Tagebuch (8)

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11-09-2026 / Im Zoo
10-09-2026 / Ein fruchtbarer Tag (2)
09-09-2026 / Ein fruchtbarer Tag (1)
08-09-2026 / Von alp zu ß
07-09-2026
06-09-2026 / Blau & Banane
05-09-2026 / Kopfhörer, Frugalismus
04-09-2026 / Blutvoll
03-09-2026 / Status quo
02-09-2026
01-09-2026
31-08-2026
30-08-2026
29-08-2026
28-08-2026
27-08-2026
26-08-2026
25-08-2026
24-08-2026
23-08-2026
22-08-2026
21-08-2026
20-08-2026
19-08-2026
18-08-2026
17-08-2026
16-08-2026
15-08-2026
14-08-2026
13-08-2026
12-08-2026
11-08-2026
10-08-2026
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04-08-2026
02-08-2026
01-08-2026

11-09-2026

Donnerstag. Siebenter freier Tag von sechszehn. Um 5 Uhr den Rechner hochgefahren. Bei meinem PC-Opi kein reibungsloses Unterfangen. Morgenroutine mit Kaffee, Audiosuche und Tagebuch. Parallel versuche ich, meiner Terminblindheit Herr zu werden, teste mich durch Kalender- und Erinnerungsanwendungen, drehe durch, weil ich Doofkopp gleich mehrere Programme in Aktion habe und bei den ausgelösten Alarmen nur mühevoll zuordnen kann. Getreu dem Motto "Viel gewollt, wenig erreicht." 8 Uhr Frühstüch mit Restfamilie, dann Start mit Vater, Rollstuhl und Bruder in den Leipziger Zoo. Mein Bruder hatte mich tagelang genervt, online Karten zu bestellen. Etwas aussitzen kann ich. Vergessen hatte ich den Grund, dessentwegen ich sie hatte online bestellen sollen, nämlich den Umstand, daß darin die Fahrt mit der TRAM inkludiert ist. Ich rannte also an den Rechner und klickte drei Tageskarten zusammen und wollte zur Kasse. Bezahloption: Paypal oder Kreditkart, andere nicht. Habe ich nicht und habe ich nicht. 84.- Euro wären es gewesen. Mein Bruder zeterte ob meiner Unzuverlässigkeit und ich löste am Fahrkartenautomaten an der Sellerhäuser Kirche für meinen Vater die Fahrschein für Hin+Rückfahrt = 7,80 Euro. An der Zookasse kostete uns der Eintritt 73.- Euro, war viel billiger als die Onlinebuchung, weil das Einzelticket für uns vor Ort nur 26.- Euro und bzw. im Fall meines Bruders nur 18.- Der Leipzigpass fehlt online als Option. So war der Gesamtpreis MIT der vermaldedeiten Fahrkarte mit 80,70 Euro billiger, als wenn wir sie online für 84.- Euro vorbestellt hätten. Prokrastination mal mit leichtem Vorteil. 2012 war ich letzmalig im Zoo, mit unserem damaligen Team, von denen bis auf mich alle in Rente oder tot sind. Im neuen Gondwana waren wir damals nicht, so daß es auch für einen 60-jährigen Leipzig sehr viel Neues zu sehen gab. Leider hatten wir wenig Glück mit den großen Klassikern: Elefanten nicht draußen, Affen im Pongoland nicht draußen, und die Löwen machten Siesta und fläzten optisch ungünstig in weiterer Ferne. Den Vater im Rollstuhl durch durchs Gelände, die Volieren, die Häuser und Areale schieben ist schwer, der Boden oft uneben und schief und viele Steigungen und Senkungen. Geil war die Papageienvoliere. Wären Tierpflegerinnen nicht dabei gewesen, hätte man zwei riesige Papageien, die sich am Boden um einen Stock bemühten, einsacken können. Außerdem flogen zwei Papageien dauern haarscharf über die Köpfe hinweg, der reine Wahnsinn. Und überhaupt diverse andere Vögel so nah gesehen! Und, ja, das neue Feuerland, die 360-Grad-Röhre, die wie ein Pfeil hin- und herschießenden Robben sind sehr, sehr beeindruckend. Bilder und Videos arbeite ich noch auf. Wir blieben zu einer Show, bei der 3 Tierpflegerinnen mit 3 Seelöwen Späßchen veranstalteten. Unser Vater wollte nicht, als wir am Frühstückstisch ihm das Vorhaben eröffneten. Mein Bruder schnitt jede Wahlmöglichkeit an. Auch wenn der Vater kaum noch redet, ist er geistig hellwach. Da wir alle Drei tierlieb sind, ist der Zoo ein Erlebnis, das wir dem greisen Vater unbedingt noch einmal angedeihen lassen wollten. Daheim ruhte ich ein Stündchen, konnte allerdings nicht schlafen. Am Rechner dann weiter Kalender probiert, Internet geguckt. Vorletzte Gruppentherapie von 18.10 bis 20 Uhr, bei der heute ein lebhafter Austausch stattfand und den ich als profund und zielführend erlebte. Viel mehr fand an diesem Donnerstag nicht mehr statt. Ein arte-Journal, dann hatte ich ein Einsehen und ging zu Bett, um Radio zu hören. Eingeschlafen wohl zügig, an Inhalte erinnere ich mich nur vage. ^

10-09-2026

Mittwoch. Aus Freier Tag 6v6 wurden sechster Frei/Urlaub 6v16. Wie das geht? Anruf der Chefin, die man bei uns Stationsschwester nennt. "Ich habe dir am Freitag noch frei gegeben." Schwupps, verbindet sich arbeitsfreier Zyklus (9 Tage mit teilweise Urlaub) mit den heute eigentlich beendeten 6 freien Tagen durch Wegfall eines singulären Spätdienstes am Freitag zu durchgängigen 16 arbeitsfreien Tagen, wovon der Mittwoch eben Tag 6/16 darstellt. Willkommen in der Dienstplanrechnung eines Krankenpflegers. Komplett ohne Termine begann ich um 4.30 Uhr mit Kaffee, Audiosuche und Tagebuch. Etwas Internet und die damit einhergehenden Ablenkungen und Verirrungen. Einkauf bei ALDI zwecks Getränkenachschub. Den Tag mit Einsammeln verbracht. In Folge ein weiterer fruchtbarer Tag. Mittagsschlaf zwischen 13 und 15 Uhr. Der Anruf vormittags hatte mich sehr entspannt. Zu wissen, daß einmn die Brotarbeit auch die nächsten 9 Tage nicht zu nahe kommen wird. Podcasts aus den Periodika nur sehr lückenhaft. Zu sehr im Flow gewesen, die To-do-Liste wieder leer zu bekommen, die Blogroll ausnahmsweise im Griff zu haben, zeitnah neue Postings lesen zu können, was mir sonst nie beschieden ist. Möglicherweise wirkt es sich psychisch zerstörerisch aus, andauernd hinterherzuhinken. Ich habe so viele nicht gesehene Sendungen auf Halde (Euromaxx, Karambolage, Kulturzeit, Kulturjournale des ÖRR, Reportagen), daß es mir wie ein Rattenschwanz oder Schwergewicht anhaftet. Schwer fällt, dies als Angebot, Geschenk und Depot der Möglichkeiten zu denken und nicht als Last, als ständiges Memo 'Du Versager, warum läßt du dich immer ablenken von den Dingen, die dir doch wichtig sind?' Und daß es unschaffbar ist, weiß ich jetzt. Tagelang durchgerackert mit Einsammeln der Fundstücke und die Gewißheit: Ich schaffe es nie zur Gänze, die Zeit langt nicht. Um vollumfänglich so weiterzuwursteln, müßte ich aus meinem Job raus. Dieser Gedanke schwelt latent in mir, eine verborgene Glut, die Wallung erzeugt und mich unzufrieden macht, weil eine Entscheidung aussteht, damit ich psychisch nicht verkokele. Seit Wochen keinen einzige Cartoon gesichtet. Der Tag ging wie immer zur Neige und die Kräfte schwanden. Um 21.30 Uhr lag ich flach und hörte noch "Studio 9", dann Sendepause. Noch die Ausbeute vom Mittwoch durchgucken. Der schizophrenist brillierte mit Alpha und Beta, einem Gespräch zweier KIs über uns Menschen. Weiteres Fotomaterial war angefallen und firmiert unter dem Label Vor der Linse. Auch die AfD-Sache klebt uns wie Kacke am Schuh und stinkt. Den Geruch nehmen so viele in der Blgosphäre wahr, daß es bei "Sachen-Aushalt" einen Teil 2 gibt. Nützlich ist die Notfallmappe, um Vorsorge zu treffen, wenn mal der Blitz einschlägt (Apoplex, Herzinfarkt, Unfall, ähm, Blitschlag). Auch an den digitalen Nachlaß will gedacht sein. Alles Wichtige beisammen, Vorsorgeverfügungen, Finanzdaten, Konto Versicherungen und die Patienenverfügung). Rebloggeria kommen immer ins Haus, sobald ich mich der Blogroll nähere. Je nach Umfang auch in den Splittern. Nach dem Tagebuch begann ich das Mischmaschchaos am PC mit einem Kommentar bei Frau Anje und als allererstes war ein Aufreger, weil mein ältester und treuester Freund ein blaues Schaf in der Familie hat. Zahlreiche Bilder und Videos gepostet, die im Logbuch unter "Social Media" verzeichnet sind. Zur Verdeutlichung heute mal vorgekauend: Bei den Kräne im Kiez weihte ich für mich meinen Kanal bei fedi-stream ein. Drei Videos. Einen Kran, einen Ausraster und einen Sonnenaufgang. Die Kuriosa erhielten Zuwachs durch bekleidete Pinguine, Dynamon Dresden in der Frauenkirche, einer Seilschaft mit Haus-Ruck-Aktion, einer Dahlien-Blumenparade und den französischen Streetartkünstler Invader. Roboterthemen sind gerne gesehen, so die erste Roboter-Demo Deutschlands und ein komplementäres Farbspiel, Das alles absorbierte den kompletten Mittwoch. ^

09-09-2026

Vierter freier Tag von sechs. Dienstags bedeutet: Aktivgruppe, 90 Minuten Gemeinsamkeit mit anderen, sponsored by Helios Parkklinikum. Aber ich Trottel nahm am Montag einen Anruf meines Psychotherapeuten an mit Bitte um Verlegung eines Einzel(gespräches) um 1 Stunde - exakt diejenige Stunde, die für den Weg nach Probstheida in die Klinik gedacht war. Was Termine betrifft, bin ich ein Vollpfosten. Um 9.10 Uhr also PT, das vorletzte Einzel, dann ist mit dieser Art Schluß. Offen ist noch mein Widerspruch gegen die Ablehnung einer großen Gruppentherapie mit 36 Sitzungen. Allgemein bin ich in guter Verfassung. Kein Vergleich zum Frühjahr 2025, als ich in meiner Not in die PIA des Leipziger Universitätsklinikums rannte und mit dem Hinweis "falsche Postleitzahl" wieder nachhause geschickt worden war. Ich dachte, ich falle vom Glauben ab, wenn mir nicht eingefallen wäre, daß ich vom Glauben längst abgefallen bin. Dann nahm mich eine PIA-Ärztin der Heliosklinik im Leipzigs Südosten zur Brust und leierte Hilfe an. Sie nahm mich als Patienten an, vermittelte mich, wie geschrieben, in die Aktivgruppe und setzte mich auf die Warteliste für eine tagesklinische Psychotherapie, was einige Monate später, im September 2025, stattfinden konnte. Als ich am 12. Dezember 2025 die Tagesklinik verlassen hatte, brauchte ich lediglich 4 Wochen zu warten, bis die ambulante Therapie bei genau dem Therapeuten, der sich Ende des Jahres aus der Klinik verabschiedet und seine Praxis in Leipzig-Reudnitz eröffnet hat, begann. "So viel Glück an einem Morgen, da komme ich ins Grübeln, da mache ich mir Sorgen", sang Stoppok in "Ärger", einem Lied über stets vermutete Unglücke, worüber ich gestern ausführlich in Cherophobie schrieb, einem Begriff, den mein Therapeut nicht kannte, was nicht wunder nimmt, da diese Störung offiziell nicht als Diagnose anerkannt ist. Ansonsten, ähnlich dem Sonntag, ein fruchtbarer Tag mit fetter Ausbeute. Durchs Bloglesen entdeckte ich mich als Logger. Ich klebte zwei Sammelpostings zusammen mit neueren Fotos und einem frischen Sammelsurium. Ich dachte über das Alter nach und ließ mich den Tag über musikalisch durch die Rodgau Monotones (1985) begleiten. Zufrieden am Abend, denn: To-do-Liste leer, die komplette Blogroll ausgelesen, den Tageshattrick nachmittags gesehen, abends eine Kulturzeit. Für das BIP dieses Haushaltes mit Erfolg geschuftet. Ins Bett wieder 21.30 Uhr nach einem langen Tag. Frühmorgens saß ich bereits vor 5 Uhr am Rechner und spürte dessen besorgten Opa-Blick. Anlässe, mich zu freuen, mehrfach genutzt. Frau Kaltmamsells Bedrückungsfaktoren. Daß ich, trotzdem ich ein Wrack bin gerade einen Lauf habe. Ausnehmend viel während der Einzeltherapiestunde gelacht. ^

08-09-2026

Montag. Dritter freier Tag von sechs. Insofern Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus, als ich 2.50 Uhr wach wurde und am Computer im Bürostuhl aufsattelte. Nach Kaffee, Audiosuche und Tagebuch folgte... ein dritter Kaffee. Mich riß ein Wahnsinnssonnenaufgang von den Beinen. Großkampftag für das Einsammelbuch. Fotos der letzten Zeit eingearbeitet. Wahrscheinlich schnitze ich noch ein Sammelsurium dazu, gleichsam lesbare Diashow. Ja nun, das beschäftigte mich den gesamten Tag mit Unterbrechungen für weitere Bloglektüre und den Tageshattrick, der, wenn ich "nur" 1 arte-Journal, 1 Sachsenspiegel und 1 Brisant gucke, 90 Minuten beansprucht. Augenblicklich geht's in dieser Hinsicht chaotisch zu, Ungesehenes staut sich, aber wie! Vom Stapel der noch nicht gesehenen Kulturzeit-Sendungen ganz zu schweigen. Weil Montag war, hieß es um 16 Uhr nach nur zwei Tagen wieder nach Westen zu reiten. SHG in der Nähe des Felsenkellers. Auf der Hinfahrt merkte ich, wie erschöpft ich durch die bis dahin bereits 12-stündige "Schicht" am Bildschirm war. Die reine TRAM-Fahrt dauert 40 Minuten, die ich mit geschlossenen Augen verbrachte und danach mental sortierter ins Meeting gehen konnte. Dennoch bemerkten die anderen, wie fertig ich ausgesehen haben muß. Vier Stunden bin ich aushäusig. Nach 20 Uhr Umstieg auf zwei Cappuccini (Kakao + Latte macchiato). "Macchiato" ist eines der Wörter, bei denen ich, je älter ich werde, desto häufiger nachschlage. Nicht daß ich mich ans ganze orthografische Regelwerk hielte! Ich liebe das ß und benutze es weiterhin, schreibe wie vorhin riß statt riss und Bleßhuhn statt Blesshuhn, falls ich diese Vogelart jemals verwenden müßte. Und durch Blogolekt entwickeln sioh ohnehin Eigenheiten bis Schrulligkeiten. Mit Annette Schwindt entdeckte ich eine Bloggerin, für die Sprache ähnlich faszinierend wie für mich ist. Gedankenblitz. Eigentlich wäre es vorteilhaft, wenn ich meine Lacher sammelte, also die Momente, wann und warum ich lachen muß. Sie lassen sich zweit-, dritt-, viertverwerten; Lachen ist ein perpetuum mobile. Immerhin nutze ich die Einsammelei selbst zum Rekapitulieren von Vergangenem. Thomas Gigold sorgte mit "Oblast Sachsen-Anhalt" jedenfalls für einen dieser Kracher. Um 22.30 war die Luft raus. Mit "Der Tag" ins Matratzenflachland, dann standesgemäß mit DWDT ins Reich der Träume. Genau, ich träume seit einiger Zeit intensiv, gerne auch alp. ^

07-09-2026

Sonntag. Zweiter freier Tag von sechs. Beim Kaffee die Schritte vollzogen, die sich als fast unumstößlich etabliert haben. Obacht, neue Logbuch-Datei, die mit den Hörsendungen entjungfert wurde. Das Tagebuch kostete mehr Zeit als sonst. Die sich anschließende Blogschau dauert wiederum Stunden. Stakkatomäßige Anregungen, die sich, weil ich freizeitbedingt Luft zum Atmen habe, unter Umgehung der To-do-Liste sofort ins Einsammelbuch eingespachtelt werden konnten und Gelegenheit zum Trocknen hatten, währenddessen ich mich ein Stündchen aufs Ohr legte. 12 Uhr wurde ich zum Mittagessen mit Vater und Bruder zitiert. Frikassee mit Reis, allerdings nicht wie sonst in eigenen Tüten, sondern als Markenpampe, die mein Bruder mit anderen Restbeständen und 'ner zusätzlichen Tüte Reis aufwertete, Nachmittags wieder weiter am Rechner mit dem typischen Mischmasch aus Internet, Blogs, Fummelei mit zu gestaltenden Inhalten. Als Zeitteiler fungierte das Bananenkuchenessen mit der Restfamilie. Nochmals Dank an die Freundin, die ihn buk. Da mein hochaltriger Vater im letzten Jahr zum Schweigemönch mutiert ist, bestreiten mein Bruder und ich die Konversation. Ich verweigerte den gemeinsamen Besuch bei der Waage. Das Gewicht zu wissen, hätte mir den Tag komplett verhunzt. Nachzuholen hatte ich die visuellen Periodika (arte, Journal, Sachsenspiegel und Brisant), von denen ich nun mehrere hintereinander schaute. Der Abend war gekommen. Eine Folge Radio Wissen über die Erbsünde, ihr wißt schon, Adam & Eva & die Schlange. Die Übersetzung der der hebräisch-aramäischen Bibel ins Griechische (Septuaginta) brachte Verwirrung um Adam, der als der von Gott aus Erde (Adama) erschaffene Mensch galt und sich erst später als Mann und Frau erkannte. Und Eva ist die eine Seite des Menschen, Adam die anderen. Die Rippe ist sprachlich genauer eine Seite. Mann und Frau, ein Wesen. - Es folgte als Wochenperiodikum eine Märzepisode "Betreutes Fühlen" mit Atze Schröder über die Kraft, etwas gegen alle Widerstände durchzuziehen. Als Aufhänger diente die sportlichen Wahnsinnstat Diana Nyads, als sie 2013 mit 64 Jahren 180 Kilometer von von Kuba nach Florida durch den Atlantik schwamm. Ich war kräftmäßig durch mit dem Sonntag und ging um 21. 30 Uhr mit Hörsendungen ins Bett und dämmerte weg, ohne mehr DWDT zu erleben, was ich gegen 2 Uhr nachholte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach 18 Uhr vermieden, eine Nachrichtenseite oder eine Timeline anzuklicken, um so doof wie möglich, aber eben ruhiger schlafen zu können. Hat ja viel gebracht, wenn ich nach knapp fünf Stunden erwacht bin. ^

06-09-2026

Samstag. Dito zur morgendlichen Routine auch am ersten freien Tag von immerhin sechs am Stück. Doch recht groggy. Ein ungewöhnlicher Tagesordnungspunkt, zumal um diese Uhrzeit, war die Erfordernis, einkaufen zu fahren. Keine Lebensmittel, sondern ein kleines Geschenk für jemanden, die am Abend eine Einzugsparty schmeißt. Sie liebt die Farbe Blau. So war mein erster Impuls, am Augustusplatz auszusteigen und im Edeka (im alten Hauptpostgebäude) zu gucken. Reizvoller Blickwinkel, der mir offenstand, indem ich nur nach blauen Artikeln suchte. Und dermaßen fündig wurde, daß die Entscheidung und Beschränkung mehr Zeit beanspruchte als die Sichtung. Nebenbei fiel mir auf, daß alkoholfreie Biere fast durch die Bank weg blaue Etiketten haben, ausgerechnet die Biere, die für diesen Zustand am unnützesten sind (Foto wird nachgereicht). Mit den blauen Geschenken im blauen Edeka-Stoffbeutel zu Kaufland für Getränke und Brot. Aprobrot, im DLF gibt es eine Sendung über unser täglich Brot. Zuhause noch vorm Mittags-Angelusläuten "meiner" Kirche. Nachdem ich ein Körnerbrötchen mit Schmelzkäse verspachtelt habe und drei Obstgartenbecherchen, die ich normalerweise nicht kaufe, bei 76% Rabett aber nicht links liegenlassen konnte. war es nicht unvernünftig, den Zweitschlaf einzuschieben, weil, wie gesagt, groggy und dräuendes Abendprogramm. Zwei Stunden am Rechner waren mir vergönnt, bevor ich um 16 Uhr mit meinem Pferdchen in den Sonnenuntergang ritt mit TRAM 8 nach Lindenau (Credestraße) fuhr, das ist einmal die Stadt zu durchqueren. Sellerhausen = Osten gen Lindenau = Westen, Leipzig quergeschnitten, quasi Äquatorumrundung. In den Nachrichten höre ich gerade, daß Elversberg in der Bundliga 4:3 gegen Mönchengladbach gewann. Das ist doch dieser Dorfverein, der in die erste Liga aufgestiegen und schon den zweiten Sieg eingefahren hat? Von der Gastgeberin in der nagelneuen Wohnung empfangen, über diese und die Mietpreise gestaunt, Wohnungsrundgang, klar, alles so neu, so sauber, so weiß. Ich ermunterte meine Freundin, sie zügig einzuwohnen, damit sich die Musealität abwetzt und Ecken und Kanten entstehen, die eine Wohnung mit der Dauer der Nutzung anheimelnd und heimatlich macht. Solch eine Neuwohnung ist wie ein Blankoscheck, der erst ausgefüllt ist, wenn der erste Kratzer oder Fleck die Unversehrtheit ablöst. Ich habe keine Zweifel, daß es meiner Freundin gelingen wird. Sie hatte den Mut, eine schwere Lebensentscheidung zu treffen und innerhalb weniger Monate zu stemmen und kann jetzt die Früchte genießen und einen neuen Lebensabschnitt beschnuppern. Wir waren zünftig essen in der Gartenkneipe "Zur Klinke", in der ich kürzlich erst war, damals nur Kesselgulasch essen konnte, damit im Magen für den Abendtermin beim Georgier Platz bliebe. Gestern jedoch das Bierbrauerschnitzel. Wunderbar. Ein mit Sauerkraut gefülltes Doppelschnitzel, Bratkartoffeln und ein Fleischspieß, rustikal und genau mein einfacher Geschmack. Dem Selterstrick fiel jemand anderes zum Opfer; ich griff gleich zur Himbeerbrause, meinem als alter, aber trockener Säufer in der Gastronomie bevorzugten Getränk. Die untergehende Sonne lieferte ein spektakuläres Szenenbild ab. Ich fläzte danach im Freßkoma auf einem Sessel, der diesen Namen verdient. Im ausgewogenen Verhältnis gab es zwei Sorten Bananenbrot mit Schlagsahne, wovon auch mein Vater heute profitieren wird, das uralte Leckermäulchen und ausgewiesener Kuchenspezialist. Rückfahrt so, daß ich nur wenig früher daheim eintraf, als wenn ich vom Spätdientst gekommen wäre, so daß ich die Routine gleich übernahm, sprich ins Bett hüpfte, um asynchron Deutschlandfunk zu hören bzw. Apofika-Podcasts. Wegen Schlafhygiene das Thema Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gemieden. DIE Aufregung bleibt dem morgigen Sonntag vorbehalten. ^

05-09-2026

Eigentlich kann ich doch beim 5. des Monats mitmachen, fällt mir gerade ein. Ich bereits es mal vor. Frau Brüllen lädt allmonatlich am nämlichen Tag zum Tagebuchbloggen ein und listet alles Teilschreibenden auf. Die Tadition läuft unter dem Hashtag #wmdedgt (Was machst du eigentlich den ganzen Tag). [#] Freitag. Zweiter Spätdienst von zwei. Morgenprogramm ohne Störungen, einfangen der Podcasts, Tagebuch, Bloglektüre. Schon schlug es 9.30 Uhr, so sank er dahin. Der Wecker, vom Vortag auf 11.35 Uhr eingestellt, klingelte, um mir beizubringen: genug gepennt, jetzt wird in die Hände gespuckt. Arbeitsweg mit Schlenker zu ALDI im HBF. Mein letzter Besuch eines Technikmarktes liegt Jahre zurück. Meine Kopfhörer haben nach 6 Jahren den Geist aufgegeben. Um unterwegs in den nächsten Tagen nicht auf die Routinepodcasts verzichten zu müssen, ging ich zu Mediamarkt. ALTER! Ich fand keine "für mich normalen" Kopfhörer. Conrad ist aus der Stadt verschwunden, Mediamerkt hat Saturn plattgemacht. Der einfachste In-Ear-Kopfhörer, für den ich einen Mitarbeiter als Blindenhund verpflichten mußte, kostet 9.- Euro. Überall nur modernste Technik, Bluetooth hier, Bluetooth da. Keine Zeit, mich auf den neuesten Stand zu bringen. Den letzten Übergangskopfhörer hatte ich mit 3,99 Euro in Erinnerung. Die Zeit bewegt sich für uns Ältere bekanntlich schneller, die Preise machen es ihr rekordverdächtig nach. Der 2020 gekaufte Billighörer von Philipps war der zweite dieser Art und leistete mir zuverlässig und treu Dienste wie sein Vorgänger. Möge seinem Panasonic-Nachfolger, der dritten Generation, ein ebenso langes Leben beschieden sein. Mediamarkt jedenfalls hatte so etwas Simples nicht im Angebot. Nimmt nicht wunder, daß ich meinen dritten Hörer erneut bei Amazon kaufe. Zu schämen brauche ich mich nicht. Ich bin Minimalist und gehen SEHR selten einkaufen und bekomme Päckchen nicht aus China von Temu oder Shein. Nur das einzige Abonnement, welches ich seit 1991 habe, wird quartalsweise als Buchsendung zugestellt. Oliver Nölting (37), Deutschlands prominentester Frugalist, will mit 50 in Rente gehen. Frugalisten vermehren ihr Geld allerdings auf dem Kapitalmarkt und sind firm mit Anlagen, wo ich meine Zeit und Energie nicht reinstecken wollte und will, so daß ich vom Frugalismus nur den Minimalismus immer schon verinnerlicht hatte. Oliver begann seinen filigranen Finanzplan als Student. Für mich stellt sich vor allem die Frage, wie man sich mit der Krankenversicherung arrangieren soll, die man, wenn man aus dem Erwerbsleben austeigt, selbst bezahlen müßte. - Der Spätdienst war erträglich. Der 100-jährige Sachse liegt noch im Bett. Sein Nachbar ist seines Zeichens adelig, sein Geschlecht läßt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Wäre es IT-mäßig zu viel verlangt, wenn das SAP bei Geburtstagen von Patienten einen Alert gibt, damit ich nicht 21 Uhr, drei Stunden vor Ende seines Ehrentages gratulieren muß, weil ich's nicht mehr auf dem Schirm hatte? Früher gab es zum Essen ein Glückwunschkärtchen nebst einer süßen Aufmerksamkeit, das als analoger Alert gelten konnte. Inzwischen schreibe ich schon 1 Stunde an diesem Eintrag und nebenbei erklingt Musik des Vokalensembles Tenebrae. Um zu einem Abschluß zu kommen... Heimweg im strömenden Regen, ungebührliches langes und wiederholtes Warten an Kreuzungen, so daß ich erst 23.05 Uhr zuhause eintraf. Ausnahmsweise ein Zwiebelbaguette, das ich seit zwei Tagen mit mir herumschleppe, mit Schmelzkäse und Meerrettich verputzt. Bettschwere, null problemo. ^

04-09-2026

Donnerstag. Es stand ein Spätdienst an. 6 Uhr trieb es mich aus dem Bett. PC hochfahren, Kaffee kochen, zügiges Abgrasen des Audioarchives. Das Tagebuch wollte ich übergehen und begann mit der Bloglektüre. Als ich begann, Claudia Klingers jüngsten Post "Diffuse Angst" zu lesen, geriet mein Kommentar zum ganzen Artikel, den ich getrost als Tagebuchbeitrag durchgehen lassen konnte. Beim Versuch, das arte-Journal zu gucken, so bleiern müde geworden, daß die Option Zweitschlaf vorm Dienst sehr gerne in Anspruch genommen wurde. 11.35 Uhr klingelte der Wecker. Sachen packen, wozu auch das Pausenbrot gehört, die berühmte Brotbüchse, Arbeitsweg mit TRAM 7 zum HBF, TRAM 16 nach Eutritzsch, alles ohne Probleme, allemal erwähnenswert, häufen sich die Widrigkeiten doch auch im Straßenverkehr und ÖPNV. Arbeitet man jahrelang mit jemanden zusammen, weiß man Arbeitskollegen zu deuten. Während der Dienstübergabe merkte ich meiner Chefin an, daß ich danach fällig bin und so kam's. Reformante, daß ich mich persönlich bei ihr zu melden habe, wenn ich mich (wie vorgestern) telefonisch krank melde. Sich bei den Kollegen melden, ist üblich. Nun also Beharren auf der strengen Variante. Außerdem muß ich dringend Onlinekurse auf der Bildungswebseite unseres Intranets nachholen und das Zertifikat meiner Chefin per Herold zur Heimstatt dero Gnaden befördern lassen. Ein Feedback erhielt ich noch, auf das ich später eingehen will. Der Dienst verlief ohne Sensation. Nur die gewohnten Querschüsse, wie Frau Kaltmamsell sie nennt. Zu ihnen gehören unzufriedene Angehörige, Patienten mit Schmerzen. Ein vergessener Patient, der im Aufenthaltraum herumsaß und schon Staub ansetzte, wurde irgendwann entdeckt und per Transportauftrag zurück in seinen Pavillon geschickt. Zurzeit haben wir einen 100-jährigen Sachsen, womit nicht Herkunft oder Wohnort gemeint ist. Sage und schreibe 4 Transfusionen auf meiner Seite (grün). Wir sprechen dann so: "Patient bekommt noch 1 EK". Dies ist immer noch eine Maßnahme, die im Stationsbetrieb mit besonderer Sorgfalt betrieben wird, weil Unverträglichkeiten prompt auftreten und schwerwiegend sein können. Anhängen darf ein EK nur der Arzt. Zuvor testet er die Verträglichkeit mittels Bedsidetest. Trotzdem kann es schiefgehen. Blut ist klebrig und tropft allzugerne überall hin. Beim Hantieren mit der leeren Konserve ist Handfertigkeit angesagt. Sie ohne Spritzer in eine Labor/Abfalltüte zu bugsieren, das Datum darauf zu vermerken, sie vorm Wegschmeißen 24 Stunden im Kühlschrank zu deponieren, gehört zur Routine. Als wir die Fachrichtung Gastroenterologie hatten, bewegten wir uns gefühlt täglich zwischen Bluttransfusionen, weil Verdacht auf GIB (Blutungen im Magen-Darm-Bereich) eine der häufigsten Einweisungsdiagnosen ist. Unsere derzeitigen Patienten bekommen sie wegen Anämie, die sie aus tausend anderen Ursachen heraus entwickelt haben können. Anämie ist das Lieblingssymptom fast aller Fachrichtungen. Lediglich ein kotzender Patient, der es höchst faszinierend fand, daß ich von "atonem Mageninhalt" sprach. Als ich mit dem Spuckbeutel rausging, hörte ich im Rücken, wie er mehrmals "atoner Mageninhalt" vor sich hin flüsterte. Als ich um 21.45 Uhr die Station verließ, war der 100-Jährige glücklicherweise noch nicht aus dem Fenster gesprungen. Es waren vom Mittag noch diverse Hackfleischröllchen übrig, die die Mikrowelle mit zwei Scheiben Schnittkäse zu einer herrlichen Pampe zusammenschmolz, ein kulinarisches Highlight, bei dem ich spontan meine Diätbestrebungen vergaß. Neuerdings erlebe ich beim Umsteigen am Hauptbahnhof um 22.15 Uhr das Gottesgeschenk einer TRAM E (Einzugsbahn, die ins Depot gondelt). Klasse, wenn sich Arbeitsweg so gelungen anfühlen darf und ich um 22.45 Uhr noch von der Haustür aus ins Bett sprang, zu - endlich ist die Routine zurück - DWDT. ^

03-09-2026

Bei Claudia Klinger im Posting "Diffuse Angst" kommentiert: Ich bin ehrlich froh, schon 60 zu sein. Mein Leben verlief äußerlich unkompliziert, ja reibungslos. Schule, Abitur, Fachausbildung, 37 Jahre Pflegearbeit. Letzte Bewerbung - und die einzige in den neuen Zeiten war 1990. Wenn ich an den Hickhack denke, der mit Arbeitsplatzverlust/wechsel, Arbeits-Sozialämterstreß denke, macht mich das sehr, sehr froh, dem nicht ausgesetzt gewesen zu sein, finanziell - als Frugalist sowieso - nie Probleme gehabt zu haben. Keine Beziehung heißt auch: keine Trennung. Keine Kinder, um die ich mich sorgen müßte. Von daher sehe ich mit Dankbarkeit auf 60 ganz ordentliche Jahre zurück, hier im Deutschland, wo mir die Krankenkasse alle Krankheitstage, zwei Rehas, alle Operationen, Krankenhausaufenthalte, meine Medikamente (6 an der Zahl + ozempic! bezahlt hat. Bei mir ist der Druck, was unser aller Zukunft betrifft, raus. Alles, was jetzt noch an Gutem kommt, nehme ich als unverdienten Bonus. Innerlich wappne ich mich mit Radikaler Akzeptanz (Ataraxie, Seelenruhe, Stoa). Ich weiß nicht, ob ich jemals den Mumm hätte, in einem totalitären System widerständig zu sein. Meine gewaltige Sturheit ist immerhin ein gutes Indiz, daß ich Nachteile in Kauf nähme, nur um zu beweisen, daß mich alle mal am Arsch lecken können. Eine geheime Superkraft. Dennoch ist mir die diffuse Angst bekannt, sie begleitet mich mit der Depression seit 30 Jahren. Ich frage mich oft, was Johannes Korten zum HEUTE sagen würde, wenn es ihm schon 2016 gereicht hat, als die Welt, naja, nicht in Ordnung gewesen war, doch aber um einiges weniger bedrohlich wirkte und zumindest ICH nicht das Gefühl der UNAUSWEICHLICHKEIT hatte. Ich habe vor Monaten einen Vortrag im Deutschlandfunk Nova gehört, bei dem ich eine so hinreichende Klarheit betreffs der politischen und allgemeinen Weltsituation gewann. Leider finde ich den nicht mehr und kann die Argumente und Fakten nicht rekapitulieren. Trotzdem weiß ich, es gibt kluge Menschen, die wissen und die ebenso wie ich den Kopf darüber schütteln, wie sich die Politik abstrampelt, den Niedergang der Demokratie aufzuhalten. Es tröstet nicht, es kommen zu sehen, weil es unweigerlich so kommen wird. Überhaupt, ergebnisarmes Abstrampeln bei Klimakonferenzen, Keine Klimakleber auf der Straße, kein Krieg NACH dem anderen, sondern nebeneinander, so daß man Erstkläßlern anschaulich das Addieren beibringen könnte. Ich vermute, Claudia, daß du genauso wenig wie ich die Schotten dicht machen kannst. Eskapismus - für mich keine Option, da kein Kind mehr, das glaubt, wenn es die Hände vors Gesicht hält, unsichtbar zu sein. Dann doch eher hingucken, aber mit Bedacht, aushalten, Schulter zucken. Radikale Akzeptanz. Jedenfalls bis hier die erste Drohne einschlägt und ich mich in die Hosen scheiße.^

02-09-2026

Dienstag. Zweiter freier Tag von zwei. Einen Tag ohne Pflichten hatte ich mir versprochen und bekommen. Er begann um 4 Uhr; denn tags zuvor hatte es mich um 21 Uhr in die Federn getrieben. Nach der unumstößlichen Startroutine mit Hörsendungen und Tagebuch fuhr ich zunächst zu Kaufland. Beine vertreten. Kopf entknoten. Vormittags liegengebliebene Fundstücke eingesammelt. Ein Gefühl von Produktivität genossen. Dem folgte ein langer Zweitschlaf bis 14 Uhr. Neben dem immer fließenden Kaffee frönte ich zwei Cappuccini der Geschmacksrichtung "Latte macchiato". Der Nachmittag wurde durch weiteres Mäandern ausgefüllt. Alle Blogs nachgelesen, einzelne Themen im Netz weiterverfolgt. Ich fühle mich bereichert, seitdem ich konsequenter Blogs wahrnehme, genieße die Varianz von Formen, Inhalten und Sprache. Bei den am liebsten gelesenen Blogs sind es überwiegend Schreiberinnen. Männer bewegen sich gerne in Gefilden, die langweilig oder zu hoch sind. Alltagsbloggen ist keine männliche Domäne. Super, daß es Frauen gibt. Daß und wie sie bloggen und leben, lese ich mit Freude oder Anteilnahme. Das Leben bietet Breitseiten wie Krankheiten, Verluste, Sorgen. Wenn BloggerInnen sich trauen, davon zu berichten, bewundere ich es sehr. Am Abend war ich energetisch durch. Einen Sachsenspiegel und eine Kulturzeit ging noch. Mit Routinepodcast um das aktuelle Weltgeschehen (Studio 9, Der Tag) verschwand ich noch vor 22 Uhr von der Bildfläche. Von der Bildfläche verschwinden = offline gehen, heute fast synonym. Ich verfolge an sich Nachrichten, gucke gerne Weltspiegel und auslandsjournal. Aber was ich HASSE, ist die Dominanz nur 1 Themas. Zurzeit die Landtagswahl im Nachbarbundesland. Oder wenn etwas Schlimmes passiert ist die ein Terroranschlag, ein Amokgeschehen, wenn dann stundenlang dasselbe berichtet wird und die Journaille durchdreht, bin ich raus. Overflow, Überdruß & Verweigerung. Dann verschwindet die Bildfläche und ich bleibe. ^

01-09-2026

Montag. Ein Freier Tag von zwei. Um 7.00 Uhr nach dem Nachtdienst daheim gewesen und beim "Informationen am Morgen" im Deutschlandfunk eingepennt. Die "Nacht" war noch kürzer. Um 11.30 Uhr saß ich bereits am Computer, erfaßte die Hörsendungen und den Tagebucheintrag. Danach flossen Stunden dahin, indem ich das Tagebuch formal bearbeitete, ewig getestet, bis (hoffentlich) alles hinhaute. Wieder ein Gefühl eines schwarzen Loches, das einen ganzen Nachmittag verschluckt hat. Mir schleierhaft, wie ich mich offensichtlich von 12 bis 16.30 Uhr an dieser einen Sache, die noch nicht einmal substanziell im ESB sichtbar wird. Die Miszellen dümpeln seit Tagen im Leerlauf dahin. Keine Periodika gesehen oder gehört. Der Alarm der Kalender-App sorgte fürs Aufbrechen, denn von 17.30 bis 19 Uhr Selbsthilfegruppe, die ich in der vergangenen Wochen auslassen mußte, weil ich wegen der Koloskopievorbereitung in der Keramikabteilung campierte. Unsere SHG ist ein junger, zarter Sproß. Bisher bestanden wir aus vier Leuten, die sich aus der Tagesklinik bzw. Gruppentherapie beim Therapeuten kennen. Jetzt öffnen wir uns zum ersten Mal. Eine neue Frau kam dazu, was mir im Vorfeld Gedanken bescherte. Gut überstanden, denke ich. Erfahrungen der anderen wirkten wutfördernd azf mich. Welche Frechheit, daß einer Patientin, nur weil sie - auch noch durch Anruf angekündigt - nach einer 5-minütigen Verspätung die Sprechstunde verwehrt wird. Eine in meinen Augen ungeheure Brüskierung. Jemand von uns muß leider stationär psychiatrisch behandelt werden, kann nichts bei sich behalten. Es droht akute Volumendepletion und Mangelernährung. Seit Tagen hat unsere Freundin keine Nährstoffe erhalten und kein Wasser. Es müßte gehandelt werden, doch die Psychiatrie scheint dem nicht gewachsen oder nicht gewillt, und eine Freundin eilte hin und versuchte, die Situation zu klären. Zwei Aufreger, die meine Belange wegfegten. Die zunehmende Grundnörgeligkeit, weil ich zu viele Kalorien zu mir nehme, weil ich Termine verpasse, weil das Herz muckert, weil ich zu wenig Sozialkontakte hatte in letzter Zeit, durfte pausieren. Ich war voll und ganz auf die Sorgen und Nöte der anderen konzentriert und fühlte mich nach dem Meeting geeicht und zurechtgeruckelt. Rückfahrt vom Felsenkeller mit TRAM 14; am Leuschnerplatz in die TRAM vor uns gesprungen. Solche winzigen Erfolgserlebnisse, wie wenn ich eine Bahn noch erreiche, erzeugen Glücksgefühle, die beachtlich stabil nachwirken. Diese Richtung, die positive, ist auch möglich. Nicht nur, daß mich Negativität ungebührlich nachhaltig beeinträchtig und herunterzieht, sondern Positives vermag mich nachhaltig zu euphorisieren und zu beglücken. Durch den Jetlag nach den Nachtdiensten war ich durch und schließ im Sessel beim Podcast Der Tag ein und kroch, als ich's bemerkte, ins Bett. ^

31-08-2026

Sonntag - 12.30 Uhr bis open end. Vierter Dienst von vier (Nachtschicht). Für meine Verhältnisse zur Unzeit aufgewacht und doch auch wach gewesen. Hörsendungen für das Logbuch als erstes. Danach Tagebuch. Und zwar habe ich Querbeet aufgelöst und mit dem "normalen" Tagebuch zusammengeführt. Verschiedene Sendungen aus den Periodika nachgeholt und 16 Uhr gegessen. Zwei Leberwurstbrote, Tzatzikisalat und 1 Ananasjoghurt. Danach Bettschwere, der ich nachgab. Vor dem Dienst noch eine unergiebige Stunde am Rechner. Körperlich angeschlagen, was sich nachts verschlimmerte. Herzrhythmusstörungen kenne ich seit 2015, ein Leiden, welches nicht weggeht, sondern nur gebändigt werden kann. Bei der letzten Attacke wurde ich geschockt (EKV), damit das Herz aus dem krankhaften Rhythmus in den gesunden zurückspringt. (Vorhofflimmern => Sinusrhythmus). Dieser Maßnahme hätte eine weitere invasive folgen sollen, bei der die Arhythmien auslösenden Areale am Herzen verödet werden (PVI = Pulmonalvenenisolation). Davor hatte ich Schiß und schob als Begründung, es nicht machen zu lassen, die Zusage zur tagesklinischen Psychotherapie vor. Nur hätte ich mich inzwischen um einen anderen Termin kümmern können. Ich lag nachts in den glücklicherweise durchweg ruhigen Phasen im Norbert, einem Fläzstuhl, wie er in Geriatrien oder bei ambulanten Chemotherapien eingesetzt wird. Zu Feierabend hatte ich den Eindruck, es gehe mir besser, so daß ich nach Hause fuhr und meine Matratze als Allheilmittel beanspruchte. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das Vorhofflimmer wird wieder auftreten. Vier Dienste sind abgehakt, heute ist Ausschlaftag, der freie Tag nach Nachtdiensten, der keiner ist, weil man, statt über die freie Zeit vollumfänglich verfügen zu können, nachmittags aufsteht bzw., wie ich heute und schon gestern, gegen 12 Uhr. Die Ursache liegt in den vier sehr angenehmen Schichten. Ein bißchen befriedet fühle ich mich, weil ich für das ESB durch die Union von Querbeet zum alleinigen Tagebuch doch eine Vereinfachung erreicht habe. Als Spielwiese, Kreißsaal, Werkstatt und mentaler Wickeltisch - zum "Gedankenfangen" und Abschweifen - dient mir nunmehr Vestigia. Braindumping, Notation der Einfälle, Fundstücke. Aus diesem Pool entstehen dann bestenfalls Postings und Sammelpostings für die Miszellen. Wer RSS nutzt, braucht das nicht lesen, er bekommt alles frei Haus, ohne wissen zu müssen, wo sich die Zimmer befinden und ob es aus Holz, Lehm oder Beton ist. ^

30-08-2026

Samstag - 13.45 Uhr bis open end. Dritter Dienst von vier (Nachtschicht). Für mich ungewöhnlich früh am Nachmittag aufwacht. Mit Kaffee widmete ich mich den Hörsendungen und Querbeet. Dann graste ich die Blogroll ab. Kreißte weiter. Beim Duschen vor dem Dienst hatte ich eine Idee, mit der ich noch gedanklich hantieren muß, bevor ichs hinausposaune. 16 Uhr zweite Schlafphase bis 18.40 Uhr. Der Computer war noch dienstbereit. Durch einige Grachten des Internets gegondelt. Alles in allem ein stinknormaler Verlauf für Nachtschichttage. Auch die Arbeitswege zum Klinikum und heute früh von ihm weg ohne Vorkommnisse. Der zweite Nachtdienst und durch den vorliegenden Spätdienst am Donnerstag insgesamt dritte Dienst war vergleichbar ruhig, Zurzeit herrscht Patientenflaute, sehr viele freie Betten. Was in anderen Dienstan undenkbar ist und nachts nicht vorausgesetzt werden darf, ist, daß die eine oder andere Tätigkeit jenseits der spröden Pflegearbeit möglich ist, Timelines, Blogs lesen, mal einen Sachsenspiegel verfolgen. Wir waren zu zweit. Noch. Im Oktober schlägt der Personalmangel zu Buche und alle Nächte sind alleine zu stemmen. Die Kollegin, mit der ich gerade arbeite, ist zur Medizinstudentin aufgestiegen und entschwebt in ein paar Wochen in akademische Gefilde. Ich konnte ihr, während wir einen Pflegefall wuschen, schon mal anatomischen Vorlauf geben. Als ich die Rektumampulle erwähnte, die trotz Stuhlganges noch gefüllt sein könne, hielt sie das für einen meiner Scherze. Der Begriff war ihr nicht bekannt. Als ich in der Pflege 1989 anfing, lernte ich damals, Pflegepatienten mit Verstopfung den festsitzenden und verhärteten Stuhlgang (Kotsteine) aus dem Enddarm zu pulen, wofür der Mediziner "digitales Ausräumen" verwendet. Lecker ist das nicht, aber manchmal sehr nötig und erleichternd. Guten Appetit. Es ist Sonntag Mittag. Und ich sitze seit einer Stunde vorm Bildschirm. Bettflucht. ^

29-08-2026

Freitag - 6.30 Uhr bis open end. Zweiter Dienst von vier (Nachtschicht). Open end? Aufgestanden nach dem Spätdienst am Vortag zur üblichen Zeit mit dem üblichen Tätigkeiten am PC. Stoppte mal die Zeit. Vom Hochfahren des Rechners bis zum Abschluß des Tagebuchblogs samt Uploads vergingen zwei Stunden. Vormittags weiter mit Bloglesen und mentalem Kreißen. Herumprobieren, anfangen, verwerfen, testen und fluchen. Keine Podcaste außer diejenigen, die ich wirklich immer höre (Kulturnachrichten, Presseschau, Internationale Presseschau, Kulturpresseschau, Politisches Feuilleton, Studio 9 mit..., Der Tag, Unboxing News). Gestern waren noch Kalenderblätter, Kommentarem Wissensnachrichten (2), Wissensnachrichten (1) und zwei Hintergründe an Bord, verteilt über den Tag. Nachmittags geschlafen bis 16 Uhr. Bis zum Abflug zum ersten Nachtdienst von drei wieder Kuddelmuddel beim Einsammeln, wodurch es mir erstaunlicherweise auf dem letzten Drücker gelang, die To-do-Liste zu leeren. Zwei Themen verbleiben, weil sie längere Artikel versprechen, einen über greise Eltern (Väter) und den anderen über Cherophobie. Mhm, grad mal runtergescrollt und zwei weitere, schon lange in der Liste festklebende Stichpunkte erblickt: Schach und Ferienlager. Man kommt ja zu nix. 19.45 Uhr aufgebrochen in den Leipziger Straßenverkehr und auf unregelmäßige TRAMs gestoßen bzw. eben NICHT gestoßen, denn sie kamen verspätet. Grund war die Leipziger Radnacht 2026. Dennoch frischgeduscht pünktlich um 21.20 Uhr auf Station zur Ablöse des fingertrommelnden Spätdienstes und einen ruhigen Nachtdienst hinter mich gebracht. Deswegen open end, der Tag hatte wegen der Schicht kein Ende, weswegen ich nachmittags stets "vorschlafe". Heute beim Rückweg boten Wolken und Sonne sensationelle Lichtspiele am Horizont. Wenn ich aus der Delitzscher Straße komme und mit der TRAM von Höhe Theresienstraße bis hin zum Chaussehaus fahre, ist links ein unbebautes Riesenareal zu sehen, das heißt nix als leere Fläche, so also weiter Horizont und immer der Genuß, den Wolken und Licht am Himmel veranstalten. Am Wochenende ist der ÖPNV bis 8 Uhr ausgedünnt, die Bahnen fahren nur alle 30 Minuten. Wenn ich um 6.35 Uhr mit TRAM 16 an der Westseite eintreffe, ist meine Tram 7 seit 6.30 Uhr weg. Umgehen kann ich 25 Minuten Herumsitzen durch den Bummelzug Leipzig-Grimma, der mich 6.43 Uhr eine Haltestelle weit bringt - Sellerhausen und ich 6.55 Uhr meine Wohnung aufschließen, das WLAN einschalten und 7 Uhr im Deutschlandfunk die Nachrichten und die Presseschau hören kann. Heute früh verkniff ich mir die Nahrungszufuhr in der Küche, wo ich oft einen Fruchtquark in mich hineinlöffle oder Kekse nasche. Gar nicht gut, schimpft die Waage. Mit 81 kg im orangenen Gefahrenbereich. Aufpassen, Markus! ^

28-08-2026

Donnerstag - 7 bis 23.50 Uhr. Erster Dienst von vier (Spätschicht). Den Tag eingeläutet mit dem Einsammeln der Hörsendungen und dem Schreiben des Tagebuchblogs. Danach der Blogroll gefolgt und die sich dadurch anhäufenden Fundstücke und Anregungen entweder in der To-do-Liste deponiert oder umgehend umgesetzt. Anschließend noch Layout- und Strukturarbeiten an der Webseite. Ruckizucki war es Zeit, zum Dienst aufzubrechen. Noch schnell einige Periodika in der DLF-App offline verfügbar gemacht. Heute mal kein Lebensmittelkauf, sondern schnurstracks mit TRAM 7 + 16 ins St. Georg, dem Arbeitgeber, dem ich am Dienstag exakt 36 Jahre treu gewesen sein werde. Zuzüglich des ersten Jahres als Pfleger im Kreiskrankenhaus Mittweida (September 1989 bis Juli 1990) sind's 37 Jahre als Pfleger. Davor lagen vier Jahre, die dem Kochberuf gewidmet waren (1982-1986), den ich als Kind schon anvisiert hatte. Anfang September ist klassischerweise nicht nur Schulanfang gewesen, sondern auch Anfang der Lehre, Anfang des Kollegs und für mich zweimal Anfang als Arbeitnehmer: September 1984 als Kochgeselle nach bestandener Prüfung nach zweijährige Ausbildung zum "Koch des Gaststätten- und Hotelwesens", wie es in der DDR hieß, und September 1989, als ich frisch in Mittweida eingetroffen war, mein Annus horribilis begann, und ich kurz vor Beginn der Wendezeit in die Pflege kam. September, Zeit der Jubiläen. Aufbrüche, wenn das Laub welkt. Herbst als Marker für Anfänge. Schon beachtlich. Nunja, über den Dienst läßt sich wenig oder viel berichten. Viel, wenn ich eines der Themen beackern wollte, die euch meinen Berufsalltag näher brächten. Dafür ist später ausreichend Zeit, falls die späten Frühstücke mich noch so lange am Leben lasse. Ich war Springer. Zwei Bereiche (rot+grün) sind zu versorgen. Sind wir zu Dritt, macht der Dritte den Springer, teilt Kaffee und Abendessen aus, hilft bei den beiden KollegInnen, arbeitet viel auf Zuruf und hat den Vorteil, nicht groß denken zu müssen, eben weil Zuruf und nix PC (elektrinsche Patientenakte). Als ich am Ende der Kaffeerunde, dem ersten Akt nach der Dienstübergabe, in das letzte Zimmer kam, saß dort ein Mann am Bett seiner toten Mutter. Somit war jedwede Routine hinfällig und die nächste Stunde dafür reserviert. Noch ein Thema für später. Der Tod war abzusehen gewesen, der Sohn gefaßt, den Nachlaß nahm er gleich mit, eine für uns sehr komfortable Komponente. Danach ein ruhiger Dienst, nur 1 Zugang, Wiederkehrer = Drehtürpatient, dieses Mal mit Lungenentzündung. Durchaus desolat, aber (ab)wehrhaft. Auf dieser roten Seite ein weiterer Sorgenpatient, der allen Rätsel hinsichtlich der Ursache seines Verfalls aufgibt, besorgte Angehörige am Krankenbett sind das Sahnehäubchen an einem Nachmittag auf einer Krankenhausstation. Mich würde interessieren, was für ein Stück Shakespeare daraus gemacht hätte. Der Nachtdienst kam überpünktlich, so daß ich TRAM 16 um 21.45 erwischte, behende meine Heimstatt erreichte und ausnahmsweise den Computer hochfuhr, um weiter an Layout/Strukturfragen zu knaubeln. Deswegen erst zur Zeit der beiden Hymnen des DLF ins Bett und rückwirkend, ihr wißt es, DWDT. Gute Nacht! ^

27-08-2026

Mittwoch. Dritter freier Tag von drei. Zwischen dem Fazit "So kann es nicht weitergehen" und der Einsicht "So geht es doch immer weiter" ist erschreckend wenig Spielraum. Half mir je all mein Gejammere? Zur Dauernörgeligkeit muß ich noch einen ausführlicheren Beitrag schreiben, nachdem ich gestern beim Fachkollegen vom Freundeskreis "Kein Tag ohne Demütigung" einen Begriff aufgenommen habe, der paßgenau eine meiner Seinsfundamente benennt. Leider habe ich frühestens ab Montag Nachmittag Zeit, eher ab Dienstag. Bestimmt werde ich auch heute Abend resümieren, alles wie immer, alle Mist, nix von dem umgesetzt oder anders gemacht, was ich mir vornahm bzw. von dem ich denke, eine kleine Abberation und Variation könne nicht schaden. Gewohnheiten aufbrechen, um sie zu langfristig zu ändern oder abzuschaffen oder neu zu etablieren. Allem voran das ziellose Mäandern durchs Netz, MEIN Doomscrolling am Desktop. Zuungunsten der Cartoons, der wirklich profunden, längeren audio/visuellen Feetures. Eine Umkehr und Neukalibrierung meines alltäglichen Lebens wäre gut; denn: "SO KANN ES NICHT WEITERGEHEN!" Moment mal... Gestern war der Tag nach der Darmspiegelung am Dienstag. Da ich gerade bei leerem Darm bin. Laut einer Studie, die seit 19 Jahren läuft, hat ein 50-Jähriger eine um 2,4 Jahre verkürzte Lebenserwartung. Menschen, die später als 12 Uhr frühstücken, ist das beschieden. Bei mir als 60-Jährigen sind's schon 3 Jahre? Und tschüss. Beim Abendessen ist der günstigste Zeitraum zwischen 19 und 20 Uhr. Eigentlich ein Wunder, daß ich nicht schon längst unter der Erde verrotte. I wish me to be there, sometimes. Im Ernst, ich esse SEHR unregelmäßig und immer erst viele Stunden nach dem Aufstehen. Wenn ich zuhause bin und 6 Uhr aus dem Bett krieche, esse ich zwischen 12 und 14 Uhr. Wenn ich Spätdienst habe (wie heute) ist der Zeitpunkt total variabel, mal 13.30 Uhr vor Dienstbeginn auf Station, 16.30 Uhr vor unserer Hauptrunde oder 19 Uhr zur gemeinsamen Pause. Bei Nachtdiensten esse ich am späten Nachmittag oder gar nicht und dann nachts entweder um 3 Uhr oder (öfter) erst nach der Heimkehr direkt vorm Schlafen um 7.15 Uhr. Leider aß ich in letzter Zeit durch die außer Kontrolle geratenen Saftorgien an jenen Tagen nichts. - Die Session gestern begann um 2.30 Uhr mit der Routine (Hörsendungen, Tagebuch), dann wieder geschlafen, um ab 7.15, am Rechner weiterzueiern. All the day. Zunächst stundenlang Blogs gelesen und eingesammelt (Stoppuhr sagt 11.10 Uhr). Den Tageshattrick angeschlossen. Und nachmittags wie ein Hündchen all den Stöckchen hinterhergerannt, egal wohin der Geist der Algorithmen und des Internets sie hingeworfen hat. Abends NATÜRLICH erschöpft und mit der bitteren Vermutung: "So geht's doch immer weiter!", aber, wie bereits zu Saufzeiten der tiefinnere Vorsatz: Ab morgen mache ich's besser, dochdoch. Denn: "So kann es nicht weitergehen". Moment mal... Wenn es dunkel wird, kommen die heren Gedanken. Bezüglich dieser Tagebuchbloggerei schrieb ich: "Als ich im Juni anfing, Gedanken und Erlebnisse unstrukturiert im Sinne einer "Chronik des Durcheinanders" einen Bewußtseinsstrom festzuhalten, ohne Ziel, ohne Ordnung, kam ich schnell vom rechten Weg ab, indem ich mir angewöhnte, einmal am Tag, meist morgens, den Vortag zu rekapitulieren. Auf einen Ritt. Ich fange von vorne an. Was heißt vorn? Es ist ein Zeitstrahl, bei dem ich, wenn es mir möglich ist, die Punkte banne, die in dem Moment mein Hirn durchströmen. Unterwegs geht das nicht. Aber ich sitze ja fast immer am Rechner. Mit den "Lücken", die entstehen, wenn ich aushäusig bin, werde ich zurecht kommen. Oder mir fällt noch eine Lösung ein." Hernach sah ich Twist ("(Das einfache Leben). und einen Teil von Langeweile - Das unerforschte Gefühl, bei dem mich die Müdigkeit übermannte und ins Bett zwang, wo ich bei einem Periodikum einschlief. Ups, ich habe einen späten Columbo (Keine Spur ist sicher) von 1997 vergessen. Kann doch passieren. Columbo ging nicht anders. ^

26-08-2026

Dienstag. Zweiter freier Tag von drei. Erst einmal die Rahmenerzählung. Beizeiten am PC für die Routine = Hörsendungen erfassen und das Tagebuchblog. Dann geschlafen. Und wieder eine Runde am Rechner. Neuerlich ins Bett. Schlimmster Kräfteverfall und Brainfog. Einen Liter Darmspüllösung nebst reichlich Pfefferminztee reingezwungen. Den Tageshattrick angesehen. Gänzliche Lustlosigkeit und Verdruß. Zwei Folgen Apofika, die aus der Sommerpause zurück sind. Kulturzeit vom Mittwoch. - 16.30 Uhr war ich nach der Untersuchung zuhause, vollbepackt mit Lebensmitteln. Blogs gelesen. 3 Tage nicht dazu gekommen, erweist sich dieses Unterfangen als nicht zu schaffen. Ich muß bei verschiedenen Blogs querlesen. Am frühen Abend nach Lektüre seiner Blogposts Austausch mit dem Kieselblogger und Fachsimpeln der Symptome. Im Sessel weggenickt und die Konsequenz gezogen, daß dieser Tag für'n Arsch ist. Im doppelten Sinn. Podcasts bis 23 Uhr, dann - alle im Chor! - DWDT. [#] Die letzte Darmspiegelung vor 11 Jahren war wegen Bauch-Aua. An diesem Tag, dem 16. Dezember 2016 hörte ich mit dem Saufen auf. Die Hausärztin überwies mich zur Magen/Darmspiegelung, die dann stationär bei mir in der Klinik stattfand und keinen Befund erbrachte. Eine Radikaldiät brachte mich innerhalb weniger Monate von 120 auf 82 kg. Dazu brauchte ich mich kaum anzustrengen. Der Verzicht auf das tägliche Sixpack Bier war in Kombination mit einem strikten Nahrungsregime bestens geeignet, das zu erreichen. Im Dezember 2016 ließ ich die Zügel wieder locker und brachte mich auf der Waage peu a peu auf 110 kg. Die psychische Krise im Frühjahr 2025 läutete die nächste Abnehmphase ein, bei der ich im September unter die 80-kg-Marke krachte und im Kleiderschrank umräumen mußte. Soweit alles paletti. In diesem Jahr nahmen Darmbeschwerden zu, öftere Spastiken und zunehmende Verstopfung. Im Juni hätte ich für Oktober einen Termin beim Gastroenterologen bekommen. Durch mein Gequengel direkt am Tresen einer Praxis gewann ich zwei Monate. Und der Termin war gestern 14.15 Uhr. Der Papierwust ist unglaublich, den es abzuarbeiten gilt. Einwilligungen, Aufklärungen, Informationsblätter. Es nahm kein Ende. Ich wurde dann 14.30 Uhr in den Untersuchungsraum hineingeführt, bekam die übliche Netzhose mit der putzigen Aussparung hinten, wo das Endoskop durch muß. Smalltalk mit der MFA. Auftritt seiner Eminenz, des Gastroenterologen. Ziemlich schnippische W-Fragen. Spasmen, wo? Ich konnte nicht so schnell antworten und bekam die nächste Frage. Ratterratter. Und dann einen Fachvortrag, warum es zu Verstopfung kommt, was Otto Normalkacker gemeinhin falsch macht und ich im besonderen. Dann grätschte ich dazwischen und erwähnte, daß wir in den 90ern mal im selben Klinikum arbeiteten und uns aus seinen Diensten im Haus kennen. Prompter mimischer Wechsel auf Zugewandtsein und zu Scherzen. Austausch oller Kamellen. Dann setzte er sich zur Tat. Ich in Linkslage, Propofolspritze und den kurzen Peak genossen. Man nimmt ja jede Droge, wenn sie kostenlos ist. Zuletzt im August letzten Jahres zur Elektrokardioversion (Schock-Rhythmisierung des Herzens). GEIL! Allerdings hatte ich vermutlich eine verringerte Dosis erhalten, weil ich nach kurzem Blackout die Spiegelung mitbekam, voll bewußt, aber schmerzfrei. Immerhin hatte ich die 20 Euro iGel-Leistung zur CO2-Insufflation bezahlt. Nunja. Koloskopie beendet, seine Eminenz entfleuchte - wie mir ein Furz. In den Nebenraum bugsiert auf die Liege zum Ausruhen und Wachwerden. Anschließend Arztgespräch, Auswertung, alles in Ordnung. Weder Polypen noch Entzündung noch Divertikel. Nach einem Plausch über frühere Zeiten an den Praxistresen. Dann der erwartete Zoff, weil ich niemanden hatte, der mich abholt, und ein Taxi verweigerte. SEHR erboste Praxisschwester, die hinwegrauschte und mit seiner Eminenz zurückkehrte, die es an Zürnigkeit seinerseits nicht fehlen ließ. Schwer, ruhig zu bleiben. Ich sagte, ich verstehe ihren Zorn über meine Incompliance, aber wäre nunmal Herr meiner selbst und an meiner Entscheidung sei nicht zu rütteln. Ich wäre überhaupt nicht geschäftsfähig und jeder Hauskauf würde stracks anulliert, wenn herauskäme, daß ich Propofol im Körper hätte. Und ob ich sähe, daß meine Schnürsenkel aufgegangen wären und wenn ich über sie stürzte. Eklat, Eklat. Seine Eminenz entschwand mit der Bemerkung "Ich kann Sie nicht hindern, die Praxis zu verlassen, ich habe jedenfalles nichts gesehen." Die geifernde MFA zu mir: "Sie haben Praxisverbot und werden NIE WIEDER bei uns einen Termin bekommen!" Ich zuckte die Schultern. "Ich sehe, wir befinden uns hier in Deutschland." Abgang. Nach dem Darm ist nun auch der Kopf wieder frei. ^

25-08-2026

Montag. Bis 7.30 Uhr geschlafen. Kontrastprogramm durch die morgige Darmspiegelung. Zunächst das Minimum bewältigt: Audiosuche, Tagebuchblog, erweiterter Tageshattrick mit mehreren begonnenen Sendungen, die zuende geguckt wurden. Einkaufen im nächstgelegenen Supermarkt, ein REWE, den ich nur ansteuere, wenn ich nicht anders kann, aber etwas brauche. Mineralwasser und Bonbons. Danach ausgiebigst in der Waagerechten weitergelebt, Radio, Podcast und sehr viel Zwischendurchschlaf. Die psychosomatischen Störungen sind dominant. Gegen 15 Uhr Zuwendung zum Darm, der bis Morgen die Hauptrolle spielen wird. Auf Clensia ein Video, wie ich die Darmspüllösung korrekt einnehme. Seitdem Pendeln zwischen Kloschüssel und Sessel. Eine arte-Doku gesehen, ansonsten Podcaste und eben aufgespartes Radio. Kein Social Media, was ich als segensreich empfand. Kein Bloglesen. 20 Uhr nochmals einen Liter Clensia. Ekelhaft. Die letzten Tassen mit Würgereiz heruntergequält. Wieder ins Bett, wieder Audio. Einen Haken an den Tag, mehr nicht. Grandiose Erschöpfung und Verstimmung, Perspektivlosigkeit fühlend, die objektiv nicht bestehen kann. ^

24-08-2026

Sonntag. Dritter Spätdienst von drei. Nichts außergewöhnlich. Aufgestanden nach 6 Uhr, Hörsendungen und Querbeet. Das arte-Journal, dann wieder ins Bett. Nach 10 Uhr zwei bereits angefangene Brisant-Sendungen zuende geguckt. Zwar wie immer auf den Arbeitsweg gestartet, der jedoch allerhand Widrigkeiten bereithielt, so daß ich erst 13.15 Uhr frisch geduscht war und sofort die Station aufsuchen mußte, um den Frühdienst abzulösen; denn dieser braucht doch seinen Nachmittagsschläfchen. Widrigkeiten heißt konkret: Warten an der Haltstelle auf Straßenbahnen. Ungebührlich lange, quasi wie das Leben: Es zieht sich. Übrigens gibt es seit der Komplettsperrung der Zentralhaltestelle am Hauptbahnhof neue Anzeigetafeln. Änderungen mit der Zeit. Vor Jahren zeigten die elektrischen Tafeln die Fahrplanzeit an, welche ersetzt wurden durch die Wartezeit auf die TRAM in Minuten. Insgeheimer und, da bin ich mir sicher, beabsichtigter Vorteil war, daß Verspätungen kaschiert werden konnten und können. Eine erwartete TRAM, die laut Fahrplan meinetwegen um 12.10 Uhr abfahren soll, wurde, wenn man um 12.05 Uhr kam, mit "5 min" angekündigt. Und so oft blieb es dann dabei: "5 min", "4 min", "5 min", bis irgendwann doch mit "3 min", "2 min", "1 min" die TRAM kam, sagen wir 12.30 Uhr. Oder gar nicht. Tausenfach so erlebt. Das ist eine so subtile Verarschung. Kein Tag ohne Demütigung. Naja, und seit allerneuestem zeigen die neu designten Tafeln zweispaltig an, erreicht durch die Verkürzung von "6 min" auf "6'". Worauf ich hinaus will: keine Uhrzeitangabe mehr. Nirgends. Weg, einfach weg. Der Spätdienst unterschied sich von dem des Vortages insofern, als er Kacke war. Durchgepact bis zum Gettno. Nur Geklingel, allerhand Nervbärbels, Nickligkeiten, aber nichts Dramatischen, sondern einfach nur unentwegtes Abarbeiten des jeweils nächsten Programmpunktes, was aber permanent gestört wurde durch Patientenklingeln oder Angehörige. 1 Zugang nachmittags, eine Frau, die erst zwei Tage zuvor entlassen worden war, also eine Wiederkehrerin bzw. Drehtürpatientin, ein GOMER. Alt, multimorbid und hoffnungslos. Unterversorgt im Betreuten Wohnen, inkompliant. Kommunikation durch Aphasie sehr schwierig. Da wir quasi stets Rätselraten müssen, wird die Patientin unwillig und widerborstig. Ein sanftes Lavieren zwischen Nachgiebigkeit und Druck unsererseits ist erforderlich, damit die Patientin beim Dienstende alles bekommen hat, Infusionen, Medikamente, Verbände, daß sie gelagert ist usw. usf. Vertiefte Laufrinne zwischen Dienst- und Patientenzimmer. Wegen nur 1 Kranken. Und ich hatte 12, von denen 6 bettlägerig sind. Auch ein Klassiker. PatientIn klingelt wegen Lappalien (Fenster zu, Licht aus, Ratten verscheuchen) oder GARNICHTS. "Wie geht's denn nun weiter?", 10x am Tag. "Wie geht's denn nun weiter?" Wenn ich einen Dienst so im dritten Gang durchgestanden habe, ist der Tank leer. Ich kam rechtzeitig nachhause, um bei DWDT in die Nacht entlassen zu werden. ^

23-08-2026

Samstag. Zweiter Spätdienst von drei. Aufatmen. Entgegen meinen Befürchtungen "geht" das Knie wieder. Sicherheitshalber die Bandage rausgesucht, welche ich im vergangenen Jahr monatelang trug. Mehr als Audiosuche und Tagebuchposting war gestern nicht drin. Nach dem arte-Journal klappte ich weg und verzog mich ins Bett. Bloglesen gelang im Spätdienst in Pausen, die durch die ruhige, entspannte Situation gegeben waren. Ausnahmsweise fuhr ich auf Arbeit, ohne bei ALDI vorbeizugucken. Und meine drei Brötchen, die ich vorgestern erwarb, kann ich nun höchstens noch aufbacken. Weil auf Station noch Reste des Austandes lagen und auch die Stationsküche eine Leckerei bereithielt, blieben die Brötchen in der Tasche. Ohne Komplikationen die Schicht beendet, püntlich zuhause und leider diätmäßig etwas eskaliert und mit dem Ärger über die Inkonsequenz eungeschlafen und wieder aufgewacht. Mehr gibt es nicht zu erzählen. Als ich schrieb, daß die Zeit bis zum 31. August von Arbeit geprägt sein werden, meinte ich ebendies. Nur wenige wirklich freie Stunden. An Spätdiensten vormittags maximal zwei Stunden, denn fast immer muß ich wegen der Fatigue noch zwei Stunden ruhen. Die zwei Stunden für den Arbeitsweg gehören entweder der Musik oder Hörsendungen wie Studio 9 mit..., Der Tag, Unboxing News, Hintergrund und den kleinere Formaten, die ich mir aufs Handy packe. ^

22-08-2026

Freitag. Erster Spätdienst von drei. In den Tag startete ich nach 6 Uhr mit den an Arbeitstagen üblichen Beschränkungen. Mit dem ersten Kaffee erfasse ich die Hörsendungen für das Logbuch und schreibe den Tagebuchblog. Dann mußte ich gestern, wie bereits erzählt, zum Vorgespräch wegen der anstehenden Koloskopie. Rückweg unter Einbeziehen von Kaufland wegen Cola und Brötchen, die ich nicht brauchte, weil auf Station großes Geschütz aufgefahren wurde: Pizzateilchen, Pfannkuchen und Obstkuchen en masse. Unsere Schüler verlassen uns. Einige Wochen waren sie in der Praxis tätig, nun folgt eine Theoriephase und wir sind personalmäßig gewohnt-ausgedünnt, nämlich ab HEUTE, verfluchte Scheiße. Zwei Spätdienste zu zweit, das ist unter der Norm und verspricht lustig zu werden. Aber zum Freitag. Mit der letztmalig guten Besetzung war der Dienst von 13.30 bis 22 Uhr kein Problem; denn alle potenziellen "Gefahren" hätten abgedeckt werden können. War nicht notwendig, denn - einer der beknacktesten Worterfindungen - das Humankapital war dementsprechend angenehm. Gesundheitlich zu schaffen machen mir einmal mehr der Herzrhythmus, das zickige Zentralorgan hat eine volatile Phase, was sich auch in noch mehr Fatigue und Wuschigkeit niederschlägt. Außerdem hat sich mein lädiertes rechtes Knie gemeldet. Irgend etwas verschob sich da anatomisch und brachte Schmerzen und seitdem einen Schongang, sprich, ich humpelte die restlichen Stunden wie ein waidwundes Reh über den Gang. Kein Tag ohne Demütigung. Ataraxie vonnöten! So pünktlich raus, daß ich die 22-Uhr-TRAM16 erwischte und durch eine außerplanmäßige E-Tram am Hauptbahnhof schon 22.35 Uhr meine Wohnungstür aufschloß. NACHDEM ich vorm Hauseingang der alten Tradition gefolgt war, erst einmal alles auspacken zu müssen, bis sich irgendwo auf dem Boden meiner Monstertasche (Man weiß ja nie) der Schlüssel fand. Aus Schaden nicht klug werden, einer meiner persitierenden (Un)Fähigkeiten. Im Sessel hielt ich es keine 20 Minuten aus und war zu DWDT im Bett. Nee, Quatsch, Sendung fiel zugunsten eines Spezials im DLF aus. Ich genieße die Abkühlung und haderte weniger auf der Suche nach dem vermaledeiten Pullover, in den ich mich jetzt bei sibirischen Temperaturen unter 20 Grad in der Butze kuscheln kann. Krawehl, Krawehl! Loriot ist 15 Jahre tot. ^

21-08-2026

Donnerstag. Abschlußtag einer Phase mit sechs freien Tagen. Den Tag vor 6 Uhr begonnen, Routinetätigkeiten, die To-do-Liste bis zum späten Abend zufriedenstellend gekürzt. Einkaufen gefahren, Mittagschlaf. Reibungslos. Abends Gruppentherapie von 18.10 bis 20 Uhr. Noch gequatscht und erst kurz vor 21 Uhr zuhause gewesen. Eiskaffee ins Tiefkühlfach und den Zeitpunkt bis zum Temperaturoptimum mit Apfel-Rharbaber-Saft überbrückt. Bis kurz vor 23 Uhr habe ich tatsächlich an nur einem Posting gesessen, weil ich bisher zum Thema Geschriebenes finden und eingliedern mußte. Mit DWDT zur Nachtruhe gebettet. Wegen eines Termins den Wecker gestellt. In den kommenden 10 Tagen habe ich kaum Zeit. Nach 3 Spätdiensten ab heute werde ich mich Montag bis Mittwoch mit meinem Darm beschäftigen. Am Montag Darmspülung, am Dienstag 14 Uhr Koloskopie und am Mittwoch Nachwehen der Betäubung. Dafür gehen freie Tage drauf, denen ab Donnerstag 4 Dienste folgen und ich am 31. August aus der Nacht gehen werde. Die Feeds werden voraussichtlich im Leerlauf bleiben, maximal 1. Gang. Ich komme gerade vom Aufklärungsgespräch in der Praxisklinik am Johannisplatz zurück, erhielt die Beutelchen, mit denen ich am Montag das Gesöff zu bräuem habe. Die letzte Spiegelung war 2015. Deren Vorbereitung erinnere ich als scheußlich. Spätestens ab dem dritten Liter der Abführlösung mußte gegen Brechreiz angekämpft werden. Trinke unter höchster Konzentration: Nase zuhalten, ansetzen und 1 Tasse auf Ex. Und das stundenlang, bis der Arsch ausgefranzt ist. Noch ist es Zukunftsmusik. Im Bemühen, den gestrigen Donnerstag Revue passieren zu lassen, stelle ich fest, daß das meiste verschwimmt. Die Phase von 17.30 Uhr, als ich das Haus verließ, um nach Reudnitz zu fahren, bis zum Bett ist präsent, der Vor/Nachmittag schwammig. Das Logbuch zeigt mir, daß ich nicht untätig gewesen sein kann. Anhand der Datumsangaben in den erstellten Postings in den Miszellen sehe ich, wie kontinuierlich ich dran war. Und zwar durchweg bis auf das Mittagsnickerchen. Ich schreibe diesen Text, indes draußen Arbeiter äußerst geräuschvoll das Unkraut auf den Gehwegplatten der Engelmannstraße wegschnippeln. Vor den Laubbläsern des Herbstes sind die Laubfräser des Sommers gesetzt. Kein Tag ohne Demütigung, kein Tag ohne Lärm in der Stadt. Beim Lärme der Motoren klingelt's in den Ohren. ^

20-08-2026

Mittwoch. Fünfter freier Tag von sechs. Nach 5 Uhr mit dem gewohnten miesen Gefühl im Nischel aufgewacht. Brainfog, alles verhangen. Das dauert den halben Vormittag, bis, ich möchte nicht Klarheit sagen, der Vorhang einigermaßen semipermeabel ist. Kaffee, Audiosuche und anschließend Bloglesen per RSS-Feed. Mit den Abzweigungen, die das heraufbeschwört, indem ich Gefundenem nachgehe und es einsammle, können einige Stunden vorbeistreichen. Was die Ausbeute betrifft, war der Mittwoch kein schlechter Tag. Eine Siesta wurde eingehalten. Den ersten Teil einer Dokumentation über Maria bildete ein Highlight. Zugewinn durch Wissen und Einsichten auch nach 60 Jahren. Eine Karambolage-Sendung wurde ausgewertet. Der Gießkannenhalter war am lustigsten. Daß die Zeit nicht reicht, alles unterzubringen, muß ich annehmen. Zum Beispiel brachte ich vor 9 Tagen letztmalig Cartoons unter. Musikalisch begleitete mich Amy McDonald, John Denver und "Stadtaffe" von Peter Fox, welches ich kennenlernte. Sonst nicht paßgenau meine Musik, aber DIESES Album catcht mich. Stark! Abends, auch das ist in aller Gewohnheit zu ertragen, wieder mehr zum Ohrenmenschen mutiert bei einigen Periodika. Was NICHT dabei war: Radio Wissen, Essay und Diskurs, Sein und Streit, Features. Wenn ich diese mir essentiell anmutenden Quellen nicht anzapfe, fühle ich zutiefst Unzufriedenheit. Das stundenlange Mäandern am Screen mag ja ertragreich sein und ich sitze ja nie hier und drehe Däumchen, bin immer in Aktion, aber es scheint sich wie beim Doomscrolling am Smartphone zu verhalten, daß dieses unstrukturierte Dahinsurfen einem wie verplemperte Zeit vorkommt. Nun schreibe ich mit diesem Braindumping in Form dieses Tagebuchbloggens dagegen an, damit ich mir der Prozesse gewahr werde, nur muß die Objektivierung und Bilanzierung von "Das war", "Das fehlte", "Das kann", "Das muß", "Das soll nicht" jeden Tag aufs Neue errungen werden. Ich stehe morgens sisyphoshaft am Basislager. Während ich dies schreibe, ist der Tag gestartet, die Uhr sagt 7.17 Uhr, draußen loriotkonformes Wetter. "Kraweel! Kraweel! / Taubtrüber Ginst am Musenhain! / Trübtauber Hain am Musenginst! / Kraweel! Kraweel!" ^

19-08-2026

Ich habe das Tagebuchblog nicht vergessen. Aber die Aktivitäten nahmen mich in Beschlag. Die RRS Sache, die dramatisch Fahrt aufnimmt. Zum Vortag = Dienstag. Zum Aktivgruppentermin schrieb ich einen Eintrag. Bis um 10.20 Uhr, als ich zum Ostplatz fuhr, saß ich am Rechner und machte MischmaschMixTohuwabohu. Blogroll durchfräsen, RSS-Feeds bestücken. Als ich 14 Uhr wieder in den heimischen Hallen war, war ich groggy und satt. Der Ruf der Liegestatt wurde ge- und erhört. Am späten Nachmittag holte ich den Tageshattrick nach, den ich nun, da die Kulturzeit wieder montags bis freitags sendet, erweitern und umbennenen muß. Ich ließ eine Juni-Kulturzeitfolge folgen, auf daß sich der Stau auflöse. Gegen 19 Uhr dann eher Sessel als Bildschirm, um den Ohren den Abend zu überlassen. Ich wiederholte zwei Kapitel von Melvilles Bartleby, der Schreiber. Viele Filme warten. Am reizvollsten "Der Buchspazierer". Aber ich möchte zuvor den Agatha-Christie-Schinken "Rendezvous mit einer Leiche" schauen. Mit ist nach Ustinov und einem Whodunnit. Ins Bett stieg ich zwischen 22 und 23 Uhr. Als ich mich heute tagsüber, als all die drängenden Informationen warteten, eingesammelt zu werden, erinnerte, Du mußt noch Tagebuch machen, Poldi, sagte der innere Bartleby: 'Nein, ich möchte lieber nicht." ^

18-08-2026

Montag. Frühzeitig an den Rechner, um das zu tun, was zur DNA meines Morgens gehört. Hörbeiträge erfassen und Tagebuchbloggen beanspruchen 60 bis 80 Minuten. Zweiter Schlaf gelang eher mau. Um 8.30 Uhr galt es loszugehen, weil 9.10 Uhr ein Einzel beim Therapeuten stattfand. Durch seinen dreiwöchigen Urlaub und meine Dusseligkeit, für die ich ihm ein Ausfallhonorar von EUR 100.- zu löhnen hatte, waren 4 Wochen vergangen ohne jedwede Therapie mit Ausnahme der Meetings der Selbshilfegruppe. Ich war gut drauf und konnte überzeugend den Optimisten mimen. Thema war die Erkundung meiner Schlechtphasen, von denen die letzte Zeit reichlich in petto hatte. Wenn sich Unerledigtes anstaut, kommt unweigerlich ein Zeitpunkt, an dem ich den Überblick verliere, nicht mehr weiterweiß und sich die Überzeugung einschleicht, daß alles ohnehin sinnlos sei. Ich beschrieb es, als würde das Wasser steigen und mir das Leben von oben den Kopf unter Wasser drücken, ich schlucke Wasser und strample um mein armseliges Leben. DASS sich so viel anstaut, ist ein Fehler aus Faulheit und Auswuchs fehlender Struktur. Dadurch daß ich viele Aufgaben von vornherein als Zumutung abtue, verdränge, aufschiebe, addieren sie sich, komplizieren durch den Verzug die Situation und schaffen mehr Wirrwarr, als wenn ich sie rechtzeitig einzeln angegangen wäre. Perfide, wenn man aktiv sein Elend, wenn nicht gerade schafft, dann vergößert und verstetigt. Ohne Beispiel nicht nachzuvollziehen, oder? Nicht zuletzt aus diesem Grund startete ich im Juni dieses Tagebuchblog. Zur Bewußtmachung mittels Braindumping. Aufgeschoben hatte ich die Entsperrung der Bankkarte. Weil das Bargeld knapp wird, gerate ich in Zugzwang, mußte Geld für die Strafzahlung an den Therapeuten borgen und habe es noch nicht geschafft, mich ins Online-Banking einzuloggen, um nachzugucken, ob meiner Bitte um Entsperrung entsprochen worden ist. Ich sitze die Aufgaben aus, bis sie zu richtigen Problemen jenseits des Pillepallestadiums werden und die Stufe zur Katastrophe erklimmen. GEZ-Zahlungen alle 3 Monate schiebe ich heraus, bis Mahnungen mir eine Verzugsgebühr aufdrücken. Dito mit anderen Zahlungspflichten. Die aktuellste Hürde ist der Widerspruch bei der Krankenkasse gegen ein Ablehnung meiner Langzeitgruppentherapie. Ich muß 'nen Brief nach Hannover schicken als Bettelbrief - 'Bitte, bedenkt das ablehnende Gutachten und gewährt mir Psycho die Gnade einer Gruppentherapie mit 36 Sitzungen. Bütte!' Ich hatte meinem Seelenheiler versprochen, das Schreiben heute mitzunehmen, damit ich unterwegs auf der Post eine Briefmarke draufmachen kann. Denkste. Ja, gedacht habe ich viel, nur nicht gemacht. Es ist zum Kotzen. Die Zeit sitzt mir im Nacken, ich flippe aus, bin frustriert und habe das alte Problem, welches ich in "Römer 1,15" vor kurzem beklagte. Selbstmitleid ist das allerletzte. Hirnmatsch, Wut und die Olympiade im Prokrastinieren in der Tasche. Der Mini-PC noch verpackt in der Ecke. PC-Opi grinst sich eins. Ich habe von dem, was zu tun ist, kein Bild, keine Vorstellung des "how to". Anhand des Briefes an die Krankenkasse erörteten wir gestern, daß ich mir ein Bild schaffen kann, ein Szenarium des Weges, Vorgehens, der Optionen. So entstand die Idee, mit dem Brief auf dem Hauptbahnhof sowohl zur Bank zu gehen, um die Karte entsperren zu lassen als auch die Post wegen einer Marke aufzusuchen. Wenn ich bei dieser ersten Sache auch gescheitert bin, will ich daran festhalten, für Anstehendes ein Bild zu imaginieren, um der Schwellenangst die Zähigkeit zu nehmen und in die Puschen zu kommen. - Mit Schleife über Kaufland war ich 11 Uhr zu Hause. Der Rest des Tages ist rasch berichtet. RSS, RSS, RSS. Vieles nachgelesen, die KI bemüht, die brav Infos apportierte. Aktueller Stand in Let's Feed festgehalten. Ich agiere jetzt mit zwei Feeds. Was ich an Postings im ESB erstelle, landet im Haupt-Feed. Den Sammlungen an Cartoons, Hörsendungen und sonstigen anfallenden Links gönne ich den Medien-Feed. Gehört habe ich John Denver, ein Live-Doppelalbum, das, während ich dies geschrieben habe, wieder spielt. Ins Bett gegen 22.30 Uhr und sofort von Morpheus wegschnappt. Weil heute Dienstag ist und ich 10.15 Uhr das Haus verlassen muß, hier ein Cut. Ginge weinen, wenn ich könnte. ^

17-08-2026

Sonntag, Tag des Herrn, demnach nicht meiner. Es ging schon 4 Uhr an den Bildschirm, natürlich Koffein als löslichen Kaffee und eine 200-mg-Kapsel Koffein. Hörsendungen erfaßt, die im Moment parallel durch den zweiten RSS-Feed bei Sourcefeed angezeigt werden, sobald ich sie eingesammelt habe. Ich probiere herum, es kann sich ändern. Mein Idee, den neuen/zweiten Feed an den Haupt-Feed zu koppeln, bejaht Gemini, aber ich verstehe nur Bahnhof. Ohne Software (Zapier) scheint es nicht machbar. Es gibt zwar Könner, die Scripte dafür geschrieben haben, für deren Implementierung ich jedoch keinen ausreichendem Atem aufzubringen bereit bin. Nach dem Tagebuchblog der Tageshattrick. Und dann las ich mehrere Stunden lang Blogs nach, bis der Bruder Punkt 12 Uhr zum Mittagessen läutete. Zwei Bratwurstsorten, gedünstetes Gemüse, Salzkartoffeln. Eine Siestapause für den Vater und mich, bis er um 14 Uhr gebadet wird, der Gebrechlichkeit wegen lange schon unter Aufsicht und Hilfe seiner Erben. Um 15 Uhr entweder Kuchen oder Eis, gestern Walnusseis mit geschnippeltem Pfirsich. Nachmittags Mäandern am PC, hin und her, Blogs lesen, Links folgen, viel Kabelsalat bei "Droht der digitale Blackout" über die Technik des Internets, Hochseeleitungen, erhitzte Rechenzentren. Die arte-Reihe "42 - Die Antwort auf fast alles" stellt und beantwortet interessante Fragen aus der Wissenschaft. Ich sah "Warum vergessen wir?" Worum es da geht? Keine Ahnung. Wie immer wächst mit dem länger werdenden Tag die mentale Zerfaserung. Eine Sendung Kulturzeit konnte ich einschieben, kleinere Hörsendungen, Musik kam von "Hörsturz Moers". Mit dem Handy um 21.20 Uhr ins flache Land matratzengestützer Dämmerträume. ^

16-08-2026

Samstag, ein Ausschlaftag. Für gestern ist an sich alles geschrieben. Der Tag erstreckte sich von 13.30 bis 21 Uhr, umfaßte neben den Routinen hauptsächlich Gedanken um Sourcefeed. Wie und was ich wohin packen könnte. Zu keinem spruchreifen Ergebnis gekommen. Seitdem ich RSS als für das ESB gangbare Möglichkeit erkannt habe, ist es unvermeidlich, dazuzulernen, auszutesten, zu verwerfen, neu anzusetzen, Änderungen vorzunehmen. Die Stunden verflogen förmlich, unterbrochen nur durch einen Spaziergang zu ALDI, um Zwetschgen und Getränke zu kaufen. Die Zäsur dient überdies als Schritt zurück beim Zerdenken von Aufgaben, an denen ich mich festgebissen habe. Zurück am Bildschirm ist vielfach ein frischer und kreativerer Geist am Werk. Nur eben nicht an Jetlagtagen und dieser Bruthitze. No Way. Am Abend dann wenige Hörsendungen, beim Vater gesessen, ihm beim Biertrinken zugesehen und mit dem Handy und zwei Sendungen "Studio 9" ins Bett. Wieder intensive Träume, die ich allesamt vergessen habe. Und 4 Uhr bereits der Entschluß, die Nacht Nacht sein zu lassen, mit der beruhigenden Option, am zweiten freien Tag von sechs noch tagsüber schlafen zu können. ^

15-08-2026

Nach Nachtdiensten bin ich ein Jetlagzombie. Nach wilden Alpträumen um 13.30 Uhr aufgewacht. Es war ein Kaskadentraum, der mir immer wieder vorgaukelte, jetzt aufgewacht zu sein, sich die vermeintliche Realität doch wieder als anhaltende Dystopie entpuppte. Perfide war, daß ich in meinem Bett so aufwachte, wie ich es wirklich tue mit identischem Raumblick. Doch zum Freitag. So wie gerade an den Rechner zu den Routinetätigkeiten, um 17.30 Uhr wieder ins Bett, Wecker gestellt, 19.15 Uhr ohne ihn wach geworden, Sachen gepackt und erneuter Arbeitsweg über den Hauptbahnhof zu ALDI. Die Komplettschließung der Zentralhaltestelle vor dem HBF endet übermorgen, die Umleitungen enden. Ein kleiner Schritt zur Normalität, wenigstens in Sachen ÖPNV. Die dritte und letzte Nachtschicht war unspektakulär. Es ging gesittet zu, meditatives Abarbeiten der zu verrichtenden Dinge. Eine 99-jährige Patientin, die übermorgen 100 Jahre alt wird und der wir alle die Daumen drücken. Ein Ende der 80er geborener Patient mit Vornamen "Siegfried Konrad" - ungewöhnlich. Die Dienstärztin kannte den Ausdruck Schattendemenz nicht. Wenn ich morgens um 6.15 Uhr aus dem Haus trete, empfängt mich ein erfrischendes Draußen, welches ich in den Minuten auf der Bank an der Haltestelle der TRAM 16 genieße. Obwohl ich 6 Stunden geschlafen habe, bin ich heute ein Jetlagzombie, kann kaum die Augen aufhalten, muß mich alle Furzminuten besinnen, was ich eigentlich mache. Der Mini-PC steht verpackt in der Ecke. Heute wird dat nix. Die Zeit, Kraft und Nerven für die erste Inbetriebnahme mit Windows-11- Installation habe ich nicht. Nach Audiosuche für das Logbuch, diesem Tagebuchblog werde ich meinen Kaffee zuende schlürfen, um dann einen Tageshattrick arte-Journal, MDR-Sachsenspiegel und Brisant folgen zu lassen. Es staut sich. An die Blogs darf ich gar nicht denken. Der erst am Dienstag aufgesetzte Feedreader verspricht stundenlange Lektüre der Blogroll, aus der sich stets Zitate ergeben, die ich gelegentlich einsammeln muß. Nochmal zu dem von mir verwendeten Begriff, der der Webseite seit Frühjahr den Namen gibt: Einsammeln heißt für mich der gesamte Prozeß dessen, was ich tue: Fundstücke wahrnehmen, auf eine to-do-Liste schreiben, peu a peu abarbeiten, indem ich einen geeigneten Platz finde, vielleicht ein Posting verfassen. Alles einbetten, verlinken und, seit neustem, auch RSS- indizieren. Alles manuell, durchaus zeitaufwendig und letztlich ein Faß ohne Boden. Prost! ^

14-08-2026

Donnerstag. Nach dem ersten Nachtdienst, vor dem zweiten. 14.30 Uhr erwacht, nachdem ich 7.05 Uhr daheim angekommen war und unverzüglich das Bett aufsuchte. Denn es gibt einen Punkt, über den hinaus einschlafen schwierig und langwierig wird. Ich beginne ritualisiert mit den 7-Uhr-Nachrichten des Deutschlandfunks und der anschließenden Presseschau. Nachmittags zügiges Routineprogramm beim ersten Kaffee mit Audiosuche für das Logbuch, Tagebuchbloggen. Und dann kam das erwartete "Kein Tag ohne Demütigung". Die Bankkarte wollte ich entsperren lassen, hangelte mich durch alle Menüs meiner Bank, befragte dann den Hilfschat, erfuhr, daß es so leicht nicht ginge, sondern ich eine Nachricht über das Postfach an die Bank abzusetzen hätte, was ich tat. Zum Nachgucken, ob Antwort vorliegt, kam ich bis jetzt nicht, denn: Nachtdiensttage sind an sich schon demütigend knapp bemessen mit Freizeit. Eine Stunde mit solchem Scheiß zu verplempern, wiegt schwer und verfinstert mein Gemüt effizienter, als die Sonne es einen Tag zuvor mit dem spanischen Himmel vermocht hatte. Ich war gestreßt und fickrig, legte mich 17 Uhr hin, wußte aber, daß nur ein Runterkühlen des Gemüts machbar war, wenn überhaupt. 17.30 Start zur Gruppentherapie nach 3 Wochen Pause. Ich wüßte gar nicht, daß wir unserem Therapeuten erlaubt hätten, Urlaub zu machen. Egal, wir saßen die ersten Minuten schweigend beieinander, bis der Therapeut eine Maßnahme ergriff: Wir hielten uns zwei Minuten lang schweigend im Kreis an den Händen. Anschließend kam nach und nach jede/r zu Wort. Das "r" meint mich als einzigen Mann der Gruppe. 20 Uhr auf den Weg zum HBF mit TRAM 4 von Reudnitz Oststraße aus, Einkehr beim ALDI (Cola + Brötchen) im Leipziger Hauptbahnhof, an der Kasse ein unerfahrener, sehr junger Kassierer, der den Fehler machte, verstehen zu wollen, was ich ihm an Geld reichte. Zahlbetrag: EUR 3:07. Ich gebe EUR 4.20. Er dreht die 20-cent-Münze in der Hand und grübelt. Ich so: Machen Sie's einfach. Denken Sie nicht drüber nach. Ihre Kasse rechnet es aus, Sie brauchen nur noch ablesen, was sie anzeigt und es herausgeben. Nämlich EUR. 1,13. 4 Münzen Kleingeld, 2 davon Kupfergeld, während ich, wenn die EUR 4.- verrechnet worden wären, 93 ct heraus bekommen hätte: 5 Münzen Kleingeld: 1 x 50, 2 x 20, 1 x 2 und 1 x 1 ct. Er grübelt wahrscheinlich noch. Ich bin der mit dem wenigsten Kleingeld in the hood. Nachtdienstbeginn stets früher, weil JEDER Dienst früher, als es der Plan vorgibt. Um 21.20 Uhr war ich frisch geduscht zur Übergabe bereit, dann startete der Wahnsinn, welcher ausblieb. Eine ruhige, geordnete Schicht ohne Querelen.^

13-08-2026

Mittwoch war ein Tag, an dem abends der erste Nachtdienst startet, weswegen ich auch schrieb: "Meine Sonnenfinsternis beginnt ja heute 21.30 Uhr und heißt 1. Nachtdienst von 3." Als ich kurz nach 20 Uhr ALDI ám HBF verließ, wo ich wie immer Cola und Brot gekauft hatte, war irgendwie der Himmel verdunkelt. Die Sonne oder Reste davon konnte ich durch die Leipziger Hausschluchten nicht erkennen. Der Tag vor Nachtdiensten ist merkwürdig. Er gilt als Arbeitstag, doch habe ich im Prinzip Freizeit, bis ich spätestens um 21.45 Uhr zur Übergabe auf Station zu erscheinen habe. Mental und gefühlsmäßig läßt sich dieses Hybridding selbst nach so vielen Berufsjahren nicht fassen und ohne Stottern bewältigen. Eine Unruhe bleibt, ein latentes inneres Rumoren. Skrupulöse Menschen wie ich können sich schwer davon befreien. Der Tag verging, wie freie Tage bei mir verlaufen, wenn nichts anderen anliegt. Um 6.30 Uhr gestartet, Routine wie gehabt, am Mittag Siesta, die durch den DHL-Boten abgekürzt wurde, der meinen Mini-PC anschleppte. SENSATIONELL. Von der Bestellung am Dienstag um 8.50 Uhr vergingen gerade mal 28 Stunden bis zur Entgegennahme. Normale Lieferung, nix Express. So phänomenal gut klappte noch keine Bestellung per Internet. Das Paket ist ungeöffnet wegen Nerven. Einen PC einrichten bedarf viel freier und zusammenhängender Zeit, welche ich erst ab Montag haben werde. Nachtschichten sind nicht dazu angetan, großartige Planungen umzusetzen. Am Nachmittag wieder Mischmasch am Computer, eine Kulturzeit von Juni nachgeguckt, am Montag beginnen nach der ellenlangen Sommerpause die aktuellen. Was den Tag zu etwas Besonderem macht, ist, daß ich mich doch mit RSS beschäftigte und erkennen durfte, daß das auch im manuellen Modus bei meiner statischen Seite kein großes Ding ist. Dadurch verpulverte ich freilich einige Stunden, aber ChatGPT stellte mir ein Zertifikat aus, daß ich die Weiterbildung erfolgreich absolviert habe. Der Feed lautet: https://buecherlei.de.cool/rss.xml. Als nächstes gilt es zu entscheiden, ob ich das Logbuch aufgebe, weil ich durch RSS jede noch so winzige Änderung im Einsammelbuch indizieren kann. Ausschließlich für Menschen, die RSS-Feedreader verwenden. Und die anderen, zu denen ich bis gestern gehörte und meine Blogroll händisch abklapperte? Jetzt erfaßte ich die Feeds innerhalb von Thunderbird und werde sehen, wie das zu meiner Zufriedenheit beiträgt. Ein spürbares sattes Gefühl gehabt durch diese RSS-Sache. Nachdem ich durch den Betonflüsterer dazu übergegangen war, jedes Posting mit einem Permalink auszustatten, ist die Indizierung per RSS ein weiterer Schritt zur komfortablen Handhabung. Kein Tag ohne Demütigung, nicht wahr? Ich wollte bei meiner Spardafiliale abends Geld abheben, stand davor, als mir siedendheiß einfiel, daß die Debitkarte noch gesperrt ist. Vorhin suchte ich mir den Wolf auf der Webseite, wie ich sie entsperren kann, nahm dann Chathilfe in Anspruch, die mir verklickerte, daß ENTsperren nicht im Online-Banking geht und ich stattdessen eine Brieftaube Nachricht an die Bank zu senden habe. Da rieselt doch Sand durch die Servicewüste... ^

12-08-2026

Dienstag, fünfter freier Tag. Wenn ich morgens bei heraufziehender Sonne an den Rechner gehe und draußen Ruhe herrscht, erscheint die Welt und das eigene Leben in Ordnung. Die Hoffnung ist nicht lädiert. Ich kann es schaffen, wir können es schaffen. Diesen flüchtigen Zustand genießen, ohne Hintergedanken. Zurücklehnen, an den, so weit möglich, Horizont gucken, Stille, bevor die Welt losplappert und der Tag seinen verhängnisvollen Lauf nimmt. Dienstag ist Aktivgruppentag. 10 Uhr verlasse ich das Haus Richtung Probstheida mit BUS 79, Umstieg an der Prager/Russenstraße in TRAM 31 oder, wenn der Zufallsgott mir geneigt ist, BUS 76, der mir den 10-minütigen Weg von der HST Franzosenalle bis zur Heliosklinik erspart, der aber nur alle 20 Minuten fährt und oft genug gerade erst weggefahren ist. 11 bis 12.20 Uhr abwechselnd aushäusig und vor Ort. Gestern am Klinikstandort, wo wir Boccia spielten. Gackernde Mitarbeiter eilten umher, weil sich angeblich jemand auf dem Parkplatz anzünden wollte. Wir schoben weiter eine ruhige Kugel. Kein Feuer und 12.30 Uhr mit BUS 76 nach Paunsdorf zurück, ALDI-Einkauf und 13.30 Uhr die Odyssee abgeschlossen. Mein Rechner-Opi spürt, daß seine Zeit gekommen ist und schnurrt wie ein liebes, aber altersschwaches Kätzchen, als könnte er kein Wässerchen trüben und würde mich, wenn er könnte, mit treudoofem Blick angucken und um Gnadenfrist bitten. Doch der Mini-PC ist auf dem Weg nach Leipzig. ChatGPT hatte mir für ihn grünes Licht gegeben. Ich zocke nicht, schneide keine Filme und bastele nicht an der Hardware herum. Was ich brauche, ist ein PC, der ein paar Jahre läuft und mich ins Internet läßt, um Dinge einzusammeln. Nachmittags wieder=weiter am Rechner mit dem bunten Mix aus Social Media, Blogs, Timelines, ein wenig HTML-Bastelei, Geplänkel mit der generativen KI, dem Tageshattrick und, gen Abend, mehr und mehr Hörsendungen, nichts Gewaltiges, keine Features, keine stundenlangen Specials, sondern auditive Tageskost. 22 Uhr zunehmend müde und unfähig zur Konzentration, willenlos und nasser Sack im Sessel. Demnach Schlußstrich und bei zwei Folgen "Studio 9 - der Tag mit ..." in die Heia. Das war der Tag ohne DWDT. ^

11-08-2026

Montag, vierter freier Tag. Tagesbeginn bei einsetzender Dämmerung. Hörsendungen zusammensuchen, Kaffee schlürfen, Deutschlandfunk hören, tagebuchbloggen und dann ein Tageshattrick. Um zu sehen, welcher Fluß aktuell wie weit ausgetrocknet ist. Die Elbe soll es noch geben. Arte bringt mit "Leben an der Elbe" eine vierteilige Reihe in Flußrichtung (4, 3, 2, 1). So weit, so breit gut. Der weitere Tagesverlauf ist jetzt bereits diffus. Konzentrier dich, Markus! Blogs, Internet, Timelines verfolgen, Links nachgehen und wie immer sonstwo landen, von dort weiter abzweigen, um sich dann, Stunden später, zu fragen, ähm, wo war ich doch gleich? Das Logbuch zeigt, daß ich nicht ganz unproduktiv war und gestern Cartoons und Streams einsammelte und Rebloggeria erfaßte, meist in kurzer Form = in den Splittern. Ich lag irgendwann natürlich flach, hörte Routinepodcasts und verbrachte duselnd 90 Minuten. Nachmittags weitergewerkelt, bis ich 16.30 das Haus verlassen mußte. (Hier bitte schrille Geigen a la Hitchcock denken). Raus. In. die. Hitze. dort. wo. Menschen. sind. Selbsthilfegruppe um 17.30 bis 19 Uhr in Plagwitz nahe Felsenkeller. Der Weg dorthin ist für mich Sellerhäuser weit. Zurück übrigens auch. Ein trauriger, geknickter Haufen waren wir. Eine von uns ist in akutpsychiatrischer stationärer Behandlung. Bis die Tränen getrocknet waren, verging wohl eine Stunde. Meine Misere zur Sprache zu bringen wollte ich nicht. Die außer Kontrolle geratenen Saftorgien schlagen sich meßbar nieder. Die Waage zeigt 82 kg - 4 mehr als im stabilen letzte Jahr. Kniffliger Zeitpunkt. Entweder ich kriege JETZT die Kurve oder die Kurve kriegt mich wieder, optisch. Punkt 20 Uhr zuhause, an den Rechner, aber rasch gemerkt, daß ich fertig auf dem Docht bin. In den Sessel gewechselt und gehört, bis ich 22 Uhr beschloß, daß sich dies genauso im Liegen tun ließe. Gesagt, getan, geschlafen. Vorhin - heute ist Dienstag - um 5.20 Uhr aufgestanden und mich bis zu diesem Tagebuchbloggen vorgerobbt. Um 6.Uhr, als noch Stille herrschte und der Tageslärm noch nicht anhub, hörte ich in der Nachbarschaft ein beherztes Kotzen. Möge das Geräusch den Tag einläuten! Ich bin zu allem bereit! ^

10-08-2026

Sonntag, dritter freier Tag. Haken wir ihn rasch ab! Sehr früh aufgestanden und bei Kaffee die Hörsendungen gesichtet und tagebuchgebloggt. Das arte-Journal und zwei MDR-Sachsenspiegel gesehen. Radio gehört, die obligatorische Bachkantate, Punkmusik. Ergiebig für das Einsammelbuch in Sachen Output war der Tag nicht. Mit Hilfe von generativer KI habe ich das Aussehen von Querbeet geändert. Das kann bei meinem Betonnischel schon mal zwei, drei Stunden dauern. Punkt 12 Uhr gibt es sonntags Restfamilienessen, nein kein Familienrestessen, sondern durchaus frisch Gekochtes mit dem überschaubaren Korpus unserer Familie, bestehend aus meinem 87-jährigen Vater, meinem 57-jährigen Bruder und mit dem frühvergreisten 60-jähriges Wrack. Wir ließen dem erst vor 7 Tagen entjungferten Airfryer freien Lauf und aßen dann Broiler mit Kartoffeln und Rotkohl. Das Freßkoma trieb mich für zwei Stunden ins Bett. Gegen 15 Uhr wankte ich an den Computer, um weiter zu machen mit dem Mischmasch aus Internetlesen, Aufgreifen von Impulsen, Vertiefen, Youtube, Timelines und immer wieder dem Anhören von Hörsendungen kleineren und größeren Kalibers. Dieses Tun bewirkt, daß ein Tag vorübergeht und ich hinterher nur staune, wie das nur vor sich gehen konnte. Die Luft war schon nach 19 Uhr raus. Jeder Gedanke, etwas Substanzielles zu tun, Postings zu recherchieren, Material zu sortieren, führte, kaum begonnen, wieder zum Abbruch. Fatigue und Brainfog. Wieder Sessel, mittes Raufasertapete meditieren, mein Leben verfluchen und, darüber konnte ich vorhin beim Aufwachen lachen: bei einer Sendung über Langeweile eingeschlafen, noch vor 23 Uhr, denn DWDT erlebte ich nicht mehr. Cut, die Szene ist im Kasten. Claus Leggewie bei "Essay und Diskus" hörte ich gerne zu. Wie er die aktuelle politische Situation analysiert und den Weg zur Plutokratie nachzeichnet.^

09-08-2026

Samstag, zweiter freier Tag. 4.30 Uhr wach, Kaffee, PC-Routinen und danach wieder zum Nachschlaf bis 7 Uhr. Einkauf bei Kaufland am Vormittag, ansonsten das Übliche. Blogs, Timelines, Internet lesen, Dingen nachgehen. Im Logbuch sieht man, daß ich einen freien Tag hatte. Ich ließ mir - mit mäßigem Erfolg - durch ChatGPT zwei Cartoons erklären, sammelte selbst welche ein. Bewegt hat mich der Film über Rainald Grebe, erheitert hingegen eine Folge Karambolage mit lustigen UND informativen Beiträgen über die Jakobiner und den Unterschied zwischen deutschen und französischen Hebammen. Auch wenn mich Rainald Grebe Jesus ausgespannt hatte, hörte ich die Stunde History zum historischen Jesus zu Ende. Selig, die arm sind im Geiste, aber reich an Zeit. Unschlüssig, wann ich mich für drei Stunden ausklinke, um mich der Langen Nacht zum Straßenverkehr zu widmen. Erwähnen will ich die Kulturgeschichte des Rheins. Neu war der Fakt, daß ein großer Fluß bei Niedrigwasser gefährlicher ist. Strömungen und Strudel sind stärker und unberechenbarer. Dem ließ ich den Podcast "Deutschland auf dem Trockenen" folgen, der die Angelegenheit, hüstel, vertiefte. Als ehemaliger Bibliomane konnte ich Literatur als Modeaccessoire nicht liegen lassen. Hoffnung, ähm, keimt auf, wenn ich erfahre, daß mittels KI Bakteriophagen gegen antibiotikaresistente Keime gebastelt wurden und HALFEN. Das tut sehr gut, werden die Multiresistenzen landläufig wenig als Gefahr benannt. Ich hatte noch eine halbe & harte Ciabatta, welche ich dank Backofen wieder wie taufrisch bekam und welche mit Butter und Gorgonzolafrischkäse prächtig mundete, welcher eine Griessüßspeise folgte. Bettpflichtig wurde ich 22.30 Uhr bei diversen Hörsendungen aus dem Routinepool. ^

08-08-2026

Eingeläutet wurde der Freitag, als ich Punkt 6 Uhr aufwachte. Ordentlicher Beginn: mit Kaffee auf Audiosuche für das Logbuch, dem das Tagebuchbloggen folgte, an das ich den Tageshattrick anschloß. Bis hierhin alles nach Plan. Ich brach auf, weil ich Medikamente für mich brauchte, quatschte in der Hausarztpraxis mit der Arzthelferin MFA und deren Schwester, die 1994 meine Mentorin vor dem Krankenpflegeexamen war. Die Praxis liegt zwei Haltestellen stadtauswärts in Paunsdorf, Kreuzung Theodort-Heuss-Straße / Riesaer Straße, Startpunkt auch, um mit BUS 90 nach Eutritzsch zu kommen oder mit BUS 79 in die Heliosklinik nach Probstheida. Und der nächstgelegene Aldi befindet sich hier, den ich aufsuchte. Zuhause ist der Kühlschrank dermaßen voll, daß nichts mehr hinein paßt. Computerzeit bis abends, diverse Postings entstanden, Timelines und Blogs gelesen, Routine-Podcasts gehört. Nicht zur Routine gehörte "Eine Stunde Geschichte' bei Deutschlandfunk Nova über die Christenverfolgung. "Oh Lodenfeuer, oh welch göttliche Macht." Abends läßt die Konzentration am Bildschirm rapide nach, ich höre mehr, sitze im Sessel und werde dabei nicht selten so müde, daß die Bettschwere mich ins Bett lockt, wo ich gestern dann bald in Morpheus Arme getrieben wurde. Und? Nörgelgründe? WENN, dann daß ich keine Kulturzeit oder eine der vielen auf Festplatte wartenden Kulturjournale mehr einbauen konnte, auch keine Cartoons einsammelte. Das war der Tag. ^

07-08-2026

Donnerstag. Beizeiten am Rechner, um die Routine hinter mich zu bringen. Anschließend der obligate zweite Schlaf bis 9.30 Uhr. Noch Brisant geguckt und die Juli-Monatsabrechnung für das Haushaltsbuch. Zeitig für den Spätdienst los, weil die Arbeitswege noch bis 17. August dermaßen beschissen und unwägbar sind, daß ich lieber mit zeitlichem Polster agiere. Dooferweise dieses Mal andere Strecke mit BUS 90 - keine gute Idee wegen eines gigantischen Staus an der Berliner Brücke wegen Einspurigkeit. 10 Minuten Stop and Go mit einem Bus bei dieser Wärme ist für die Nerven eine kleine Zusatzlast, die abzuschütteln schwerer als gedacht fiel. Duschen vor dem Dienst hilft in allen Lebenslagen und bei jeder Außentemperatur. Meine Annahme, daß bei nochmaliger komfortabler Besetzung der Dienst ein Klacks würde, war voreilig und falsch. Zunächst eine lautstarke Unstimmigkeit mit einer Kollegin. Eben weil wir durch 3 Schüler so gesegnet waren, hatte ich gebeten, frei zu bekommen und Überstunden abzufeiern, was mir nicht gewährt worden ist. Tenor dafür: Uns soll es auch mal gut gehen. Ich solle doch froh sein, wenn die Arbeit EINMAL ohne Druck und mit Bedacht vonstatten gehen könnte. Meine Vorstellung, eine Besetzung - OHNE mich - von 2 examinierten Pflegekräften und 3 Pflegeschülern im zweiten Lehrjahr sei üppiger als alles, was uns sonst im restlichen Jahr widerfährt, sei anmaßend und ich SOLLE DOCH NACHHAUSE GEHEN, WENN MIR DAS NICHT PASST! Zack, wieder auf persönlicher Ebene statt der Sachebene gestrandet. Jeder Versuch von mir, meinen Standpunkt nicht als Angriff verstanden zu wissen, scheiterte, so daß 5 Minuten Gebrülle für einigermaßen Stunk sorgte. Und dann kam die Buddenbohmsche Konstante zum Tragen. "Kein Tag ohne Demütigung". Der Dienst wurde von Stunde zu Stunde scheußlicher. Ein Zugang nach dem anderen, kein Luftholen, auch mit mir, was dem Chef und der renitenten Kollegin Recht gab. Diesmal! Niemand kann es vorhersehen. Wenn's danach ginge, müßten wir immer so viel Personal am Start haben, weil niemand antizipieren kann, wie ein Dienst wird, wie viele Zu- oder Abgänge (Entlassungen, Tote) wir haben werden. Das ist Roulette. Wir leben mit diesen Unwägbarkeiten. Der Normalzustand ist, daß Leute ausfallen, sich kurzfristig krank melden. Dann geht der Dienst ohne sie, muß gehen. Ersatz kann selten so kurzfristig besorgt werden. Deswegen empfinde ich es als brüskierend, als Buhmann rüberzukommen, der die schöne Stimmung killt und nicht einzusehen bereit ist, daß mein Wunsch, Überstunden abzufeiern - bei stabilster personeller Ausgangslage - unfaßbar egoistisch und jenseits der Vorstellungskraft und Erfüllbarkeit liegt. Ja, ich sehe, daß es gestern im Spätdienst wirklich vorteilhaft gewesen ist, daß ich mit dabei war. Als 21.30 Uhr der Nachtdienst erschienen und bereit für die Übergabe war, waren wir es mit Hängen und Würgen nach einem Gehetze und unter Ausnutzung all der Berufserfahrungen und damit einhergehenden Kniffe, kurzen Prozeß zu machen und den Anschein zu wahren, wir hätten alles getan, gut getan, bewußt und sorgfältig. Stattdessen bin ich jedesmal froh, daß kein katastrophaler Fehler begangen wird, daß ich nichts Wesentliches vergessen habe in dieser to-do-Kaskade, die wir als Nichtraucher nicht mehrmals im Dienst unterbrechen, um auf dem Balkon bei einem Lungenbrötchen durchzuatmen. Zäsuren sinnvoll zu suchen und zu nutzen, fällt schwer, eben weil einem eine nie enden wollenden Liste anstehender Pflichten im Nacken sitzt. Es war für mich SO frustrierend, keine Zustimmung zu erhalten, sondern, nur weil ich eine andere Meinung vertrete, als Endgegner hingestellt zu werden. JEDER Dienst hat ein Ende. Wenigstens kam ich 22 Uhr raus, wenn auch mit Gezappel bei der Übergabe, um anzuzeigen, daß ein pünktlicher Feierabend durch ausufernde Übergabe mit sinnlosem Ausschmücken aller Einzelheiten nach solch einem Kackdienst keine so gute Idee ist. Es klappte, ich bekam die 22.15-Uhr-TRAM zum HBF und dort in genialer Fortsetzung den BUS 72, der mich zur Koehlerstraße bugsierte, so 2 Minuten später die TRAM 7 erwischte, deren Rücklichter ich tags zuvor noch sehen mußte. Komfortabel um 22.50 zuhause, Zeit genug, das WLAN anzuschalten, um bei DWDT an die Routine anzudocken - in diesem Fall: einzuschlafen, aber sowas von zackzack! ^

06-08-2026

Mittwoch. Nach 6 Uhr erwacht und mit Kaffee an den Rechner für die Audiosuche und den Tageshattrick. Anschließend wieder ins Bett bis 10 Uhr. Tagebuchbloggen und noch eine Brisant-Sendung. Sehr pünktlich um 11.30 Uhr gestartet zur Arbeit. Bei ALDI Brötchen und Cola, die auf Station immer stande pede ins Tiefkühlfach wandert und dort regelmäßig vergessen wird, auf daß ich, je nach vergangener Zeit, entweder, mit etwas Geduld, eiskalte Cola mit Crusheis genießen darf oder gar nix, weil Colaklotz. Die brütende Hitze setzte mir zu. Verschwitzt unter die Dusche und dann nackt im kühlen Umkleideraum der Klinik akklimatisiert, dabei am Handy geguckt. 13.30 Uhr Showtime. Die Bude voll und damit meine ich nicht die Patienten, sondern ein immenses Gewusel von Ärzten, Schülern und Pflegekräften. Luxuriöseste Bedingungen in Bezug auf die Dienstbesetzung. Während wir allermeist zu Dritt die Spätschicht stemmen müssen, saßen wir zu Fünft da und konnten einen Dienst nach Lehrbuch abspulen. Meine Kollegin, die die "grüne Seite" hatte (7 Zimmer, 12 Patienten), spielte die Erklärbärin. Ich durfte in Muppets-Logenposition zuhören und Kommentare einwerfen. Es war lustig und entspannt. Zu allem Überfluß dachte ich beizeiten an die Cola und schlürfte das eiskalte Getränk am Rechner. MEINE Patienten auf der "roten Seite" (8 Zimmer, 16 Patienten) ohne große Herausforderungen, zumal die mir zugeteilte Schülerin, alert, aufgeweckt und fleißig, zwei Zimmer mit Pflegefällen übernahm und rundum eigenständig versorgte. Auch mal toll, wenn ich nicht kaskadenhaft in Urin und Kacke zu wühlen habe, kein Dementer alles aufmischt, niemand fiebert. Lediglich zu Dienstschluß Sorge um einen Patienten mit riesiger Bauchwunde und einem enormen Wunddrain, den Schmerzen plagten, die mir nicht geheuer waren, so daß ich die Dienstärztin antanzen ließ, die als Internistin bei einer operativ entstandenen Bauchwunde nur wie ich mit den Schultern zucken kann und dann einen Allgemeinchirugen als Konsilararzt herbeirief, der wiederum lange mit seinem Hintergrund beratschlagte, woraufhin Maßnahmen getroffen wurden wie Bedarfsmedikationen bei Schmerzen, geänderte Kostform, Vitalzeichenkontrolle. And cut. Dienstende. Leider zur regulären Zeit um 22 Uhr. Mußte ich die TRAM 16 um 22.15 Uhr in Richtung Innenstadt nehmen bis zur HBF-Westseite, dann den ganzen Bahnhof queren. An der Haltesteffe Ostseite (Wintergartenstraße) sah ich noch die Rücklichter der abgefahrenen TRAM 7, überlebte meinen Wutanfall, schwitzte wie ein Schwein und trottete durch den Park am Schwanenteich, wo um 22.43 Uhr der Bus als Schienenersatzverkehr fur RE110 - schon wieder eine Ausnahme, ein Interim, ein Provisorium - abfahren sollte. Allerdings stehen dort in 100 Metern so viele Haltestellenschilder, daß ich natürlich, als der Bus einfuhr, an der mit dem größtmöglichen Abstand zum haltenden Bus stand und zurückhechten mußte, um dann triefend in einem gut klimatisierten Reisebus zu dampfen, an der ersten Haltestelle (Annenstraße = Beginn von Sellerhausen) ausstieg und eine TRAM-Haltestelle bis zu "meiner" Kirche lief und 23.10 Uhr völlig k.o., schweißgebadet in die Horizontale fiel und erstmal reglos abtrocknete, während dank Deutschlandfunk-App, die zeitversetztes Hören gestattet, um 23.15 Uhr mit dem Hören der 23-Uhr-Nachrichten begann und dann DWDT. Fazit dieses Tages: Super Spätschicht, aber Rahmenbedingungen, die mich in Mitleidenschaft ziehen, derangiert ausspucken und am Ende als Häufchen Unglück zurücklassen. ^

05-08-2026

Dienstag. Ganz ordentlicher Start um 5.30 Uhr mit dem Üblichen. Die Müdigkeit überfällt mich schlagartig und zieht mich ins Bett. Die Zeit danach reicht für eine Folge Kulturzeit, von der noch 20 auf der Festplatte schmoren. Gerade ist Sommerpause und neue Sendungen kommen Mitte August. Um 9.45 Uhr fuhr ich los, weil dienstags Aktivgruppe ist und wir uns 10.30 Uhr an der Haltestelle Klingerstraße treffen wollten. Ein paar Fotos von der erst in den letzten Jahren renovoerten Plagwitzer Brücke mit Blick auf den Kanal der Weissen Elster. Der Natur ächzt unter der brütenden Hitze wie wir. Mit der Gruppe dann im Clara-Park das erste Mal in meinem Leben Minigolf gespielt, was mir überraschend Spaß gemacht hat. Von fern hatte ich stets auf solche Anlagen geblickt und das Treiben als kindisch abgetan. Aber in Gemeinschaft ist das herrlich und sogar etwas kompetitiv. Immerhin wurde ich Dritter. Von 3 Spielern. Zuhause kurz vor 14 Uhr. Ziemlich kaputt und ausgetrocknet. Kalte Cola zischte die Kehle runter. Der Sommer hält Genüsse bereit wie jede andere Jahreszeit die ihr je eigenen. Eine Stunde gelegen, ohne zu schlafen, dann gegen 15.30 Uhr an den PC, aber ohne Fokus und ohne Ambitionen. Viele Hörsendungen auch abseits der Periodika bis in den Abend hinein. Ansonsten auch soziale Funkstille. WhatsApp schweigt mich an, Mastodon und Co umgangen, keine Blogs aufgerufen. Zu müde, zu apathisch. Zur üblichen Zeit ins Bett. Unterwegs hörte ich wieder und wieder City und Deep Purple. Nunja, jeder Tag ist anders als die anderen. Dieser war verblüffend genau so anders wie all die anderen ganzen Tage, die ich zuhause verbringe.^

04-08-2026

Hier, Dingsbums. Zunächst vorgestern, Sonntag, zweiter Spätdienst. Wegen notwendigem Vorschlaf nur Routine am PC von 6.30 bis 8 Uhr. Ich schlafe übrigens auch in Tropennächten gut. Der Arbeitsweg ZUM Dienst beanspruchte die Nerven. Erst blieb TRAM 7 am Torgauer Platz stehen. Umstieg in eine TRAM E zum HBF, die an der Hofmeisterstraße stehenblieb. Zu Fuß die restlichen Meter zum Hauptbahnhof, wo ich, um zu ALDI zu gelangen, die gesamte Mall durchqueren muß. Stabiles Rolltreppenerlebnis. Was heißt: Weg versperrt, weil Leute die Gehspur links blockieren. Laut ""Entschuldigung" brüllend, dann rücken die Hausordnungsnichtleser murrend beiseite. Infolge dieser kleinen Nadelstiche ein immenses Störgefühl, daß alles immer schlimmer würde, weil die Funktionseinschränkungen (Straßenbahn, zwei Rollstreppen defekt) zunehmen, die Ausnahmen sich häufen (Baustellen) und Deutschland auseinanderzufallen droht. Der Spätdienst so lala. Demütigend der Umstand, daß ich meines Idendifikationskärtchen verlustig ging und um die von KollegInnen betteln muß, damit ich am Drucker und am Rollmonitor arbeiten kann. Zwei Zugänge aus der ZNA (Notaufnahme) sind verkraftbar, wenn keine erschwerenden Aspekte hinzukommen. Da wir neben Rheuma- und Nierenpatienten auch AGER-Patienten versorgen, ist eine der häufigsten Einweisungsdiagnosen "Z.n. Sturz" - mit oder ohne Fraktur, gerne der Schenkelhals. Sturzneigung bei Gebrechlichkeit rufen rezidivierende Stürze auch in der Häuslichkeit hervor. Wenn dann niemand vor Ort ist, werden die Menschen manchmal tagelang nicht gefunden und entwickeln ein Liegetrauma (Mangelernährung, Ausgekühlung, Blutergüsse, Verwirrtheit). Wir päppeln sie möglichst wieder auf. Vorgestern auch wieder so ein Prachtexemplar von Zuhause in deplorablem Zustand, versifft, schmutzig, ungepflegt. Angehörige kämpfen sehr oft gegen die Widerborstigkeit und Sturheit der Betagten, die Hilfe ablehnen, den Pflegedienst nicht in die Wohnung lassen, die Option Pflegeheim entrüstet und kategorisch von sich weisen. Wir putzen und wienern die so Unterversorgten, bis sie nach wenigen Tagen propper und wie aus dem Ei gepellt daliegen und, wenn sie dement und remobilisiert sind, uns öfter zur Weißglut treiben, wenn wir Hasche spielen, sie in jedes Zimmer laufen, Dinge verräumen, zweckentfremden, Sachen von Mitpatienten anziehen, Urin- und Kotfährten auf Station legen usw. usf. Wir sind das Drehkreuz von der (fragwürdigen) Selbständigkeit eines Menschen zur Teil- oder Ganzpflege in stationären Einrichtungen (REHA, Palliativstationen, betreutes Wohnen, Kurzzeitpflege, Pflegeheimerstaufnahme). Es gibt viel zu organisieren und die aufgeregten Zugehörigen einzubinden. Wo war ich? Trotz zweier Zugänge, von denen einer ein Liegetrauma mit den geschilderten Zuständen hatte, ging soweit alles glatt, ich durfte etwas eher gehen, um den Verkehrswidrigkeiten mit beruhigendem Zeitpolster begegnen zu können, war pünktlich zu DWDT im Nest. [#] Nun zu etwas völlig anderem gestern, Montag. 5.30 Uhr mit Kaffee an den Computer, Audiosuche, Tagebuchbloggen vergessen und gleich zum Tageshattrick übergegangen. Zwei Stunden Vormittagssiesta und weiter mit Internet + Blogs lesen. Wenige Postings entstanden nach und nach. Gehört habe ich mehrere sehr befriedigende Sendungen. Über Lebensphasen! Was der Mauerbau für die evangelische Kirche bedeutete. Eine tolle Stunde über den Himmel mit kulturgeschichtlichen, wissenschaftlichen, religiösen und esoterischen Exkursen. Ein akademischer Vortrag über Desinformation. Eine Folge Kulturzeit gesehen. Sehr zufrieden mit diesem Montag, auch wenn die Selbsthilfegruppe krankheitsbedingt ausfiel. Mit dem Deutschlandfunk ins Bett und weg war ich. ^

02-08-2026

Samstag oder, wie meine bayrische Kollegin zu sagen pflegt, Sonnabend. Das geht heute schnell und ist unergiebig. Nach den üblichen "notwendigen" Tätigkeiten, um alles am Laufen zu halten, ging ich wieder pennen, wodurch die Zeit zwischen 9 und 11.20 Uhr geklärt ist. Dann hektisches Zusammensuchen der Sachen für die Arbeit. Brotbüchse, Paprika, 1 Riesenapfel und 1 Haselnussjoghurt, Tomatenaufstrich. Von all dem brauchte ich nur 1 Scheibe Mischbrot, die kurz nach der Dienstübergabe mit Leberwurst meinen Magen erreichte, geschmeidig gemacht durch 1 kleinen Naturjoghurt. Wir essen im Spätdienst zirka 19 Uhr. Es war noch ein Gemüsehackröllchen und zwei panierte Backfischstückchen vom Mittag übrig, die mir als Essen ausreichten. Ziel ist, die 81,4 kg wieder auf unter 80 kg zu bringen. Und Saftlosigkeit. Arbeitswege keine Erwähnung wert, alles flutschte. Um 22.50 Uhr war ich daheim und sprang noch von der Wohnungstür mit einem Hechter ins Nest. Samstags kommt kein DWDT; den 23-Uhr-Platz zwischen Wachsein und Nachtschlaf füllte eine weitere Folge "Studio 9"; tagsüber in der TRAM auch. Aufgestanden vorhin 6.30 Uhr und der gewohnte Kladderadatsch mit Kaffee, Audiosuche und ebendiesem Tagebuchbloggen, während im Deutschlandfunk sonntags immer der Mix aus Klassik und Informationen läuft. Jetzt lade ich noch die Journale von gestern für den Hattrick. ^

01-08-2026

Freitag. Ein stinknormaler Tag - frei und ohne Termine. Aufgestanden noch vor 6. Großkampftag am Bildschirm. Kein Schläfchen am Tag. Bis auf eine 2-stündige Pause zwecks Einkauf durchweg am PC mit mal mehr, mal weniger Fokus. Fährten gefolgt, gelesen, ausgewertet (= eingesammelt), kommentiert. Zwischendurch Hörsendungen, Mischmasch aus Periodika und solche aus dem Logbuch. Abends 81 Minuten "Betreutes Fühlen" über das Gefühl Hass. Herausragend - ich werde es noch in das generelle Posting einbauen, eine zweiteilige Folge über ME/CFS zum aktuellen Stand. Ich lauschte Teil 1. Bei diesem Thema bleibe ich dran. Fatigue, Brainfog und Energiedefizit kenne ich seit 2015. Sobald es diagnostische Mittel gibt, die Krankheit auszuschließen, stehe ich in der Warteschlange. Gegessen habe ich spätabends zwei Bockwürste mit Senf, getrunken tagsüber: Cappuccchino, Kaffee, Säfte, Eiskaffee und Eis-Kakao. Die anstehenden zwei Spätschichten sind Resultat einer Dinestplanänderung, derer wir stets gewärtig sein müssen. Krankmeldungen verursachen sie und andere Probleme. Dadurch daß ich nur 24 statt 40 Wochenstunden arbeite, kann ich solche Querschüsse ab. Die für Normalarbeitende ungeheure Freizeit von 4 ganzen freien Tagen pro Woche gestattet mir den Luxus, hier gnädig meist zuzustimmen und das vom Chef erhoffte JA zu sagen, wenn ums Einspringen gebettelt wird. Direkt aus dem Sessel, wo ich Radio hörte und wegnickte, ins Bett um 22.15 Uhr, Ab 23 Uhr Uhr bei DWDT, ein so liebgewonnenes Ritual, wenn auch mit meist scheußlichem Inhalt. Gnatsch (Merz), Krieg, Waldbrände, Niedergänge allerorten (BMW) bzw. Anstiege (3 Mio Arbeitslose, Deutsche Bahn), FIFA-Tinnitus mit Übelkeit. Vorhin um 6.00 Uhr aufgewacht und sofortige Morgenroutine mit Kaffee, Logbuch und Tagebuchbloggen. Ja, genau hier, genaus das. (Als das lief, war ich 15.) [#] Zuletzt gedacht, aber nirgends notiert: "Du, Gunther von Hagens ist gestorben."Ja, das kann ich mir plastisch vorstellen." - Im Spätdienst: Anruf des Bettenbelegungsmanagments: "Habt ihr noch ein nephrologisches Bett?" Ich: "Diuretisch ja." - ALDI-Anekdote verbloggt (Schlüpfrig). - To_do-Liste online gestellt. - Zunehmend grummeliger, weil Herr Buddenbohm eine Sommerpause macht und sich selbst beim "Linkwerk zum Wochenende" nicht an die Zeiten hält. Ich kann so nicht arbeiten! Alles gerät durcheinander. ^

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