sehe ich jetzt auch mehr KI als Bibliomanie. Gleich den neu gelernten Begriff Uncanny Valley anbringen, der für dieses Unbehagen steht.

[08:30] Neben FOMO (Fear of Missing Out / Angst, etwas zu verpassen) gibt es neben zahlreichen anderen Varianten auch MOMO (Mystery of Missing Out), ein Gefühl der Paranoia und Angst, absichtlich von sozialen Aktivitäten ausgeschlossen zu werden. FOMO bezieht sich auf konkrete Ereignisse, bei denen man befürchtet, sie nicht zu schaffen. MOMO meint das Unsichtbare, die "verborgene soziale Szene", die man nicht mitbekommt. Etwas geschieht hinter meinem Rücken oder auch nicht, wer weiß. Herr Buddenbohm gefällt das direkte Gegenteil von FOMO, nämlich FOBI. Ich zitiere meine KI: "... bezeichnet FOBI den Stress, den eine Einladung oder die bloße Teilnahme an einem Event auslösen kann." Die Befürchtung von Autonomie- durch Zeitverlust. Aus der Therapie weiß ich im solche Vermeidungsimpulse, kenne die Erleichterung, wenn Termine kurzfristig abgesagt werden u.ä. FOBI wurde durch die Serie Wednesday populär. Der Künstler Jean-Philipp Kindler plädiert für Ruhe und Genügsamkeit statt der ekstatischen Suche nach Glück.

[8:03] "... kam mir eine wütende Telefoniererin entgegen: 'Du wirst heut Abend zahlen für was du gemacht hast. Ich nehme dir deine Seele weg!' Falls jemand Nachilfe in Drohen braucht." (Kaltmamsell)

[7:14] Ich habe mich auf die Warteliste für die neue europäische Social-Media-Plattform W Social setzen lassen. Im DLF gibts ein Interview mit der Juristin und Mitgründerin Anna Zeiter. Das wird ja Zeiter! Ambitioniert steht das W für einen Sponsoren (We Don't Have Time), die großen W-Fragen oder generell für W-orld/W-elt. Jetzt im Moment (5.5.26 um 7.16 Uhr) gibt es keinen Eintrag (mehr) bei Wikipedia. Edit-War? Die Plattform startet nicht mit 0, sondern kann mit einer Basis von 40 Mio Usern rechnen, weil open souce schon vorgeköchelt wurde.

[6:60] Mähfreier Mai. Dry January. Noch was?

[6:07] Schon interessant, wer alles noch Tagesschau guckt. Plötzlich bekomme ich zig Anfragen, ob hier alles in Ordnung ist. Ist es. Nachtrag: Jetzt am Morgen höre ich Nachrichten. Der Täter 33 Jahre, die Opfer 62 und 77 Jahre. 400m bretterte der Verrückte die Grimmaische Straße - eine der Flaniermeilen Leipzigs, entlang. Ich selbst war 90 Minuten vorher auch in der Stadt (Höfe am Brühl). Als ich im Deutschlandfunk die Daten hörte, ratterte mein Gehirn los, ob ich jemanden kenne, der/die 33, 63 und 77 Jahre alt ist. Wie bei den Lottozahlen. Knapp daneben! Gott sei Dank!

[6:00] Freier Tag 6/8. Tage ohne Alkohol: 3794 = 542 Wochen.

Montag, 4. Mai 2026

[20:20] Merzschmerz in die Wortperlen aufgenommen. Gelesen bei Maxim Seehagen auf Bluesky.

[20:00] Nachdem mir nicht nur Roboter das Gruseln gelehrt hatten, sondern mittlerweile mehrere Sendungen, frage ich mich, ob sich der Kauf einer Langspielplatte noch lohnt. Ich stelle meine Besorgnis unter das Label 'Apokalypse now?' Dazu gehören der Podcast mit dem Philosophen Markus Gabriel über "Ethik der KI" oder "Allmächtig oder überschätzt - Was kann KI wirklich?". Als hauptsächlich in den 80ern Sozialisierter, der alle Terminatorfilme gesuchtet hat, ist die Frage nach einer Superintelligenz doch nicht allzu abwegig, oder? Meine Güte. Unser Manipuliertwerden (KI-Schwärme / Bösartige Chatbots) - ein weiteres Feld zum Fürchten. Ob sich das Pendel meines Grauens ein wenig zur anderen Seite bewegen wird? Wohl eher nicht. Heute las ich vom humanoiden Roboter Schotti, der in einem Baumarkt arbeitet und von Luna, die als AI-Agentin in Frisco einen Laden schmeißt.

[18:16] In San Francisco wird ein Einzelhandelsgeschäft durch Luna, eine AI-Agentin, geführt. Sie arbeitet mit Claude Sonnet 4.6. Die Mitarbeiter, die im Laden arbeiten, wurden von ihr selbsttätig angeheuert und eingestellt. Sie hat Bilder für die Wandgalerie gekauft, die auch von einer KI geschaffen worden sind. Für Erheiterung sorgt der Umstand, daß sie 1000 Toilettensitzbezüge statt nur einem bestellt oder den Laden auch schon mal 3 Tage dicht gemacht. Die Toilettensitzbezüge hat sie kurzerhand als Ware angeboten. Mehr über dieses Experiment hier.

[18:16] In Deutschland sind die Jenischen nicht als Minderheit anerkannt, in der Schweiz schon, wo das Unrecht gegen die Volksgruppe aufgearbeitet werden soll. Man streitet immer noch, ob das Jenische eine eigenständige Sprache bildet.

[18:08] Barbie & Gesellschaft ist ein Radioessay und beleuchtet Klassenvorstellungen, Geschmacksprägungen und Konsumträume. Seit Markteinführung sind mehr als 1 Milliarde Kleidungsstücke mit der Puppe über die Theke gegangen.

[17:11] Ich gehe so alle 5 Jahre mal durch die Höfe am Brühl und sehe Mumuplay!. Was zur Hölle ist das? Ob die Namensgebung wirklich durchdacht ist? Apropo Hölle. Unweit vom obzönen koreanischen Spielzeug: Olymp & Hades-. Ich kann nicht mehr. Marketing a la Idiocrazy. Normalerweise funktionieren meine Schutzrefelxe bestens, deswegen nur alle 5 Jahre. Nachdem ich mich heute früh so aufregen mußte, gestattete ich mir die Ausnahme und führe mich bestätigt. Nicht nur ästhetisch, sondern in der Gewißheit Sokrates': "Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf". Dennoch wurde ich mit einem üppigen Naturerlebnis belohnt und entschädigt. Sie haben Dafür haben weder Kosten noch Mühen gescheut. Mußte an die "Gärten des Grauens" (Buch) denken.

[12:37] Im erzgebirgischen Großolbersdorf fand ein internationales Treffen der Kennzeichensammler statt. Bis vorgestern gab es im Ort das Nummernschildmuseum. Obendrein existiert eine internationle Vereinigung der Nummernschildsammler (Automobile License Plate Collectors Association). Ob dieser Name auf ein Kennzeichen passen würde?

[10:33] Lange nicht mehr so abgebügelt worden. Wegen Animositäten in die Schranken verwiesen werden, ist lehrreich. Letztens bei Frau Kaltmamsell, die sich medizinische Hinweise verbittet und dann pampig reagiert: "Sie geben mir trotz ausdrücklicher Bitte um Unterlassung einen Gesundheitstipp (...) unterstellen mir dann mit Ihrem Tipp, 'Möglichkeit schon mal in Betracht gezogen', ich sei zu doof für Online-Recherche - das macht mich sehr, sehr böse, Sie blöde Kuh." Inzwischen hat die Münchnerin die Kommentarfunktion stillgelegt. Vorhin merkte ich anläßlich des Blogposts von Frau Klugscheißer an: "Ich kenne die Terminparalyse vorm Einzel beim Therapeuten, aber auch vor Arztterminen. Daran soll ich arbeiten und herausbekommen, woher die Unruhe, das Zerfahrensein und das Unbehagen stammen." Sie: "Terminparalyse hab' ich keine." - Ich: "Sorry. Nicht? Ich hatte die 'seltsamen Zwischenwelt. Nicht ganz präsent, nicht ganz weg' so gelesen. Die kognitive Blockade, das Wuschigsein? Paralyse meint nicht Erstarrung, sondern beschreibt einen gewissen Wartemodus." Darauf kommt ein indigniertes: "Und um mal etwas deutlicher zu werden. Ich brauche keine Links, weil ich selbst in diesem Bereich einen professionellen Hintergrund habe." Woraufhin ich erwiderte: "Ok, ich habe die Kaltmamsellsche Drastigkeit verstanden." Ich kenne unwirsche Reaktionen gut, weil ich, wenn ich mich un- oder mißverstanden fühle, ebenso gnatzig konterte. Das alte Usenet-Feeling durch Flamewars wird sozusagen wiederbelebt.

[9:23] "Wir Egozwerge möchten doch so gerne, dass alles nach unserer Vorstellung läuft. Dafür haben wir jahrelang geplant, gelenkt und nicht nur uns selbst, sondern vor allem unsere Umwelt manipuliert. Fast schon putzig anzusehen, wie Jene, die damit konfrontiert, mit aller Kraft gegen die Machtlosigkeit aufbegehren. Wie sie kompensieren, kaschieren und schließlich beleidigt kapitulieren. So ist Leben nämlich. Während wir uns am Steuer wähnen, genügt eine kleine Geste, ein Windhauch des Schicksals, und der Schleier der Selbstwirksamkeit reißt entzwei." (Kluges & Scheiß)

[9:18] "Muskeln brauchen zu Beginn des Trainings sechs Wochen, bis sie wissen, was man von ihnen überhaupt will." (Kluges & Scheiß)

[6:20] Freier Tag 5/8. Tage ohne Alkohol: 3793.

Sonntag, 3. Mai 2026

[19:44] Zwei Filme von Mario Sixtus sind in der arte-Mediathek abrufbar: KI: Maschinenträume im Film (2024) und KI: Der Tod des Internets. Den ersten gucke ich gerade, den zweiten werde ich wiederholen. Wozu Horrofilme, wenn man die Wirklichkeit hat? Bei der Durchsicht kamen mir neue Filme und Sachfilme unter. Dafür habe ich die Rubrik "Ephemere Streams" aufgegeben. Alle Funde werden kalendarisch in den Updates ("Streambar") vermerkt. Heute beispielsweise kamen 4 Spielfilme herein: Die geschützten Männer (2024), Das Lehrerzimmer und den Klassiker Tootsie mit Dustin Hoffmann aus den 80ern. Die schwarze Komödie "Ich lasse mir nichts mehr gefallen" erwähnte ich bereits. Sonntags ist ergiebig, weil zwei meiner Lieblingsformate laufen: das Kulturjournal Twist. In einer früheren Folge des deutsch-französischen Magazins Karambolage wurde über Pudel und Fasching erzählt. IMMER ist etwas dabei, was ich noch nicht wußte. Die heutige Sendung wird später ausgewertet. Ich hänge - wie mit fast allem - hinterher.

[11:00] Auf der Jagd nach einem Arzt kann man schon mal auf eine abwegige Ideen kommen. Immerhin läuft die Auswegsuche, in Sachsen und überhaupt auf dem Land.

[11:00] Veronika Günther zeichnet allmorgendlich ein Tuschebild. Mehr als 9000 Zeichnungen sind zusammengekommen. Ich bewundere Menschen mit solch konsequentem Fimmel. Dagegen verwendet die Dresdnerin Helga Eckert Enkaustik für ihre Bilder.

[9:02] In der arte-Mediathek wieder "Ich lasse mir nichts mehr gefallen", den ich kenne und schätze. Yolande Moreau kenne ich aus zwei Jeunet-Filmen. Franzosen können Komödie.

[08:10] Miezen haben bekanntlich Pokerface. Schwer, zu erkennen, wie es ihnen geht. Die japanische KI-App "CatsMe" von Carelogy gibt Aufschluß. Anhand von Fotos erkennt die App Hinweise auf Schmerzen oder gesundheitliche Problem. Durch Zusatz von Verlaufsdaten wächst die Zielgenauigkeit.

[07:56] Es gibt Händler, die sich mit Nazi-Devotionalien dumm und dämlich verdienen. In den Daueraustellungen deutscher Museen kommt NS-Kunst nicht vor. Wie nun umgehen mit der Kunst aus dieser Epoche, wenn Akteure wie die German Art Gallery diese Lücke bespielen?

[7:55] "Man muß nicht warten, bis man in Fötusstellung auf dem Küchenboden liegt." Hol dir Hilfe!.

[7:24] Stretto-Klaviere haben eine schmalere Klaviatur. Die Löbauer Firma August Förster baut sie.

[6:42] Freier Tag 4/8. Tage ohne Alkohol: 3792.

Samstag, 2. Mai 2026

[17:47] Alternative Methoden, unter die Erde zu kommen, faszinieren mich. Reerdigung nennt sich der Prozeß, in dem ein toter Körper in 40 Tagen zu Humus wird. Im Gegensatz zur Beerdigung übernehmen Mikroorganismen im Turbomodus diesen Job, wobei Temperaturen bis zu 70°C anfallen. Der Verstorbene wird in einem Kokon gebettet. Am Ende bleibt fruchtbare Erde, der Kreislauf hat sich geschlossen. - In einem Blog las ich von einem kritischen Spiegel-Artikel, in dem berichtet wird, daß eben doch nicht alles zu Kompost würde, sondern Knochen übrig blieben, die dann "verfeinert" würden, also zu Staub gemahlen. Von Störung der Totenruhe sei die Rede, worüber ich mich jedesmal aufregen könnte. WENN jemand nicht mehr gestört werden kann, dann doch wohl ein Toter, oder?" - "Capsula Mundi" verwandelt den Leichnam in einen Baum. Beerdigt wird man in Fötusstellung in einer eiförmige Kapsel aus biologisch abbaubaren Materialien, darüber wird ein Wunschbaum gepflanzt. Der Baum wird so auch durch den Verstorbenen genährt.

[17:12] Wo und wie KI in der Klinik zum Einsatz kommt. Daß beispielsweise beim MRT zwei Drittel der Zeit gespart werden kann, ist wunderbar. Daß in der Notfallambulanz KI wichtige Hinweise geben kann, z.B. bei der Auswertung von Röntgenbildern, damit der Patient nicht versehentlich nach Hause geschickt wird.

[16:35] Unterwegs höre ich Podcaste bzw. Audiobeiträge und gewöhne mir peu a peu an, auf WhatsApp Notizen aufzusprechen, wenn ich etwas Hörenswertes als behaltenswert qualifiziere. Allerdings muß ich das in praxi noch verbessern. Denn wenn ich an freien Tagen die Fundsachen abarbeite, begreife ich mitunter nicht mehr, worum es ging. Von den Quellen ganz zu schweigen. Darum schreibe ich hier oft genug nur "gehört" oder "aufgeschnappt". Apropo, aus einem DLR-Interview: "Wir trauern den letzten Resten des Wirtschaftswunders hinterher." (Status quo in Deutschland, der Wunsch, unseren Kindern möge es einmal besser gehen, ist nicht mehr erfüllbar und nur noch die Wohlstandsreste sind erfahrbar). - Zweiter Splitter: "Das Dasein nicht als Betriebsunfall begreifen." Herrlich. Aber zu karg und kontextlos, als daß sich im ESB etwas daraus machen ließe. Bei Splitter 3 war die Rede von einer "drohenden globalen Wasserinsolvenz.

[16:18] Ein zweites Langformat in Sachen KI innerhalb des Podcasts Apofika, wo am Samstag der Presseclub mit Markus Feldenkirchen stattfindet mit immer einem Thema und heute eben KI, einem Rundumschlag und Analyse der ad-hoc-Situation. Beeindruckt hat mich, wie autonom KI-Agenten komplexe Arbeiten übernehmen, wie sie sich selbst strukturieren, delegieren und am Ende das Ziel liefern, für das sie beauftragt worden sind.

[16:18] Ein zweites Langformat in Sachen KI innerhalb des Podcasts Apofika, wo am Samstag der Presseclub mit Markus Feldenkirchen stattfindet mit immer einem Thema und heute eben KI, einem Rundumschlag und Analyse der ad-hoc-Situation. Beeindruckt hat mich, wie autonom KI-Agenten komplexe Arbeiten übernehmen, wie sie sich selbst strukturieren, delegieren und am Ende das Ziel liefern, für das sie beauftragt worden sind.

[14:11] Wie wird KI die Kunst verändern, welchen Stellenwert gibt der Mensch der KI? Was stirbt aus, was wird einfacher, was wird ersetzt? Werden wir eine Model Autophagie Disorder (MAD / Model Collaps) erleben? Wird unser "kreativer Muskel" verkümmern? Kunst und Kreativität ist Thema in dem Podcast mit der Philosophin Dorothea Winter. Sie berichtet von einer Studie. Menschen sollten Essays schreiben. Unkreativere Menschen wurde mittels KI kreativer. Allerdings waren die Ergebnisse im Vergleich homogener als zuvor. Produktiver, kreativer, aber weniger Originalität. Bei den sowieso schon kreativen Schreibern waren die Essays von KIn ziemlich unbeeinflußt. KI bleibt auf uns nicht wirkungslos. Als soziotechnologisches System entstehen Wechselwirkungen. Wir können uns nicht mehr isoliert von KI verstehen, wenn sie einmal diese Verbreitung und Wirkmacht hat. Wie werden verändert wahrnehmen, ästhetisch anders bewerten und agieren.

[12:20] Nach Ameca nun Sophia als ein anderer humanoider Roboter, der in Hongkong sogar Oper singt oder bei Jimmy Kimmel auftritt. Weit prosaischer ist Wachhund Waldi. der Sicherheitsdienste leisten soll. In Japan wird für Roboterhunde gar gebetet. Schwer für mich einzuschätzen, was stimmt oder was (noch) Fake ist. Kunfu-Roboter, im Ernst? - Wenn Roboter sprinten oder Halbmarathon laufen, Tischtennis spielen, kochen oder gleich ein ganzes Restaurant schmeißen, als Boyband auftreten, den Verkehr regeln, zocken und dirigieren. - Während die Augsburger Puppenkiste noch einigermaßen niedlich daherkommt, kann ich, der ich mit den Gremlins aufwuchs sind, bei den Moflins nicht ohne Vorbehalte zuschauen. Roboter gab es übrigens bereits vor 100 Jahren.

[11:00] Je öfter LLMs bzw. Chatbots als Therapieersatz oder -ergänzung benutzt werden, desto häufiger berichten die Medien darüber. KI als Psycho-Coach oder Beziehungsratgeber (Liebe in Zeiten der KI)? Bei meiner letztjährigen PT war in meiner Gruppe eine Frau, die sich ChatGPT sehr ausufernd zuwandte. Ob und wie kann KI die Psychotherapie verändern? Manche meinen, sie sei nicht hilfreich. Befragungen zeigen, daß depressive Menschen den Psycho-Coach Chatbot inzwischen gut nutzen.

[9:10] Bücher aus Bibliotheken entfernen ist in den USA Volkssport geworden. Jede Bewegung generiert eine Gegenbewegung. So etablieren sich Möglichkeiten, die verbannten Bücher per Post zu bekommen oder es fahren Busse herum, damit Kinder an die verpönten Bücher gelangen können.

[08:10] Dadurch daß ich seit meiner Psychotherapie kaum noch Serien (Fiktionales) gucke und stattdessen Hörbares, schnappe ich Informationen auf, oft Begriffe und Bezeichnungen, die mir erstmals begegnen, und ich mich wundere, wieso ich erst jetzt, mit 60 Jahren, auf sie stoße. In einem Podcast wurde vom Sweet Point gesprochen. Gemeint ist etwas, was sich genau am richtigen Ort, in der richtige Position oder der besten Balance für etwas befindet. Wenn es stimmig ist. In der materiellen Welt, aber auch übertragen. Solche Momente, sweet points, in denen alles paßt, erleben wir leider viel zu selten. Im Leben stimmt zumeist irgend etwas nicht. Keine Zeit, kein Geld, kein Auge dafür, zu viele Leute, zu wenig Leute. Kein Platz, zu viel Platz. Wetter kacke, zu heißt, zu kalt, zu trocken, zu naß. No sweet point anywhere. WENN dann unverhofft ein solcher perfekter Moment kommt: zugreifen, genießen, ruhig exaltiert und orgiastisch durchleben!

[07:44] Die Radio-Wissen-Episode "Der innere Kritiker" hörte ich wiederholt. Diese innere Stimme, die mitläuft und bewertet, basiert auf Glaubenssätzen, die uns eingetrichtert wurden, oft von Eltern, Bezugspersonen, und die - der Begriff ist mir neu - fachlich als Introjekte bezeichnet werden. Meist erlebe ich diese verinnerlichten Regeln und Normen als destruktiv. Das kannst du nicht, hast du noch nie gekonnt, vergiß es, brauchst du gar nicht erst damit anfangen, das wird doch sowieso nichts, du blamierst dich nur, was sollen die anderen denken, ich höre schon das Gelächter, X würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das mitangucken müßte. Du Plebs, du Versager, Töffel, Trottel, Hampelmann! Introjektion, geile Sache, die der Depression so richtig Schwung verleiht.

[7:15] "... ist in diesem Fall auch das Standard Sandwichtoastergesetz außer Kraft gesetzt, das normalerweise festlegt, dass man einen neuen Sandwichtoaster direkt nach dem Kauf in der ersten Woche fünfmal benutzt, in der zweiten Woche noch zweimal und dann wird er in den Keller geräumt, wo er künftig ein trübes und wenig benutztes Leben führt." (anjesagt)

[7:00] Freier Tag 3/8. Tage ohne Alkohol: 3791.

Freitag, 1. Mai 2026

[18:07] "Wir Alten müssen uns bis obenhin mit Freude auffüllen." - Die 79-jährige Gabriele von Arnim hat mit "Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls" ein neues Buch vorgelegt und spricht darüber im Deutschlandradio.

[17:28] Im Herbst bei Kaufland in Reudnitz Automaten mit Wundertüten entdeckt. Diese Mystery Boxen verleiten zu Impulskäufen und versprechen mehr, als sie halten.

[17:22] Herr Gammer gibt nicht auf ist ganz, ganz harter Tobak. Eine DDR-Psychiatriegeschichte, die einen gruseln läßt. Als 6-Jähriger wird er aus dem Klassenraum abgeführt und nach Altscherbitz gebracht und erst als 22-Jähriger entlassen. Qualen, Folter, Zwang, Mißbrauch. Und keine Anerkennung als Opfer. Das anzuhören hat mich ziemlich mitgenommen.

[15:59] Altersfeindliche Tendenzen in Südkorea, wo die Generatioen aneinander vorbei lebten. Eines der Länder, in denen die Gesellschaft am schnellsten altert. Die Jugend schimpft auf die Alten, die Alten auf die Jugend. Nichts Neues unter der Sonne. Doch, das koreanische Schach Janggi ist mir neu.

[15:32] Bis Oktober im Stadtgeschichtlichen Museum hier in Leipzig die Aussstellung "Sonne. Satt. Sommer in Leipzig" - "durch 400 Jahre wechselhafter Sommergefühle - leichtfüßig, aber nicht leichtfertig."

[15:06] Beim Onlinegehen Waldemars Blog "Wer schreibt..." entdeckt, darin ein wunderbares Gebet, welches Teresa von Avila zugeschrieben wird und welches ich, weil es thematisch greift, in Ars senescendi gepostet habe. Und wenn ich dort eingeloggt bin, wozu ich jedesmal mühsam meine Paßwortliste suchen muß, gleich ein altersweises Diktum Charles Lewinsky anläßlich seines 80. Geburtstages, der seine Mutter zitiert: "Ich kann mich beschweren, ich habe bloß keinen Grund dazu".

[15:05] Freier Tag 2/8. Tage ohne Alkohol: 3790.

Donnnerstag, 30. April 2026

[17:22] Freier Tag 1/8. Tage ohne Alkohol: 3789.

Mittwoch, 29. April 2026

[14:32] Vor Nachtdienst 3/3. Tage ohne Alkohol: 3788.

Dienstag, 28. April 2026

[15:35] Bericht im Sachsenspiegel über die 2. ADAC-Oldtimerrundfahrt in der Lommatzscher Pflege. Da auch Vorkriegsmodelle am Start seien, wisse man nicht, wie lange es dauern wird. Meine spontaner Gedanke: Welchen Krieg meinen Sie jetzt genau? Im Prinzip ist beispielsweise jedes vor 2022 gebaute Auto ein Vorkriegsmodell. Oder 2014. Oder 199x.

[15:35] Vor Nachtdienst 2/3. Tage ohne Alkohol: 3787 = 541 Wochen.

Montag, 27. April 2026

[18:22] An sich hasse ich Sport, habe nie welchen betrieben, wünsche mir aber mehr Fitneß, d.h. mehr Muskeln und würde das ohne Fitneßstudio und großartiges Equipment gerne im Sinne von "Fit ohne Geräte" des Elitetruppentrainers Mark Lauren bewerkstelligen, wenn ich mich denn dazu aufraffen könnte, zu beginnen.

[17:50] Ich muß ein Leck entdecken. Sagt mein Psychologe, sagt meine Psychiaterin nun auch, bei der ich heute Morgen 8 Uhr im Helios-Parkklinikum aufschlug. Ein Leck, Loch, etwas, das verursacht, daß ich anfällig für Abstürze bin. Die Freßattacken füllen dieses Loch und Defizit bzw. sollen es, so der verquere mentale Wirrglauben in mir. Durch die tagesklinische Psychotherapie (Ende September bis Dezember 2025) hatte ich neue Kraft, Durchblick, Motivation und Stabilität getankt. Es lief gut. Wöchentlich je 1 Stunde Einzeltherapie, je 1 Stunde Gruppentgesprächsherapie und 1 Stunde Aktivgruppe. So regelmäßig habe ich seit 25 Jahren keine Menschen gesehen. Meine Aversion gegen Tage mit Terminen schmolz. Alles tutti. Eigentlich. Dich weshalb dann Abstürze? Solange es sich um auf 1 Tag begrenzte handelte, blieb ich gelassen. In der vergangenen Woche jedoch war von Mittwoch bis gestern Land unter. Immerhin wackelt(e) die Alkoholabstinenz nicht. Morgen 541 Wochen. Als ich gestern im Rahmen meiner Kalorienignoranz einen Mojito Spicy Lime einpfiff und den Eindruck hatte, daß er anschlägt, googlete ich hektisch, ob ich nicht etwa übersehen hatte, daß Alkohol enthalten sein könnte. Aber das Auffrischungempfinden, mit einem Schlag anwesend und fit zu sein, kam wohl von der pfeffrigen Note dieses exzellenten Getränkes. Wo war ich? Das Leck, die Instabilität, das dem Suchtpotenzial Nachgeben wird gestopft durch alte Muster. Meist ungesunde Muster und jahrzehntelang eingeübte Verhaltensweisen. Zu viel rauchen, zu viel trinken, zu viel essen. Die Klassiker. Geraucht bis 2000, getrunken bis 2015, gefressen bis Anfang 2025, danach 27 kg abgenommen, von 107 auf 80. Lange vor der Therapie. Diese war das Sahnehäubchen, welches auf ein so viel besseres Körpergefühl und dem Stolz, nach 30 Jahren Übergwicht, endlich wieder in eine in einem Laden gegriffene Jeans zu passen, draufkam. Deutlich fühlbarere Erkenntnisse als bei der ersten Therapie 2019/2020. Ein Knackpunkt: Sozialkontakte. Konnte nicht klagen, denn allein durch die 12 Wochen in der Tagsklinik, den neuen Kontakten und dem seither laufenden therapeutischem Rahmen, schien ich ausgelastet und sozial ausreichend verbunden. Oder? Warum also die Abstürze, der Absturz von 5 Tagen bis gestern? Kalorien in die Tausende. Ich mag heute=nachher gar nicht auf die Waage, wenn ich nach 7 freien Tagen zum (Nacht)Dienst antrete. Wo ist das Leck, die Schwachstelle? Natürlich ist mir klar, daß eine solche jahrzehntelange Depression nie geheilt sein wird, daß ich allenfalls Fähigkeiten erwerben und abrufen kann, sie zu zähmen und zu kontrollieren. Die Fresserei steht für ein Defizit, welche zugestopft werden muß; denn Leere mag die Psyche nicht. Sie nimmt, was sie gewohnt ist, was sie sofort kriegen kann. Alte Muster. Iß und trink, was der Kühlschrank hergibt! Wo ist das Leck?

[16:19] Ich bin nicht der Allerinteressierteste an Architektur, doch was Vanessa Giese in ihrem Tourblog#4 über die dänische Vorstellung, wo und wie Menschen in Städten zusammenleben können, schreibt, läßt mich unverhohlen neidisch zurück.

[16:19] Netzfund: I am a social vegan. I avoid meet.

[10:45] Für alle Anbader und Bader, die den Cospudener See anstreben. Die bisherige Anreise mit Bus79 entfällt und wird durch die neue Saisonlinie Bus69 ersetzt, die allerdings öfter fährt als Bus79. Montags bis samstag (+ Sommerferien) zwischen 10 und 23.15 Uhr, sonntags nur bis 20.45 Uhr Die Buslinie fährt vom 1. Mai bis 27. September. Zusteigen läßt sich z.B. an Arthur-Hoffmann/Kurt-Eisner-Straße, Connewitzer Kreus, S-Bahnhof Connewitz.

[6:44] Beim Durchsuchen der auditiven Angebote der letzten 24 Stunden auf den Meinungsbeitrag Friedrich Merz und die gesetzliche Rente: Rette sich wer kann innerhalb des philosophischen Podcasts "Sein und Streit" gekommen und spontan assoziiert: 'Rente sich, wer kann'! im sonntäglichen Podcast selbst geht es um Meinungsfreiheit. Ist sie bedroht oder ist alles knorke?

[6:17] Vor Nachtdienst 1/3. Tage ohne Alkohol: 3786.

Sonntag, 26. April 2026

[21:08] Es spricht nicht unbedingt gegen die Klischeevorstellung, in England lebten zahlreiche Exzentriker, daß es einen Förderverein für Kreisverkehre gibt. Der Brite Kevin Beresford (@RoundaboutKevin) sah eine Doku über die Menosphere und erdachte sich als Gegenbewegung die Dullosphere für absolut langweilige Menschen.

[20:12] Das deutsche Wort Schamhaar wird bei Karambolage erklärt. Im Sinne feministischer Bestrebungen würde frau Schamlippen gerne in Vulvalippen ändern. Oder die männlichen Hoden in Schambällchen. Ich bin für Variante zwei.

[19:41] 2017: Was Franz Werfel in "Der veruntreute Himmel" für 1936 schreibt, hört sich momentan gerade wieder hochaktuell an: "Der Mehltau der politischen Entwicklung hatte sich auf alle menschlichen Beziehungen gelegt." Literatur & Lesen ist eben doch nicht nur Eskapismus.

[19:33] 2017: "Ein deprimierender Zustand, sich unfähig zu sehen, seine Gewohnheiten zu ändern." - Das war knapp drei Jahre vor meiner ersten Psychotherapie. Ich war bereits über ein Jahr trocken, aber die Depression verdichtete und verschlimmerte sich. Das Unheil nahm seinen Lauf und ich wieder & weiter) zu.

[19:33] Ich lese die Notate durch und poste, was immer noch witzig ist, auf Bluesky. Der Anfang vom Ende war schon im Januar 2017: "Sowieso bin ich zuzeit derangiert, worunter zuallererst die Lektüre leidet; denn sie ist die mir Angetraute, der es die Treue zu halten gilt. Um so schlimmer, sie vernachlässigt zu sehen." Im Juli war dann Feierabend, seitdem las ich kein einziges Buch mehr.

[18:40] So wie es unheimlich viel Kraft kostet, dieses Leben zu beginnen, ebenso viel Kraft muß aufgebracht werden, es zu verlassen. Geburt und Tod ziehen alle in der Nähe und der Ferne in ihren Bann.

[18:32] Alain de Botton ("Der Lauf der Liebe" / 2016) sagt viel kluge und originelle Sachen in der jüngsten Kultursendung "Twist", die die Thematik der perfekten Liebe beackert. Neu für mich ist vor allem das Konzept der Beziehungsanarchie. Schon verrückt, als 60-Jähriger noch so regelmäßig unbekannten Wörtern zu begegnen. Jede Beziehung wird verhandelt und gilt gleichwertig. Trotz meiner lebenslangen Beschäftigung mit psychologischen Themen kannte ich diese Sich/Lebensweise nicht. Laut Botton ziehen in der Liebe viele das Vertraute dem Guten vor. Im Zeitalter des Online-Datings hätten wir, statt unsere Möglichkeiten zu vervielfachen, lediglich einen Weg gefunden, genau die auszusieben, die uns glücklich machen könnten. Gelungene Partnerschaft bedarf der Verständigung, der stetigen nicht nachlassenden Kommunikation.

[12:12] Eine 92-jährige Nonne, die den ersten Döner ihres Lebens ißt.

[10:42] Wer Japan-Content will, möge mit Frau Katatonik mitreisen. Sie hält auch auf Mastodon und Pixelfed.

[09:41] Umwelt als die durch den Menschen degradierte Natur - großartige Volte. Da der Wal immer noch weder Fisch noch Fleisch weder tot noch lebendig, sondern gerade so am Leben ist, werden neue Fundstücke angespült. Es ist eben The Time of Timmy, die es schon einmal erlaubt, darüber nachzudenken, den Vogel (Bundesadler) gegen Fisch (Timmy) zu tauschen. Nachklapp: "Und der Wal bläst nimmermehr".

[07:52] "Der Mensch ist auch nur ein Tier. Und zwar bedauerlicherweise eines ohne Winterschlaf." (Maximillian Buddenbohm)

[7:52] Bei der allmorgendlichen Durchsicht des Audioarchives des DLR las ich "Am Mikrofon: Oboist Francois Leleux" (Klassik-Pop-et cetera) und dachte, wieso, der braucht mit seinem Instrument doch kein Mikrofon.

[7:31] Wenn ich WhatsApp am Desktop geschlossen habe, dann brauche ich keinen quengelnden Alert "Du könntest neue Nachrichten haben". Nein heißt Nein.

[7:30] Freier Tag 7/7. Tage ohne Alkohol: 3785.

Samstag, 25. April 2026

[11:29] Harpokrates heitß die Freimaurerloge in Magdeburg und das KHM der Stadt zeigt derzeit eine Ausstellung über diese Loge, worüber das DLR berichtete.

[11:29] Würden wir so agieren wie KI, wenn sie halluziniert, nennte man uns Aufschneider.

[7:46] Nach den Nachrichten im Deutschlandfunk das Wetter mit Angabe von Temperaturen. "Hamburg 7°. Leipzig dito." - Ob eine KI das auch so bringen würde?"

[7:46] Eben im Deutschlandfunk "KI-Schnulze" gehört und es bei den Wortperlen eingereiht.

[7:10] Weniger als 1 Prozent der Japaner sind Christen. Dasselbe Team, das den Buddha-Bot entwickelte, arbeitet an einem christlichen Pendant. Dann kann ich auch Fugu kochen, oder?

[7:24] Freier Tag 6/7. Tage ohne Alkohol: 3784.

Freitag, 24. April 2026

[19:02] Repost: Wenn man sich keine Mühe gibt, läuft es wie von selbst. Nur nicht immer in die richtige Richtung.

[19:01] Repost: Ich denke nicht nach, ich höre auf mein Bauchgefühl. Damit bin ich bis jetzt ganz gut gescheitert!

[19:00] Repost: Retweet: Morgens, wenn man sich niedlich aus den Kissen knäuelt und noch überlegt, wo man wieder den Bastelbogen für diese Realität hingelegt hat.

[18:56] Repost: Lebenserhaltene Sofortspaßnahmen.

[18:55] Repost: Das Dümmste, was einem Menschen passieren kann, ist intelligent auf die Welt zu kommen.

[18:50] Repost: Leider bin ich aus beruflichen Gründen gezwungen zu arbeiten.

[13:52] Das bei Mr.Müllbeutel aufgeschnappte situative Gefangenschaft finde ich reizend. Also Warteschlangen, gemeinsam in einem Raum, in TRAM/Bus usw. Gefangen heißt dann sicherlich auch: frei sein wollen. Deshalb die Ungeduld in derartigen Situationen, Fluchtimpulse.

[12:54] "So schließt sich der Kreis zum Leben als solches, das ja bekanntlich auch nicht nur aus Schönheit und Genuss besteht. Bestenfalls ist im Leben einfach alles drin, das tragische, das erquickliche, das ruhige und das energetische Element. Nicht alles auf einmal, Gott bewahre, eher abwechselnd. Als ich nach dem Konzert daheim am offenen Fenster stand und in den Sternenhimmel blickte, da dachte ich, so muss es sein. Ein volles Leben leben und alles mitnehmen. Mein neues Lebensmotto ist also: am Ende will ich satt am Leben sterben. Einmal mit alles, bitte." (Kluges & Scheiß)

[7:24] Freier Tag 5/7. Tage ohne Alkohol: 3783.

Donnerstag, 23. April 2026

[16:27] Was ist aus dem guten, alten Relativsatz geworden? Journalistendeutsch allerorten. "Es geht um diese Männer. Die wollen nicht erkannt werden." Da krümmen sich mir die Fußnägel. Noch pfuier

[11:09] Netzfund: Die Wahrheit macht dich frei. Aber erst macht sie dich fertig.

[10:10] Viel zu selten schaue ich bei Christiane vorbei, deren Blog Irgendwas ist immer mit Gedichten gespickt ist. So wohltuend, Rilke, Heym, Trakl, Uhland. Ich sinniere, warum ich zögere, das Blog anzusteuern. Weil die Geschwindigkeit, mit der ich im Netz unterwegs bin, hier nicht funktioniert. Ich muß abbremsen. Gedichte erfordern Halt, Verweilen, Runterkommen, Entschleunigen. Lyrisches Glotzen. Daß ich mich dafür präparieren muß, einen Vorsatz fassen wie jemand, der im Jahr das erste Mal Baden gehen will und mit klappernden Zähnen zaghaft in Trippelschrittchen vorwärts zögert, ist schlimm genug. Also. Öfter Baden, öfter zu Christiane!

[9:48] "Die Menschen hier würden ihre Haare als Privatsphäre verwenden; wenn sie allein sein möchten, senken sie die Köpfe und lassen sich von ihren Haaren umgeben." (Camp Catatonia)

[09:10] Wir saßen vorgestern im Joseph Pub in einem hippen Viertel in Leipzig-Schleußig und fragten nach Karlsbader Schnitte. Der Kellner hob die Augenbrauen, man hörte sein Hirn rattern (mechanisch), aber vergebens. Wir halfen: Toastbrot, Schinken, Käse... "Schinken hamwa nich!" Weg war er. Keine Zeit, zu erläutern, wir der gelernte DDR-Bürger diese Hürde umging mit: Jagdwurst, Mortadella, Sägespänen, irgendwas. Und nach der Wende kam noch Ananas drauf und Ketchup ins deren Loch. Alles muß man selber machen. Sicherlich hätte dem jungen Mann mit Bart "Toast Hawaii" auf die Sprünge geholfen, doch diese Blöße wollten wir uns nicht geben.

[9:00] "... den Rest des Tages mit einem solide betrübten Schleier verbracht." (Hmbl-Blog) -

[08:31] Der französische Musiker HK (Kaddour Hadadi) hat einen Groove, der mich in Danser encore zum Mittanzen hinriß. Zeit, nachzugrasen, um mehr von ihm zu wissen. Perplexity sagt, sein Chanson mische sich aus Reggae, Hip-Hop, Blues und chaâbi. Mit "HK et les Saltimbanks" hatte er mit dem Protestlied "On lâche rien" Erfolg. Und "Je suis". Zugegeben, die bisher gehörten Songs klingen sehr ähnlich. "Dis-leur que l'on s'aime, dis-leur que l'on sème" erinnert doch stark an Danser encore. Schlimm ist das nicht bei Musik, die einen aus sich heraus in Bewegung bringt. Es ist dieser Groove wie in "Toi et moi, ma liberté", der gemeinschaftliche Gesang, der mich mitreißt.

[8:16] "... bat eine fremde Person einen Freund von mir um Geld. Die fremde Person war mehrere Köpfe kleiner, deutlich schmächtiger und auch allgemein in einem eklatant weniger vitalen Zustand als der Freund, leitete ihre Ansprache dennoch mit den Worten 'keine Angst, ich tu nichts!' ein. Der Freund antwortete nach einem Moment Stille in einem Tonfall, der 99% Gelassenheit und 1 % Amüsement enthielt: 'Davon ging ich aus'." (Novemberregen)

[8:00] Wow! Resistenzen gegen multiresistente Keime sind eines der verheerendsten Probleme, die zu bewältigen sind. Jetzt hat die Forschung eine Schwachstelle bei den Bakterien entdeckt, die quasi aufgemischt werden können, indem deren Ordnung gestört wird. Die Bakterien falten ihre Proteine, und diese Faltung kann gehemmt werden, so daß eine neue Durchlässigkeiten auch für herkömmliche Antibiotika erreicht werden kann.

[7:54] Freier Tag 4/7. Tage ohne Alkohol: 3782.

Mittwoch, 22. April 2026

[18:03] Vier Off-Label-Medikamente gegen Post-Covid und ME/CFS sind zugelassen worden.

[15:55] Jadoch, auch ich war heuer wieder am Johannisplatz. Falls mich die KI nicht beschwindelt, handelt es sich um Japanische Nelkenkirschen (Prunus serrulata 'Kanzan'). Es wimmelte vor Springfluencern.

[14:41] Fensterblick am 22. April 2026. Während der Hofblick fast volle Blüte vermeldet, kargen die Bäumchen beim Straßenblick noch. Immerhin blauer Himmel. Frühling ist schon Superlativ und braucht keine Steigerung.

[13:21] Nicht nur müde Krankenpfleger lungern am HBF herum oder fahren mit der TRAM in den Feierabend, auch DHL-Mitarbeiter, die mit guten Beispiel voranleuchten.

[12:17] Nach der Gunst der Stunde, die Herr Flöder zu nutzen beabsichtigte, ist überhaupt The Time of Timmy. Omnipräzens eines sterbenden Tieres. Oder macht er gar nur Urlaub? Stefan Rose plädiert dafür, den Bundesadler durch den Wal zu ersetzen.

[10:05] "Sie ist (...) so vernebelt wie ich es sonst nur Jugendlichen nachsehe, die noch nicht wissen, dass die Wirklichkeit immer komplexer als die einfachste Lösung ist." (Betonflüsterer)

[7:11] Freier Tag 3/7. Tage ohne Alkohol: 3781.

Dienstag, 21. April 2026

[21:30] Fotos auf Pixelfed zusammengeräumt: Arbeitsweg vom St.Georg nachhause. Meist vom und zum Nachtdienst. Sonne wird gemocht und ist im Frühling verfügbar: die ersten Fotos sind die neuesten vom Wochenende 18./19. April 2026. Es sind nur wenige Tage im Jahr, daß der Sonnenstand zwischen 6.30 und 7.30 - der Zeit meines Arbeitsweges - es erlaubt, Fotos in der Dämmerung zu machen.

[13:31] Im Kiez, das heißt bei mir: in Sellerhausen, einem Stadteil im Osten Leipzigs mit eher beschaulichem Charakter. Immer wieder fotografiere ich, wenn die Sonne einfällt und mir vorgaukelt, in einer schönen Gegend zu wohnen. Oder gar etwas Schnee gefallen ist. Vorgestern waren es Sonnenstrahlen, die animierten, das Handy zu zücken. Die Straße, die am öftesten zu sehen ist, heißt Engelmannstraße. An der Kreuzung mit der Plaußiger Straße entstehen die Fensterblicke aus Höhe des 4. = Dachgeschosses. Da ich seit 1999 wieder hier wohne, entstanden aus diversen Anlässen Fotos. 2014 erwischte ich den Rettungshubschrauber, 2016 brannte in Sichtweite ein Dachstuhl oder 2022 nachts Tonnen. Auch die Polizei ließ sich 2021 bei einem Einsatz blicken. 2014 wurde das Haus gegenüber saniert, 2021/22 ein anderes gegenüber, wobei eine Kletteraktionen für Fingernägelknaubeln sorgte. Hin und wieder ziehen Ballons vorüber. Das Drama um die 3 Pappeln, welche einst vorm Fenster standen, erwähnte ich häufiger. Wenigstens das Gras darf manches Jahr wachsen.

[14:35] Gras darf wachsen, gar im Frühling. Kein Mähsakrieren. Sonst wird geschnippelt, was das Zeug hält, so daß ich solchen Wildwuchs aus vergangenen Jahren gerne erdulde. An der TRAM-Haltestelle gerät der Versuch des Urban Gardenings zeitweise ins Urban Verwildering.

[09:55] "Die maximal Verwirrten aller Art, welche man in der Mitte aller Großstädte immer zahlreich antrifft." (Maximillian Buddenbohm)

[9:15] "Die Natur hat es glücklicherweise eingerichtet, dass sich Gleichgültigkeit in umgekehrt proportionaler Weise zur Eitelkeit verhält." Frau Klugscheißer über Selbst- und Fremdbilder. Wobei ich sagen darf, daß ich mich durch die Depression älter fühle, als der Ausweis behauptet. "Selbsterklärend dockt, einmal infiziert, das Egalvirus in allen Lebensbereichen an, woraus sich wiederum große Freiräume ergeben." Das Angenehme am Älterwerden. Was ich alles nicht mehr brauche und will. Sobald man wie mein Vater auf die Zielgerade einschwenkt, verengt sich der Fokus nochmal drastisch und sondert lebenslang für unverzichtbar gehaltene Sachen aus. Plötzlich mag mein Vater nur noch bestimmte Lebensmittel essen und meidet andere, für die er ehedem vom Nordpol zum Südpol zu Fuß gegangen wäre. Während Naturdokumentationen immer noch gehen, zuckt er bei Olsenbande- oder Louis-de-Funes-Krachern, bei denen wir ein Leben lang herzhaft gemeinsam lachten, nurmehr die Schultern. Auch als Pfleger im geriatrischen Bereich beobachte ich diese Verengung im Interessenbereich und nehme für mich jedesmal die Mahnung mit, zu überprüfen, was an jetzt für so esentiell Gehaltenen ich auf dem Sterbebett bzw. kurz davor möglicherweise als Schmarrn definieren könnte. Um es mit Werner zu formulieren: 'Muß das so?". Mit der 60 erreiche ich einen Status, bei dem mich ehemalige Kollegen, die dem Rentnerdaseins frönen, so langsam ernst nehmen und mich gar förmell in ihre Reihe aufnehmen: "Zahlen sind etwas für Buchhalter. (...) Mögen deine kleinen, aber auch großen Erwartungen für die kommenden Jahre in Erfüllung gehen. Auf zur nächsten runden Zahl mit uns gemeinsam". Das rührt mich doch, in den illustren Kreis der SeniorInnen aufgenommen zu werden und quasi einen Rollatorplatz zugewiesen zu bekommen. Der von Frau Klugscheißer benannte Egalvirus führt zu einem entspannten Zurücklehnen und die Jugend machen lassen. Schulterzucken und ein diffuses Handwedeln als Morgenroutine etablieren.

[8:20] Das arte-Kulturjournal "Twist" widmet sich wöchentlich einem Thema, In dieser Wochen dem Punk: 50 Jahre Rebellion. Zudem verweise ich auf die Updates, mit denen ich neuerdings die "bloßen" Links, die ich bei der Suche nach Hör-, Les-, Seh- und Denkbarem einsammle, an einem Ort chronologisch archiviere. Heute unter den Ephemeren Streams zwei Sendungen ass der instruktiven Reihe "42 - Die Antwort auf fast alles": Ist Gehirnwäsche möglich? + Wie werden wir "Arschlöcher" los?.

[8:19] Freier Tag 2/7. Tage ohne Alkohol: 3780 = 540 Wochen.

Montag, 20. April 2026

[17:51] Gemeinhin trauert man, wenn jemand gestorben ist. Doch ist Trauer umfassender. Man spricht von Unsichtbare Trauer. Verluste ohne Tod: Kontaktabbruch der Kinder, Verlust seines Therapeuten, Trennung vom Partner, Scheidung der Eltern, Unfruchtbarkeit, Abbruch von Freundschaft. Abstrake Verluste: Sicherheit, Sexualität, psychische und körperliche Gesundheit, Freiheit, Solastalgie.

[15:33] Done! = Was ich zuletzt gerne hörte: Zwei PhilosophInnen im Gespräch über Pazifismus in der Zeitenwende. Der schwere Stand der Friedfertigen in einer Welt, die wieder glaubt, sich bis an die Zähne bewaffnen zu müssen. Die 40 Minuten auf der Sendereihe "Sein und Streit" habe ich sehr gerne gehört. Die Sendung der vergangenen Woche behandelte die Fragen, ob wir im Zeitalter des Narzissmus leben. In Luft zum Atmen geht es um ebenjene - von der Antike bis jetzt; Luft, Pneuma. Sehr schön! Außerdem als von KI faszinierter Mensch empfehle ich zwei Podcasts: Feministische KI und "Die KI kann mich mal".

[14:17] Freier Tag 1/7. // Tage ohne Alkohol: 3779.

Sonntag, 19. April 2026

[16:11] Die Bürde des Alters beginnt oftmals schon am 60. Geburtstag. "Willkommen im Club der alten Säcke". Mit dem Freßkorb befördere ich mich ins diabetische Koma. THX an meine Kollegen! Und allen ein Dankeschön, die meiner anlässlich der gestrigen Rundung gedachten. Mein Psychotherapeut fragte mich, warum ich Nachtdienst mache und ob ich das nicht hätte anders lösen können. Offensichtlich wird dem 60. Geburtstag eine kleine Sonderrolle zugeschrieben; denn noch vor keinem runden Geburtstag wurde ich dermaßen eindringlich gefragt, wie es mir geht, ob und wie ich mit der Rundung klar käme. Ein bißchen hat mich diese Permanenz beeindruckt. Und der gewaltige Präsentkorb jagte mir einen gehörigen Schrecken ein. Das ist FÜR MICH? Ihr seht, der Therapeut hat noch 'ne Menge zu tun. Den Gutschein für den All-You-Can-Eat-Schlemmerpalast werde ich baldigst einlösen. In meiner schrankenlosen Freßlust liebe ich diesen Schuppen.

[15:38] Vor Nachtdienst 3/3. // Tage ohne Alkohol: 3778.

Samstag, 18. April 2026

[14:18] Vor Nachtdienst 2/3. // Tage ohne Alkohol: 3777.

Freitag, 17. April 2026

[17:57] Vorgestern bei den Fensterblicken der in Leipzig jetzt nicht SO häufige Nebel, während ich gestern in den Tweet schrieb: "Fensterblick am 16. April 2026. Nach dem gestrigen Nebel heute beim Hofblick eitel Sonnenschein mit gewaltig explodierenden Bäumen und beim Straßenblick mit schnuckeligen Wölkchen.

[13:20] "Große Menschheitsfragen gibt es nicht viele. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin und was für ne Scheisse ist dazwischen. Das war’s dann grob." (Kluges & Scheiß)

[13:20] "... dass ich rückenschmerzbedingt einfach viel langsamer mit allem war und bin. Dass ich also nicht mehr im wieselflinken Gewusel durch den Alltag wimmle, nicht mehr im gazellenartigen Galopp die Gewerke abarbeite, sondern eher mit dem überschaubaren Furor eines Faultiers voranschreite." (Maximillian Buddenbohm)

[6:21] Ich muß mich mal bei Youtube bedienen. Am Dienstag war ich im Panometer zum aktuellen Yadegar-Asisi- Panorama - die Antarktis. Eis gibt Blau. Meine Fotos und Videos sind grottig geworden und unzumutbar. Deswegen darf ein anderer herhalten. Vor diesem Besuch war ich damals Es war nach dem Amazonien-Panorama 2009 mein zweiter Rundumschlag.

[5:10] Vor Nachtdienst 1/3. // Tage ohne Alkohol: 3776.

Donnerstag, 16. April 2026

[16:08] "Das Gefühl, daß man mal wieder Gras streicheln muß bei dem ganzen Wahnsinn." (Bosse)

[14:30] "Vorübergehend geschlossen. Aber das muß nicht so bleiben." - Schild an einer Schönefelder Haustür. In Schönefeld unterwegs gewesen, um das Schloß Schönefeld aufzusuchen. Die Bilder bei Wikipedia kann ich nicht übertreffen, schon gar nicht den tollen Panoramablick. Auf dem ehemaligen Rittergut befindet sich eine Förderschule. Die einem Brunnen nachempfundene Keramikplastik sticht einem ins Auge. Als wir danach - wie ich im letzten Winter an der Parthe entlanggingen, begegneten wir einem Reiher und kurz danach eine eine Art Werkstatt, aus der sich die Figuren auf den Sims geflüchtet haben. Nach einem Essen im Restaurant Casablanca fuhr ich in den Sonnenuntergang.

[14:00] Kleines Stillleben nach dem hastigen Essen während eines stressigen Spätdienstes auf Station. Magen voll, Taschen leer.

[12:15] Daß es einen kalendarischen und einen meteorologischen Frühlingsanfang gibt, war mir klar. Daß es aber einen Vor-, einen Erst- und einen Vollfrühling gibt...

[10:47] Einerseits der Wunsch, sich nicht zu verzetteln. Andererseits die Erfahrung, daß, wenn ich mich verzettele, dabei ungemein Spaß habe. Der Wunsch nach Wiederholung kabbelt sich mit dem Katergefühl, etwas wirr im Kopf zu sein.

[10:22] Beim Bloglesen auf den Ausdruck nächtliches Hirnfegen für Träume gestoßen und ihn in die Wortperlen bugsiert. Beim Postwestfalen gelernt, daß man bislang nur Marmelade nennen durfte, was aus Zitrufrüchten gemacht ist. Diese Verfügung wird nun an die EU angepaßt und dann ist es wurscht, ob Marmelade, Fruchtaufstrich oder Konfitüre.

[8:33] Immer noch oder wieder unzufrieden. Ich probiere herum, wie ich den Input am übersichtlichsten bzw. handhabbarsten darbieten kann. Jüngste Idee ist die einer Update-Datei, in der täglich bloße Links nach den Gesichtspunkten "Lesbar" (Postings, Zeitungen, Rebloggeria, Tagebuch), "Hörbar" (mp3-Quellen, die ich bisher Audiosammelsurium nannte; "Sehbar" (Cartoons, auch hier befinden sich die bisher verlinkten in einem Archiv). Mal sehen, ob das so geht mit der Form nach Kalenderdatum strukturierte Linkdumps zu reihen. Der Zugriff erfolgt über das Menü links oder über den Link am Tagesanfang.

[6:57] Freier Tag 1/1. // Tage ohne Alkohol: 3775 = 124 Monate.

Mittwoch, 15. April 2026

[09:26] Auf Mastodon auf das Buch "Zeitverschwendung. Gammeln, Warten, Driften in Film und Literatur" gestoßen und sofort machte es im Hirn Kling. WILL ich lesen, bis mir einfiel, daß ich seit 9 Jahren kein Buch gelesen habe. Immerhin bin ich nun motiviert, es zu versuchen. Würde prima in die Rubrik Gammler passen.

[9:13] "Eine Frau ist es, die dort allein sitzt. Wobei sie ein Buch liest, das sie so hält, wie alle Menschen, die in der Öffentlichkeit lesen, ihre Bücher gefälligst immer halten sollten. Nämlich derart, dass man als Passant den Titel erkennen kann, und zwar ohne lästige oder gar peinliche Verrenkungen machen zu müssen und ohne dem lesenden Menschen dabei unpassend nahe kommen zu müssen." (Maximillian Buddenbohm)

[9:10] Übrigens hat uns der Arbeitgeber verboten, im Klinikum private Handys zu laden. Klar, schon verständlich, wenn 1300 Mitarbeiter das tun, geht's ins Geld.

[8:50] In Brasilien haben sich die Evangelikalen in den letzten 20 Jahren vervierfacht. Und auch Kinder können PastorInnen und Mini-Missionare werden.

[8:44] Bei den Kürzungsplänen der Bundesregierung im Gesundheitswesen ist die Streichung des allgemeinen kostenlosen Hautscreenungs als Krebsvorsorge dabei. Ist das nicht zum Aus-der-Haut-Fahren?

[8:22] Vor Spätdienst 2/2. // Tage ohne Alkohol: 3774.

Dienstag, 14. April 2026

[9:30] Bei DLF-Nova ein höchst informativer Vortrag (mp3) über die Entwicklung der deutschen Sprache seit dem Jahr 800. Die Sendereihe Hörsaal ist sozusagen die Uni des Couch-Potatoes. Apropo Sprache. Über die Berliner Schnauze und warum sie verschwindet hörte ich gestern Abend auch.

[09:10] Den Titel "Wie viel Orbán lässt sich zurückdrehen?" im DLR fand ich originell. Ich bin hierbei wohl recht anspruchslo, denn schon zwei Clicks weiter im Audioarchiv stoße ich auf "Zwischen Aufguss und Awareness - Warum die Sauna politisch ist" und bin interessiert.

[08:55] "Auch mentales Training hab‘ ich schon probiert. Dabei stellt man sich vor, der Schmerz löse sich auf oder assoziiert ihn mit einem angenehmen Gefühl, etwa einer sich ausbreitenden Wärme. Funktioniert so mittelschlecht, obwohl ich auf diesem Gebiet einst den schwarzen Gürtel trug. Mein Bootcamp Zahnarztbesuche, und wer braucht schon Peitschenhiebe, wenn er auch eine Wurzelbehandlung haben kann." (Kluges & Scheiß)

[7:50] Vor Spätdienst 1/2. // Tage ohne Alkohol: 3773 = 539 Wochen.

Montag, 13. April 2026

[10:49] Handwerker - in etwa so selten wie gut funktionierende Gehirne.

[10:37] Im erzgebirgischen Großolbersdorf fand ein internationales Treffen der Kennzeichensammler statt. Bis vorgestern gab es im Ort das Nummernschildmuseum. Obendrein existiert eine internationle Vereinigung der Nummernschildsammler (Automobile License Plate Collectors Association). Ob dieser Name auf ein Kennzeichen passen würde?

[10:30] Am Leipziger HBF steige ich auf dem Weg zur Klinik in die TRAM 16 oder 14 um. Folglich frequentiere ich sehr oft den ALDI im Untergeschoß des Bahnhofes. Ich entdeckte am 8.4. einen großen Topf Haselnuss-Dessert, dessen MHD am 6.4. abgelaufen war. Damit zur Verkäuferin, ob ich Rabatt kriege. Schnaubend rupft sie mir den Becher aus der Hand: Das bleibt hier". Dann eben nicht. Am nächsten Mittag entdecke ich diesen wiederum im Regal. Ziemliche Frechheit, das Produkt, zumal unrabattiert, in den Kreislauf zurückzuführen. Mein zweiter Versuch, ihn zu bekommen, scheiterte bei der Kassiererin. Soweit ich weiß, ist es nicht grundsätzlich verboten, Lebensmittel zu verkaufen, die "drüber" sind.

[6:50] Freier Tag 3/3. // Tage ohne Alkohol: 3772.